Die Präsidentenwahl in Rumänien ist heute von Fälschungsvorwürfen überschattet worden. Die stärksten Parteien PSD (Sozialisten), PD-L (Bürgerliche) und PNL (Liberale), aber auch die Medien und einzelne Bürger meldeten dem Zentralen Wahlbüro in Bukarest Hunderte entsprechende Verdachtsfälle.
Gleichzeitig zeichnete sich bis Mittag eine hohe Wahlbeteiligung ab. Drei Stunden nach Öffnung der Wahllokale waren 6,17 Prozent der Stimmberechtigten zu den Urnen gegangen und damit doppelt so viele wie zum Vergleichszeitpunkt bei der Parlaments- und Präsidentenwahl 2004.
Basescu kandidiert für zweite Amtszeit
Der bürgerliche Staatspräsident Traian Basescu kandidierte für seine Wiederwahl. Seine stärksten Konkurrenten sind der Sozialist Mircea Geoana und der Liberale Crin Antonescu. Eine Entscheidung dürfte erst bei einer Stichwahl am 6. Dezember fallen, weil laut Umfragen keiner der insgesamt zwölf Präsidentenkandidaten im ersten Durchgang die absolute Mehrheit erreichen dürfte.
Schwindel und "Wahltourismus"?
Die Polizei verhängte Geldstrafen gegen Wähler, die erwischt worden waren, als sie ihren angekreuzten Stimmzettel mit dem Mobiltelefon fotografierten. Dieser Vorgang ist Teil einer bekannten Wahlfälschungsmethode. Der Wähler präsentiert das Foto seines Stimmzettels zum Beweis dafür, dass er für den "richtigen" Kandidaten gestimmt hat, und kassiert dafür Geld von der entsprechenden Partei.
Zuvor hatten rumänische Medien über Vorbereitungen zur Wahlfälschung in Ortsvereinen der Sozialisten, Liberalen und Bürgerlichen berichtet. Danach sollen die Aktivisten all dieser Parteien massenhaft Autos organisiert haben, um gekaufte Wähler zu den Wahllokalen zu bringen. Die Polizei hatte landesweit Hunderte Kontrollposten installiert, um "Wahltourismus" in Reisebussen zu verhindern.
Dieser ist in Rumänien möglich, weil die Abstimmung nicht ausschließlich am Wohnort stattfinden muss. Im ganzen Land stehen Sonderwahllokale zur Verfügung für Wähler, die am Wahltag im Land auf Reisen sind.