Ausland

In England und Wales haben sich die Lehrkräfte dem Streik von Eisenbahnern und Pflegepersonal für höhere Löhne angeschlossen. Mit der Entscheidung der National Education Union (NEU) von heute wächst der Druck auf den konservativen britischen Premierminister Rishi Sunak.

Die mit rund 500.000 Mitgliedern größte Bildungsgewerkschaft in Großbritannien begründete die Entscheidung mit dem ihrer Meinung nach viel zu niedrigen Angebot der Regierung, die Löhne um fünf Prozent anzuheben. Angesichts einer Inflation von mehr als zehn Prozent komme dies einer Gehaltskürzung gleich, argumentierte die NEU und kündigte den ersten Streiktag für den 1. Februar an.

Streikwelle im öffentlichen Dienst

Dann sind bereits Arbeitsniederlegungen von rund 100.000 Beschäftigten des öffentlichen Dienstes in Verwaltungen geplant. Es könnte die größte koordinierte Streikwelle seit Jahrzehnten werden, denn wegen der hohen Teuerungsrate fordern Beschäftigte in mehreren Branchen deutlich höhere Löhne. Die Regierung erklärte bereits, sie könne keine großen Lohnerhöhungen bezahlen. Sie warnte davor, dass diese die Inflation verschärfen würde.

Bildungsministerin Gillian Keegan zeigte sich sehr enttäuscht über das Votum der NEU für den Streik. „Gespräche mit Gewerkschaftsführern sind im Gange, und jede Streikaktion einer Gewerkschaft wird sich nachteilig auf die Bildung und das Wohlbefinden der Schüler auswirken“, erklärte sie. Insgesamt sollen die Lehrerinnen und Lehrer an sieben Tagen im Februar und März die Arbeit niederlegen.

Im Februar wollen zudem Zehntausende Pflegekräfte in den Ausstand treten, sollte es bei den Gehaltsverhandlungen mit der Regierung bis Ende Jänner keine Fortschritte geben. Mitte Dezember hatte es den ersten landesweiten Streik des RCN überhaupt gegeben. Für Mittwoch und Donnerstag dieser Woche sind weitere Arbeitsniederlegungen geplant.

Die brasilianischen Behörden haben eine dauerhafte Verdopplung der Polizeipräsenz im Regierungsviertel der Hauptstadt Brasilia angekündigt. Die Zahl der rund um Präsidentenpalast, Kongress und Oberstes Gericht postierten Polizisten werde „umgehend“ von 240 auf 500 erhöht, kündigte die Interimsgouverneurin des Bezirks, Celina Leao, heute vor Journalisten an.

Die drei Gebäude waren am 8. Jänner von Anhängern des rechtsradikalen Ex-Präsidenten Jair Bolsonaro gestürmt und verwüstet worden. Bei der Suche nach mutmaßlichen Organisatoren und finanziellen Unterstützern des Sturms auf das Regierungsviertel nahm die Bundespolizei heute einen Verdächtigen fest, wie Vizejustizminister Ricardo Cappelli mitteilte.

Es werde ermittelt, ob es „Profis“ unter den Randalierern gegeben habe, die die Straßensperren, Demonstrationen und den Vandalismus der vergangenen Wochen organisiert hätten.

44 Militärpolizisten verletzt

„Es gab Männer unter den Demonstranten, die Ortskenntnisse hatten, Kampftechniken beherrschten und wie Profis wirkten“, sagte der Vizejustizminister mit Verweis auf einen Polizisten, der bei den Randalen verletzt worden sei. Insgesamt seien 44 Militärpolizisten verletzt worden.

Die konservative britische Regierung will ein Gesetz zur einfacheren Änderung des Geschlechtseintrags von Transmenschen in Schottland blockieren. Das kündigte Schottland-Minister Alistair Jack gestern Abend der Nachrichtenagentur PA zufolge in London an.

Die Regierung von Premierminister Rishi Sunak sei besorgt, dass das Vorhaben der schottischen Regionalregierung gegen britische Gleichstellungsregeln verstoße.Mit dem Gesetz soll die Pflicht für ein medizinisches Gutachten als Voraussetzung für eine Änderung des Geschlechtseintrags entfallen. Das Mindestalter für einen Antrag soll von 18 auf 16 Jahre gesenkt werden.

Die Dauer, in der ein Transmensch in seiner neuen Geschlechterrolle gelebt haben muss, soll statt zwei Jahren nur noch drei Monate betragen. Als Transmenschen werden Personen bezeichnet, die sich dem Geschlecht, das ihnen bei der Geburt zugeschrieben wurde, nicht zugehörig fühlen.

Konflikt verstärkt Spannungen weiter

Das schottische Regionalparlament hatte im Dezember für das Gesetz gestimmt. Kritikerinnen wie die Harry-Potter-Autorin J. K. Rowling fürchten, dass Männer die Regelungen ausnützen könnten, um in Bereiche einzudringen, die Frauen vorbehalten sind wie Umkleidekabinen und Toiletten.

Schottlands Regierungschefin Nicola Sturgeon hatte London vor einer Blockade gewarnt. Die Vorsitzende der Schottischen Nationalpartei (SNP) warf der Zentralregierung vor, Transmenschen als „politische Waffe“ zu benutzen. Der Konflikt dürfte die Spannungen zwischen London und Edinburgh noch verstärken.

Die radikalislamische Palästinenserorganisation Hamas hat Videoaufnahmen eines israelischen Staatsbürgers veröffentlicht, den sie seit 2014 im von ihr kontrollierten Gazastreifen gefangen hält. In dem heute im Onlinedienst Telegram veröffentlichten undatierten Video stellt sich Avera Mengistu, ein Israeli äthiopischer Abstammung, auf Hebräisch vor und fragt nach der Dauer seiner Gefangenschaft.

Das Video wurde vom bewaffneten Arm der Hamas anlässlich der Amtseinführung des neuen israelischen Generalstabschefs Hersi Halevi veröffentlicht. Die Hamas und Israel befinden sich in indirekten Gesprächen über einen Gefangenenaustausch. Mitte Dezember hatte die Hamas angesichts ausbleibender Fortschritte gedroht, die Verhandlungen abzubrechen.

Da der scheidende Generalstabschef versagt habe, müsse sein Nachfolger Halevi „sich darauf vorbereiten, die Last dieses Versagens zu tragen“, heißt es zum Auftakt des 30 Sekunden langen Videos. Halevi hatte heute Aviv Kochavi als Generalstabschef der Armee abgelöst.

Israelische Armee prüft Echtheit des Videos

Die israelische Armee prüft nach Angaben eines Sprechers die Echtheit des Videos. Es sei zu hoffen, dass Mengistu am Leben und wohlauf sei. Israel unternehme alles, „um seine gefangenen und vermissten Söhne nach Hause zu bringen“, erklärte das Büro von Premierminister Benjamin Netanyahu.

2011 hatte Israel im Austausch für den französisch-israelischen Soldaten Gilad Schalit mehr als 1.000 Palästinenser freigelassen. Schalit war mehr als fünf Jahre lang von der Hamas festgehalten worden.

US-Präsident Joe Biden hat die Republikaner im Repräsentantenhaus kritisiert und möglichen Widerstand gegen deren Gesetzesinitiativen angekündigt. Zum Start der Legislaturperiode mit ihrer neuen Mehrheit in der Parlamentskammer hätten die Republikaner Pläne eingebracht, mit denen Topverdiener entlastet und arbeitende Familien belastet würden, sagte Biden heute in Washington.

Der demokratische Präsident bezog sich unter anderem auf eine Gesetzesinitiative, die eine nationale Umsatzsteuer auf Nutzung oder Verbrauch von steuerpflichtigen Gütern oder Dienstleistungen vorsieht anstelle der bisherigen Einkommenssteuer und anderer Abgaben. Ein anderes Gesetzesvorhaben der Republikaner hat zum Ziel, aufgestockte Mittel für die US-Steuerbehörde IRS wieder zu kürzen.

Demokratische Mehrheit im Senat

Die Republikaner hatten Anfang Jänner – nach den Kongresswahlen – die Mehrheit im Repräsentantenhaus übernommen. In der anderen Kammer des Kongresses, dem Senat, haben Bidens Demokraten weiter eine knappe Mehrheit. Weil beide Kammern für die Gesetzgebung zuständig sind, haben die neuen Initiativen der Republikaner wenig Aussicht auf Erfolg.

Biden betonte aber, falls eines dieser Vorhaben doch zur Unterzeichnung auf seinem Schreibtisch lande, werde er sein Veto einlegen. Der Präsident kann Gesetzesbeschlüsse aus dem Kongress per Veto stoppen – im Kongress ist eine Zweidrittelmehrheit nötig, um ihn dann zu überstimmen.

Biden sagte zugleich, er sei jederzeit bereit zur Kooperation mit den Republikanern im Kongress, sofern sie gemeinsam etwas tun wollten, um die Inflation weiter zu bekämpfen, neue Jobs zu schaffen und eine Wirtschaft aufzubauen, die für alle Menschen im Land funktioniere.

Russlands Militär hat nach eigenen Angaben ein deutsches Aufklärungsflugzeug über der Ostsee aus dem russischen Luftraum eskortiert. Ein Kampfjet sei aufgestiegen, um einen deutschen Seefernaufklärer vom Typ Lockheed P-3C Orion zu begleiten, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau heute mit.

Die Maschine der Bundeswehr habe vor Erreichen des russischen Luftraums abgedreht. Dann sei auch der Su-27-Kampfjet zu seinem Basisflughafen zurückgekehrt.

„Verletzung der Staatsgrenze verhindert“

„Eine Verletzung der russischen Staatsgrenze wurde verhindert“, betonte das Ministerium. Die Spannungen im Luftraum über der Ostsee zwischen NATO-Streitkräften und Russland häufen sich seit Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine im Februar vergangenen Jahres.

Moskau hat in der Region mit der Exklave Kaliningrad einen militärisch stark ausgebauten Vorposten. Dort hat auch die russische Ostsee-Flotte ihre Heimat.

EU

Einen Monat nach Bekanntwerden des Korruptionsskandals im Europaparlament hat Parlamentspräsidentin Roberta Metsola eine Reihe von Gegenmaßnahmen angekündigt. Damit wolle sie in Abstimmung mit den Fraktionsspitzen Bestechungsversuche unterbinden und „ausländische Einflussnahme zurückdrängen“, sagte Metsola heute in Straßburg zum Auftakt der ersten Plenarwoche des Jahres.

Das Europaparlament müsse „das Vertrauen der europäischen Bürger wiederherstellen, die wir vertreten“, so Metsola. Dafür wolle sie etwa „jegliche Aktivitäten verbieten“, die mit offiziellen Tätigkeiten des Parlaments verwechselt werden könnten.

Ein zuvor bekanntgewordener 14-Punkte-Plan Metsolas sieht unter anderem vor, dass Abgeordnete, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des EU-Parlaments „alle geplanten Treffen mit Dritten“ im Zusammenhang mit Parlamentsentscheidungen öffentlich machen müssen. Geplant ist zudem ein öffentliches Register über Geschenke, die Abgeordnete erhalten haben, und Reisen, die ihnen finanziert werden.

Anfang Dezember hatten belgische Ermittler wegen Korruptionsverdachts Privaträume und Abgeordnetenbüros durchsucht und fast 1,5 Millionen Euro beschlagnahmt. Die damalige Parlamentsvizepräsidentin Eva Kaili und ihr ebenfalls im Parlament tätiger Lebensgefährte Francesco Giorgi wurden neben zwei weiteren Verdächtigen festgenommen und sitzen in Untersuchungshaft.

Zwei Immunitäten sollen aufgehoben werden

In Straßburg gab Metsola in dem Zusammenhang zudem offiziell den Antrag der belgischen Behörden auf Entzug der Immunität von zwei Abgeordneten bekannt. Dabei geht es um den belgischen Parlamentarier Marc Tarabella sowie um den italienischen Abgeordneten Andrea Cozzolino. Beide gehören den Sozialdemokraten an. Anfang Jänner hatte das Parlament diesbezüglich bereits mitgeteilt, dass ein Eilverfahren eingeleitet worden sei.

Metsola verwies den Antrag weiter an den im Parlament zuständigen Rechtsausschuss. Dieser kann eine Anhörung ansetzen und spricht eine Empfehlung aus. Anschließend entscheidet das gesamte Plenum über den Entzug der Abgeordnetenimmunität.

Bei Tarabella hatten die Ermittler bei mehreren Razzien im Dezember auch dessen Privaträume durchsucht. Gestern sagte sein Anwalt dem belgischen Sender RTL zudem, dass Tarabella im Februar 2020 eine von Katar bezahlte Reise in den Golfstaat gemacht, diese Reise aber nicht wie vorgeschrieben dem EU-Parlament gemeldet habe.

Tausende Menschen haben in Straßburg gegen Hinrichtungen im Iran und für Strafen gegen die Regierung in Teheran demonstriert. EU-Parlamentspräsidentin Roberta Metsola sagte heute im Parlament nach dem Besuch der Demonstration, man solle entschieden auf die Grausamkeiten im Iran reagieren.

Sie erinnerte daran, dass seit rund 120 Tagen Demonstrationen im Iran stattfinden. „Die Menschen draußen auf der Straße sind auf der richtigen Seite der Geschichte“, sagte sie.

Auf Schildern der Demonstrierenden wurde unter anderem gefordert, die iranischen Revolutionsgarden auf die EU-Terrorliste zu setzen und iranische Diplomaten auszuweisen. Die EU hat wegen andauernder Gewalt gegen Protestierende im Iran bereits Strafmaßnahmen gegen Teheran verhängt. Unbestätigten Angaben von Teilnehmern zufolge kamen rund 12.000 Menschen zu der Demonstration.

Im Korruptionsskandal um das Europaparlament soll die Tochter des verhafteten Italieners Antonio Panzeri nach Belgien ausgeliefert werden. Ein Berufungsgericht in der norditalienischen Stadt Brescia gab dem Antrag der belgischen Justiz statt, die im Dezember einen europäischen Haftbefehl gegen Panzeris Tochter und seine Frau Maria Colleoni erlassen hatte. Im Fall von Colleoni genehmigte das Gericht bereits die Übergabe an Belgien.

Die beiden Frauen, die der Verschwörung, Korruption und Geldwäsche beschuldigt werden, stehen in Italien unter Hausarrest. Für beide liegt das letzte Wort nun beim Obersten Gericht in Rom.

Antonio Panzeri sitzt bereits in Belgien in Haft. Der ehemalige Europaabgeordnete der Sozialdemokraten gilt als eine der zentralen Figuren im Korruptionsskandal um angenommene Schmiergelder aus dem Golfstaat Katar und Marokko. In diesem Fall wurden auch die nunmehrige Ex-Vizepräsidentin des EU-Parlaments, die Griechin Eva Kaili, und ihr Partner verhaftet.

Frankreich möchte als Reaktion auf das umstrittene Subventionsprogramm für US-Firmen erreichen, dass die EU ihre Beihilfe- und Finanzierungsregeln für Unternehmen lockert. Präsident Emmanuel Macron berate heute in Paris mit EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen über einen französischen „Made in Europe“-Aktionsplan, teilte der Elysee-Palast mit. Berlin warnte bisher hingegen stets vor einem Subventionswettlauf mit den USA.

Macron gehe es um eine Vereinfachung der Regeln und Verfahren insbesondere für wichtige Vorhaben von gemeinsamem europäischem Interesse sowie um staatliche Beihilfen und neue Finanzmittel für Investitionen. Frankreich erwarte dazu die Vorschläge der Kommission vor dem nächsten EU-Gipfel Anfang Februar, hieß es aus dem Elysee-Palast.

Teil einer „Made in Europe“-Strategie solle nach französischer Vorstellung ein neuer Fonds sein, um für alle EU-Staaten die nötige Finanzierung bereitzustellen, berichtete das „Handelsblatt“. Dazu könnten in einem ersten Schritt Mittel aus bestehenden EU-Programmen wie dem CoV-Hilfspaket umgewidmet werden. Außerdem schlage Paris ein Finanzierungsinstrument vor, das den Weg zu einer gemeinschaftlichen Schuldenaufnahme ebnen könnte.

Frankreich schwebe eine Neuausrichtung der EU-Industriepolitik vor, berichtete unterdessen „Politico“. Unter anderem sollten Abhängigkeiten in Schlüsselbranchen verringert werden.

Inland

In Wien ist heute die Untersuchungskommission zur Wien Energie fortgesetzt worden. Geladen waren zwei prominente Zeugen: der Geschäftsführer der Wien Energie, Michael Strebl, und der stellvertretende Direktor der Wiener Stadtwerke, Peter Weinelt.

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Der „Wohnschirm“ des Sozialministeriums unterstützt Menschen mit geringem Einkommen ab sofort auch bei der Zahlung von Rückständen von Energiekosten und bei Problemen mit der Höhe der Vorauszahlungen.

„Wir erweitern den Wohnschirm um eine Energiesicherung. Es soll, muss und darf in Österreich niemand frieren“, sagte Sozialminister Johannes Rauch (Grüne) heute. Dafür wurde das Projekt bereits Ende des vergangenen Jahres auf 134 Millionen Euro bis 2026 aufgestockt.

Laut einer Umfrage der Statistik Austria können rund 500.000 Menschen ihre Wohnung nicht angemessen warm halten, sagte Rauch im Rahmen einer Pressekonferenz. Ebenso viele hätten Rückstände bei Miete, Betriebskosten oder Kreditraten.

Unterstützung bei erhöhten Vorauszahlungen

Reichen die bestehenden Unterstützungsleistungen der Bundesländer nicht aus, übernimmt der Wohnschirm nun auch Rückstände bei den Energiekosten. Zusätzlich gibt es bei Bedarf eine finanzielle Unterstützung zur Deckung erhöhter Vorauszahlungen.

Diese ist nach Haushaltsgröße gestaffelt. So erhält ein Einpersonenhaushalt etwa maximal 660 Euro, ein Zweipersonenhaushalt bis zu 1.060 Euro und ein Dreipersonenhaushalt maximal 1.460 Euro. Anspruchsberechtigt sind laut Ministerium Menschen aus dem unteren Einkommensdrittel der Bevölkerung.

Mehr als hundert Beratungsstellen

Um Unterstützung zu erhalten, können sich betroffene Personen an eine von mehr als hundert Beratungsstellen von Volkshilfe, Caritas, Diakonie und Rotem Kreuz in ganz Österreich wenden.

„Letzter Fallschirm“

„Die letzten Monate waren bei uns durch einen Anstieg an Beratungen bei Räumungsklagen, Kündigungen und Delogierungsterminen geprägt“, berichtete Erich Fenninger, Geschäftsführer der Volkshilfe. Von einer „dramatischen Situation“ sprach auch Caritas-Generalsekretärin Anna Parr.

Auch Michael Opriesnig, Generalsekretär des Roten Kreuzes, beobachtete in den vergangenen Monat nicht nur einen Anstieg der Beratungen, sondern auch eine Veränderung der Gruppe, die diese in Anspruch nehmen.

Der „Wohnschirm“ helfe als „letzter Fallschirm“, so Maria Katharina Moser, Direktorin der Diakonie, über die Maßnahme. Sie betonte aber, dass es vor allem auch eine Erhöhung der Wohnbeihilfe – „hier sind die Länder am Zug“ – und eine Reform der Sozialhilfe brauche.

Ein Tiroler Landesbediensteter hat ohne Wissen der zuständigen Behörden zwei ukrainische Jugendliche zu deren Müttern nach Moskau gebracht. Die Staatsanwaltschaft will demnächst darüber entscheiden, ob ein Ermittlungsverfahren eingeleitet wird oder nicht.

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Ukraine-Krieg

Deutschlands Außenministerin Annalena Baerbock hat sich dafür ausgesprochen, angesichts der russischen Angriffe auf die Ukraine und deren Infrastruktur auch den Verdacht auf Völkermord zu prüfen.

„Wir müssen uns angesichts dieser Brutalität, angesichts der Kriegsverbrechen und der systematischen Verbrechen, angesichts der Verbrechen gegen die Menschlichkeit anschauen, inwieweit dies nicht auch Formen von Völkermord einnimmt“, sagte sie heute in Den Haag.

Entführung von Kindern verurteilt

Baerbock verurteilte zudem die Entführung von Tausenden Kindern aus der Ukraine durch russische Truppen scharf und forderte ihre unverzügliche Freilassung. Die Berichte, dass Kinder aus annektierten Gebieten nach Russland entführt und zur Adoption freigegeben würden, seien unerträglich, sagte die Grünen-Politikerin. Das stelle ein „international geächtetes Verbrechen“ dar.

„Diese Kinder haben ihre Heimat bei ihren Eltern in der Ukraine. Diese Kinder haben ihre Heimat nicht freiwillig verlassen. Diese Kinder wurden entführt“, sagte Baerbock. Deutschland werde sich gemeinsam mit den Niederlanden und anderen internationalen Partnern dafür einsetzen, dass diese Verbrechen nicht ungesühnt blieben.

Gemeinsam mit den Niederlanden werde Deutschland das Thema auf die internationale Tagesordnung setzen und auch vor den UNO-Menschenrechtsrat in Genf bringen. Auch Baerbocks niederländischer Amtskollege Wopke Hoesktra verurteilte die Deportation der Kinder. Sie müssten an ihre Eltern zurückgegeben werden.

Der russische Präsident Wladimir Putin hat Kiew eine „destruktive“ Politik vorgeworfen und die zunehmenden westlichen Waffenlieferungen für die Ukraine scharf kritisiert. In einem Telefonat mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan habe Putin „auf die destruktive Linie des Kiewer Regimes hingewiesen“, sagte der Kreml nach dem Gespräch heute.

Die ukrainische Regierung setze „auf eine Intensivierung der Feindseligkeiten mit der Unterstützung westlicher Sponsoren, welche die Lieferung von Waffen und militärischer Ausrüstung verstärken“, hieß es weiter.

Dem Kreml zufolge sprachen die beiden Präsidenten auch über den Austausch von Gefangenen, „vor allem von Verwundeten“, zwischen Moskau und Kiew. Nach türkischen Angaben bekräftigte Erdogan in dem Telefongespräch die Bereitschaft der Türkei, mögliche Friedensverhandlungen zwischen beiden Seiten zu unterstützen.

Umwelt & Klima

Die Umweltorganisation Friends of the Earth hat Klage gegen eine geplante neue Kohlemine in Großbritannien eingereicht. Die Absicht, mitten im Klimanotstand eine neue Kohlemine zu eröffnen, sei „undenkbar“, erklärte die Organisation heute.

Sie argumentierte zudem, der Kohleabbau in der Grafschaft Cumbria im Nordwesten des Landes widerspreche dem Ziel der Regierung, Großbritannien bis 2050 klimaneutral zu machen.

Bereits Freitagabend eingereicht

Friends of the Earth hat die Klage nach eigenen Angaben schon am Freitagabend in London eingereicht. Die Umweltorganisation South Lakes Action on Climate Change erklärte gleichzeitig, sie habe Klage gegen die Mine in Manchester erhoben.

Die Regierung in London hatte Anfang Dezember grünes Licht für die Pläne gegeben, nahe der Stadt Whitehaven in Cumbria am Rande des Nationalparks Lake District Kohle abzubauen. Sie argumentierte, die Kohle werde für die Produktion von Stahl eingesetzt, nicht zur Stromerzeugung. Die Verpflichtung zum Kohleausstieg bis 2024 bleibe davon unberührt. In der Mine sollen rund 500 Arbeitsplätze entstehen.

Nachdem bekanntwurde, dass im oberösterreichischen Molln in der Nähe des Nationalparks Kalkalpen offenbar große Gasvorkommen unter der Erde schlummern, die ein australisches Unternehmen fördern möchte, tritt das zuständige Finanzministerium heute auf die Bremse. Noch sei keine Bewilligung beantragt worden. Aus Molln heißt es, dass es bereits Probebohrungen gegeben habe.

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ZIB2

Dass sich der Schauspieler Florian Teichtmeister wegen des Besitzes von Dateien mit sexuellen Darstellungen von Unmündigen und Minderjährigen vor Gericht verantworten muss und der Umgang damit, das sorgt für Diskussionen. Gast in der ZIB2 ist der Regisseur Sebastian Brauneis.

Rücktritt nach Dauerbeschuss

Nach monatelanger Kritik kündigt die deutsche Verteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) ihren Rücktritt an.

Wie die Botschaft Dauergäste verhindern soll

Iranerinnen und Iraner bekommen derzeit seltener ein Visum für Österreich. Wegen der derzeitigen Lage im Iran.

Der meistgesuchte Verbrecher Italiens

Die Polizei hat den Chef der sizilianischen Mafia-Organisation Cosa Nostra, Matteo Messina Denaro, verhaftet.

ZIB2 mit Martin Thür, 22.00 Uhr, ORF2

Mail an die ZIB2

Textfassung: Zeit im Bild

Sport

Für zwei europäische Großclubs hat das neue Jahr alles andere als nach Wunsch begonnen. Bei Paris Saint-Germain macht sich Nervosität breit, weil das Millionenteam um Weltmeister Lionel Messi mit dem 0:1 gegen Rennes am Wochenende bereits die zweite Niederlage 2023 kassiert hat. Beim FC Liverpool ist überhaupt Feuer am Dach. Die von Jürgen Klopp betreuten „Reds“ sind nur noch ein Schatten der vergangenen Jahre und rutschten nach der 0:3-Blamage gegen Brighton & Hove Albion auf Platz neun ab. Der Deutsche sprach sogar von einem persönlichen Tiefpunkt seiner Trainerkarriere.

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Österreichs Ski-Damen haben St. Anton mit gemischten Gefühlen verlassen. Nach den beiden Super-Gs stehen jeweils zwei fünfte Plätze durch Tamara Tippler und Ramona Siebenhofer zu Buche, für andere wie etwa Mirjam Puchner lief es nicht nach Wunsch. Das Rennen um die vier WM-Tickets bleibt nach vier Rennen in dieser Disziplin weiter offen.

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Rafael Nadal hat bei den Australian Open zum Auftakt mehr Mühe als gewünscht gehabt. Der spanische Titelverteidiger stand heute beim ersten Grand-Slam-Turnier des Jahres in Melbourne gegen den Briten Jack Draper, die Nummer 38 der Welt, bei seinem 7:5 2:6 6:4 6:1-Erfolg 3:41 Stunden auf dem Platz.

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Wirtschaft

Die Teuerung hat sich zu Jahresende 2022 abgeschwächt. Im Dezember lag die Inflationsrate laut Statistik Austria bei 10,2 Prozent, nachdem das Preisniveau im November um 10,6 Prozent höher war als vor einem Jahr. Für das gesamte Jahr 2022 betrug die Inflationsrate 8,6 Prozent – stärker war die Teuerung zuletzt im Jahr 1974 mit damals 9,5 Prozent.

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Der Handel in Kärnten blickt in eine ungewisse Zukunft. Eine Analyse Tausender Bilanzen und eine Umfrage über die künftige Entwicklung haben ergeben, dass dieses Jahr für viele Betriebe entscheidend sein wird. Spartenobmann Raimund Haberl erwartet sogar eine Insolvenz- und Schließungswelle.

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„Haben Sie mindestens zwei Paar Schuhe in passender Größe, eines davon winterfest?“ „Können Sie sich leisten, die gesamte Wohnung angemessen warm zu halten?“ „Gibt es in Ihrem Haushalt eine Geschirrspülmaschine?“ „Und wie zufrieden sind Sie mit Ihrem Leben auf einer Skala von 1–10?“ Es sind Fragen wie diese, mit denen die Statistik Austria Armut messbar und dadurch auch sichtbar machen möchte. Denn obwohl auch in Österreich fast 20 Prozent armuts- oder ausgrenzungsgefährdet sind, ist das Thema ein stilles.

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Der deutsche Elektronikhändler Gravis nimmt einem Medienbericht zufolge keine Bargeldzahlungen mehr an. Die Maßnahme gilt ab sofort, unabhängig vom Einkaufswert und für alle 40 Filialen in Deutschland, berichtete der „Spiegel“ heute (Onlineausgabe). Verzichtet werde dabei ebenso auf die klassische Kassenschublade wie auf ausgedruckte Kassenzettel, wie der „Spiegel“ dazu aus einer Aussendung von Gravis zitierte.

Die Entscheidung sei nach einer Testphase in ausgewählten Filialen gefallen. Mit einem Anteil im niedrigen einstelligen Prozentbereich hätte zuletzt aber ohnehin nur noch ein kleiner Teil der Kundschaft bar bezahlt. Dennoch sei man darauf eingestellt, „dass es zu Beginn vereinzelt noch Erklärungsbedarf geben kann“, wie Gravis den „Spiegel“-Angaben zufolge dazu weiter mitgeteilt habe.

Hinter dem Bargeld-Aus stehe aber nicht nur „eine Orientierung am Kundenverhalten“, sondern auch Businesskalkül. Bargeldloses Zahlen sei demnach auch „kostengünstiger, einfacher, und es ermöglicht schnellere Prozesse“, wie Deutschlands nach eigenen Angaben „größte autorisierte Apple-Handelskette“ weiter mitgeteilt habe.

Chronik

Bei einer Schießerei in einem Haus in Goshen im US-Bundesstaat Kalifornien sind heute Früh (Ortszeit) sechs Menschen getötet worden, darunter eine 17-jährige Mutter und ihr sechs Monate altes Baby. Die Behörden beschrieben den Angriff als gezielt und nannten ihn ein „schreckliches Massaker“. Laut dem Tulare County Sheriff Mike Boudreaux gibt es zwei Verdächtige, die auf der Flucht sind.

„Wir glauben auch, dass das keine zufällige Gewalttat ist. Wir glauben, dass diese Familie die Zielscheibe war“, sagte Boudreaux. Die Ermittler sind überzeugt, dass es sich um Bandenkriminalität mit Bezug zum Drogenhandel handelt. Erst in der vergangenen Woche gab es am Tatort Hausdurchsuchungen wegen Suchtgifts.

Bewohner hörten die Schüsse und alarmierten die Polizei. Beamte fanden die Opfer zum Teil im Haus und zum Teil auf der Straße. Eine Person wurde noch lebend vorgefunden, sie starb allerdings später in einem Krankenhaus, so Boudreaux. „Ich habe mehr Informationen, aber möchte aus kriminaltaktischen Gründen nicht mehr sagen“, sagte er.

Vor einem Gymnasium in einem Pariser Vorort ist ein 16 Jahre alter Schüler bei einem Angriff von einer Gruppe Jugendlicher erstochen worden. Ein weiterer 16-Jähriger wurde bei der Attacke in Thiais heute Früh schwer verletzt und kam in eine Klinik, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Ein 16-jähriger Schüler eines anderen Gymnasiums sei wegen Tatverdachts festgenommen worden, sagte Staatsanwalt Stephane Hardounin.

Ermittelt werde wegen bandenmäßig organisierten Totschlags und versuchten Totschlags. Demnach habe es sich um einen Streit unter zwei rivalisierenden Jugendbanden aus Thiais und dem Nachbarort Choisy-le-Roi gehandelt.

Sechs bis zehn junge Leute hätten den zwei Jugendlichen an einer Straßenecke aufgelauert und sie dann angegriffen. Der tödlich Verletzte sei von einem Messerstich in Herznähe getroffen worden, der zweite Jugendliche im Oberschenkel. Beide Banden waren offenbar in den vergangenen Tagen bereits aneinandergeraten.

Bei einer Explosion in einem privaten Schießclub in der brasilianischen Amazonas-Metropole Manaus sind fünf Menschen ums Leben gekommen. Ein Mann erlag heute im Krankenhaus seinen Verletzungen, vier Personen waren gestern unmittelbar bei der Explosion ums Leben gekommen.

Der Vorfall habe sich im Trainingsbereich des Clubs ereignet, berichtete das Nachrichtenportal G1. Die Polizei und die Regierung des Bundesstaates Amazonas untersuchen den Grund für den Unfall.

Ein alkoholisierter 49 Jahre alter Mann aus Villach ist gestern Abend bei der Heimfahrt im Zug eingeschlafen. Als der Mann erwachte, befand er sich bereits im Bahnhof Maria Saal. Weil er die Nacht nicht im Freien verbringen wollte, alarmierte der Betrunkene die Polizei und gab vor, sich das Leben nehmen zu wollen. Der Mann wird angezeigt.

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Der Fall eines Serienvergewaltigers in den eigenen Reihen erschüttert die Londoner Polizei: Ein britischer Polizist hat vor Gericht 24 Fälle von Vergewaltigung und zahlreiche weitere sexuelle Übergriffe gestanden. Die Londoner Metropolitan Police räumte heute Versäumnisse im Umgang mit dem Fall ein. Der Mann hätte demnach früher gestoppt werden können.

Der 48-jährige David Carrick, der einer Einheit zum Schutz von Abgeordneten und Diplomaten angehörte, erschien heute vor einem Londoner Gericht und bekannte sich schuldig, im Jahr 2003 eine 40-jährige Frau viermal vergewaltigt zu haben. Bei einer Anhörung im Dezember hatte er bereits 20 weitere Vergewaltigungen eingeräumt.

„Wir hätten sein Verhalten bemerken müssen“

Eine Vertreterin der Londoner Metropolitan Police entschuldigte sich im Namen der Behörde bei Carricks Opfern. „Wir hätten sein Verhalten bemerken müssen, und weil wir das nicht getan haben, haben wir die Gelegenheit verpasst, ihn aus dem Verkehr zu ziehen“, gestand sie ein. Carrick habe seine Stellung als Polizist dazu missbraucht, „schreckliche, entwürdigende Verbrechen“ zu begehen.

Der Polizist war im Oktober 2021 nach einer Anzeige wegen Vergewaltigung festgenommen worden. Wie die Polizei jetzt einräumte, stellte sich bei einer gründlichen Überprüfung seiner Akte heraus, dass bereits Vorwürfe wegen häuslicher Gewalt, Vergewaltigung und Belästigung gegen den Ex-Soldaten vorlagen, bevor er in den Polizeidienst eintrat.

Auch während er im Polizeidienst war, gab es demnach weitere Beschwerden gegen Carrick. Dennoch wurden lange Zeit keine strafrechtlichen Ermittlungen und kein internes Disziplinarverfahren gegen Carrick eingeleitet.

Gesundheit

Mittlerweile gibt es kaum mehr eine Branche ohne Personal- oder Fachkräftemangel. Im Wiener Gesundheitsbereich zeigt sich eine besondere Entwicklung. Es verlassen offenbar immer mehr Pflegerinnen und Pfleger den fixen Job und gehen in Zeitarbeitsfirmen.

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Science

Blitzeinschläge verhindern mit Hilfe von Laserstrahlen: Diese Idee haben Forscher auf dem Gipfel eines Schweizer Berges bei Experimenten verwirklicht. „Laserblitzableiter“ könnten zu einem besseren Gewitterschutz für Flughäfen, Startrampen und andere große Einrichtungen führen.

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Kultur

Im Februar soll ein Nachfolger für die Wiener Festwochen gefunden werden – der Belgier Christoph Slagmuylder verabschiedet sich frühzeitig aus dem Amt. Und auch in der Kunsthalle Wien wird nach der umstrittenen Entscheidung, das jetzige Leitungsteam – das Zagreber Kollektiv „What, How & for Whom“ (WHW) – nicht zu verlängern, eine neue Direktion gesucht. Welche kultur- und gesellschaftspolitischen sowie künstlerischen Visionen braucht die Stadt? Welche Strategie verfolgt Veronica Kaup-Hasler? Kaup-Hasler? Und mit welchen Programmen soll das Publikum zurück in die Musentempel gelockt werden? Kulturstadträtin Kaup-Hasler ist im Studio zu Gast.

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Medien

Nach enormer Kritik an einer Hasskolumne gegen Herzogin Meghan hat der britische „Sun“-Kolumnist Jeremy Clarkson eine ausführliche Entschuldigung veröffentlicht. „Ich habe allen, mit denen ich arbeite, geschrieben, wie sehr es mir leidtut, und am Weihnachtsmorgen habe ich auch Harry und Meghan in Kalifornien gemailt, um mich zu entschuldigen“, schrieb Clarkson heute auf seinem Instagram-Kanal.

Zuvor hatte sich die Boulevardzeitung „Sun“ bereits für die Veröffentlichung entschuldigt. Das Blatt gehört zum Verlag News Corporation des US-Unternehmers Rupert Murdoch.

Der Text von Mitte Dezember war eine Reaktion auf die Netflix-Serie „Harry and Meghan“, in der das Paar seine Gründe für das Ausscheiden aus dem britischen Königshaus darlegte. Clarkson hatte darin betont: „Ich hasse Meghan.“ Dazu fantasierte er über den Wunsch, die 41-jährige Frau von Prinz Harry solle nackt durch britische Städte getrieben und von einer Menge mit Exkrementen beworfen werden. Der Beitrag hatte einen Sturm der Entrüstung ausgelöst. Dutzende Abgeordnete sowie Clarksons Tochter Emily kritisierten den Text. Bei der Medienaufsicht ging eine Rekordzahl an Beschwerden ein.

Clarkson teilte daraufhin mit, er habe eine „unbeholfene“ Anspielung auf die Serie „Game of Thrones“ gemacht. Er kündigte an, in Zukunft vorsichtiger zu sein. In seiner aktuellen Erklärung geht Clarkson weiter und gibt sich selbstkritisch: „Ich bin einfach nicht sexistisch und ich verabscheue Gewalt gegen Frauen. Und trotzdem scheine ich genau das zu befürworten.“ Als ihm das klar geworden sei, sei er beschämt gewesen, so der Kolumnist. „Ich hebe meine Hände. Das ist ein ‚Mea Culpa‘ mit Glockengeläut.“

Leute

Inmitten von Spekulationen um ein Comeback in der Downing Street schreibt der britische Ex-Premierminister Boris Johnson seine Biografie. Das kündigte der Verlag Harper Collins heute an. Ein Veröffentlichungsdatum wurde noch nicht genannt.

Verlagsleiterin Arabella Pike sagte: „Ich freue mich darauf, mit Boris Johnson zusammenzuarbeiten, während er seinen Bericht über seine Amtszeit während einiger der bedeutsamsten Ereignisse schreibt, die Großbritannien in jüngster Zeit erlebt hat.“

Hohes Honorar vermutet

Johnson war im September 2022 nach starkem Druck aus seiner eigenen Partei zurückgetreten. Er verdiente zuletzt viel Geld als Redner und erhielt zudem eine hohe Spende. Das nährte Spekulationen, dass er versuchen könnte, den amtierenden Premier Rishi Sunak zu stürzen.

Der Buchvertrag dürfte ihm weitere Einnahmen bescheren. Das Honorar wurde bisher nicht veröffentlicht. Allerdings hatten Johnsons Vorgänger für ihre Memoiren hohe Summen erhalten: Tony Blair soll bis zu fünf Millionen Pfund (aktuell rund 5,64 Mio. Euro) bekommen haben, David Cameron 1,5 Millionen Pfund.

Der frühere Journalist Johnson hat bereits mehrere Bücher veröffentlicht, darunter 2014 eine Biografie seines historischen Vorbilds Winston Churchill.