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Das große Aufräumen hat begonnen
„Das Gesicht unserer Stadt ist verändert“, zeigte sich New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg am Tag nach der Katastrophe erschüttert. Der Sturm, der am Montagabend (Ortszeit) auf die Küste traf, sei möglicherweise der schlimmste gewesen, den man bisher erlebt habe.
„Historische Intensität“
Die Schäden durch den Sturm dürften in die Milliarden gehen, Schätzungen reichen bis zu 50 Milliarden Dollar (38,5 Mrd. Euro). Der verheerende Sturm sei von „historischer Intensität“ gewesen, sagte Bloomberg. Mindestens 50 Menschen kamen in den USA und in Kanada ums Leben, die Behörden in New York rechneten jedoch damit, dass die Zahl der Opfer weiter steigen würde. Unterdessen sind die Aufräumarbeiten voll im Gange. Die aus vielen Bundesstaaten zusammengezogenen Reparaturmannschaften arbeiteten mit Hochdruck daran, die Stromversorgung wiederherzustellen.
Immer noch Evakuierungen und Notmaßnahmen
Nach wie vor sind sechs Mio. Amerikaner ohne Strom - zwei Drittel der Geschädigten leben in den Staaten New York und New Jersey, teilte das Energieministerium in Washington am Mittwoch (Ortszeit) mit. Es könnte bis zu eine Woche dauern, bis die Stromversorgung wieder vollständig hergestellt ist. Der Sturm zog unterdessen weiter: In den schwer überschwemmten Gemeinden entlang der mittleren Atlantikküste wurden den Dienstag über Hunderte Menschen aus ihren von den Fluten abgeschnittenen Häusern gerettet.
Normalität dürfte sich erst in Tagen wieder einstellen. Laut Bloomberg wurde am Mittwochnachmittag (Ortszeit) das Bellevue-Krankenhaus mit 500 Patienten geräumt, nachdem die Stromversorgung durch Generatoren nicht mehr aufrechterhalten werden konnte. Die meisten Straßen und Tunnel in New York bleiben vorerst für Fahrzeuge, die mit drei oder mehr Personen besetzt sind, vorbehalten, um ein Verkehrschaos zu vermeiden. Die New Yorker U-Bahn steht weiter still.
Tank gerissen: Diesel läuft ins Meer
In New Jersey riss der Wirbelsturm nach Angaben des US-Fernsehsenders CNN unterdessen einen Tank auf - mehr als eine Million Liter Diesel liefen in den Atlantik. Das Unglück sei in einer Raffinerie in dem kleinen Städtchen Sewaren in New Jersey passiert, berichtete der TV-Sender am Mittwoch (Ortszeit). Nähere Details wurden zunächst nicht bekannt.
APA/EPA/Mark OlsenDas ganze Ausmaß der Katastrophe wird jetzt langsam sichtbar. An der Küste von New Jersey war der Wirbelsturm als Erstes an Land getroffen und dann mit Windgeschwindigkeiten bis zu 140 km/h über die Ostküste gefegt. Die Bundesstaaten New Jersey und New York waren am stärksten betroffen. Schätzungen über das Schadensausmaß reichen von sieben bis 50 Mrd. Dollar (38,6 Mrd. Euro).
APA/EPA/Patrick CashinSobald der Sturm vorübergezogen war, begannen die Aufräumarbeiten. Bis die U-Bahn wieder fährt, auf die an Werktagen mehr als fünf Millionen Menschen angewiesen sind, kann es aber noch bis zu vier Tage dauern, so Bloomberg. Viele Tunnel sind vollgelaufen, das Wasser stand dort oft deutlich mehr als einen Meter hoch. Die New Yorker Verkehrsbetriebe sprachen von der schwersten Zerstörung in der 108-jährigen Geschichte der U-Bahn.
APA/EPA/Andrew GombertWährend die U-Bahnen noch gesperrt sind, ist der Busverkehr in New York zumindest teilweise wieder in Betrieb gegangen. Die zuvor menschenleeren Straßen füllen sich langsam. Bis der Verkehr wieder normal läuft, werden noch Tage vergehen. Die Stadtautobahnen waren am Dienstag weiter gesperrt. Das öffentliche Leben war am Montag vor dem Sturm völlig zum Erliegen gekommen, Hunderttausende Menschen wurden in Sicherheit gebracht, der Präsidentschaftswahlkampf wurde unterbrochen, und selbst die Börse hatte den Handel für zwei Tage ausgesetzt.
AP/Mike GrollIn manchen Gebieten, wie hier in Little Ferry in New Jersey, ist an ein Weiterkommen trockenen Fußes zurzeit nur via Boot zu denken. In New York nutzen offenbar Plünderer die Not vieler Menschen aus und dringen in leer stehende Häuser ein, wie Medien am Mittwoch berichteten. Die Polizei nahm mehrere Menschen fest.
APA/EPA/Justin Lane„Sandy“ überflutete Parkplätze, Straßen und ganze Siedlungen, er schwemmte Autos weg und spülte Schiffe an Land. An der Südspitze Manhattans stieg das Wasser zwischenzeitlich etwa 4,30 Meter über normal - gut einen Meter mehr als der bisherige Rekord von 1960.
AP/John MinchilloAuch Häuser blieben von dem Sturm nicht verschont: Der Wirbelsturm brachte die Fassade dieses vierstöckigen Wohnhauses zum Einsturz. Die Mauer krachte auf den Gehsteig - andere Gebäude wurden komplett aus ihrer Verankerung gerissen und zerstört.
AP/Robert F. BukatyDie Auswirkungen des Sturms waren bis nach Maine zu spüren, der betroffene Küstenstreifen von Maine bis nach South Carolina ist mehr als 1.100 Kilometer lang. Nach Berechnungen der Meteorologen soll der Wirbelsturm am Mittwoch Kanada erneut bedrohen. Allerdings lasse die Stärke deutlich nach.
AP/Mark LennihanIn Breezy Point in Queens zerstörte ein riesiges Feuer über 50 Häuser. Mindestens 50 Menschen kamen in den USA und Kanada durch den Wirbelsturm ums Leben. Davor starben durch denselben Sturm bereits mehr als 60 Menschen in der Karibik.Links:
- tvthek.ORF.at (Themenschwerpunkt)
- New York City
- US-Hurrikan-Zentrum
- National Weather Service
Publiziert am 01.11.2012