Syrien: Luftwaffe fliegt bisher schwerste Angriffe
Die syrische Luftwaffe hat nach Informationen von Menschenrechtlern gestern die bisher heftigsten Einsätze auf die Rebellen geflogen. Binnen vier Stunden hätten Kampfjets 48-mal angegriffen, teilte die Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit Sitz in London mit.
Wie ein Korrespondent der Nachrichtenagentur AFP berichtete, waren in der Hauptstadt Damaskus während der Einsätze in mehreren Stadtvierteln Explosionen zu hören. In den frühen Morgenstunden waren die Erschütterungen so heftig, dass Fensterscheiben im Stadtzentrum zerbarsten.
Nach Angaben der Beobachtungsstelle griffen die Flugzeuge mindestens acht Ziele an, vor allem im Nordosten der Hauptstadt. Zudem hätten Bodentruppen Dörfer in der Gegend und das 13 Kilometer von Damaskus entfernte Duma angegriffen.
Autobombenanschlag in Damaskus
Insgesamt wurden bisher mehr als 400 Menschen getötet, seit am Freitag der vereinbarte Waffenstillstand in Kraft trat. Mindestens sechs kamen bei einem Autobombenanschlag in einem mehrheitlich von Christen bewohnten Vorort von Damaskus ums Leben, wie das syrische Staatsfernsehen berichtete. Zunächst war von zehn Toten die Rede gewesen.
Die Feuerpause war anlässlich des viertägigen islamischen Opferfestes zwischen Regierung und Rebellen vereinbart worden. UNO-Chef Generalsekretär Ban Ki Moon zeigte sich enttäuscht über das Scheitern der Waffenruhe. „Diese Krise kann nicht mit mehr Waffen und Blutvergießen gelöst werden“, sagte er im südkoreanischen Seoul. Er rief den UNO-Sicherheitsrat, benachbarte Länder und die Konfliktparteien dazu auf, „ihre Verpflichtungen einzuhalten und einen Waffenstillstand zu fördern“.
Publiziert am 29.10.2012