COV Ausland

Ein spanisches Gericht hat die erneute Coronavirus-Ausgangssperre für mehr als 200.000 Menschen in der Region Katalonien außer Kraft gesetzt. Das oberste Gericht Kataloniens teilte heute auf Twitter mit, die von der Regionalregierung angeordnete Ausgangssperre verstoße gegen geltendes Recht. Das Gerichtsurteil kann angefochten werden.

Wegen eines neuen Coronavirus-Infektionsherds hatte die katalonische Regionalregierung am Samstagabend eine Ausgangssperre für den Großraum Lleida (Lerida) verhängt, die gestern in Kraft trat. Bereits gut eine Woche zuvor war die Gegend vom Rest des Landes isoliert worden.

Drei Gründe, um das Haus zu verlassen

Die Krankenhäuser in der Gegend um Lleida stehen kurz vor einer Überlastung. Die Ausgangssperre für die Gegend ist die erste derartige Maßnahme seit dem Auslaufen des wegen der Pandemie verhängten Ausnahmezustands in Spanien am 21. Juni. Die Betroffenen dürfen ihr Zuhause nur verlassen, um zur Arbeit oder zum Arzt zu gehen oder Lebensmittel einzukaufen. Ansammlungen von mehr als zehn Menschen wurden untersagt.

Spanien zählte zwischenzeitlich zu den am schwersten von der Pandemie betroffenen Ländern Europas. Mehr als 28.400 Menschen starben. Landesweit gilt eine Maskenpflicht für öffentlich zugängliche geschlossene Räume sowie für Bereiche im Freien, in denen die Wahrung der Abstandsregeln nicht gewährleistet werden kann.

In der Region Katalonien gilt seit Donnerstag allerdings eine verschärfte Maskenpflicht, die den Mund-Nasen-Schutz auch im Freien bei Wahrung der Abstandsregeln vorsieht. Eine verschärfte Maskenpflicht gilt seit Montag auch auf Mallorca und den anderen Baleareninseln.

Beschäftigte im Gesundheitswesen sind Amnesty International zufolge in der Coronavirus-Pandemie in vielen Ländern durch schlechte Arbeitsbedingungen gefährdet. In einigen Staaten müssen sie sogar mit Repressalien rechnen, wenn sie Missstände aufzeigen. Das geht aus einem Bericht hervor, den die Menschenrechtsorganisation heute veröffentlichte.

So fehlt es häufig an Schutzkleidung und angemessener Bezahlung. In einigen Ländern wurden Ärzte, Pfleger und andere Beschäftigte festgenommen oder anderweitig unter Druck gesetzt, nachdem sie sich beschwert hatten.

Repressionen bei Hinweis auf Mängel

Dem Amnesty-Bericht zufolge gab es in fast allen der 63 betrachteten Ländern und Regionen Berichte über mangelnde Schutzkleidung. Wie viele Beschäftigte im Gesundheitswesen inzwischen weltweit an Covid-19 gestorben sind, ist nicht bekannt. Amnesty verzeichnete 3.000 Todesfälle in 79 Ländern, die echte Zahl dürfte aber weit höher liegen. Oft ist auch die Bezahlung schlecht. Im Südsudan erhalten dem Bericht zufolge Ärztinnen und Ärzte im Staatsdienst seit Februar kein Gehalt mehr.

In Malaysia wurde laut dem Bericht beispielsweise eine friedliche Demonstration von Reinigungskräften aufgelöst, mehrere Teilnehmer wurden festgenommen. In Ägypten wurden mehrere Beschäftigte im Gesundheitswesen wegen der sehr weit gefassten Tatbestände „Verbreitung falscher Nachrichten“ und „Terrorismus“ angeklagt.

Auch in Russland wurde zwei Ärztinnen den Angaben zufolge mit Konsequenzen gedroht, nachdem sie über den Mangel an Schutzausrüstung geklagt hatten. Eine Mitarbeiterin eines Pflegeheims in den USA verlor ihren Job, nachdem sie per Facebook mehr Schutzkleidung gefordert hatte.

„Kritische Stimmen zum Schweigen bringen“

Amnesty-Expertin Sanhita Ambast bezeichnete solche Repressalien als „besonders verstörend“. Beschäftigte im Gesundheitswesen seien die Ersten, denen fehlgeleitete Maßnahmen der Regierung auffielen. „Wenn die Behörden versuchen, kritische Stimmen zum Schweigen zu bringen, dann verwandelt sich ihr Anspruch, alles für die öffentliche Gesundheit zu tun, schnell in eine Farce“, so Ambast.

Mexiko ist inzwischen das Land mit den viertmeisten registrierten Todesfällen im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit Covid-19. Die Zahl stieg nach Angaben des Gesundheitsministeriums auf 35.006. Damit überholte das nordamerikanische Land Italien.

Die Zahl der bestätigten Infektionen mit dem Coronavirus liegt in Mexiko nach Statistiken der Johns Hopkins Universität in den USA bei 299.750.

Hohe Dunkelziffer

Die wahren Zahlen dürften in Mexiko allerdings noch deutlich höher liegen. Äußerst wenige Menschen werden dort auf das Coronavirus getestet. Nach Statistiken, die von Forschern der englischen Universität Oxford zusammengetragen wurden, lag die Zahl der täglich durchgeführten Tests in Mexiko zuletzt bei 4,83 pro 1.000 Einwohner – in Deutschland waren es 76,1 und in den USA 117,58.

Lateinamerika gehört derzeit zu den Brennpunkten der globalen Coronavirus-Pandemie. Nach Zahlen der Europäischen Union wurden dort bisher mehr als drei Millionen Infektionen und mehr als 140.000 Todesfälle im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit Covid-19 registriert. Brasilien kommt mit mehr als 1,8 Millionen Infizierten und mehr als 72.000 Toten in beiden Kategorien weltweit hinter den USA auf Platz zwei.

Mit Verweis auf die Coronavirus-Pandemie will die ungarische Regierung Einreisen aus Afrika, Südamerika und fast allen Ländern Asiens untersagen. Zudem würden die Einreisen aus einigen europäischen Staaten eingeschränkt, teilte der Stabschef von Ministerpräsident Viktor Orban, Gergely Gulyas, gestern mit.

„Wir müssen unsere Sicherheit schützen, damit das Virus nicht von außen eingeschleppt wird“, sagte Gulyas. Die Infektionszahlen in Ungarn selbst gingen weiter zurück, „und wir wollen, dass das so bleibt“.

Drei Risikokategorien

Nach Gulyas’ Angaben teilten die ungarischen Gesundheitsbehörden 154 Länder auf Grundlage der dortigen Infektionszahlen in drei unterschiedliche Risikokategorien ein. Zur höchsten Risikogruppe „Rot“ werden alle afrikanischen und südamerikanischen Länder gezählt sowie alle asiatischen Länder, abgesehen von den wirtschaftlich einflussreichen Staaten China und Japan. Menschen aus der roten Gruppe dürfen morgen um Mitternacht nicht mehr nach Ungarn einreisen.

Aus Europa gehören auch Albanien, Bosnien-Herzegowina, Nordmazedonien, der Kosovo, Weißrussland, Montenegro und die Ukraine zur roten Gruppe. Ungarische Staatsbürgerinnen und Staatsbürger, die aus Ländern dieser Gruppe einreisen, müssen sich auf das neuartige Coronavirus testen lassen und eine 14-tägige Quarantäne einhalten.

Ausland

Der luxemburgische Außenminister Jean Asselborn hat die von der Türkei geplante Umwandlung der Hagia Sophia in eine Moschee als einen „Schlag gegen die Allianz der Zivilisationen“ bezeichnet. Die von der Türkei mitbegründete Initiative sei damit in seinen Augen ausradiert, sagte Asselborn heute bei einem EU-Außenministertreffen in Brüssel. „Das ist nicht gut.“

Die UNO-Allianz der Zivilisationen war 2005 auf Anregung des früheren spanischen Ministerpräsidenten Jose Luis Rodriguez Zapatero und des damaligen türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan ins Leben gerufen worden. Ziel sollte eine bessere Verständigung zwischen der westlichen und der orientalischen Welt sein.

Vom Museum zur Moschee

Ein türkisches Gericht hatte am Freitag den Status der Hagia (Aussprache: Aja) Sophia als Museum annulliert. Der heutige türkische Präsident Erdogan ordnete daraufhin an, die Hagia Sophia für das islamische Gebet zu öffnen. Das Gebäude im Herzen von Istanbuls Altstadt war einst das größte Gotteshaus der Christenheit und gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Bei dem EU-Außenministertreffen in Brüssel sollte es unter anderem um die Frage gehen, wie eine weitere Eskalation der derzeitigen Spannungen zwischen der EU und der Türkei vermieden werden kann. Sie entzünden sich unter anderem an den von der EU als illegal erachteten Erdgaserkundungen vor Zypern und mutmaßlichen Verstößen der Türkei gegen das UNO-Waffenembargo gegen Libyen.

Schallenberg: „Kette von Provokationen“

Außenminister Alexander Schallenberg (ÖVP) sieht in der Umwidmung der Hagia Sophia „ein jüngstes Glied einer Kette von Provokationen“. In Hinblick auf die Entwicklungen in Libyen und im Nordirak betonte er vor dem EU-Außenrat, „die Türkei ist einfach kein verlässlicher Partner Europas“.

Die EU müsse gegenüber der Türkei „eine Politik mit starker Kante“ und „klarer Sprache führen (…) auf einem soliden Wertefundament“, sagte Schallenberg gegenüber Journalisten und Journalistinnen. Erneut forderte er den Abbruch der Beitrittsverhandlungen mit Ankara: „Auch hier sollte die Europäische Union einen klaren Schnitt ziehen und sagen, das ist alles nicht mehr zulässig und richtig.“ Dass es bei diesem Treffen der EU-Außenminister zu einem Beschluss kommen wird, glaubt er zwar nicht, wenn man sich allerdings die türkische Politik unter anderem in Libyen und Syrien sowie die Umwidmung der Hagia Sofia anschaue, sollte das „uns in Europa schon zum Umdenken bewegen“.

Inmitten der Coronavirus-Krise und landesweiter Proteste hat der serbische Präsident Aleksandar Vucic erneut seinen Rücktritt als Parteivorsitzender der regierenden Serbischen Fortschrittspartei (SNS) angekündigt. Er werde demnächst nur noch Präsident aller Bürger und Bürgerinnen sein, kündigte Vucic gestern im Fernsehen an. Mit diesem Schritt versucht er Beobachtern zufolge die Lage im Land zu beruhigen.

Die Führung der SNS will Vucic nach eigenen Angaben in Bälde abgeben. Eigentlich hätte Vucic das bereits Mitte 2017 tun müssen, als er das Amt als Staatsoberhaupt antrat. Gemäß der serbischen Verfassung darf der Staatspräsident kein anderes öffentliches Amt ausüben. Sein Amtsvorgänger Tomislav Nikolic (2012–17) war bisher der einzige serbische Präsident, der sich an diese Bestimmung auch hielt.

Proteste in Belgrad

Die Absicht, die Parteiführung abzugeben, hatte Vucic auch im April 2019 geäußert. Dazu kam es allerdings nicht. Die jüngste Ankündigung erfolgte inmitten der Proteste in Belgrad und in einigen anderen Städten, bei denen es mehrfach zu Ausschreitungen gekommen war.

Den unmittelbaren Anlass hatte am Dienstagnachmittag die Ankündigung von Vucic geliefert, angesichts der steigenden Zahlen von Coronavirus-Kranken in Belgrad an diesem Wochenende erneut eine Ausgangssperre zu verhängen. Tausende Menschen versammelten sich daraufhin vor dem Parlament, um ihren Unmut und ihre Wut über die Politik des Staatschefs zu bekunden.

Zur jüngsten Protestwelle kam es nach den am 21. Juni abgehaltenen Parlamentswahlen, bei denen sich die Partei von Vucic 188 von 250 Parlamentssitzen gesichert hatte. Das dürfte Vucic ermöglichen, auch die eventuell in der Kosovo-Frage notwendigen Verfassungsänderungen durchzusetzen. Von führenden Oppositionsparteien waren die Wahlen boykottiert worden.

Die pro-demokratische Hongkonger Partei Demosisto hat nach der Verabschiedung des umstrittenen Hongkonger Gesetzs ihre Auflösung bekannt gegeben. „Wir werden neue Formen des Widerstands finden“, sagte der Demokratieaktivist und Vizechef der Gruppe, Isaac Cheng, in einem Interview mit der „Presse“ (heute).

„Einige von uns haben sich entschlossen, den Kampf aufzugeben. Andere wollen weitermachen“, schilderte Cheng. „In jedem Fall ist klar, dass diejenigen, die nicht aufgeben wollen, neue Formen des Widerstands finden müssen. Wir können uns jetzt nicht mehr offiziell als oppositionelle Gruppe treffen. Damit würden wir alle Teilnehmer in Gefahr bringen.“

Vieles noch unklar

Nach Angaben des Aktivisten ist vieles in Hinblick auf die Umsetzung des Gesetzes unklar. „Man muss jetzt befürchten, dass man für Aktionen, die früher legal waren, jetzt aber nicht mehr, hohe Strafen erhält. Weil kaum jemand weiß, wie das Gesetz angewandt wird“, so Cheng.

Das Gesetz schließe im Prinzip sogar Menschen im Ausland mit ein, die dann bei ihrer Ankunft in Hongkong festgenommen werden könnten. „Für alles, was die Regierung in Peking für staatsfeindlich hält, kann man für lange Zeit ins Gefängnis kommen. Es hat auch sofort Verhaftungen gegeben. Ein Mann wurde festgenommen, weil er eine Unabhängigkeitsflagge geschwenkt hat.“

Pekingkritische Politiker im Hongkonger Stadtparlament seien bereits aufgefordert worden, ihre Treue zum neuen Gesetz aus China zu beschwören. „Wer das verweigert, kann sein Mandat verlieren. Kritische Stimmen sollen in keinen Institutionen mehr einen Platz haben“, sagte Cheng.

Russland hält einen einzigen Grenzübergang im Bürgerkriegsland Syrien für die Versorgung der notleidenden Bevölkerung mit Hilfsgütern für ausreichend. Es gebe keinen Anlass zur Sorge, sagte Vizeaußenminister Sergej Werschinin heute in Moskau der Agentur Interfax zufolge. „Wir stehen nun vor der Aufgabe, die Situation und das Leben aller Syrer zu verbessern.“ Humanitäre Hilfe sollte nur in Abstimmung mit der „legitimen Regierung des Landes“ erfolgen.

Der UNO-Sicherheitsrat hatte sich am Wochenende nach langem Ringen doch noch auf eine eingeschränkte Fortsetzung der humanitären Syrienhilfe geeinigt. Demnach gibt es für Hilfslieferungen in das Bürgerkriegsland nur noch einen Grenzübergang aus der Türkei, zuletzt waren es zwei. Das entspricht in einem Kernpunkt den Forderungen Russlands. Moskau hatte zuvor mehrere deutsche Vorschläge mit zwei Grenzübergängen zusammen mit China durch Vetos verhindert.

Russland ist einer der wichtigsten Verbündeten des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad. Moskau verfolgt den Ansatz, den Mechanismus von Hilfslieferungen wegen des wachsenden Einflusses der syrischen Regierung in dem Land schrittweise auslaufen zu lassen. Wenn UNO-Hilfe beschnitten oder ganz eingestellt wird, würde das die Position der syrischen Führung aus Sicht von Beobachtern und Vertretern von Hilfsorganisationen stärken.

Bei einer Explosion einer Autobombe im Nordosten Afghanistans sind mindestens 40 Menschen verwundet worden. Der Angriff erfolgte in der Provinzhauptstadt Aibak vor einem Gebäude des Inlandsgeheimdienstes, wie zwei Regierungsvertreter der Provinz der dpa heute sagten.

Viele der Verletzten seien Mitarbeiter der Stadtverwaltung, die sich nahe dem Anschlagsort befindet. Sicherheitskräfte liefern sich Gefechte mit den Angreifern. Weitere Details sind noch nicht bekannt.

Um die erste Hinrichtung in den USA auf Bundesebene seit 17 Jahren ist wegen der Coronavirus-Ansteckungsgefahr ein juristischer Streit entbrannt. Ein Bundesberufungsgericht erlaubte gestern (Ortszeit) die für heute angesetzte Exekution des verurteilten Mörders Daniel Lewis Lee und kippte damit einen kurz zuvor von einem anderen Gericht verhängten Stopp, wie die US-Zeitung „USA Today“ berichtete. Der Anwalt der Hinterbliebenen kündigte der Zeitung zufolge daraufhin an, dass die Familie nun das Oberste Gericht der USA, den US Supreme Court, anrufen und um einen Aufschub bitten werde.

Die Angehörigen wollen bei der Exekution Lees in einem Gefängnis in Terre Haute im US-Staat Indiana anwesend sein. Eine Teilnahme stelle derzeit wegen der Ansteckungsgefahr mit dem Coronavirus aber ein übermäßiges Gesundheitsrisiko dar, hatten sie argumentiert. Noch am Freitag erreichten sie damit bei einem Bezirksgericht einen Aufschub. Das Berufungsgericht entschied nun jedoch „USA Today“ zufolge, das Argument der Familie sei „bar jeglicher diskutabler Rechtsgrundlage und deshalb nicht ernsthaft“.

Viele Erkrankungen in Gefängnissen

Lee war dem Zeitungsbericht zufolge wegen des Mordes an einem Ehepaar und dessen achtjähriger Tochter zum Tode verurteilt worden. Er soll per Giftspritze exekutiert werden. „Die Regierung bringt die Familie in eine untragbare Situation, zwischen ihrem Recht auf Anwesenheit bei Lees Exekution und ihrer eigenen Gesundheit und Sicherheit wählen zu müssen“, zitierte die Zeitung den Anwalt, ohne seinen Namen zu nennen.

In den vergangenen Monaten hatte es in US-Gefängnissen besonders viele Coronavirus-Erkrankungen gegeben. Während viele Bundesstaaten die Todesstrafe vollstrecken, hat es auf Bundesebene seit 2003, also etwa 17 Jahren, keine Hinrichtung mehr gegeben. Die Todesstrafe wurde seitdem zwar weiter verhängt, aber nicht vollstreckt.

Fälle, in denen Straftäter und Straftäterinnen von Bundesgerichten zum Tode verurteilt wurden, liegen in der Hand der Bundesregierung. Justizminister William Barr drängte zuletzt drauf, die Hinrichtungen auszuführen. Zuletzt hatte das Oberste Gericht den Weg für die Wiederaufnahme nach einem Streit über die Exekutionsmethode geebnet.

COV Inland

Die Zahl der Personen, die in Österreich mit dem Coronavirus infiziert sind, liegt bei 1.237 (Stand gestern, 23.00 Uhr). 83 Menschen liegen wegen Covid-19 im Spital, zehn davon auf der Intensivstation. Seit Beginn der Pandemie wurden landesweit insgesamt 18.845 Personen positiv auf SARS-CoV-2 getestet, 16.952 Menschen gelten als genesen. Die Gesamtzahl der Testungen beträgt aktuell 696.740.

682 Menschen sind in Österreich an dem Coronavirus gestorben, wobei für die Zählung die Definition des Epidemiologischen Meldesystems (EMS) ausschlaggebend ist.

Karten, Grafiken und Informationen zu aktuellen Fällen und zum Epidemieverlauf in ORF.at/corona/daten

Hinweis zur Aktualisierung der Daten

Um die Daten weiter aktuell zu halten, übernimmt ORF.at die Informationen direkt aus dem offiziellen Dashboard des Gesundheitsministeriums. Die aktuellen Fallzahlen im Kopf der Seite werden stündlich aktualisiert, die Verlaufsgrafiken zum Tageswechsel, um die Vergleichbarkeit zu gewährleisten.

Genaue Informationen zu Definitionen, Herkunft der Daten, Aktualisierung und FAQs finden sich im Infopoint Coronavirus von ORF.at.

Mehr dazu in Daten und Karten und Daten-Updates und Quellen

Inland

Vizekanzler Werner Kogler (Grüne) hat ebenfalls keinen Laptop. Das hat Kogler gestern in der ZIB2 gesagt, nachdem Finanzminister Gernot Blümel (ÖVP) und FPÖ-Chef Norbert Hofer die Abgeordneten im Untersuchungsausschuss mit entsprechenden Aussagen verblüfft und verärgert hatten. Kogler hat nach eigenem Bekunden allerdings ein Tablet und einen Computer, den er aber nur selten nutze.

Kogler zu Maßnahmen gegen CoV-Häufungen und seinen Geräten

Grünen-Bundessprecher und Vizekanzler Werner Kogler will regionale Häufungen von CoV-Fällen mit regional begrenzten Maßnahmen eindämmen. Zum „Ibiza“-U-Auschuss befragt, erklärte Kogler in der ZIB2, ebenfalls keinen Laptop zu besitzen.

Aufgekommen war das Laptop-Thema, weil Blümel vorige Woche im „Ibiza“-Untersuchungsausschuss zu den vor der Wahl geschredderten Festplatten des Bundeskanzleramts befragt wurde. Der frühere ÖVP-Kanzleramtsminister gab dabei an, bei der Amtsübergabe an die Übergangsregierung 2019 nur sein Handy abgeliefert zu haben, weil er über keinen Laptop verfügt habe. Auch Hofer gab an, als Minister der ÖVP-FPÖ-Regierung keinen Laptop genutzt zu haben.

Die Aussagen sorgten für Erstaunen und Empörung, weil beide Politiker auf älteren Fotos sehr wohl bei der Arbeit mit Notebooks zu sehen sind. Kogler sagte dazu, er könnte eine entsprechende Frage „mit einem aufrichtigen Nein“ beantworten: „Ich hab ein Tablet, ich hab ein Handy und viele Computer bei uns im Ministerium. Ich benutze meinen nur selten.“

Kogler für Verlängerung von Kurzarbeit

Inhaltlich bekräftigte Kogler, die Kurzarbeit im Herbst verlängern zu wollen. Die von der SPÖ geforderte generelle Arbeitszeitverkürzung würde der Grünen-Chef lieber auf Branchen- oder Betriebsebene „andenken“, wie das zuvor auch WIFO-Chef Christoph Badelt gesagt hatte.

Längerfristig müsse man nämlich zwar sowohl die Kosten der Arbeit als auch die Arbeitszeit in Einklang bringen: „Aber das muss schon so passieren, dass man der österreichischen Volkswirtschaft nicht schadet. Denn man muss wettbewerbsfähig bleiben.“

EU

Großbritannien will 705 Millionen Pfund (787,09 Mio. Euro) bereitstellen, um seine Grenzen auf die Loslösung von der EU vorzubereiten. Mit dem Geld sollen neue Grenzposten und IT-Systeme finanziert sowie 500 neue Grenzbeamtinnen und Grenzbeamte angestellt werden, wie die Regierung in London gestern mitteilte.

Das zusätzliche Personal solle die Sicherheit der Grenze garantieren, aber auch Zollkontrollen abwickeln, wenn Großbritannien den EU-Binnenmarkt verlässt.

Großbritannien war am 31. Jänner aus der EU ausgetreten. In der Übergangsphase bis Jahresende bleibt das Land noch im EU-Binnenmarkt und in der Zollunion. Die EU hat London dabei eine Freihandelszone ohne Zölle und Einfuhrquoten in Aussicht gestellt. Die Verhandlungen über die Ausgestaltung kommen aber seit Monaten nicht voran.

Wirtschaft

Eine Gruppe von 83 Millionären und Millionärinnen aus sieben Ländern setzt sich für höhere Steuern für Superreiche ein, um den gesellschaftlichen Wiederaufbau nach der Coronavirus-Pandemie zu finanzieren. Die durch die Pandemie verursachten Probleme „lassen sich nicht durch Wohltätigkeit lösen, egal, wie generös sie auch sein mag“, heißt es in einem heute von Oxfam und anderen Hilfsorganisationen verbreiteten offenen Brief. Erforderlich zur Finanzierung des Wiederaufbaus seien „dauerhaft höhere Steuern für die reichsten Menschen auf diesem Planeten, für Menschen wie uns“.

Der Brief erscheint im Vorfeld des Treffens der G-20-Finanzminister und des EU-Gipfels, die Ende dieser Woche stattfinden. „Millionen Menschen werden ihre Arbeit verlieren, einige davon dauerhaft“, warnen die Unterzeichner. Durch die steuerliche Belastung der Superreichen sei es „möglich, unsere Gesundheitssysteme, Schulen und soziale Sicherheit adäquat zu finanzieren“.

Prominente Unterzeichner des offenen Briefes sind die deutsche Start-up-Investorin Mariana Bozesan, der Gründer der Warehouse Group, der Neuseeländer Stephen Tindall, der britische Drehbuchautor und Regisseur Richard Curtis, die US-Filmemacherin Abigail Disney und der Mitgründer der US-Eismarke Ben & Jerry’s, Jerry Greenfield. Die Unterzeichnergruppe nennt sich „Millionaires for Humanity“.

Auch bei der Vergabe staatlich garantierter Hilfskredite an Unternehmen gegen die Coronavirus-Krise muss die Rückzahlbarkeit der Ausleihungen gegeben sein. Das betonen Vertreter des heimischen Bankensektors gegen Kritik von Firmen, dass derartige Kredite zu streng geprüft und die Auszahlungen nur sehr zögernd erfolgen würden. Auch Kreditschützer warnen vor zu leichtfertigen Kreditvergaben.

„Die Banken müssen sich die Rückzahlbarkeit bei jedem Kredit anschauen. Das gilt auch für die garantierten Kredite“, betonte Franz Rudorfer, Geschäftsführer der Bundessparte Bank und Versicherung der Wirtschaftskammer (WKÖ) heute im Ö1-„Morgenjournal“. Aber natürlich werde durch die teils bis 100 Prozent reichende staatliche Garantie die Kreditvergabe leichter.

„Banken müssen Finanzierung weiterhin prüfen“

Bei Firmen müsse man darauf achten, dass dort nicht unerfüllbare Erwartungshaltungen geschaffen werden, sagte der Chef der Erste Bank Österreich, Peter Bosek, im Radio. Denn natürlich müssten „die Banken weiterhin die Rückführung oder die Rückführbarkeit der Finanzierung überprüfen“. Es gelte hier, von Anfang an Enttäuschungen zu verhindern. Es liege natürlich immer an der Beurteilung des Geschäftsmodells eines Unternehmens, ob Banken zusätzlich Kredite vergeben könnten.

Creditreform-Chef Gerhard Weinhofer goutiert die strenge Vergabelinie. Er warnte im Radio davor, „dass sogenannte Zombie-Unternehmen gezüchtet werden. Das sind Unternehmen, die einfach keinen funktionierenden Businessplan haben.“

Sport

Obwohl die ATP-Tour erst am 14. August mit dem Turnier in Washington wieder ihren Betrieb aufnehmen soll, hat Dominic Thiem schon jetzt wieder fast sein „normales“ Profileben zurück. Österreichs Nummer eins hetzt von einem Einladungsturnier zum nächsten. Nach seinem Turnier in Kitzbühel ist Thiem nun in Berlin zu Gast. In der deutschen Hauptstadt darf der Niederösterreicher sogar zwei Beläge testen.

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Chronik

Ein Gleitschirmflieger ist in Deutschland mit seinem Schirm in den Seilen einer Gondel hängen geblieben – und hat sich mit einer gewagten Aktion selbst gerettet. Der 52-Jährige ist laut Angaben der Bergwacht Lenggries durch einen Windstoß überrascht worden und in die Seile der Brauneckbahn in Lenggries geflogen.

Er schaffte es dann aber, sich auf die Gondel zu retten. Die Gondel fuhr langsam zur nächsten Stütze der Seilbahn, dort konnte er von Bergrettern geborgen werden.

Bei der aktuellen Ziehung bei Lotto „6 aus 45“ hat niemand die sechs Richtigen getippt. Es gibt einen Doppeljackpot in Höhe von mehr als 1,5 Millionen Euro.

Folgende Gewinnzahlen wurden ermittelt:

8 17 18 33 42 45/Zusatzzahl 32

Die Gewinnzahlen der LottoPlus-Ziehung lauten:

13 18 35 40 43 44

Der aktuelle Joker:

5 9 8 0 6 8

Alle Angaben ohne Gewähr

Gesundheit

Science

Kultur

Die Schauspielerin Kelly Preston, Ehefrau von US-Star John Travolta, ist im Alter von 57 Jahren gestorben. „Schweren Herzens teile ich Euch mit, dass meine wunderbare Ehefrau Kelly ihren zweijährigen Kampf gegen den Brustkrebs verloren hat“, schrieb Travolta (66) auf Instagram. „Sie kämpfte einen tapferen Kampf mit der Liebe und Unterstützung von so vielen.“

Preston habe sich dazu entschieden, ihren Kampf gegen den Krebs geheim zu halten und sei einige Zeit medizinisch betreut worden, zitierte das US-Portal „People“ einen Sprecher. Die Schauspielerin starb am Sonntag. Mit ihrem Ehemann John Travolta hatte die Schauspielerin drei Kinder, der gemeinsame Sohn Jett war 2009 mit 16 Jahren gestorben. Das Paar war seit 1991 verheiratet.

Lifestyle

Leute

Der einzige Enkel der Rock-’n’-Roll-Legende Elvis Presley ist tot. Benjamin Keough starb gestern im Alter von 27 Jahren in Kalifornien, wie der Manager seiner Mutter Lisa Marie Presley der Nachrichtenagentur AFP bestätigte.

Der Manager Roger Widynowski machte keine genaueren Angaben zu Keoughs Todesumständen. Lisa Marie Presley – die einzige Tochter von Elvis Presley aus seiner Ehe mit der Schauspielerin Priscilla Presley – sei „untröstlich und am Boden zerstört“. Sie habe den „Burschen verehrt“, sagte Widynowski. „Er war die Liebe ihres Lebens.“

Der Website TMZ zufolge wurde Keoughs Leiche in Calabass bei Los Angeles gefunden; sie wies demnach eine selbst zugefügte Schusswunde auf.

Anmerkung der Redaktion

ORF.at gestaltet die Berichterstattung über Suizide bewusst zurückhaltend und verzichtet, wo es möglich ist, auf Details. Wenn Sie sich selbst von Suizidgedanken betroffen fühlen, kontaktieren Sie bitte umgehend die Telefonseelsorge unter der kostenlosen Nummer 142.

Musiker und Schauspieler

Keough war nur selten in der Öffentlichkeit zu sehen. Lisa Marie Presley beschrieb seine Ähnlichkeit zu seinem Großvater jedoch als „absolut verblüffend“.

Laut TMZ arbeitete Keough als Musiker und eine Zeit lang auch als Schauspieler. Demnach nahm er auch an der Gedenkveranstaltung zu Elvis Presleys 40. Todestag 2017 in Memphis teil.

Panorama

Japanerinnen und Japaner lassen sich die Reiselust durch die Coronavirus-Krise nicht vermiesen: Jetzt gehen sie eben online auf Busreisen – und machen dabei dem Ruf ihres Landes als Hightech-Nation mit Hang zum Verspielten alle Ehre. Eine Busgesellschaft nimmt zu diesem Zweck ihre Kunden mit Hilfe von Zoom mit auf die große „Fahrt“ – mit allem, was das Reisen in einem Limousinenbus gewöhnlich so zu bieten hat, so eine Sprecherin des Unternehmens Kotobus Tours.

Während die Passagiere bei sich zu Hause am Computerbildschirm ihren Sitz einnehmen, werden die „Fahrgäste“ über Zoom von einer freundlichen jungen Busbegleiterin und dem Busfahrer begrüßt. Dabei genießen die Fahrgäste von zu Hause aus mit Hilfe eingespielter Videos der tatsächlichen Reiseroute die schöne „Aussicht“.

Kulinarisches per Post

An den Reisezielen sind zudem live Tourismusvertreter zugeschaltet, die die Gäste in der Ferne fröhlich willkommen heißen und die jeweiligen örtlichen Attraktionen erläutern – ganz so, wie man es von echten Busreisen kennt.

Und da kulinarische Spezialitäten mit zu den Höhepunkten einer jeden Reise in Japan gehören, erhalten die Fahrgäste vor Reisebeginn per Post ein Reisepaket samt örtlichen Spezialitäten, die sie während der virtuellen Busreise verzehren.

Bis zu 15 Fahrgäste können pro Onlinereise „zusteigen“, der Preis beträgt 4.980 Yen (rund 41 Euro). Derzeit hat die Busgesellschaft drei von vier Onlinereisen im Angebot, wie die Sprecherin mitteilte. Auf die Idee kam die Firma, nachdem wegen der Pandemie kein Reisebus mehr fahren konnte. Da die Onlinebusreisen gut ankommen, erwäge man jetzt, sie auch nach dem Ende der Coronavirus-Pandemie weiter anzubieten.