Ausland

Das UNO-Flüchtlingshochkommissariat (UNHCR) hat sich besorgt über Angriffe auf ein Flüchtlingslager südlich der libyschen Hauptstadt Tripolis geäußert. Mehrere Flüchtlinge seien verletzt worden, die Situation sei angespannt, teilte das Flüchtlingswerk heute Abend auf dem Kurznachrichtendienst Twitter mit.

Das Flüchtlingslager liege im Vorort Kasar bin Gaschir in der Nähe des zerstörten internationalen Flughafens von Tripolis rund 20 Kilometer südlich des Stadtzentrums.

Um die Hauptstadt gibt es heftige Kämpfe zwischen Truppen des mächtigen Generals Chalifa Haftar und Einheiten, die mit der international anerkannten Regierung von Ministerpräsident Fajis al-Sarradsch verbündet sind. Die Regierung hat jedoch kaum Macht über Tripolis hinaus. In Libyen kämpfen zwei Regierungen und unzählige Milizen um die Macht in dem ölreichen nordafrikanischen Staat.

US-Präsidentenberater Jared Kushner will seinen lang erwarteten Friedensplan für den Nahen Osten im Juni vorlegen. Der Schwiegersohn von Präsident Donald Trump sagte heute in New York, er wolle den Plan zur Beilegung des Konflikts zwischen Israelis und Palästinensern nach dem islamischen Fastenmonat Ramadan präsentieren, der am 4. Juni endet.

„Robuster Geschäftsplan“ für die Region

Kushner äußerte sich bei einem Forum des US-Magazins „Time“ nicht dazu, ob sein Plan einen eigenen Staat für die Palästinenser vorsieht. Er führte aber aus, dass sein „unkonventioneller Ansatz“ einen „robusten Geschäftsplan“ für die Region beinhalte. Es gehe darum, durch Investitionen die Lebensbedingungen des palästinensischen Volkes zu verbessern.

Plan soll „schwierige Kompromisse für beide Seiten“ vorsehen

Ein weiterer Schwerpunkt ist dem Trump-Schwiegersohn zufolge die Sicherheit des israelischen Staates. Sein Plan sehe aber „schwierige Kompromisse für beide Seiten vor“, betonte er.

Kushner sagte, er habe seinen Plan ursprünglich bereits Ende vergangenen Jahres vorlegen wollen. Wegen der damals vom israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu ausgerufenen Neuwahl habe er darauf verzichtet. Derzeit brauche Netanjahu noch Zeit, um eine neue Regierungskoalition zu bilden, weshalb sich die Präsentation des Plans weiter hinauszögere.

Palästinenser zeigen sich skeptisch

Führende Politiker der Palästinenser sehen dem Kushner-Plan allerdings bereits mit großer Skepsis entgegen. Sie argumentieren, dass die USA kein fairer Vermittler sein könnten, nachdem Trump in einem einseitigen Schritt Jerusalem als die Hauptstadt Israels anerkannt und die US-Botschaft von Tel Aviv dorthin verlegt hatte.

Der Status von Jerusalem ist einer der Hauptstreitpunkte im israelisch-palästinensischen Konflikt. Die Palästinenser beanspruchen den Ostteil als Hauptstadt ihres angestrebten Staates für sich. Wegen der Jerusalem-Frage war es jahrzehntelang diplomatischer Konsens, dass ausländische Staaten ihre Botschaft nicht in Jerusalem ansiedelten – ein Konsens, den Trump dann aufkündigte.

Die iranischen Revolutionsgarden (IRGC) haben mit einer Blockade der Straße von Hormus im Persischen Golf gedroht, falls die USA den Ölexport der Islamischen Republik stoppen sollten. Die Straße von Hormus gilt als die wichtigste Ölhandelsroute, durch die fast ein Drittel der globalen Ölexporte verschifft wird. „Solange wir unser Öl exportieren können, bleibt Hormus offen, wenn nicht, dann gibt es dafür keine Logik mehr“, sagte IRGC-Marinekommandant Aliresa Tangsiri heute laut Nachrichtenagentur ISNA.

Die Entscheidung der USA, bei Sanktionen gegen Ölimporte aus dem Iran keine Ausnahmen mehr zuzulassen, führte im Iran zu unterschiedlichen Reaktionen. In staatlichen Kreisen gab es die üblichen Aufrufe zum Widerstand gegen den „Großen Satan“ (gemeint sind die USA, Anm.). Die Menschen im Land jedoch befürchten, dass ohne Ölexport, die Haupteinnahmequelle des Landes, die bereits akute Wirtschaftskrise noch schlimmer werden und ihre Existenz gefährden könnte.

Das iranische Außenministerium soll intensive Gespräche mit relevanten Stellen im In- und Ausland führen. Die Ergebnisse werden dann der politischen Führung vorgelegt und eine Entscheidung in Kürze bekanntgegeben, sagte Außenamtssprecher Abbas Mussawi. Auch Präsident Hassan Rouhani hatte mehrmals mit einer Blockade der Straße von Hormus gedroht, falls die USA im Zuge ihrer Sanktionen iranische Ölexporte blockieren sollten. Auch ein Ausstieg des Iran aus dem Wiener Atomabkommen von 2015 – das eine iranische Atombombe verhindern soll – steht auf der politischen Agenda in Teheran.

Die in Nordirland durch einen Schuss der paramilitärischen Splittergruppe New IRA getötete Journalistin Lyra McKee wird morgen beigesetzt. Die Beerdigung der 29-Jährigen ist für Nachmittag in Belfast geplant. McKee war am Donnerstagabend am Rande von schweren Ausschreitungen im nordirischen Londonderry erschossen worden.

Blumen neben Bildern der ermordeten Journalistin Lyra McKee
APA/AFP/Paul Faith

Die New IRA bekannte sich heute zu dem tödlichen Schuss und bat die Angehörigen der Frau „aufrichtig um Entschuldigung“. Die Reporterin sei „tragischerweise getötet“ worden, als sie an der Seite „feindlicher Kräfte“ gestanden habe. Der gewaltsame Tod der 29-Jährigen weckte Erinnerungen an die düstersten Zeiten des Nordirland-Konflikts, in dem rund 3.500 Menschen getötet wurden.

Saudi-Arabien hat heute 37 Menschen hingerichtet, die wegen „Terrorismus“ verurteilt worden waren. Die Todesstrafen seien in der Hauptstadt Riad, den heiligen Städten Mekka und Medina, in der Provinz al-Kassim sowie in der Ostprovinz vollstreckt worden, teilte das Innenministerium in einer von der amtlichen Nachrichtenagentur SPA veröffentlichten Erklärung mit.

Geköpft und gekreuzigt

Die Hingerichteten seien alle für schuldig befunden worden, sich „terroristisches, extremistisches Denken angeeignet zu haben“, hieß es. Die häufigste Hinrichtungsmethode in Saudi-Arabien ist das Köpfen mit einem Säbel. Wie das Ministerium mitteilte, wurde einer der Verurteilten heute gekreuzigt, eine Hinrichtungsart, die nur für besonders schwere Verbrechen vorgesehen ist.

Amnesty kritisiert „Massenhinrichtung“

Amnesty International (AI) dagegen kritisierte die „Massenhinrichtung“ und sprach von einer alarmierenden Eskalation von Todesurteilen in dem arabischen Königreich. „Es ist ein weiteres, grauenvolles Anzeichen dafür, wie die Todesstrafe als politisches Instrument missbraucht wird“, teilte Lynn Maalouf von AI mit.

Die Mehrheit der Hingerichteten komme aus der schiitischen Minderheit des Landes. Die Männer seien in Scheinverhandlungen verurteilt worden, die jeglichen internationalen Standards widersprächen. Unter den Hingerichteten seien elf Männer, die wegen Spionage für den Iran verurteilt worden seien, berichtete AI.

Mindestens 14 weitere Personen seien wegen ihrer Teilnahme an Antiregierungsprotesten im Osten Saudi-Arabiens in den Jahren 2011 und 2012 verurteilt worden. Zu den Verurteilten habe auch ein junger Mann gezählt, der zum Zeitpunkt der Proteste erst 16 Jahre alt war. Nach internationalem Recht ist die Todesstrafe gegen Minderjährige verboten, wie AI betonte.

Im Vorjahr 149 Menschen hingerichtet

Nach AI-Angaben wurden 2018 in Saudi-Arabien 149 Menschen hingerichtet. Das ist die zweithöchste Anzahl nach dem Iran mit 253 Hinrichtungen. Das Königreich steht wegen der Todesstrafe international in der Kritik.

Die Ägypterinnen und Ägypter haben in einer Volksabstimmung mit großer Mehrheit für eine Verfassungsänderung gestimmt, die eine umstrittene Verlängerung der Amtszeit von Präsident Abdel Fattah al-Sisi bis 2030 ermöglicht und ihm mehr Machtbefugnisse einräumt. Wie die ägyptische Wahlbehörde heute Abend mitteilte, stimmten 88,83 Prozent der Wahlberechtigten für die vorgeschlagenen Änderungen.

Ägyptens Parlament hatte die Verfassungsänderung erst vor einer Woche mit überwältigender Mehrheit abgesegnet. Mehr als 60 Millionen Ägypterinnen und Ägypter waren anschließend aufgerufen, in einem Referendum über die Änderungen abzustimmen. Die Wahlbeteiligung bei der dreitägigen Volksabstimmung betrug laut der Wahlkommission 44,33 Prozent.

Die Verfassungsänderung sieht vor, Sisis derzeitiges Mandat um zwei Jahre auf sechs Jahre zu verlängern. Anschließend soll sich der Präsident um eine weitere sechsjährige Amtszeit bewerben können, die dann bis 2030 reichen würde.

Warnung vor noch mehr Macht

Kritiker warnten im Vorfeld, dass mit den Verfassungsänderungen die ohnehin schon autoritäre Herrschaft des Staatschefs weiter ausgebaut würde. Neben der Verlängerung der Amtszeit erhält Sisi auch mehr Einfluss auf die Besetzung von Spitzenämtern in der Justiz. Zudem könnten Zivilisten noch leichter vor Militärgerichten landen, und die Rolle der ohnehin schon mächtigen Armee werde weiter gefestigt. Die Anhänger des Staatschefs argumentieren dagegen, dass mit den Änderungen die Stabilität des nordafrikanischen Landes gestärkt werde.

Sisi war 2013 an die Macht gekommen, als die Armee unter seiner Führung nach Massenprotesten den frei gewählten islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi gestürzt hatte. 2018 wurde der 64 Jahre alte Sisi bei einer gelenkten Abstimmung mit rund 97 Prozent wiedergewählt.

Unter der autokratischen Führung Sisis geht Ägypten mit harter Hand gegen Kritiker vor. Zehntausende sitzen in Haft. Auch die Meinungsfreiheit und das Demonstrationsrecht sind stark eingeschränkt. Zu Sisis Prestigeprojekten gehört unter anderem der Bau einer neuen Hauptstadt östlich von Kairo.

Inland

Der Nationalrat schließt morgen seine Beratungen zum Frauen- und zum ORF-Volksbegehren ab, die jeweils die dafür notwendige 100.000-Unterschriften-Hürde überschritten haben.

Beschlüsse dazu sind freilich nicht geplant. Ferner auf der Agenda findet sich ein Gesetz gegen „Gold-Plating“, die Übererfüllung von EU-Vorgaben. Eingeschränkt wird konsularischer Schutz bei leichtsinnigem Verhalten.

Wegen der Klubsitzungen im Vorfeld beginnt die Sitzung ausnahmsweise erst um 12.00 Uhr. Zu Beginn geht es dann um Themen wie den Ausweiszwang in Foren. NEOS hat die Aktuelle Stunde mit „Diese Regierung hat keine Ahnung vom Internet“ betitelt.

Die Einstellung der Korruptionsermittlungen gegen Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser (ÖVP) in der Eurofighter-Affäre ist noch nicht fix. Wie die „Presse“ berichtete, bekämpft die Korruptionsstaatsanwaltschaft beim Oberlandesgericht den Beschluss des Landesgerichts Wien, das Verfahren einzustellen.

Gegen Grasser waren im November 2011 von der Staatsanwaltschaft Wien in der Causa Eurofighter strafrechtliche Ermittlungen ins Laufen gekommen, von denen er erst im März 2019 aus den Medien erfuhr.

Es ging um den Vorwurf, Grasser habe im Zusammenhang mit seiner Tätigkeit als Finanzminister von einem dem Eurofighter-Hersteller EADS nahestehenden liechtensteinischen Fonds eine Million Euro überwiesen bekommen. Für das Wiener Straflandesgericht hat sich der Verdacht jedoch nicht erhärtet.

EU

Die Schwester des Brexit-Hardliners und früheren Außenministers Boris Johnson tritt bei der Europawahl für eine proeuropäische Partei an. Das kündigte die 53-jährige Rachel Johnson heute an. Als Kandidatin für die neue Partei Change UK will sie gegen den EU-Austritt ihres Landes kämpfen. „Ich würde auch nackt durchs Regierungsviertel gehen, um den Brexit zu verhindern“ – für diesen Satz ist Rachel Johnson ebenso bekannt wie für ihre Arbeit als Journalistin.

Rachel Johnson mit einem Schild der Partei „Change UK“
APA/AFP/Adrian Dennis

Im Interview mit der Zeitung „Evening Standard“ sagte Johnson, sie sei sicher, ihr Bruder werde verstehen, dass ihr Schritt sich nicht gegen ihn richte. Vielmehr fühle sie sich verpflichtet, „aufzustehen und Farbe für etwas zu bekennen, woran ich glaube“.

Brexit entzweit Familien

Neben Rachel und Boris Johnson hat auch der gemeinsame jüngere Bruder Jo eine klare Position zum Brexit: Er trat Ende vergangenen Jahres als Verkehrsstaatssekretär zurück, weil er Mays Position zum Brexit nicht mittragen wollte. Stattdessen sprach er sich für ein weiteres Brexit-Referendum aus.

Dass der Brexit ganze Politikerfamilien entzweit, ist nicht auf die Johnsons beschränkt. Erst vor einigen Tagen hatte Annunziata Rees-Mogg angekündigt, für die Brexit Party des früheren UKIP-Chefs Nigel Farage anzutreten. Ihr Bruder Jacob Rees-Mogg, der zum rechten Flügel der Konservativen gehört, schrieb daraufhin auf dem Kurznachrichtendienst Twitter: „Annunziata wäre eine hervorragende Premierministerin, aber hoffentlich für die Torys“.

Die FPÖ plakatiert für den EU-Wahlkampf im Doppelpack: Auf Sujets der ersten Welle, die heute präsentiert wurden, ist zum einen Spitzenkandidat Harald Vilimsky mit dem Slogan „FPÖ voten gegen Asylchaoten“ zu sehen. Auf weiteren Motiven wird Parteichef und Vizekanzler Heinz-Christian Strache Platz eingeräumt, der Österreich „schützen“ will.

Kein Blatt Papier passe zwischen ihn, Vilimsky, und seinen Parteichef Strache, erklärte der freiheitliche Spitzenkandidat das „Splitting-Verfahren“ bei der ersten Plakatwelle. Anders sehe das beim Mitbewerber und Koalitionspartner im Bund, der ÖVP, aus: Listenerster Othmar Karas reiße einen Graben auf, wenn er die „Reformarbeit“ der türkis-blauen Regierung torpediere. Der Spitzenkandidat agiere gegen die „Spitzenmannschaft“.

FPÖ präsentiert EU-Wahlkampagne

Bundesparteiobmann und Vizekanzler Heinz-Christian Strache, EU-Wahl-Spitzenkandidat Harald Vilimsky und Generalsekretär Christian Hafenecker präsentieren die EU-Wahlkampagne der FPÖ.

Rundumschlag gegen Konkurrenz

Strache sieht in Karas einen „klassischen EU-Vertreter“ und „Apparatschik“. Auch für die weiteren Gegner gab es kein gutes Wort: So sei der „politische Loser“ Andreas Schieder von der SPÖ versorgt, Johannes Voggenhuber von Peter Pilz „ausgegraben“ worden. Werner Kogler wiederum versuche die Grünen auch noch vor dem Rauswurf aus dem EU-Parlament zu retten. Und bei NEOS-Kandidatin Claudia Gamon handle es sich um ein „EU-Groupie“.

Auf seinem ersten Sujet setzt FPÖ-Mann Vilimsky wenig überraschend auf das Thema Asyl. „Steh auf für Österreich“, lautet darauf der Nachsatz. Bei Straches Plakat heißt es „Wählen wirkt“ und „Schützen, was wir lieben: Österreich“. Der Parteichef machte bei der Präsentation nochmals klar, dass man als „österreichische Patrioten“ antrete, die „Fehlentwicklungen“ in der Union korrigieren wollten. Im besten Fall könne man sogar den zweiten Platz erreichen.

Zahlen zur Kampagne präsentierte Generalsekretär Christian Hafenecker: 3.000 großflächige Plakate würden österreichweit affichiert, weitere 25.000 in kleinerem Format und 23.000 Hohlflächenplakate. Als Wahlwerbegeschenk gibt es unter anderem Powerbanks, um Handys aufzuladen.

Am 26. Mai wählt Österreich seine Abgeordneten für das Europäische Parlament. Fünf Spitzenkandidaten und zwei Spitzenkandidatinnen sind für ihre Parteien in den Wahlkampf für das Rennen ums EU-Parlament gezogen.

Neben der Durchführung des Brexits ist die Zukunft der EU so viel diskutiert wie schon lange nicht. Was halten Sie für die zentrale Frage für die Zukunft der EU? Welche Rolle soll das Parlament spielen? Wie intensiv sollen die Vorgaben sein, „die aus Brüssel kommen“? Soll Europa wieder eine losere Föderation mit Wirtschaftsschwerpunkt werden oder sich politisch noch enger vernetzen und zu einer Art Bundesstaat werden?

Was liegt Ihnen zu Europa am Herzen, und was wollen Sie welchen Spitzenkandidaten fragen?

Illustration eines gelben Sessels
ORF.at

Im Rahmen der Serie „Ihre Frage zu Europa“ reist ORF.at den Spitzenkandidaten in den Wahlkampf nach und stellt die Fragen unseres Publikums. Und Ihre Frage kann dabei zum Zug kommen. Weil sie besonders prägnant ist oder eine Sorge zum Ausdruck bringt, die vielen anderen, die uns schreiben, ebenso am Herzen liegt. Stellen Sie auf ORF.at bis 29.4. Ihre Frage zu Europa!

Um Ihre Fragen zu stellen, nutzen Sie bitte das Onlineformular.

Wirtschaft

Wegen der Generalsanierung der Start- und Landbahn wird der Flughafen Salzburg ab morgen für die Dauer von fünf Wochen bis 28. Mai gesperrt. Der Flugverkehr wird in diesem Zeitraum mit Ausnahme von Rettungs- und Polizeihubschraubern eingestellt. Die Gesamtprojektkosten betragen zwischen 40 und 42 Mio. Euro.

Am 17. Mai soll die Bauphase abgeschlossen sein, die letzte Woche wurde als Reserve eingeplant. „Es wird weder an der Pistenausrichtung noch an der Länge oder Breite der Piste etwas geändert“, sagte Flughafensprecher Alexander Klaus.

Die 2.850 Meter lange und 45 Meter breite Piste wurde Anfang der 1960er Jahre errichtet. Ihre weitere Instandhaltung wäre mit hohen laufenden Kosten verbunden. Eine stückweise Sanierung hätte mehr als ein Jahr länger gedauert und wäre teurer gewesen. Deshalb habe man sich zu einer Generalsanierung entschlossen.

Die US-Verkehrsbehörde NHTSA untersucht einen möglicherweise lebensgefährlichen Airbag-Defekt in rund 12,3 Millionen Fahrzeugen, die von dem US-Hersteller ZF TRW stammen. Die Ermittlungen beziehen sich auf Airbags, die in Modelle der Hersteller Fiat Chrysler, Honda, Hyundai, Kia, Mitsubishi und Toyota aus den Jahren 2010 bis 2019 einbaut wurden, wie aus einem heute veröffentlichten NHTSA-Dokument hervorgeht. Der früher TRW genannte Airbag-Hersteller gehört seit 2015 zum deutschen Autozulieferer ZF Friedrichshafen.

Die NHTSA untersucht nach eigenen Angaben mehrere Unfälle, bei denen sich die Airbags nicht aufbliesen. Grund war ein Versagen der Sensoren. Deren Fehlfunktion führte auch dazu, dass die Straffer der Sicherheitsgurte nicht richtig auf den Aufprall reagieren.

Die Aufsichtsbehörde weitete ihre Ermittlung jetzt aufgrund zweier Unfälle von Toyota Corollas aus, die zu Todesopfern führten, wie es in dem Dokument hieß. Bisher befanden sich diese Ermittlungen noch im Anfangsstadium, nun soll die Bauweise der Airbags unter die Lupe genommen werden. Das könnte möglicherweise in einen generellen Rückruf der Fahrzeuge mit den untersuchten Airbags münden. Einige betroffene Autohersteller hatten bereits von sich aus in den vergangenen Jahren Rückrufe lanciert.

Sport

Chronik

Zwei Wochen nach dem aufsehenerregenden Raubüberfall auf eine AUA-Passagiermaschine auf dem Flughafen der albanischen Hauptstadt Tirana sind fünf Verdächtige festgenommen worden. Zunächst hatte die Polizei die Festnahmen von vier in Albanien ansässigen Verdächtigen im Alter zwischen 25 und 38 Jahren gemeldet. Heute Abend gab sie eine weitere Verhaftung bekannt.

Ihnen würden bewaffneter Raub und illegaler Waffenbesitz zur Last gelegt. Bei der Durchsuchung der Verdächtigen seien Beweismittel gefunden worden, „die bei den Ermittlungen helfen werden“.

Als Soldaten verkleidete Angreifer hatten am 9. April zugeschlagen, als auf dem Flughafen von Tirana gerade Millionensummen in einen Airbus A320 mit dem Ziel Wien verfrachtet wurden, in dem sich bereits Passagiere befanden. Die bewaffneten Angreifer waren über einen Feuerwehrzugang in den Mutter-Teresa-Flughafen von Tirana gekommen und auf das Rollfeld gestürmt.

Keine Angabe über Höhe der Beute

Die Polizei machte zur Höhe der Beute keine Angaben. Medienberichten zufolge sollen die Räuber in weniger als fünf Minuten zwischen sechs und zehn Millionen Euro erbeutet haben. Bei einem anschließenden Schusswechsel mit der Polizei wurde einer der Räuber getötet. Seine Komplizen dürften die Leiche aus dem Wagen geworfen haben und davongerast sein. Weit kamen sie allerdings nicht. Die Polizei gab in der Nacht die Festnahme von zunächst vier Verdächtigen bekannt.

Militär am Flughafen von Tirana
APA/AFP/Gent Shullaku

Das Geld sollte zu einer Bank nach Wien geflogen werden. Ausländische Banken wählen häufig diesen Weg für Bargeld, weil die albanische Zentralbank es aus Sicherheitsgründen nicht annimmt. In den vergangenen Jahren wurden wiederholt Überfälle auf den Zufahrtsstraßen zum Flughafen von Tirana verübt.

In dem südfranzösischen Wallfahrtsort Lourdes hat die Polizei eine Geiselnahme beendet. Die Beamten nahmen nach eigenen Angaben einen Bewaffneten fest, der heute zwischenzeitlich „zwei bis drei“ Menschen in seine Gewalt gebracht hatte. Unter den Geiseln war der Staatsanwaltschaft zufolge auch die Ex-Frau des mutmaßlichen Täters. Eine der Geiseln soll verletzt sein.

Der festgenommene Bewaffnete ist nach Polizeiangaben unverletzt. Über die Schwere der Verletzungen der Geisel gab es zunächst keine Angaben. Polizisten der Eliteeinheit RAID waren am Tatort ebenso im Einsatz wie die Feuerwehr und die Rettungsdienste.

Täter amtsbekannt

Bei dem mutmaßlichen Täter handelt es sich laut der Staatsanwaltschaft um einen früheren Militärangehörigen im Alter von rund 50 Jahren. Er sei der Justiz wegen Übergriffen gegen seine Ex-Frau bekannt.

Der Mann soll sich am Vormittag zunächst im Haus seiner früheren Ehefrau verschanzt und mit einer Waffe nach draußen geschossen haben. Nach Angaben regionaler Medien befand sich auch der Lebensgefährte der Frau in der Gewalt des Täters.

„Ich habe zwei Schüsse gehört“, sagte eine Zeugin. Wenig später habe jemand geschrien: „Hör auf, Du wirst uns umbringen.“ Der Zeugin zufolge fielen danach zwei weitere Schüsse. Als die Polizei eingetroffen sei, habe der Täter erneut geschossen.

Science

Französische Forscher haben zum ersten Mal eine Erschütterung an der Oberfläche des Roten Planeten gemessen. Dabei könnte es sich nach Angaben der französischen Raumfahrtagentur CNES möglicherweise um ein leichtes „Marsbeben“ handeln.

„Großartig, endlich ein Zeichen zu haben“

Seit Ende vergangenen Jahres ist die SEIS-Sonde auf dem Mars aktiv. Das halbkugelförmige Gerät misst Vibrationen an der Oberfläche, die von seismischer Aktivität, aber auch von Umwelteinflüssen herrühren können. Die CNES-Experten gehen davon aus, dass die nun aufgezeichnete Bewegung ein Beben sein könnte.

„Wir haben seit Monaten auf unser erstes Marsbeben gewartet“, sagte Philippe Lognonne vom Pariser Institut de Physique du Globe (Dt.: Institut für Erdphysik). „Es ist großartig, endlich ein Zeichen zu haben, dass es auf dem Mars noch seismische Aktivität gibt.“

NASA-Wissenschaftler Bruce Banerdt sagte, die aufgezeichnete Erschütterung bedeute „die Geburt einer neuen (Forschungs-)Disziplin: der Marsseismologie“. Zunächst müssen die Wissenschaftler allerdings noch herausfinden, ob die gemessene Erschütterung tatsächlich aus dem Inneren des Mars kam und nicht beispielsweise durch Wind verursacht wurde.

Kultur

Ein wenig dauert es noch, bis am 14. Mai in Tel Aviv der Eurovision Song Contest (ESC) mit dem ersten Halbfinale in seine 64. Ausgabe startet. Noch zwei Tage länger Zeit hat Österreichs heurige ESC-Hoffnung Paenda bis zu ihrem großen Auftritt im zweiten Semifinale des Musikwettbewerbs. Bereits heute Abend wurde die Farewell-Party für die 31-Jährige in Wien gefeiert.

Österreichs Song-Contest-Starterin Paenda
APA/Hans Punz

„Augen zu machen und Herz öffnen“

Im Szeneclub Grelle Forelle versammelten sich die heimischen ESC-Größen zum Abschiedsumtrunk auf die Künstlerin, die erst am 16. Mai mit ihrer ruhigen Ballade „Limits“, mit der sie auf Startplatz neun ins Rennen geht, um eines der zehn Finaltickets kämpfen muss. Zusätzlich präsentierte sie ihr zweites Album „Evolution II“, das am 26. April erscheint.

„Am besten Augen zu machen und das Herz öffnen“, gab Paenda als Devise für die Zuhörerinnen und Zuhörer aus. Angst vor den Millionen ESC-Fans habe sie jedenfalls nicht: „Ich finde es viel aufregender, vor zehn Menschen zu singen, denen ich in die Augen schauen muss.“ Im Wesentlichen mache sie ihre Musik aber für sich selbst. Wenn ihr Song jemandem nicht gefalle, müsse sie lernen, damit umzugehen.

„Paenda wird gewinnen“

„Paenda ist ein Wahnsinn!“, zeigte sich ORF-Programmdirektorin Kathrin Zechner begeistert von der Kandidatin: „Ich habe selten so eine Stimme gehört. Da haut es dich vom Boot.“ Während sich die meisten Beobachter mit Prognosen noch vorsichtig zurückhalten, ging Zechner ins volle Risiko: „Paenda wird gewinnen.“

„Es ist eine bewusst sehr ruhige Nummer“, so Stefan Zechner, Delegationsleiter für den ESC beim ORF. Entsprechend werde man bei der Inszenierung auf der Bühne auf Pyrotechnik, Feuer oder Windmaschine verzichten.

Panorama

Eine japanische Universität stellt keine Dozenten mehr ein, die Raucher sind. „Wir denken, dass Raucher nicht im Bildungsbereich arbeiten sollten“, sagte heute ein Sprecher der Nagasaki-Universität. Ab August will die Universität zudem das Rauchen auf dem gesamten Campus verbieten und eine Entwöhnungsklinik eröffnen.

Bewerber, die versprechen, vor ihrem Jobantritt mit dem Rauchen aufzuhören, würden aber noch eingestellt, sagte der Sprecher. Einen Verstoß gegen Antidiskriminierungsgesetze sehe die Universität darin nicht. Die Verwaltung habe sich rechtlich beraten lassen.

Bisher kaum Beschränkungen

Japan gilt bisher als Raucherparadies. In nahezu allen Restaurants und Bars des Inselstaats darf geraucht werden. Mit Blick auf die Olympischen Spiele 2020 ist zwar ein Gesetz geplant, dass das Rauchen deutlich einschränken soll. Es sieht aber unter anderem Ausnahmen für kleine Restaurants vor.

Die Stadt Tokio erließ im vergangenen Jahr hingegen strenge Rauchergesetze. Sie verbieten künftig das Rauchen in allen Bildungseinrichtungen, Krankenhäusern und Restaurants der japanischen Hauptstadt.

Ein Selfie der besonderen Art sorgt derzeit auf den Sozialen Netzwerken für Erheiterung. Zwei Gorillas posieren dabei zusammen mit den Rangern des Virunga-Nationalparks in der Demokratischen Republik Kongo für ein Foto. Besonders dabei ist, dass die Gorillas eine aufgerichtete, menschenähnliche Haltung einnehmen. Die Ranger, unter ihnen Mathieu Shamavu, der das Foto am Freitag auf Facebook stellte, hatten die beiden Gorillas als Junge gerettet und aufgezogen.

Innocent Mburanumwe, stellvertretender Direktor des Parks, berichtete der BBC, dass die Mütter der Gorillas von Wilderern im Juli 2007 getötet worden seien, als die jungen Gorillas im Alter von zwei und vier Monaten gewesen seien.

Mburanumwe zufolge hätten die Tiere gelernt, ihre Betreuer nachzuahmen, die sich seit ihrer Rettung um sie kümmern. Auf zwei Beinen zu stehen sei ihre Art, „zu lernen, Menschen zu sein“, so der Vizedirektor. Demnach dürften die Gorillas die Ranger für ihre Eltern halten.

Gefährliche Ranger-Arbeit

Auch wenn sich Userinnen und User über das Foto begeistert zeigen und die Arbeit der Ranger bewundern, birgt der Beruf im Kongo auch große Gefahr. Fünf Ranger wurden im vergangenen Jahr im Virunga-Nationalpark in einem Hinterhalt von mutmaßlichen Rebellen getötet. Seit 1996 wurden in dem Nationalpark mehr als 130 Parkranger getötet.

Der Osten der Demokratischen Republik Kongo steckt mitten im Konflikt zwischen der Regierung und verschiedenen bewaffneten Gruppen. Einige dieser Gruppen seien im Virunga-Nationalpark stationiert, wo sie laut BBC auch regelmäßig Tiere wildern würden.