Die Sicherheitskräfte auf den Philippinen haben knapp zwei Wochen nach dem brutalen Massaker mit 57 Toten erneut ein Waffenlager ausgehoben. Rund 40 Feuerwaffen und Sturmgewehre seien auf einem Grundstück im Süden des Landes entdeckt worden, das offenbar dem Chef des Ampatuan-Clans, Andal Ampatuan senior, gehört, sagte ein Militärsprecher heute der Nachrichtenagentur AFP.
Hinweise aus Bevölkerung
Demnach kam der Hinweis auf das Waffenlager, das sich im Randgebiet von Shariff Aguak befindet, von Anwohnern in der Region. Nun werde untersucht, ob die Waffen bei dem Massaker am 23. November zum Einsatz kamen. Präsidentin Gloria Arroyo hatte gestern das Kriegsrecht in der Südprovinz Maguindanao verhängt.
Zudem wurden in Mamasapano in einem Lagerhaus 340.000 Schuss Munition entdeckt. Am Donnerstag war in der Nähe des Anwesens der Ampatuan-Familie in Shariff Aguak ein Lager der Privatarmee mit Waffen für rund tausend Mann ausgehoben worden.
Mehrere Clanmitglieder in Haft
Ampatuan senior war am Wochenende in seinem Haus in Maguindanao von Spezialkräften festgenommen worden. Ebenfalls festgenommen wurden Ampatuans Sohn Zaldy Ampatuan, der ein autonomes muslimisches Gebiet im Süden der Philippinen regiert, der Vizegouverneur von Maguindanao, Akmad Ampatuan, sowie der Bürgermeister Anwar Ampatuan.
Bei dem Massaker vor knapp zwei Wochen waren mindestens 57 Oppositionsanhänger teilweise schwer misshandelt und anschließend regelrecht hingerichtet worden. Zu den Todesopfern zählen 27 Journalisten und mindestens 22 Frauen.