Der wachsende Wasserbedarf ist laut einem Bericht der Weltbank in den kommenden 20 Jahren nur durch radikales Umsteuern zu decken. Experten auf den Gebieten Wasserversorgung, Umweltschutz und Landwirtschaft sagen in dem gestern veröffentlichten Bericht einen Anstieg des Bedarfs bis zum Jahr 2030 um mehr als 50 Prozent auf 6.900 Kubikkilometer voraus.
Nur ein kleiner Teil dieser zusätzlichen Nachfrage könne durch bisher bekannte Einsparmöglichkeiten oder die Nutzung neuer Quellen gedeckt werden. Um den Anforderungen zu begegnen, müsse vor allem die Landwirtschaft, die heute weltweit 70 Prozent des Wassers beanspruche, mit deutlich weniger auskommen.
Bis zu 60 Mrd. Dollar pro Jahr
Die notwendigen Mittel zur Verbesserung der Nutzungseffizienz beziffert der Weltbank-Bericht, der in Zusammenarbeit mit Unternehmen wie Barilla, Coca-Cola und Nestle entstand, auf jährlich 50 bis 60 Milliarden Dollar (33 bis 40 Mrd. Euro).
So sollen unter anderem die städtischen Versorgungssysteme saniert werden, die Industrie soll sich über Alternativen zum Einsatz von Wasser in Produktionsprozessen Gedanken machen. Entsalzungsprojekte hingegen scheinen offenbar zu teuer. Wenig Vertrauen bei der Wasserverteilung schenken die Fachleute demnach auch den "natürlichen Marktmechanismen".