Anschlag auf Türken-Chef in Bulgarien vereitelt

In Bulgarien ist ein mutmaßlicher Anschlag auf den Chef der Türkenpartei, Ahmed Dogan, vereitelt worden. Ein mit einer Gas-Pistole bewaffneter Mann kam an Dogan heran, als dieser gestern eine Rede vor einem Kongress seiner Partei DPS hielt.

Dogan blieb unverletzt. Der Angreifer wurde festgenommen, bevor er schießen konnte. Er soll sich mit einer gefälschten Karte als Delegierter ausgegeben haben. Der 25-Jährige, ein ethnischer Türke, hat nach Polizeiangaben einen kriminellen Hintergrund.

Dogan kündigte Rücktritt an

Die Konferenz wurde mehrere Stunden nach dem Vorfall wieder aufgenommen. Dabei kündigte Dogan seinen Rückzug vom Parteivorsitz seiner liberalen Bewegung für Rechte und Freiheiten (DPS) an - dies war allerdings in einer vor dem Anschlag geschriebenen Rede enthalten.

Die von Dogan gegründete Bewegung der türkischen Minderheit DPS ist im Parlament in Sofia und im EU-Parlament vertreten. Die DPS war bis Mitte 2009 an einer sozialliberalen Koalitionsregierung in Sofia beteiligt. Dogan galt als einer der einflussreichsten Politiker Bulgariens.