Zusammenstöße mit Rechtsradikalen in Ungarn

Bei einer Demonstration von mehreren hundert Rechtsextremisten und Angehörigen der verbotenen Ungarischen Garde ist es gestern in der Hauptstadt Budapest zu Zusammenstößen mit der Polizei gekommen.

In den Abendstunden hatten die Behörden die nicht angemeldete Kundgebung weitgehend aufgelöst, berichteten Augenzeugen. Die Demonstranten warfen mit Gegenständen. Ein Kameramann wurde leicht verletzt. Knapp 200 Personen seien festgenommen worden, teilte die Polizei mit.

Etwa 30 Menschen hätten wegen leichter Verletzungen behandelt werden müssen. Augenzeugen zufolge setzte die Polizei bei der Auflösung der nicht genehmigten Demonstration auch Tränengas ein.

Gegen Verbot von Jobbik
Die Demonstration richtete sich gegen das von einem Budapester Gericht verhängte, rechtskräftige Verbot der Ungarischen Garde. Die paramilitärische Gruppe war im Sommer 2007 von der rechtsextremen Partei Jobbik (Die Besseren) gegründet worden.

Die Formation verwendet Uniformen und Symbole, die an die faschistische Herrschaft in Ungarn erinnern, und marschiert häufig durch Orte und Siedlungen mit Roma-Bevölkerung.

Bei der Kundgebung wurden Parolen wie "Es lebe die Garde!" und "Dreckige Juden!" gerufen. Unter den Demonstranten waren rund 100 Garde-Angehörige in Uniform. Sie formierten sich zu einem Sitzstreik und wurden teilweise von den Polizisten weggetragen.