Iran verleiht Michelle Obama „Nasses Schießpulver“

Der Iran reagiert im Streit über den US-Politthriller „Argo“ mit einer Gegenauszeichnung für Michelle Obama. Die US-First-Lady hatte „Argo“ in der Oscar-Nacht als Besten Film bekanntgegeben, was Teheran als ein Zeichen der „Feindschaft mit dem Iran“ auslegte.

Wie die Nachrichtenagentur Fars gestern meldete, wollen die Basidsch, die paramilitärische Abteilung der iranischen Revolutionsgarden, am Ende ihrer diesjährigen Kunstfestspiele Obama den ironischen Preis „Nasses Schießpulver“ verleihen.

Die Auszeichnung soll angeblich die Nutzlosigkeit ihres Engagements für „Argo“, den Teheran als „Anti-Iran-Film“ bezeichnet, symbolisieren. Der Chef der Kunstfestspiele, Ahmad Esfandari, lud dazu die Botschafterin der Schweiz, die im Iran die diplomatischen Interessen der USA vertritt, ein, um den Preis entgegenzunehmen.

„Argo“ erzählt von der spektakulären Befreiung von US-Geiseln durch die CIA 1980 im Iran. Teheran hatte mehrmals die Produktion des Films und die Vergabe diverser Preise, darunter des Oscars, als politisch motiviert verurteilt und mit Gegenmaßnahmen gedroht. Dazu gehören die Produktion eines Gegenfilms und das Einreichen einer Klage gegen die Produzenten des Films, Grant Heslov, Ben Affleck und George Clooney.