Kolumbien hat drei Mitglieder der venezolanischen Nationalgarde festgenommen. Die Männer würden den Behörden Venezuelas übergeben, sagte der kolumbianische Präsident Alvaro Uribe gestern bei einer Ansprache nahe der Hauptstadt Bogota. Sie seien im Osten Kolumbiens festgenommen worden. Die Nationalgarde kämpft hauptsächlich gegen den Drogenschmuggel an der Grenze zwischen den Nachbarstaaten.
Die Spannungen zwischen beiden Ländern verschärften sich seit der Unterzeichnung eines Militärabkommens zwischen Kolumbien und den USA Ende Oktober.
Venezuelas Präsident Hugo Chavez rief seine Landsleute am Freitag erneut auf, sich auf einen möglichen "Kampf" vorzubereiten. Die USA seien eine "Bedrohung" für Venezuela, und Kolumbien helfe ihnen dabei. Die Regierung Uribes bezeichnete Chavez als "Lakaienregierung", die das Land an die USA ausgeliefert habe.
US-Abkommen mit Kolumbien
Washington und Bogota hatten Ende Oktober ein Abkommen über die Nutzung kolumbianischer Militärbasen durch die US-Armee geschlossen. Die Vereinbarung erlaubt den US-Streitkräften für die nächsten zehn Jahre die Nutzung von mindestens sieben Stützpunkten in Kolumbien.
Nach US-Angaben sollen die Stützpunkte für den Kampf gegen Drogenhandel und Terrorismus genutzt werden. Die Pläne waren bei den linksgerichteten Regierungen der Nachbarländer Venezuela und Ecuador auf scharfe Ablehnung gestoßen. Sie werfen den USA vor, ihren Einfluss in Lateinamerika vergrößern zu wollen.