Protestmarsch von Zehntausenden Katalanen

Zehntausende Menschen haben in Barcelona für die Freilassung von neun Anführern der katalanischen Unabhängigkeitsbewegung demonstriert. Sechs Monate nach den ersten Festnahmen forderten die Teilnehmer des Protestmarschs gestern „Freiheit für die politischen Gefangenen“.

Die Demonstranten schwenkten die katalanische Fahne, viele von ihnen trugen als Zeichen der Solidarität mit den Häftlingen gelbe Schleifen an ihrer Kleidung oder zogen gelbe Schals und Jacken an.

Für „demokratische Lösung“ des Konflikts

Die Proteste wurden organisiert von einer im März gegründeten Plattform zum „Schutz der katalanischen Institutionen“, unterstützt wurde der Aufruf von den beiden größten spanischen Gewerkschaften CCOO und UGT. In einem Manifest verurteilten die Organisatoren die Einflussnahme der Justiz auf die Politik und verlangten eine „demokratische Lösung des Konflikts“.

Demonstration in Barcelona

APA/AFP/Lluis Gene

Die spanische Justiz ermittelt gegen die Politiker und Aktivisten der Unabhängigkeitsbewegung wegen ihres Einsatzes für die Abspaltung Kataloniens von Madrid. Zwei führende Vertreter der Unabhängigkeitsbewegung sitzen seit dem 16. Oktober in Untersuchungshaft: Die Staatsanwaltschaft wirft dem Kandidaten für das Amt des katalanischen Regionalpräsidenten, Jordi Sanchez, und dem Chef der Organisation Omnium Cultural, Jordi Cuixart, „Rebellion“ vor.