Mit einem Militärmanöver haben die iranischen Revolutionsgarden Israel demonstrativ vor einem Luftschlag gegen die Atomanlagen der Islamischen Republik gewarnt.
Im Fall eines Angriffs werde der Iran Mittelstreckenraketen auf Tel Aviv abfeuern, erklärte der Vertreter des Obersten gesistlichen Führers Ajatollah Ali Chamenei bei den Revolutionsgarden, Modschtaba Solnur. Hauptziel des seit heute laufenden fünftägigen Manövers sei es, die Fähigkeiten der Luftwaffe zu testen, die in Teheran sowie im Zentral- und Südiran liegenden Atomanlagen gegen einen Angriff zu verteidigen, wie der Nachrichtenkanal Chabar berichtete.
Video dazu in iptv.ORF.at
Verhandlungen im Atomstreit festgefahren
Im Atomstreit hatte Israel mehrfach gedroht, iranische Atomanlagen anzugreifen. Für deren Verteidigung sind die paramilitärischen Revolutionsgarden zuständig. Die mehr als 125.000 Gardisten bilden neben der regulären Armee die zweite Säule der iranischen Streitkräfte.
Momentan sind die internationalen Verhandlungen über die umstrittene Urananreicherung des Landes festgefahren, der Konflikt droht weiter zu eskalieren. Die Vetomächte im UNO-Sicherheitsrat und Deutschland beraten zurzeit, wie sie weiter vorgehen wollen, wenn Teheran nicht bald einlenkt. Laut US-Präsident Barack Obama wird dabei über weitere mögliche Maßnahmen gegen den Iran diskutiert. Anfang des Jahres hatte Obama eine Lösung bis Dezember gefordert.