COV Inland

Experte Norbert Nowotny erwartet, dass die neue Corona-Variante Omikron „in ein, zwei Wochen, etwa in der Range“ auch in Österreich ankommen wird. Grund dafür sei, dass das veränderte Virus sich schon einige Zeit in Südafrika ausgebreitet habe und möglicherweise durch Touristen nach Europa gebracht wurde, ein Fall in Belgien sei ja bereits nachgewiesen, so der Experte in der „ZIB Nacht“.

Nowotny begründete seine Besorgnis damit, dass mehr als 30 Varianten im Spike-Protein akkumuliert seien. Eine erhöhte Ansteckung sei wahrscheinlich. „Wir sehen das schon in Südafrika, dass es Gegenden mit erhöhtem Infektionsgeschehen gibt.“ In Sachen größerer Gefährlichkeit lasse sich noch nichts sagen, dies werden die nächsten Tage und Wochen zeigen.

Was die Wirksamkeit der derzeitigen Impfstoffe betrifft, wäre es laut dem Virologen möglich, dass deren Wirksamkeit gegen Omikron etwas reduziert ist. Der Vorteil der RNA-Seren sei jedoch, dass man diese relativ leicht und schnell anpassen könne, so Nowotny.

Nach der Entdeckung einer neuen CoV-Variante im südlichen Afrika hat Österreich einen Einreisestopp aus der Region erlassen – dieser ist seit Mitternacht in Kraft. Zugleich rief Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) Heimkehrerinnen und Heimkehrer auf, sich bei einer neu eingerichteten AGES-Hotline zu melden.

„Wenn Sie in den vergangenen zehn Tagen aus Südafrika, Lesotho, Botsuana, Simbabwe, Mosambik, Namibia oder Eswatini zurückgekehrt sind, rufen Sie bitte bei der neu eingerichteten AGES-Hotline 01/2675032 an. Daraufhin erhalten Sie Informationen, wohin Sie sich für eine behördliche PCR-Testung wenden können", so Mückstein in einer Aussendung.

Alle auf diese Art und Weise abgegebenen Proben werden laut Gesundheitsministerium auf mögliche Virusvarianten analysiert. Die Aufforderung gelte sowohl für „ungeimpfte als auch geimpfte Personen, unabhängig davon, ob sie Symptome haben oder nicht. Beobachten Sie Ihren Gesundheitszustand genau, begeben Sie sich, wenn irgendwie möglich, bitte freiwillig in Quarantäne, und reduzieren Sie Ihre Kontakte bestmöglich!“, so der Gesundheitsminister.

Die CoV-Kurzarbeit ist und bleibt in der laufenden Pandemie Mittel der Wahl gegen Arbeitslosigkeit und wird laut ÖVP-Arbeitsminister Martin Kocher nun bis Ende März 2022 verlängert. Dazu kommen weitere Maßnahmen wie eine „Saisonstarthilfe“ und ein Bonus für all jene, die bereits zehn Monate oder länger in Kurzarbeit sind.

Lesen Sie mehr …

Vor der Sitzung des Kärntner Landtages am Donnerstag sind alle möglichen CoV-Vorsichtsmaßnahmen getroffen worden, inklusive einer Teststraße eigens für Abgeordnete und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Nun stellte sich heraus, dass eine FPÖ-Mandatarin während der Sitzung wohl schon infiziert gewesen sein dürfte.

Mehr dazu in kaernten.ORF.at

Die 7-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in den abgelaufenen sieben Tagen je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner, liegt laut Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) bei 1.050,5 (Stand: gestern, 14.00 Uhr).

Salzburg hat mit einer Inzidenz von 1.594,9 weiterhin den höchsten Wert, gefolgt von Oberösterreich mit 1.499,5. Am niedrigsten ist die 7-Tage-Inzidenz weiterhin in Wien (569,9) und dem Burgenland (657,4).

Das Berichtsschema der AGES zeigt die Zahlen vom Vortag – wie die Meldung der Ministerien. Wesentlicher Unterschied zu den Ministeriumsmeldungen: Laborbestätigte Fälle, Tote etc. werden nicht zum Meldezeitpunkt dargestellt, sondern zum Diagnose- bzw. Sterbedatum. In der Darstellung in ORF.at wird auch täglich transparent gemacht, welchen Tagen die neu gemeldeten Fälle zugeordnet werden.

Karten, Grafiken und Informationen zu aktuellen Fällen und zum Epidemieverlauf in ORF.at/corona/daten

Ministerien melden 12.245 Neuinfektionen

Das Gesundheits- und das Innenministerium haben 12.245 neu registrierte CoV-Fälle innerhalb der letzten 24 Stunden (Stand: gestern, 9.30 Uhr) gemeldet. Diese Zahlen meldeten die Bundesländer an den nationalen Krisenstab.

12.284 Menschen verstarben bisher an den Folgen des Coronavirus. Derzeit befinden sich 3.249 Personen aufgrund des Coronavirus in Spitalsbehandlung, davon 608 auf Intensivstationen.

Daten des Krisenstabs in ORF.at/corona/daten/morgenmeldung

Erklärung zur Zählweise und weiteren Fragen in ORF.at/corona

In einem Fitnessstudio im Bezirk Perg in Oberösterreich ist der Lockdown offenbar komplett ignoriert worden: Als die Polizei gestern zu einer Kontrolle anrückte, herrschte reger Betrieb. Vier Personen trainierten, die drei Mitarbeiter versahen maskenlos ihren Dienst. Der Geschäftsführer war auch noch CoV-positiv und hatte einen aufrechten Quarantänebescheid.

Gegenüber den Beamten behauptete er, dass es sich um kein Fitnessstudio handle, sondern um ein Forschungsinstitut, in dem gerade eine Studie im Gange sei, berichtete die Polizei. Die Beamten schickten die Kunden heim und forderten den Geschäftsführer auf, zu schließen. Alle Anwesenden werden angezeigt.

Nach dem Ende des Lockdowns könnte Wien die zuletzt bereits für einige Bereiche verordnete 2-G-Plus-Regel auch auf die Gastronomie ausweiten. Das hat Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) in einem Interview mit der „Presse“ angedeutet.

Zuletzt hat Wien bereits in der Nachtgastronomie und bei größeren Events festgelegt, dass geimpfte oder genesene Personen zusätzlich auch einen PCR-Test brauchen. Die Regelung war jedoch nur wenige Tage tatsächlich von Relevanz, da im wenig später verhängten Lockdown die betroffenen Bereiche ohnehin schließen mussten.

In dem Interview hielt Hacker fest, dass er für Regeln eintrete, die in ganz Österreich gültig sein sollten – notfalls Wien aber auch im Alleingang verschärfen werde. „Die vierte Welle ist nicht gebrochen. Und im Frühjahr wird es wohl auch noch eine fünfte geben“, sagte er.

Sprecher: Noch keine Entscheidung

Ein Sprecher von Hacker erklärte auf Anfrage der APA, dass zur Ausweitung der 2-G-Plus-Regel noch keine Entscheidung gefallen sei. Zunächst werde abgewartet, was die Evaluierung der aktuellen Ausgangsbeschränkungen ergebe.

Auch dass die Schulen wieder ins Distance-Learning wechseln und nur Betreuung für einzelne Schüler anbieten, könne er nicht ausschließen, sagte Hacker in dem Interview. Wien selbst könne das aber nur für den Pflichtschulbereich in die Wege leiten, hieß es auf APA-Anfrage. Bundesschulen wie AHS und die berufsbildenden Schulen müssten vom Bund geschlossen werden.

Mehr dazu in wien.ORF.at

Impfeuropameister ist Österreich sicher nicht, dafür aber fast Testeuropameister: In keinem anderen Land – mit Ausnahme Zyperns – wurde und wird so viel getestet. Dennoch ist in kaum einem anderen Land derzeit die Lage so angespannt. Auf individueller Ebene helfen die Tests einigermaßen, sichere Alltagssituationen zu schaffen. Doch wie sinnvoll ist die flächendeckende und damit kostspielige Teststrategie bei der Pandemiebekämpfung insgesamt?

Lesen Sie mehr …

COV Ausland

Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, warnt vor der Entstehung gefährlicher Varianten des Coronavirus. „Meine große Sorge ist, dass es zu einer Variante kommen könnte, die so infektiös ist wie Delta und so gefährlich wie Ebola.“ Die neue südafrikanische Variante B.1.1.529 sei ein gutes Beispiel dafür, dass man dem Virus keine Chance zur Mutation geben dürfe. Um weitere Varianten zu verhindern, werde es nötig sein, noch jahrelang zu impfen, sagte er.

Kanada plant ein Gesetz, um Proteste gegen Impfungen in Krankenhäusern unter Strafe zu stellen. Generalstaatsanwalt David Lametti stellte gestern Pläne zu Änderungen des Strafgesetzbuchs vor, die bis zu zehnjährige Haftstrafen vorsehen, wenn Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Gesundheitswesens beispielsweise eingeschüchtert oder an der Ausübung ihrer Tätigkeit gehindert werden.

„Wir haben alle die Proteste während der Pandemie gesehen, auch in dieser Woche“, sagte Lametti vor Journalisten und wies auf „Covid-19-Leugner hin, die versuchen, Kinder davon abzuhalten, potenziell lebensrettende Impfstoffe zu erhalten“. Er nannte es „verabscheuungswürdig und inakzeptabel“, Beteiligte „einzuschüchtern, zu belästigen, zu behindern oder zu bedrohen“.

Kinder im Alter von fünf bis elf Jahren können seit Mittwoch in Kanada geimpft werden, nachdem Ottawa den Pfizer/Biontech-Impfstoff für diese Altersgruppe zugelassen hatte. Die Präsidentin der Ärztevereinigung, Katherine Smart, sagte, dass es schon im vergangenen Jahr zu einer „bedauerlichen Eskalation von Hass“, einschließlich Gewalt, gegen Ärzte und Pfleger bei der Arbeit gekommen sei.

Angesichts schnell steigender Infektions- und Patientenzahlen verhängen die Niederlande einen abendlichen Lockdown. Geschäfte, Kulturstätten, Gaststätten und Sportclubs müssen täglich bereits um 17.00 Uhr schließen. Die verschärften Maßnahmen gelten ab Sonntag für zunächst drei Wochen; das kündigte Ministerpräsident Mark Rutte gestern in Den Haag an. „In den Niederlanden ist dann im Prinzip alles ab 17 Uhr geschlossen.“ Ausgenommen seien Supermärkte.

Schulen sollen vorerst geöffnet bleiben. Allerdings müssen Schüler ab zehn Jahren eine Mundmaske tragen, wenn sie nicht an ihrem Platz sitzen. Die 1,5-Meter-Distanz-Regel wird auf Kinos, Theater und Gaststätten ausgeweitet. Das heißt, dass sie weniger Besucher empfangen können. Dort wird auch wieder die Maskenpflicht gelten. Es muss echt eine Wende geben, sagte Rutte.

Vor allem die Lage in den Krankenhäusern spitzt sich zu. Gesundheitsminister Hugo de Jonge verhängte Notmaßnahmen, sodass nun auch akute Behandlungen abgesagt werden können. In einem Krankenhaus in Utrecht werden nun 120 Militärangehörige eingesetzt, um das Pflegepersonal zu entlasten. Der Notzustand müsse verhindert werden, sagte de Jonge.

Die Luftwaffe der Deutschen Bundeswehr beteiligt sich seit gestern erstmals an der Verlegung von Coronavirus-Intensivpatienten innerhalb Deutschlands. Ein Sanitätsflugzeug vom Typ A310 MedEvac flog ins bayerische Memmingen, um von dort sechs schwer Erkrankte nach Nordrhein-Westfalen zu bringen. Damit sollen die Krankenhäuser in besonders schwer betroffenen Regionen entlastet werden.

Ein Airbus derdeutschen Luftwaffe
APA/dpa/Stefan Puchner

Grundlage für den Einsatz ist das „Kleeblatt-System“ für eine bundesweite Verteilung von Patienten aus einzelnen Regionen, in denen der Kollaps von Krankenhäusern droht. Eine Verlegung von Patienten mit anderen Erkrankungen ist nach einem Kriterienkatalog der Intensivmedizinervereinigung DIVI nur in Ausnahmefällen vorgesehen. Das Konzept war im Frühjahr 2020 unter dem Eindruck der ersten Coronavirus-Welle ins Leben gerufen worden.

Insgesamt sollen 50 bayerische Patienten in andere Bundesländer verlegt werden, rund 30 davon bis Sonntag. Aus Thüringen werden Patienten nach Niedersachsen gebracht. Mecklenburg-Vorpommern nimmt in den kommenden Tagen vier Intensivpatienten aus überlasteten Kliniken in Sachsen auf.

Inland

Im Oktober hat Gabriele Aicher, Rechtsschutzbeauftragte der Justiz und damit oberstes Kontrollorgan über die Staatsanwaltschaften, harsche Kritik an Ermittlungen der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) im Zuge der ÖVP-Inseratenaffäre geübt – zunächst in einer Beschwerde, dann per Presseaussendung. Bei Letzterer soll sie laut „Standard“ und „Spiegel“ von der Kanzlei Ainedter unterstützt worden sein, die zwei von der WKStA beschuldigte ÖVP-Politiker vertritt.

Laut Vorabmeldung des „Standard“ bestätigt Aicher das. Sie habe Ainedter, mit dem sie „seit Jahren freundschaftlich verbunden“ sei, schon vergangenes Jahr auf eigene Kosten mit ihrer Vertretung beauftragt. Sie habe nämlich befürchtet, dass ihre „in Wahrnehmung meiner Pflichten gemachten Äußerungen ‚gegen die WKStA‘ mit Anzeigen und unrichtiger medialer Berichterstattung einhergehen können“. Ainedter berief sich laut „Standard“ auf seine Verschwiegenheitspflicht.

„Keine Nähe zur ÖVP“

Die beim Obersten Gerichtshof angesiedelte Rechtsschutzbeauftragte hatte sich in ihrer Kritik vor allem auf Ermittlungen gegen das Medienhaus „Österreich“ und die dort stattgefundenen Razzien im Zusammenhang der Inseratenkorruptionsaffäre um die ÖVP und Ex-Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) bezogen und sah hier „eine rote Linie des Rechtsstaates überschritten“. Sie ortete aber auch Fehlverhalten der WKStA in anderen Fällen. Als Erstellerin des Dokuments, in dem die Kritik an ausgewählte Boulevardmedien wie die „Kronen Zeitung“ ging, war dem Bericht zufolge in den Metadaten die Kanzlei Ainedter angeführt.

Zu deren Klienten gehört laut Bericht der einstige Medienbeauftragte im Kanzleramt Gerald Fleischmann, gegen den die WKStA im Zusammenhang mit der Inseratenkorruptionsaffäre ermittelt. Außerdem vertritt die Kanzlei auch Ex-Vizekanzler Josef Pröll (ÖVP), gegen den die WKStA in der Causa Casinos/Postenschacher rund um die Bestellung von Peter Sidlo (FPÖ) in den Vorstand des teilstaatlichen Glücksspielkonzerns wegen des Vorwurfs der Untreue und Bestechung ermittelt.

Aicher, die ihr Amt erst im April 2021 antrat, betonte unterdessen gegenüber dem „Spiegel“, „keine Nähe zur ÖVP“ zu haben.

Ein dreijähriger Rechtsstreit über intransparente Inseratengeschäfte ist nun zu Ende. Laut Entscheid des Verwaltungsgerichts Wien musste die Stadt offenlegen, dass für ein vom Bohmann-Verlag produziertes Heftchen 170.720 Euro an Steuergeld fällig wurden.

Mehr dazu in wien.ORF.at

Ausland

Isfahan, die drittgrößte Stadt des Iran, war Schauplatz von Protesten gegen Wassermangel im ausgetrockneten Flussbett des Zayandeh Rud, dem größten Fluss der Region. Hunderte zum Teil steinewerfende Protestierende stießen gestern im Zentrum Isfahans mit der Polizei zusammen. Das teilten iranische Nachrichtenagenturen mit, auch in Sozialen Netzwerken war Entsprechendes zu sehen.

Tränengas eingesetzt

Beamte feuerten demnach Tränengas auf die Protestierenden, die angesichts der anhaltenden Trockenheit Unterstützung für die Bauern gefordert hatten, die dringend Wasser benötigten. Die halboffizielle Nachrichtenagentur FARS berichtete, Protestierende hätten Steine geworfen und ein Polizeimotorrad und einen Krankenwagen in Brand gesteckt. Die Vorfälle ereigneten sich an der bekannten Khaju-Brücke.

Über Nacht waren Bauern, die einen zweiwöchigen friedlichen Sitzstreik abhielten, um gegen die Wasserknappheit in der von Dürre geplagten Region zu protestieren, von unbekannten Männern attackiert worden, die ihre Zelte in Brand steckten.

Seit Jahren Proteste

Die Bauern in der Provinz Isfahan protestieren seit Jahren gegen die Umleitung von Wasser aus dem Zayandeh Rud, um andere Gebiete zu versorgen. Das würde ihre Farmen vertrocknen lassen und ihre Lebensgrundlagen bedrohen, klagen sie. Eine Pipeline, die Wasser in die Provinz Yazd transportiert, wurde laut iranischen Medien wiederholt beschädigt.

Im Juli kam es zu Straßenprotesten wegen der Wasserknappheit im ölproduzierenden Südwesten des Iran. Laut UNO-Menschenrechtlern wurden dabei Demonstranten erschossen. Teheran wies die Kritik zurück. Die Regierung in Teheran macht die Wasserknappheit für die schlimmste Dürre seit 50 Jahren verantwortlich, Kritikerinnen und Kritiker verweisen aber auch auf ein Missmanagement der Behörden.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenski hat gestern mit Aussagen zu einem möglichen baldigen Staatsstreich für Aufsehen gesorgt: Ihm lägen Geheimdienstinformationen vor, dass ein Putsch am 1. oder 2. Dezember stattfinden solle, sagte Selenski auf einer Pressekonferenz. Am späteren Nachmittag relativierte er auf Nachfrage jedoch seine Aussagen und schloss einen tatsächlichen Staatsstreich aus.

Der Präsident hatte zuvor von aufgezeichneten Gesprächen von Personen aus der Ukraine und Vertretern aus Russland gesprochen, in denen eine Beteiligung des Oligarchen Rinat Achmetow an einem Staatsstreich in der Ukraine thematisiert worden sei. Die Rede sei von einer Milliarde Dollar gewesen.

„Alles ein Informationskrieg“

„Ich gehe davon aus, dass Achmetow hier hineingelegt werden solle, dass man ihn in einen Krieg gegen den ukrainischen Staat hineinzieht“, sagte Selenski. Am späteren Nachmittag betonte der Präsident auf Nachfrage, dass von ukrainischen Militärs freilich keine Gefahr ausgehe. „Das ist alles ein Informationskrieg. Es gibt keinen Staatsstreich, und es wird keinen Staatsstreich geben“, sagte er.

In einer sich zuspitzenden innenpolitischen Lage war dem aus Donezk stammenden Oligarchen Achmetow zuletzt nachgesagt worden, dass er eine etwaige Wiederwahl Selenskis 2024 zu verhindern trachte. Als Achmetows Motiv wurde insbesondere ein neues Gesetz über Oligarchen genannt, das den politischen Einfluss von Superreichen in der Ukraine begrenzen soll.

Sorge über russische Truppenbewegungen

Selenski sagte nun aber auch, die Ukraine habe volle Kontrolle über ihre Grenzen und sei bereit, falls es zu einer Eskalation im Verhältnis zu Russland kommen sollte. Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg warnte Russland vor einem Angriff auf die Ukraine. „Wenn Russland Gewalt gegen die Ukraine anwendet, wird das Konsequenzen haben“, sagte Stoltenberg.

Am Vortag hatten sich die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel und Polens Ministerpräsident Mateusz Morawiecki besorgt über russische Truppenbewegungen an der ukrainischen Grenze geäußert. Die Regierung in Moskau bestritt Pläne für einen Angriff.

Beim nächsten Weltwirtschaftsforum im schweizerischen Davos im Jänner entfallen die öffentlichen Sitzungen. Die Entscheidung sei gefallen, weil es zuletzt wiederholt Todesdrohungen von Verschwörungsideologen gegen Mitarbeiter des Weltwirtschaftsforums gegeben habe, berichtete die Schweizer Nachrichtenagentur Keystone-SDA gestern. Da die Sicherheit beim „Open Forum“ nur schwer zu gewährleisten sei, werde dieser Teil gestrichen. Außerdem sollen die bereits enormen Sicherheitsvorkehrungen weiter verstärkt werden.

Das „Open Forum“ wird seit 2003 am Rande der Hauptveranstaltung in einem Schulgebäude in Davos organisiert. Dabei kommen Vertreter von Organisationen, Künstler, Musiker und andere Persönlichkeiten mit führenden Vertretern der Wirtschaft und mit Politikern zusammen.

Die diesjährige Ausgabe des Weltwirtschaftsforums war wegen der Pandemie ausgefallen. Vom 17. bis 21. Jänner soll es nun unter dem Motto „Zusammen arbeiten, Vertrauen wiederherstellen“ stattfinden.

Sport

Österreichs Davis-Cup-Team hat beim Finalturnier in Innsbruck eine Überraschung verpasst und das erste Gruppenspiel in der Gruppe F gegen Favorit Serbien schon vor dem Doppel verloren. Der Weltranglistenerste Novak Djokovic gewann die zweite Partie gegen Dennis Novak deutlich mit 6:3 6:2 und sorgte damit für das vorentscheidende 2:0 der Serben. Zuvor hatte sich Dusan Lajovic nach 2:42 Stunden mit 7:6 (7/5) 3:6 7:5 gegen Gerald Melzer durchgesetzt. Das abschließende Doppel hat keine Bedeutung mehr für den Gesamtsieg.

Lesen Sie mehr …

Marita Kramer hat gleich im ersten Springen der Saison ihre Anwartschaft auf den Gewinn der großen Kristallkugel für den Gesamtweltcup mit einer Machtdemonstration unterstrichen. Die 20-Jährige holte sich gestern in rekordverdächtiger Manier den Sieg im ersten von zwei Springen im russischen Nischnij Tagil. Daniela Iraschko-Stolz veredelte hinter der Slowenin Ema Klinec als Dritte den Traumstart aus österreichischer Sicht.

Lesen Sie mehr …

Der alpine Olympiawinter 2021/22 hat gestern seine erste Absage erfahren. Dichter Schneefall in den kanadischen Rocky Mountains machte die Austragung der ersten Abfahrt unmöglich. Damit muss am Samstag (20.15 Uhr, live in ORF1 und im Livestream) ein neuerlicher Anlauf für den Auftakt der Speed-Spezialisten genommen werden.

Lesen Sie mehr …

Wirtschaft

Die Postgewerkschaft schlägt wegen einer hohen Belastung der Mitarbeiter Alarm. Das Paketaufkommen stieg zuletzt stetig an. Gestern Früh waren es 880.000 Pakete, so Post-Chef Georg Pölzl im Ö1-Radio. Die Mitarbeiter seien „am Limit“, sagte Postgewerkschaftschef Richard Köhler. „Permanent“ würden Überstunden gemacht. Bei einem Krisengipfel habe das Management nun zugesagt, 1.500 neue Mitarbeiter einzustellen. Das muss laut Köhler „sofort“ geschehen.

Alleine bei der börsennotierten teilstaatlichen Post dürfte im Lockdown das Aufkommen an Paketen um rund zehn Prozent steigen. Bei derzeit täglich 800.000 Packerln entspricht das einem Zuwachs von 80.000 Paketen pro Tag, sagte ein Post-Sprecher Anfang der Woche auf Anfrage der APA. Die Post sei aber gut gerüstet für solche Mengen, hieß es zu diesem Zeitpunkt.

Zu Weihnachten 2020 verteilte die Post zu Spitzenzeiten bis zu 1,3 Millionen Pakete täglich. Auch bei shöpping, der Onlineplattform der Post, sei mit zehn Prozent Umsatzplus zu rechnen.

Die Dachorganisation der österreichischen Geflügelwirtschaft (ZAG) hat gestern Billigangebote des Lebensmittelhandels kritisiert.

Der Verband vermutete den heutigen „Black Friday“ als Mitgrund für die Rabattschlacht, bei der sich die Händler gegenseitig unterbieten würden. „Aber welche Botschaft vermittelt man den Österreicherinnen und Österreichern, wenn 1 kg österreichisches Hendl um 1,99 Euro angeboten wird wie aktuell bei Hofer?“, fragte die ZAG in einer Aussendung.

„Die Wertigkeit für hochqualitatives, österreichisches Geflügel geht bei solchen Preisen zur Gänze verloren. Wenn ein österreichisches Hendl so billig angeboten wird, dann leiden alle entlang der Produktionskette“, hieß es weiter.

Während die Masthühnerhalter unter Druck stünden, immer billiger zu produzieren, seien die Futtermittelkosten seit mehr als einem Jahr im Ansteigen.

Im Jahresvergleich ist das Masthendlfutter laut AMA um ein Drittel (32 Prozent) teurer geworden. Aufgrund der Rabattschlacht im österreichischen Handel drohen nun Preisreduktionen auf Ebene der Geflügelhalter. Dieser Entwicklung wollen die Geflügelmäster entgegentreten.

Seit 20 Jahren habe es für Masthühnerhalter de facto keine Preisanhebung beim Geflügelpreis. Ertragssteigerungen hätten sich nur durch die bessere Futterverwertung und höhere Tageszunahmen bei den Tieren ergeben.

Der Verband verwies darauf, dass heimische Masthühnerhalter entsprechend dem österreichischen Tierschutzgesetz nach den EU-weit strengsten und für die Tiere besten Haltungsbestimmungen arbeiteten. Bei Konsumenten hinterließen starke Rabatte bei Fleisch den Eindruck, dass die Produkte auch zu diesen Konditionen produziert werden können, kritisierte die ZAG weiters.

Es entstehe ein neues Preisempfinden für das Produkt und die Erwartungshaltung nach ähnlich tiefen Preisen beim nächsten Einkauf.

Chronik

Im Kosovo hat ein Bewaffneter einen Schulbus angegriffen und drei Menschen erschossen. Nach Angaben der Polizei attackierte der Mann gestern Abend in der Ortschaft Gllojan im Zentrum des Balkanstaates den Bus und tötete einen Buben, ein Mädchen sowie den Fahrer.

Kosovarische Medien berichteten, der Angreifer habe eine Maske getragen und sei mit einem Sturmgewehr des Typs AK-47 bewaffnet gewesen. Über seine Motive sei nichts bekannt. Ein 14-Jähriger sei bei dem Angriff verletzt worden, sein Zustand sei stabil.

Die kosovarische Präsidentin Vjosa Osmani rief Polizei und Behörden auf, den Täter so schnell wie möglich zu fassen und vor Gericht zu stellen. „Einen Schulbus anzugreifen ist ein Schlag gegen die Sicherheit und Ordnung“, erklärte sie im Online-Netzwerk Facebook.

Mehr als 50 Menschen sind in Russland nach dem schwersten Bergwerksunglück seit mehr als zehn Jahren für tot erklärt worden. In der Kohlegrube im Ort Belowo in Sibirien starben 46 Bergleute und fünf Retter, wie der Gouverneur des Gebiets Kemerowo, Sergej Ziwiljow, gestern im Nachrichtenkanal Telegram mitteilte.

Gerettet wurde überraschend ein 51 Jahre alter Mann, der unter Trümmern nach einer Explosion überlebt und sich an die Oberfläche gekämpft hatte. Der Mann gehörte zu den Rettungskräften. Ein Einsatzleiter sprach von einem „Wunder“.

Nach Darstellung von Ziwiljow werden 38 Grubenarbeiter und elf Rettungskräfte in Krankenhäusern behandelt – die meisten von ihnen, weil sie giftige Gase eingeatmet haben.

Bergmänner nach Explosion für tot erklärt

In dem Bergwerk Listwjaschnaja im Kusnezker Kohlebecken (Kusbass) im Westen Sibiriens hatte sich Donnerstagfrüh aus zunächst unbekannter Ursache eine Explosion ereignet. Kurz darauf sprachen die Behörden zunächst von elf Todesopfern. Unter Tage hielten sich noch 35 Arbeiter auf. Sie wurden schließlich für tot erklärt.

Ziwiljow ordnete eine dreitägige Trauer an. Viele Menschen legten an öffentlichen Orten Nelken nieder. Der russische Regierungschef Michail Mischustin begann eine Kabinettssitzung mit einer Schweigeminute. Er sprach von einer „Tragödie“ und ordnete Hilfe für die Überlebenden und Hinterbliebenen an.

Westliche Flachlandgorillas gehören in der freien Wildbahn zu den bedrohten Tierarten. Nicht so in Zoos, wo es teils zur Überpopulation kommen kann. Der Umgang mit den männlichen Gorillas wird dann schwierig: In gemischten Gruppen können sie sich weiter vermehren, in rein männlichen droht aggressives Verhalten.

Wie der britische „Guardian“ berichtet, will der Verband European Association of Zoos and Aquaria (EAZA) daher neben Kastrationen auch die Keulung männlicher Flachlandgorillas zur Debatte stellen. Der „Guardian“ beruft sich dabei auf geheime Dokumente, die an die Mitglieder gingen.

Noch nicht durchgeführt

In den Papieren heißt es laut der Zeitung, dass neben Kastration auch Keulung eine Option sei, um die Zoopopulation unter Kontrolle zu halten. „Aus biologischer Sicht“ sei die Keulung das beste Mittel. Die EAZA bestätigte, dass der Vorschlag Teil eines „Managementplans“ für Gorillapopulationen sei. Es sei bisher aber weder zu Keulungen gekommen noch würden diese derzeit aktiv vorgeschlagen. Das werde sich auch so rasch nicht ändern.

Die Organisation dürfte bereits mit öffentlicher Kritik an dem Vorschlag gerechnet haben. In dem Papier hieß es laut „Guardian“, dass Keulungen wohl umstritten und in manchen Ländern auch illegal wären. Die Diskussion darüber könne rasch „emotional“ werden.

Tierschützer fordern Auswilderung

Tierschützer übten auch scharfe Kritik. Sie plädierten dafür, die Tiere nicht zu keulen, sondern stattdessen auszuwildern. Fachleute wandten allerdings ein, dass die Auswilderung von Zootieren in vielen Fällen schwierig sei. So könnten die ausgewilderten Tiere Krankheiten in die Wildpopulationen einschleppen und diese bedrohen. Laut EAZA unterstütze man Auswilderungen, wo sie möglich seien. Allerdings würden die natürlichen Lebensräume der Tiere immer weiter schrumpfen, oft könnten diese keine neuen Tiere mehr verkraften. Laut dem Bericht befinden sich derzeit 463 Westliche Flachlandgorillas in 69 EAZA-Zoos.

Die Kälte aus Nordeuropa und ein feuchtes Adria-Tief haben gestern in weiten Teilen Österreichs für den ersten Schnee im Herbst gesorgt. In Ostösterreich startete der Tag erst mit Regen, der im Laufe des Vormittags in dichten Schneefall überging. Mancherorts kam es durch den Wintereinbruch zu Unfällen.

Mehr dazu in oesterreich.ORF.at

Wegen des Verdachts des Mordes ist gestern nach dem Tod einer 28-jährigen Frau in Innsbruck die Untersuchungshaft über ihren Lebensgefährten verhängt worden. Der 34-jährige Beschuldigte hatte behauptet, seine Freundin habe sich bei einem Sturz verletzt.

Mehr dazu in tirol.ORF.at

Die Polizei sucht nach einem Unfall auf einem Schutzweg in Hard (Vorarlberg) nach einer Lenkerin. Die Frau soll gestern ein 13-jähriges Mädchen gestreift haben und einfach weitergefahren sein.

Mehr dazu in vorarlberg.ORF.at

Ein alter Tresor gibt Rätsel auf: Er wurde im ehemaligen Kohle-Gaskraftwerk Peisching (Niederösterreich) entdeckt. Ein Schlüssel ist nicht auffindbar, was drinnen ist, weiß offenbar auch niemand. Jetzt werden „Panzerknacker“ gesucht, die den Tresor öffnen können.

Mehr dazu in noe.ORF.at

Kultur

Der Musical-Komponist und Texter Stephen Sondheim ist im Alter von 91 Jahren gestorben. Wie die Zeitung „New York Times“ unter Berufung auf Sondheims Anwalt berichtete, starb er am
gestrigen Freitag in seinem Haus in Roxbury im US-Bundesstaat Connecticut, nachdem er am Vortag noch mit Freunden Thanksgiving gefeiert hatte.

Textete „West Side Story“

Sondheim galt als Broadway-Legende, 1957 gelang ihm der Durchbruch im Musiktheater, als er die Texte zu Leonard Bernsteins Welterfolg „West Side Story“ schrieb. Im Laufe seiner langen Karriere als Komponist und Texter wirkte er an weiteren Musical-Erfolgen wie „Sweeney Todd“, „Gypsy“ oder „Sunday in the Park with George“ mit.

Zahlreiche Auszeichnungen

Für sein Schaffen wurde er mir acht Grammy Awards ebenso vielen Tony Awards, einem Oscar und dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet. 2015 erhielt er vom damaligen Präsidenten Barack Obama die Freiheitsmedaille, die höchste zivile Auszeichnung der Vereinigten Staaten. „Um es einfach zu sagen: Stephen hat das amerikanische Musical neu erfunden“, sagte Obama damals.

Das Volkstheater Wien hat die Hoffnung aufgegeben, nach dem Lockdown mit dem Spielbetrieb bereits am 13. Dezember wieder starten zu können. So wird das Haus unter Intendant Kay Voges erst am 7. Jänner 2022 wieder für das Publikum öffnen.

Mehr dazu in wien.ORF.at