Das US-Repräsentantenhaus hat gestern eine weitreichende Finanzmarktreform verabschiedet, mit der Wirtschaftskrisen in Zukunft verhindert werden sollen. Gegen den Widerstand der Republikaner votierten die Demokraten mit 223 zu 202 Stimmen für einen 1.300 Seiten starken Gesetzesentwurf.
Die darin festgehalten Neuregelungen sehen unter anderem die Einrichtung einer Verbraucherschutzbehörde für Finanzkunden vor. Zudem soll bei Immobilienkrediten künftig die Maßgabe gelten, dass Banken vor der Gewährung zunächst prüfen müssen, ob die Kunden den Kredit überhaupt bedienen können.
Schutz vor "skrupellosen Banken"
Der Ausschuss des Repräsentantenhauses für Finanzdienstleistungen, der das Reformprojekt ausgearbeitet hat, würdigte das Votum in einer Erklärung als "historisch". Trete das Gesetz in Kraft, schütze es die US-Bürger vor "skrupellosen Banken und Kreditkartenunternehmen".
Die US-Handelskammer zeigte sich hingegen "enttäuscht" von der Abstimmung. Die Reform würde "negative Auswirkungen" auf alle Wirtschaftsbereiche haben. Der Senat stimmt voraussichtlich im nächsten Jahr über die Finanzmarktreform ab.