Obwohl sich der iranische Botschafter bei der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Ali Asghar Soltanieh, gestern zum Atomwaffensperrvertrag bekannt hat, hat ein iranischer Abgeordneter zugleich mit einem möglichen Austritt Teherans aus dem Vertrag gedroht.
Das Parlament könne über einen solchen Schritt beraten, wurde Mohammad Karamirad von der amtlichen Nachrichtenagentur IRNA zitiert. Außerdem könne ein Stopp der bisher routinemäßig erlaubten Inspektionen iranischer Atomanlagen durch die IAEA erwogen werden, sagte Karamirad, der häufig als Sprachrohr der Regierung im Parlament auftritt.
Spannungen mit IAEA nehmen zu
Die IAEA forderte Teheran gestern zu einer sofortigen Einstellung aller Arbeiten an seiner Urananlage bei Ghom auf. Der Gouverneursrat der UNO-Sonderorganisation verabschiedete eine Resolution, mit der die Gangart im Atomstreit mit dem Iran deutlich verschärft wurde. Die Regierung missachte weiterhin die Forderung des UNO-Sicherheitsrats nach einem Stopp der Urananreicherung, kritisierte die IAEA.
Teheran verteidigte jedoch sein Recht auf ein ziviles Atomprogramm. Der einflussreiche konservative Geistliche Ahmed Khatami sagte heute, die internationale Gemeinschaft stehe in der Pflicht, den Iran mit nuklearen Brennstoffen für seinen Forschungsreaktor zu beliefern. Sollte die IAEO nicht kooperieren, werde das Land Uran selbst höher anreichern.