Hellas-Hilfe: 111,44 Mio. Euro Zinsgewinn für Österreich

Die bilateralen Darlehen der Republik Österreich an Griechenland im Zuge der Griechenland-Rettung in der Höhe von 1,56 Mrd. Euro haben bisher 111,44 Mio. Euro an Zinseinnahmen in die Staatskassa gespült. Das hat das Finanzministerium gestern bestätigt. Die Rückzahlung der Darlehen hat noch nicht begonnen.

Milliardengewinn für Deutschland

Insbesondere Deutschland hat mit der finanziellen Hilfsaktionen für das Krisenland satte Gewinne gemacht: Entsprechende Kredite und Anleihekäufe hätten dem Haushalt etwa 1,34 Mrd. Euro eingebracht. Das geht aus Antworten des deutschen Finanzministeriums auf Fragen der Grünen im Bundestag hervor.

Nach Auswertung der Grünen wurden im Haushalt seit 2010 393 Mio. Euro an Zinsgewinnen aus dem bilateralen Kredit für Griechenland verbucht. Dieser lief über die bundeseigene Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Hinzu kommen 952 Mio. Euro an Zinsgewinnen aus dem Programm zum Ankauf von Staatsanleihen der Europäischen Zentralbank (EZB).

EU-Kommission will Defizitverfahren beenden

Die EU-Kommission schlägt ein Ende des Defizitverfahrens gegen Griechenland vor. Die Haushaltslage sei wieder in Ordnung, teilte die Behörde mit. „Unsere Empfehlung, das Defizitverfahren gegen Griechenland zu schließen, ist ein weiteres positives Signal der finanziellen Stabilität und der wirtschaftlichen Erholung des Landes“, sagte Kommissionsvizepräsident Valdis Dombrovskis.

Stimmen die EU-Staaten zu, würde das dem Euro-Krisenstaat die Rückkehr auf den Kapitalmarkt erleichtern. Dort war Griechenland seit 2009 bis auf die Ausgabe von zwei Anleihen vor drei Jahren praktisch nicht mehr präsent. Zudem blieben nur noch drei EU-Staaten übrig, gegen die ein Verfahren wegen eines übermäßigen Haushaltsdefizits läuft: Frankreich, Spanien und Großbritannien.