Ukraine-Krieg

Inmitten der Spannungen wegen eines möglichen NATO-Beitritts Finnlands stellt Russland seine Stromlieferungen in das Nachbarland wegen ausstehender Zahlungen ab heute ein. Das teilte das Energieunternehmen RAO Nordic Oy mit. Das in Helsinki ansässige Tochterunternehmen des russischen Konzerns InterRAO erklärte gestern, es gebe keine Möglichkeit, die Rechnungen für die Stromimporte zu bezahlen.

„Diese Situation ist außergewöhnlich und zum ersten Mal in unserer über zwanzigjährigen Handelsgeschichte eingetreten“, hielt das Unternehmen fest. Es hoffe, dass sich die Lage „bald“ bessere und der Handel wieder aufgenommen werden könne.

Finnland hatte zuvor erklärt, man wolle angesichts des russischen Militäreinsatzes in der Ukraine „unverzüglich“ einen Antrag auf Beitritt zur NATO stellen. Nach Jahrzehnten der militärischen Bündnisneutralität ist das für Helsinki ein grundsätzlicher verteidigungspolitischer Richtungswechsel.

Skepsis und Beifall zu geplantem NATO-Beitritt

Kreml-Sprecher Dmitri Peskow sagte daraufhin, Russland würde eine finnische Mitgliedschaft in dem westlichen Militärbündnis „definitiv“ als Bedrohung ansehen. Das russische Außenministerium erklärte, Moskau sehe sich gezwungen, darauf „militärisch-technisch und auf andere Weise“ zu reagieren.

Kritisch äußerte sich auch der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan. „Derzeit beobachten wir die Entwicklungen bezüglich Schweden und Finnland, aber wir haben keine positive Meinung dazu“, sagte Erdogan. Die Türkei ist Mitglied der Verteidigungsallianz und müsste einer Erweiterung zustimmen.

Die US-Regierung spricht sich dagegen für einen NATO-Beitritt der nordischen Länder aus. Ein formeller Mitgliedsantrag der beiden Länder wäre ein „weiterer Beweis für die strategische Fehlkalkulation“ des russischen Präsidenten Wladimir Putin, hieß es aus dem US-Außenministerium.

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Die abtrünnige georgische Region Südossetien hat für den 17. Juli eine Volksbefragung über einen Beitritt zur Russischen Föderation angekündigt. Der Präsident des Gebietes, Anatoli Bibilow, unterzeichnete gestern ein entsprechendes Dekret, wie sein Büro mitteilte. Mit dem Ansetzen des Referendums entspreche er dem „historischen Streben“ der Menschen in Südossetien, erklärte Bibilow laut Angaben seines Büros.

Bibilow steht allerdings vor seiner Ablösung als Präsident. Russland hat bereits die Hoffnung geäußert, dass sein designierter Nachfolger Alan Gagloew für „Kontinuität“ in den Beziehungen zu Moskau sorge.

Nach einem kurzen militärischen Konflikt mit Georgien im August 2008 hatte Russland die Unabhängigkeit der prorussischen Separatistenregion und des benachbarten Abchasiens offiziell anerkannt. Seitdem sind russische Streitkräfte dort ständig stationiert.

Die Situation für viele Flüchtlinge aus der Ukraine werde immer prekärer, das sagen diverse Flüchtlingsorganisationen. Den Menschen ginge das Geld aus. Die Grundversorgung sei nicht genug und stehe zum Teil auch noch aus.

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Vizekanzler Werner Kogler (Grüne) will in der Diskussion über den Füllstand des Gasspeichers in Haidach (Salzburg) „nicht mehr lange zuschauen“. „Entweder die jetzigen Speicherbetreiber oder Rechteinhaber werden das befüllen, oder wir werden andere Wege finden“, kündigte er am Rande einer Pressekonferenz gestern die Schaffung „normativer Mittel“ an. Das müsse aber nicht zwangsläufig auf eine Verstaatlichung hinauslaufen.

„Wir haben einen der größten Speicher, der aber aus politischen Erpressungsgründen leer bleibt“, meinte Kogler mit Blick auf Haidach. „Das wird nicht gehen.“

Bundeskanzler Karl Nehammer (ÖVP) habe mit seinem Ausdruck des „Use it or lose it“ schon recht, so Kogler – entweder man nutze diese Infrastruktur, oder man überlasse sie anderen. „Das bezieht sich auf die Rechte, deshalb muss man noch nicht das Infrastrukturgebilde verstaatlichen.“

Gasspeicheranlage Haidach
APA/Manfred Fesl

Ausland

Bei einem Raketenangriff in Zentralsyrien sind nach Angaben syrischer Staatsmedien fünf Menschen getötet worden. Sieben weitere Menschen wurden bei dem Angriff gestern Abend verletzt, darunter auch ein Kind, wie die Nachrichtenagentur Sana mitteilte. Der Luftangriff sei aus Richtung des Mittelmeers gekommen, aus der westlichen Umgebung der Küstenstadt Banias.

Das syrische Militär machte demnach Israel für den Angriff verantwortlich. Unter den Todesopfern sei auch ein Zivilist. In den Wäldern von Masyaf westlich von Hama seien mehrere Brände ausgebrochen. Laut Sana schoss die syrische Luftabwehr die meisten Raketen ab.

Nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte feuerten israelische Flugzeuge mindesten acht Raketen ab. Diese hätten Waffendepots und Militärposten iranischer Milizen in der Region Masyaf getroffen.

Schirin Abu Akle, eine bekannte Reporterin für den TV-Sender al-Jazeera, ist am Mittwoch durch Schüsse im Westjordanland getötet worden. Unklar ist, wer dafür verantwortlich ist. Seit ihrem Tod steigen die Spannungen in Israel stark an. Beim Begräbnis gestern kam es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen, die UNO zeigte sich alarmiert.

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Die fünfte Regierung des rechtsnationalen ungarischen Premiers Viktor Orban steht, wie die Nachrichtenagentur MTI gestern berichtete. Zsolt Semjen soll demzufolge weiterhin stellvertretender Ministerpräsident bleiben. Ihre Posten behalten sollen ebenfalls Außenminister Peter Szijjarto, Innenminister Sandor Pinter, Justizministerin Judit Varga, Finanzminister Mihaly Varga und Kanzleiminister Gergely Gulyas. Varga ist die einzige Frau in der neuen Regierung.

Auch das Agrarministerium soll weiter von Istvan Nagy geführt werden, das Ministerium für Technologie und Innovation von Laszlo Palkovics. Antal Rogan behält den Posten des Kabinettschefs des Premiers. Zu Rogans und damit in die Kompetenzen Orbans gelangen gebündelt alle ungarischen zivilen Nachrichtendienste, die bisher dem Innenministerium unterstellt waren.

Orban hatte am vergangenen Freitag angekündigt, dass die neue Regierung bis Ende Mai gebildet werden könne. Am Montag wird Orban zum fünften Mal im Parlament zum Regierungschef gewählt.

Der Oberste Gerichtshof von Texas hat Ermittlungen gegen die Eltern minderjähriger Transgender, die sich einer Geschlechtsumwandlung unterziehen, wieder zugelassen. Der Supreme Court des US-Bundesstaates hob gestern einen von Gerichten unterer Instanz verfügten grundsätzlichen Stopp solcher Ermittlungen in ganz Texas wieder auf. Zur Begründung erklärte der Supreme Court, die Gerichte hätten ihre Kompetenzen überschritten.

Der konservative Justizminister von Texas, Ken Paxton, hatte im Februar erklärt, eine chirurgische Geschlechtsumwandlung oder Hormonbehandlung bei Minderjährigen stelle „Kindesmissbrauch“ dar. In der Folge wies Gouverneur Greg Abbott die Jugendämter des Bundesstaates an, in solchen Fällen Ermittlungen einzuleiten.

Daraufhin ins Visier der Behörden geratene Eltern einer Transgender-Jugendlichen zogen vor Gericht. Eine Richterin ordnete schließlich einen vorläufigen Stopp der Ermittlungen gegen die Eltern und aller vergleichbaren Ermittlungen an. Ein Berufungsgericht bestätigte das.

Keine Ermittlungen gegen klagende Familie

Der Supreme Court von Texas hob dieses grundsätzliche Ermittlungsverbot nun auf. Die Richter verfügten aber zugleich, dass die konkreten Ermittlungen gegen die Klägerfamilie bis auf Weiteres nicht wieder aufgenommen werden dürfen, da das der Familie „irreparablen Schaden“ zufügen könnte. Der Gerichtshof hielt auch fest, dass weder Gouverneur Abbott noch Justizminister Paxton die Befugnis hätten, die Jugendämter zu bestimmten Ermittlungen anzuhalten.

Die Bürgerrechtsorganisation American Civil Liberties Union (ACLU), die die Klägerfamilie juristisch unterstützt, begrüßte deswegen das Urteil des Gerichtshofs. Die Mutter der von der jetzigen Gerichtsentscheidung betroffenen Jugendlichen war von ihrem staatlichen Arbeitgeber suspendiert worden. Zudem begann das Jugendamt mit Ermittlungen dazu, ob die 16-jährige Tochter sich „derzeit von einem Buben in ein Mädchen umwandelt“.

Inland

Die Familienreferenten der Länder haben sich gestern angesichts des Krieges in der Ukraine für mehr Unterstützung für Familien ausgesprochen. Sie wollten Maßnahmen gegen die Teuerung und gegen Kinderarmut sowie psychosoziale Hilfeleistungen für Geflüchtete, sagte die burgenländische Landesrätin Daniela Winkler (SPÖ) bei einer Pressekonferenz im Anschluss an die Familienreferentenkonferenz in Frauenkirchen.

Generell habe sich die Lage von Kindern und Familien durch die CoV-Krise und den Ukraine-Krieg verschärft. „Die Lebensqualität vieler Familien hat sich massiv verschlechtert“, sagte Winkler.

Die Landesfamilienreferentenkonferenz fordert daher eine Kindergrundsicherung und eine bedarfsgerechte staatliche Unterhaltsgarantie. Über die Kindergrundsicherung sollten 200 Euro pro Monat für jedes Kind anstatt der Familienbeihilfe ausgezahlt werden und zusätzlich – abhängig vom Einkommen – bis zu 425 Euro pro Monat und Kind, so Winkler.

Angebote für ukrainische Familien

Außerdem sprach sich die Landesfamilienreferentenkonferenz für psychosoziale Unterstützung für traumatisierte Kinder und Jugendliche aus der Ukraine aus. Es brauche etwa entsprechende Kindergarten- und Schulplätze sowie ausreichend Deutschkurse für die Geflüchteten, meinte Wiens Familienreferent Christoph Wiederkehr (NEOS). Die Familienberatung solle ausgedehnt werden.

Weitere Themen der Konferenz waren unter anderem die Indexierung der Familienbeihilfe und die Ausdehnung des Mutter-Kind-Passes bis zum 18. Lebensjahr. Gefordert wird auch ein Maßnahmenpaket zur Stärkung des Selbstbestimmungsrechts junger Frauen, das Zwangs- und Kinderehen verhindern soll.

Der dritte Nationalratspräsident Norbert Hofer (FPÖ) will dieses Jahr nicht bei der Wahl zum Bundespräsidenten antreten. „Ich bin der Meinung, es wäre für mich klug und für die FPÖ klug und fürs Land klug, wenn ich diese Runde auslasse und die nächste gewinne“, sagte er gestern laut Vorabmeldung im Sender oe24.TV.

Seine Partei wird laut Hofer auf jeden Fall einen Kandidaten oder eine Kandidatin für die Hofburg-Wahl in diesem Herbst stellen. Wer das sein wird, hätten die Gremien zu entscheiden.

Schon bisher hatte Hofer betont, dass für ihn ein Antreten 2022 – Zustimmung der Gremien vorausgesetzt – nur vorstellbar sei, wenn der amtierende Bundespräsident Alexander Van der Bellen nicht erneut antritt. Dieser hat sich zwar bisher noch nicht deklariert, allgemein wird allerdings von seiner Wiederkandidatur ausgegangen. 2016 hatte der frühere Grünen-Chef sich letztlich in einer Stichwahl klar gegen Hofer durchgesetzt.

Mögliches Antreten Kickls noch offen

Ob die FPÖ Parteichef Herbert Kickl ins Rennen schicken könnte, ließ Hofer offen. Die Gremien würden auf Vorschlag des Parteiobmannes entscheiden. „Er wird sich sicherlich viele Gedanken darüber machen.“

Kickl hatte Anfang Mai betont, die Freiheitlichen hätten gleich mehrere geeignete Personen – und zwar Männer wie Frauen. Die FPÖ wolle sich aber „nicht zu früh in die Karten schauen lassen“. Hofer will sich der Vorabmeldung zufolge nun jedenfalls vorerst auf seine Beratungsfirma im Bereich Pflege konzentrieren.

Nach der Präsentation des neuen Pakets zur Pflege gibt es weitere große Brocken zu bearbeiten – allen voran die 24-Stunden-Betreuung. Deren Vertreter und Vertreterinnen meldeten sich gestern zu Wort. Der Tenor: So kann es nicht weitergehen. Dieses wichtige System komme mit der jetzigen Teuerung an den Rand des Zusammenbruchs, so die drastische Warnung mehrerer Organisationen bei einer Pressekonferenz.

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Der Bund habe im Zusammenhang mit der Absage des Wiener Lobautunnels einen „klaren Gesetzesbruch“ begangen, davon sind die Stadt Wien und die Wiener Wirtschaftskammer nun überzeugt. Sie präsentierten gestern ein Gutachten des Rechtsanwaltes Christian Onz.

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COV Inland

Österreich hebt alle wegen der Pandemie verhängten Einreiseregeln auf. Ab Montag ist bei der Einreise nach Österreich kein 3-G-Nachweis mehr nötig. Eine Einreise ist damit wieder aus allen Ländern der Welt ohne Auflagen möglich. Das geht aus der gestern veröffentlichten neuen Einreiseverordnung des Gesundheitsministeriums hervor. Begründet wurde die Aufhebung mit der derzeitigen epidemiologischen Lage.

Die bisherigen Regeln für Virusvariantengebiete bleiben offiziell bestehen, allerdings befindet sich derzeit kein Land auf der Liste dieser Gebiete. Sollte eine neue Virusvariante auftauchen, könnten damit für bestimmte Länder rasch wieder die Test-, Registrierungs- und Quarantänepflicht verhängt werden.

Reisebranche erleichtert

Die Reisebranche, die seit Wochen eine Aufhebung der Einreisebeschränkungen gefordert hatte, reagierte erfreut. „Damit konnte – spät aber doch – ein massiver Wettbewerbsnachteil gegenüber anderen europäischen Destinationen beseitigt werden“, erklärte der Obmann des Fachverbands der Reisebüros, Gregor Kadanka, in einer Aussendung.

Bisher galt bei der Einreise nach wie vor die 3-G-Pflicht. Einreisende mussten nachweisen, dass sie geimpft, genesen oder getestet sind.

Die 7-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in den abgelaufenen sieben Tagen je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner, liegt laut Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) bei 376,6 (Stand: gestern, 14.00 Uhr).

Am höchsten ist die Zahl in Wien (498,2) und im Burgenland (477,7). Am niedrigsten ist der Wert in der Steiermark (262,9) und Vorarlberg (271,0).

Das Berichtsschema der AGES zeigt die Zahlen vom Vortag – wie die Meldung der Ministerien. Wesentlicher Unterschied zu den Ministeriumsmeldungen: Laborbestätigte Fälle, Tote etc. werden nicht zum Meldezeitpunkt dargestellt, sondern zum Diagnose- bzw. Sterbedatum. In der Darstellung in ORF.at wird auch täglich transparent gemacht, welchen Tagen die neu gemeldeten Fälle zugeordnet werden.

Ministerien melden 4.555 Neuinfektionen

Das Gesundheits- und das Innenministerium haben 4.555 neu registrierte Coronavirus-Fälle innerhalb der letzten 24 Stunden (Stand: gestern, 9.30 Uhr) gemeldet. Diese Zahlen meldeten die Bundesländer an den nationalen Krisenstab.

18.296 Menschen verstarben bisher am oder im Zusammenhang mit dem Coronavirus. 807 infizierte Personen werden derzeit in einem Spital behandelt, davon 65 auf Intensivstationen.

Karten, Grafiken und Informationen zu aktuellen Fällen und zum Epidemieverlauf in ORF.at/corona/daten

Erklärung zur Zählweise und weiteren Fragen in ORF.at/corona

COV Ausland

Nach einem mutmaßlichen massiven Corona-Ausbruch hat Nordkorea 21 weitere „Fieber“-bedingte Todesfälle gemeldet. Zudem seien gestern 174.440 neue Fälle von Fiebererkrankungen registriert worden, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur KCNA heute.

Wie viele der 21 Todesfälle auf das Coronavirus zurückzuführen waren, blieb unklar. Experten zufolge verfügt das international isolierte Land nicht über ausreichende Kapazitäten für Massentests.

Insgesamt erkrankten laut KCNA bisher landesweit 524.440 Menschen an Fieber, davon seien 234.630 inzwischen wieder vollständig genesen. Die Zahl der Todesfälle belaufe sich insgesamt auf 27.

Wirtschaft

Greenpeace hat die Haltungsbedingungen für Schweine in Österreich und Deutschland verglichen. Laut der NGO erfüllen mindestens 90 Prozent des österreichischen Schweinefleischs nicht die Anforderungen der schlechtesten Stufe der deutschen Tierhaltungskennzeichnung. Bei der AMA und im Handel kann man diese Pauschalkritik nicht nachvollziehen.

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Sport

Der Traum von Eva Voraberger auf den WM-Titel im Bantamgewicht (bis 53,5 kg) nach Version des World Boxing Council (WBC) ist heute Nacht in der vierten Runde geplatzt. Die 32-jährige Steirerin musste sich in Istanbul der türkischen Lokalmatadorin Seren Cetin nach technischem K. o. geschlagen geben. Davor hatten die Organisatoren mit der falschen österreichischen Hymne für einen Fauxpas gesorgt.

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Die 85. Weltmeisterschaft der Männer in Finnland hat gestern mit Favoritensiegen begonnen. In der Österreich-Gruppe B in Tampere gaben sich die Gastgeber mit einem 5:0-Erfolg über Norwegen ebenso keine Blöße wie die USA mit einem 4:1-Sieg über Lettland. In Gruppe A in Helsinki behielt Kanada gegen Deutschland mit 5:3 die Oberhand, und auch die Slowakei setzte sich gegen Frankreich trotz eines zwischenzeitlichen Durchhängers mit 4:2 durch. Österreich startet sein WM-Abenteuer heute gegen Schweden (11.20 Uhr, live in ORF Sport +).

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Die Österreich-Radrundfahrt ist wie in den vergangenen beiden Jahren abgesagt worden. Waren 2020 die Pandemie-Beschränkungen und im Vorjahr finanzielle Gründe die Ursache, sind es diesmal das Ausscheiden vonseiten der Kärntner Etappenorte und die aktuelle wirtschaftliche Verunsicherung, wie es gestern Abend vom österreichischen Radsportverband (ÖRV) hieß.

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Chronik

Im Salzburger Pinzgau ist gestern eine 30-jährige Frau von Angehörigen tot in ihrer Wohnung aufgefunden worden. Laut Polizei dürfte sie durch Messerstiche getötet worden sein. In der Region wurde eine Großfahndung eingeleitet.

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Im steirischen Kapfenberg treibt derzeit eine außer Kontrolle geratene Krähe ihr Unwesen. Der Vogel soll seit März zahlreiche Personen attackiert haben. 20 wurden dabei verletzt. Die Bewohner fordern eine rasche Lösung, für die sich nach Wochen nun doch jemand zuständig fühlt.

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Die ersten GTI-Fahrer sind bereits in Kärnten, noch hat es keine Vorfälle gegeben. Für die neuralgischen Punkte um den Faaker See und den Wörthersee hatte die Stadt Villach erstmals ein Nachtfahrverbot angekündigt, um geplagte Anrainer zu schonen. Lärmmessungen ergaben aber vorerst keine akute Mehrbelastung.

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Eine Bombendrohung hat gestern Abend im Bereich des Krankenhauses Hall in Tirol zu einem Großeinsatz geführt. Die Polizei riegelte das Areal rund um das Krankenhaus großräumig ab und durchsuchte es. Nach rund vier Stunden konnte Entwarnung gegeben werden. Jetzt laufen die Ermittlungen zur Ausforschung des anonymen Anrufers.

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Nach der Amoktat mit sechs Verletzten in einer deutschen Regionalbahn bei Aachen zeichnet sich laut Angaben der Ermittler kein islamistisches Motiv ab. „Für ein islamistisches Motiv der Tat haben wir bisher nichts Belastbares“, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Aachen gestern der dpa. Es gebe aber Anhaltspunkte, die die Schuldfähigkeit des Verdächtigen infrage stellen. Deswegen werde diese nun geprüft. Ermittelt werde wegen eines versuchten Tötungsdelikts.

Bei dem Festgenommenen handle es sich um einen 31-jährigen Mann, der im Irak geboren wurde, seine Staatsangehörigkeit sei weiter unklar. Bei der Attacke im deutschen Bundesland Nordrhein-Westfalen waren fünf Menschen und der Angreifer verletzt worden.

Der Mann war 2017 nach einem Hinweis aus dem Flüchtlingsheim, in dem er untergebracht war, als „Prüffall Islamismus“ eingestuft worden.

Kultur

Der Journalist Deniz Yücel ist überraschend als Präsident des deutschen PEN-Zentrums zurückgetreten. Zugleich kündigte er seinen Austritt aus der Schriftstellervereinigung an. Zuvor war sein Abwahlantrag bei der Mitgliederversammlung gestern in Gotha knapp abgelehnt worden. Hintergrund sind interne Querelen in der Führungsriege der Schriftstellervereinigung.

Journalist Deniz Yucel
Reuters/Marlene Gawrisch

Das Präsidium mit dem 48-Jährigen an der Spitze war erst im vergangenen Oktober gewählt worden und hatte zuletzt mit heftigem Streit und Machtkämpfen für Schlagzeilen gesorgt. Der Führungsstil der Spitzenriege führte zu großen Verwerfungen in den Reihen der Mitglieder, die in Gotha in einer äußerst aufgeheizten Debatte zutage traten. Bei den Konflikten geht es im Kern um Beleidigungen, Mobbingvorwürfe und den Umgangston. Der gestellte Abwahlantrag gegen den PEN-Präsidenten war ein Novum in der jüngeren Geschichte der Vereinigung.

„Habe es nicht nötig“

Yücel hatte in Gotha zu den Querelen gesagt: „Ich habe es nicht nötig – take it or leave it, PEN.“ Die Vereinigung sieht er trotz des internen Streits gut aufgestellt. Dafür spreche auch das gewachsene Interesse der Öffentlichkeit an der Schriftstellervereinigung. Es gehe bei den Querelen nicht um einen Generationenkonflikt, betonte Yücel, der in Gotha auch öffentlich machte, zu Jahresbeginn an einer Depression gelitten zu haben.

Yücel hatte sich gleich zum Auftakt des Treffens mit Buhrufen und Beleidigungen konfrontiert gesehen. Das Präsidium, das PEN zurück auf die Höhe der Zeit führen wolle, habe gleich mehrere latente Probleme geerbt, hieß es in seinem Bericht. Die schwelenden Konflikte und Spannungen wären, wenn nicht in diesem Präsidium, dann in einem anderen ausgebrochen. Der Journalist, der wegen angeblicher Terrorpropaganda ein Jahr in türkischer Untersuchungshaft saß, räumte aber auch Fehler ein.

Mitglieder hatten zuvor ihre Sorge über die Grabenkämpfe geäußert, die das Image des PEN-Zentrums nachhaltig beschädigten. Kassenprüfer Klaus Wettig schlug deshalb eine Mediation vor. Zugleich appellierten Mitglieder, wieder zu Sachlichkeit zurückzukehren. Eine Abberufung von Yücel wäre einer Niederlage und einer Blamage des gesamten PEN gleichgekommen, sagten Unterstützer des Präsidenten.

Das PEN-Zentrum Deutschland hat nach eigenen Angaben 770 Mitglieder und ist eine der weltweit mehr als 140 Schriftstellervereinigungen, die im internationalen PEN vereint sind. Die drei Buchstaben stehen für die Wörter Poets, Essayists und Novelists.

Eines der wichtigsten Werke von Albin Egger-Lienz wird ab Juni wieder im Lienzer Museum Schloss Bruck zu sehen sein. Der „Totentanz“ in einer Version der vierten Fassung, im Juni 2021 als bisher teuerstes Werk des Künstlers im Dorotheum versteigert, wird künftig in den Ausstellungsräumen auf Schloss Bruck zu sehen sein.

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Nach fünf langen Jahren Wartezeit meldet sich der Ausnahmerapper Kendrick Lamar mit einem neuen Album zurück. Leicht verdauliche Rapmusik für die Sommerplaylist geben die 18 Songs auf „Mr. Morale & The Big Steppers" nicht her, stattdessen hat Kendrick Lamar die generationenübergreifenden Traumata in seiner Community, ausgelöst durch Armut, Kriminalität, Rassismus und Gewalt, aus verschiedenen Perspektiven betrachtet.

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Science

1958 ist in Wr. Neustadt die älteste Militärakademie der Welt wieder in Betrieb gegangen. Kurz vor Kriegsende zerstört, war sie nach 1945 wieder aufgebaut worden. Das auferstandene Bundesheer brauchte jeden Offizier, den es bekommen konnte – Zeitzeugen erinnern sich.

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Leute

Queen Elizabeth II. hat bei der Royal Windsor Horse Show ihre Pferde unter die Lupe genommen. Die Königin zeigte sich gestern freudestrahlend bei der traditionellen Veranstaltung im Park ihrer Residenz Schloss Windsor bei London. Die 96-Jährige hatte wegen gesundheitlicher Probleme am Dienstag die Zeremonie zur Parlamentseröffnung in London abgesagt.

Queen Elizabeth II
AP/PA/Steve Parsons

Daraufhin wurde spekuliert, dass sie auch nicht zur Horse Show kommen würde. Elizabeth wurde in einem Geländewagen auf das Areal unweit des Schlosses gefahren. Die Königin ist eine Pferdeliebhaberin und besitzt mehrere Tiere.