Ausland

Die Vereinten Nationen haben mit Bedauern auf die Kehrtwende der USA bei der Bewertung der Siedlungspolitik Israels reagiert. „Wir bedauern die Ankündigung sehr“, sagte Sprecher Stephane Dujarric heute vor der Presse in New York. „Wir stehen weiter zur Zweistaatenlösung, basierend auf den relevanten UNO-Resolutionen.“

Der UNO-Sicherheitsrat hatte den Siedlungsbau 2016 per Resolution als Verletzung internationalen Rechts bezeichnet und ein Ende gefordert. US-Außenminister Mike Pompeo hatte nun verkündet, dass die USA den israelischen Siedlungsbau im Westjordanland nicht mehr kategorisch als völkerrechtswidrig betrachten.

Bei den landesweiten Protesten im Iran gegen höhere Benzinpreise sind nach Informationen von Amnesty International mindestens 106 Menschen in 21 Städten getötet worden. Das gehe aus Berichten hervor, die die Organisation erreicht hätten, twitterte Amnesty heute. Verifiziertes Videomaterial, Aussagen von Augenzeugen und Informationen von Aktivistinnen und Aktivisten außerhalb des Iran offenbarten ein entsetzliches Muster gesetzeswidriger Tötungen durch iranische Sicherheitskräfte.

Die Angaben von Amnesty stehen im krassen Gegensatz zu den Zahlen in staatlich kontrollierten Medien im Iran. Seit Freitag sollen neun Menschen ums Leben gekommen sein: vier Demonstranten, drei Mitglieder der Revolutionsgarden und zwei Polizisten. Etwa 1.000 Menschen seien festgenommen worden.

Internet bleibt gesperrt

Zwar sprach die Regierung heute von einer leichten Beruhigung der Lage, aber die weitgehende Sperrung des Internets den vierten Tag in Folge wurde als Hinweis darauf gedeutet, dass es noch Unruhen und Proteste geben könnte.

Das Vorgehen der iranischen Sicherheitskräfte gegen die Protestierenden löste international Kritik und Sorge aus. Das UNO-Menschenrechtsbüro rief die Regierung in Teheran heute dazu auf, mit der Bevölkerung in einen Dialog zu treten. „Proteste dieser Art und dieses Ausmaßes sind ein Zeichen für tief sitzende und oft begründete Missstände, die nicht einfach beiseite geschoben werden können“, sagte UNO-Sprecher Rupert Colville in Genf.

Protestanführern könnte Todesstrafe drohen

Einigen Anführern der Proteste in dem islamischen Land droht einem Bericht der iranischen Zeitung „Kejhan“ zufolge die Todesstrafe. Ihnen sei es nicht um den Protest gegen die drastische Verteuerung und die Rationierung von Benzin gegangen, sondern um Sabotage und Zerstörung, schrieb die Zeitung. Sie gilt als Sprachrohr der Hardliner im Iran.

Bei den Impeachment-Anhörungen in den USA hat ein wichtiger Zeuge seine Kritik an den Aussagen von Präsident Donald Trump bei einem Telefonat mit dessen ukrainischem Kollegen Wolodymyr Selenski bekräftigt.

Der Mitarbeiter des Nationalen Sicherheitsrates, Alexander Vindman, sagte heute vor dem Geheimdienstausschuss des US-Repräsentantenhauses: „Es war unangebracht, es war unangemessen vom Präsidenten, eine Untersuchung eines politischen Gegners zu erbitten, einzufordern.“ Vindman ist Ukraine-Experte im Nationalen Sicherheitsrat und hatte bei dem umstrittenen Telefonat am 25. Juli im Weißen Haus mitgehört.

Vindman informierte Experten im Weißen Haus

Trump hatte Selenski in dem Gespräch zu Ermittlungen gegen den Sohn seines Rivalen, des demokratischen Präsidentschaftsbewerbers Joe Biden, ermuntert. Die Demokraten im US-Repräsentantenhaus treiben deswegen Ermittlungen für ein mögliches Amtsenthebungsverfahren (Impeachment) gegen Trump voran. Sie werfen ihm vor, sein Amt missbraucht zu haben, um Kiew zu drängen, sich zu seinen Gunsten in den US-Wahlkampf einzumischen. Es besteht der Verdacht, dass Trump Militärhilfe an die Ukraine als Druckmittel einsetzte.

Auch die Diplomatin Jennifer Williams, die im Büro von Vizepräsident Mike Pence arbeitet und das Gespräch ebenfalls mithörte, sagte heute aus, das Telefonat Trumps mit Selenski sei „ungewöhnlich“ gewesen. Grund dafür sei, dass das Gespräch eine „scheinbar innenpolitische Angelegenheit“ beinhaltet habe. Vindman sagte, nach dem Gespräch habe er, „ohne zu zögern“, gewusst, dass er das Gespräch dem für nationale Sicherheit zuständigen Rechtsberater im Weißen Haus melden müsse.

Machtdemonstration aus Washington

Mit Blick auf seine Erfahrung als Militär sagte Vindman, wenn ein Vorgesetzter etwas erbitte, sei das nicht als Bitte zu verstehen, sondern als Befehl. Angesichts des Missverhältnisses der Macht zwischen den beiden Präsidenten sei sein Eindruck gewesen, dass Selenski die von Trump erbetenen Untersuchungen hätte einleiten müssen, um einen Besuchstermin im Weißen Haus zu bekommen. Trump hat Selenski zwar ins Weiße Haus eingeladen, einen Termin für einen solchen Besuch gibt es aber weiterhin nicht.

Insgesamt sind in dieser Woche über drei Tage hinweg neun Zeugen zu öffentlichen Anhörungen vorgeladen. Ein besonders wichtiger Zeuge wird morgen vor dem Geheimdienstausschuss erwartet: der US-Botschafter bei der EU, Gordon Sondland.

Die NATO wappnet sich für Kriege im Weltraum. Nach Informationen der dpa haben die 29 Bündnisstaaten heute beschlossen, das All zu einem eigenständigen Operationsgebiet zu erklären. Die Entscheidung soll morgen bei einem Außenministertreffen offiziell bekanntgegeben werden.

Konkret könnte der Beschluss der NATO bedeuten, dass mögliche Angriffe aus dem Weltraum künftig als Bündnisfall behandelt werden – also so wie bisher Angriffe auf dem Boden, im Luft-, See- und Cyberraum. Das Bündnis soll zudem zu einem Schlüsselforum für den Austausch von Fähigkeiten und Informationen werden – ohne dabei allerdings selbst den Einsatz von Weltraumwaffen zu unterstützen oder diese sogar zu entwickeln.

„Die NATO hat nicht die Absicht, Waffen im Weltraum zu stationieren, aber wir müssen sicherstellen, dass unsere Missionen und Operationen die passende Unterstützung haben“, sagte Generalsekretär Jens Stoltenberg. Das All sei zum Beispiel für Frühwarnsysteme, die Kommunikation und Navigation von entscheidender Bedeutung. Derzeit umkreisten rund 2.000 Satelliten die Erde, rund die Hälfte davon werde von NATO-Staaten betrieben.

Die slowenische Regierungspartei SAB will die frühere NEOS-Europaabgeordnete Angelika Mlinar als neue slowenische Kohäsionsministerin vorschlagen. Das kündigte die Parteivorsitzende Alenka Bratusek heute an. Die formelle Nominierung der Kärntner Slowenin soll aber erst erfolgen, wenn das Budget unter Dach und Fach ist.

Mlinar sei eine Ministerkandidatin, die „mit ihrer Erfahrung, ihren Kenntnissen und Bekanntschaften in Brüssel sehr viel für Slowenien machen könnte“, begründete Bratusek ihren Vorschlag. Die frühere NEOS-Politikerin trat bereits bei der EU-Wahl im Mai als Spitzenkandidatin für die kleine liberale SAB an, ging allerdings leer aus.

Doppelstaatsbürgerschaft angestrebt

Die Tatsache, dass Mlinar keine slowenische Staatsbürgerschaft besitzt, wäre laut Experten rechtlich gesehen kein Hindernis für die Besetzung des Ministerpostens. Trotzdem findet es Bratusek „richtig“, dass Minister der slowenische Regierung auch slowenische Staatsangehörige sind. Deswegen wolle Mlinar auch die slowenische Staatsbürgerschaft annehmen, betonte die Infrastrukturministerin und Vizeregierungschefin.

Höchstwahrscheinlich wird Mlinar slowenisch-österreichische Doppelstaatsbürgerin werden. Die frühere österreichische Politikerin, die in der Vergangenheit 13 Jahre in Slowenien gelebt hat, erfüllt laut der SAB-Chefin alle Bedingungen für den slowenischen Pass. Im EU-Wahlkampf wurde Mlinar angefeindet, weil sie derzeit „nur“ die österreichische Staatsbürgerschaft besitzt.

Das Weiße Haus ist Spekulationen über etwaige gesundheitliche Probleme von US-Präsident Donald Trump entgegengetreten. Ausgelöst worden waren die Spekulationen durch einen Besuch des 73-Jährigen im Walter-Reed-Krankenhaus bei Washington am Wochenende, der anders als in der Vergangenheit nicht auf dem öffentlichen Terminkalender des Präsidenten vermerkt war. Das Weiße Haus veröffentlichte in der Nacht auf heute den Bericht des behandelnden Arztes Sean Conley, der mitteilte, es habe sich um eine routinemäßige, geplante Untersuchung Trumps gehandelt.

Trump soll nicht über Schmerzen in Brust geklagt haben

Entgegen Spekulationen habe Trump nicht über Schmerzen in der Brust geklagt, hieß es in dem Arztbericht weiter. Auch sei er nicht wegen akuter gesundheitlicher Probleme behandelt worden. Conley veröffentlichte die Cholesterolwerte Trumps, die alle im Normbereich liegen sollen.

Trump hatte nach dem Krankenhausbesuch auf Twitter geschrieben, der Besuch sei „Phase eins“ seiner jährlichen ärztlichen Untersuchung gewesen, die nächstes Jahr abgeschlossen werde: „Alles sehr gut (großartig!).“

Medienberichte über Herzinfarkt

US-Medien hatten die Frage aufgeworfen, ob es sich tatsächlich um eine Routineuntersuchung gehandelt habe. Trump sagte nun am Rande einer Kabinettssitzung, er sei nach seiner Rückkehr ins Weiße Haus auf Medienberichte angesprochen worden, wonach er einen Herzinfarkt gehabt haben solle. „Die Presse in diesem Land ist gefährlich“, kritisierte er. „Wir haben keine Pressefreiheit in diesem Land, wir haben das Gegenteil. Wir haben sehr korrupte Medien.“

Der US-Sender CNN verwies auf einen früheren Arztbericht aus der Zeit von Trumps Bewerbung um die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner im Jahr 2015. Darin war Trump von seinem damaligen Arzt Harold Bornstein hervorragende Gesundheit bescheinigt worden. Bornstein sagte CNN später, Trump habe ihm den Bericht diktiert.

Inland

Die Verhandlungen der Parteien im Innenministerium über den Umgang mit Asylwerbern bzw. Asylwerberinnen in Lehre haben heute wieder keine Einigung gebracht.

Lehrlinge vor Abschiebung

„Es kann nicht sein, dass die Polizei wie in einer Diktatur in der Nacht kommt und die Leute abholt“, sagt Pfarrer Ernst Mühlbacher aus Unken in Salzburg. Er hat dem 26-jährigen Sayed aus Afghanistan zu sich in den Pfarrhof geholt und ihm „Kirchenasyl“ gewährt.

Knackpunkt ist weiterhin, ob der im Raum stehende Abschiebestopp auch für Asylwerber und Asylwerberinnen, die jüngst einen rechtskräftig negativen Asylbescheid erhalten haben, gelten soll. Diese Hürde soll nun in bilateralen Verhandlungen aus dem Weg geräumt werden.

Am ehesten einig waren sich die verhandelnden Parteien darin, dass es in der Causa bald eine Lösung geben soll. Für das Innenministerium, das sich in der Causa als Vermittler unter den Parlamentsparteien sieht, sind die Gespräche jedenfalls „recht gut“ verlaufen.

Bilaterale Gespräche geplant

„Es wurde herausgearbeitet, bei welchen Punkten sich die Parteien noch einigen müssen“, teilte ein Sprecher nach dem Treffen mit. ÖVP, SPÖ, Grüne und NEOS hätten sich darauf verständigt, weitere Details bilateral zu verhandeln. Die FPÖ nahm an dem Treffen gar nicht erst teil, sie spricht sich grundsätzlich gegen einen Abschiebestopp aus.

Diskutiert wurde ein ÖVP-Antrag, der als Minimalkonsens zwischen den Parteien gilt. Für die ÖVP ist der Antrag eine Art Zugeständnis, für SPÖ, Grüne und NEOS geht er noch nicht weit genug. Innenminister Wolfgang Peschorn stehe bereit, „falls der Antrag von der ÖVP noch abgeändert werden soll“, hieß es aus dem zuständigen Ministerium. Die Parteien versuchen jetzt getrennt voneinander, auf die ÖVP einzuwirken.

EU

Ungarn und Polen haben einen Beschluss zur Stärkung der Rechtsstaatlichkeit in der EU blockiert. Nach Angaben von Diplomaten stellten sich die beiden Länder heute bei einem Ministertreffen in Brüssel gegen das Vorhaben, Berichte der Kommission zum Thema künftig auch als eine Grundlage für den jährlichen Rechtsstaatsdialog unter den Mitgliedsstaaten zu nutzen.

Der Kommission werde von Ungarn und Polen Voreingenommenheit und Parteilichkeit vorgeworfen, hieß es. Hintergrund seien die Verfahren, die die Behörde unter anderem wegen der polnischen Justizreform und dem Vorgehen Ungarns gegen Flüchtlingshelfer eingeleitet hat.

Wegen des Widerstands der Regierungen in Warschau und Budapest gab es heute so nur eine Erklärung der derzeitigen finnischen EU-Ratspräsidentschaft zum Rechtsstaatsdialog. Die bei dem Ministertreffen eigentlich geplanten Ratsschlussfolgerungen mit Beschlüssen zur Weiterentwicklung des Dialogs hätten Einstimmigkeit unter den Mitgliedsstaaten erfordert.

Geschätzte 100.000 Drohnen sind in Österreich in Verwendung, doch nur ein Bruchteil der unbemannten Fluggeräte ist bisher auch offiziell registriert. Viele Hobbyflieger scheuten schlicht die hohen Kosten. Neue einheitliche Regeln für die Drohnennutzung in der EU sollen das ab Juli 2020 ändern. Statt 300 bis 400 Euro alle zwei Jahre kostet die Registrierung für private Drohnenflieger dann nur noch einmalig 25 Euro.

Mehr dazu in help.ORF.at

Die EU-Länder sind in der Frage der Aufnahme von Beitrittsgesprächen mit den Westbalken-Staaten Nordmazedonien und Albanien weiter zutiefst zerstritten.

Die finnische Ratspräsidentschaft lehnte es heute ab, einen von Frankreich unterbreiteten Reformvorschlag für den Erweiterungsprozess in der Runde der Europaminister in Brüssel zu diskutieren. Österreich kündigte indes an, zusammen mit fünf weiteren EU-Ländern ein eigenes Papier mit Reformvorschlägen einzureichen.

Beitrittsverhandlungen mit Albanien und Nordmazedonien blockiert

Die französische Regierung hatte im Oktober die Eröffnung von Beitrittsverhandlungen mit Albanien und Nordmazedonien blockiert. Paris verlangt, zunächst das EU-Beitrittsverfahren komplett zu überarbeiten und an strengere Bedingungen zu knüpfen. Wie das konkret geschehen soll, geht aus einem französischen Diskussionspapier hervor, das vor dem Ministertreffen in Brüssel an die EU-Kollegen verteilt wurde und das der Nachrichtenagentur AFP vorlag.

Paris stellt sich ein siebenstufiges Verfahren vor, das von den Beitrittskandidaten Schritt für Schritt durchlaufen werden muss. Die Länder müssten dann etwa in einem ersten Schritt ihr Justizsystem nach den Rechtsstaatskriterien der EU umbauen, bevor in einer zweiten Phase die Energie- und Bildungspolitik angegangen werden und das Land etwa am Schüler- und Studenten-Austauschprogramm Erasmus teilnehmen könnte.

„Das geht sehr weit“, kommentierte die finnische Europaministerin Tytti Tuppurainen, deren Land derzeit den EU-Vorsitz innehat, den Vorschlag. „Wir werden die französische Initiative heute nicht diskutieren“, fügte sie mit Blick auf das Ministertreffen hinzu. „Alle“ müssten zunächst auf die neue EU-Kommission warten, bis eine derartige Reform ernsthaft angegangen werden könne.

Schallenberg: „Darf nicht zu Verzögerungstaktik führen“

Außenminister Alexander Schallenberg begrüßte, dass im französischen Vorschlag immerhin „die EU-Perspektive aller Staaten im Westbalkan unterstrichen“ werde. Das sei von französischer Seite keine Selbstverständlichkeit. Österreich werde sich zusammen mit anderen Ländern dafür aussprechen, eine Reform des Erweiterungsprozesses zur Sprache zu bringen.

Allerdings dürfe eine solche Reform nicht zu einer „Verzögerungstaktik führen, was Nordmazedonien und Albanien und ihre europäische Perspektive betrifft“, fügte Schallenberg hinzu. Die französische Regierung hatte gefordert, dass Beitrittsverhandlungen mit weiteren Staaten erst aufgenommen werden, wenn das Aufnahmeverfahren komplett überarbeitet ist.

Wirtschaft

Der Flugzeughersteller Boeing soll nach einem tödlichen Unfall die Triebwerksabdeckungen aller 737NG ändern. Die US-Behörde für Transportsicherheit (NTSB) sprach eine entsprechende Empfehlung an die Luftfahrtaufsicht (FAA) aus. Boeing kündigte an, den Vorgaben zu folgen.

Bei einer Maschine des Typs der Southwest Airlines war im April 2018 eine Schaufel eines Triebwerks abgebrochen. Bei der nachfolgenden Explosion zerstörten umherfliegende Metalltrümmer das Fenster einer Passagierin, die in der Folge starb. Das Nachfolgemodell 737 Max ist unterdessen nach zwei Abstürzen mit insgesamt 346 Toten mit einem Flugverbot belegt.

Der insolvente deutsche Reisekonzern Thomas Cook wird in Einzelteilen verkauft. Der mehrheitlich der Signa-Gruppe von Rene Benko gehörende deutsche Warenhauskonzern Galeria Karstadt Kaufhof übernimmt 106 der 126 Thomas-Cook-Reisebüros. Das teilten die beiden Unternehmen heute mit.

Dadurch würden mehr als 500 Arbeitsplätze in dem Bereich gesichert. „Wir haben alles versucht, Thomas Cook als Ganzes zu veräußern. Das war allerdings im Markt nicht zu realisieren“, sagte Ottmar Hermann, einer der vorläufigen Insolvenzverwalter.

Die deutsche Thomas Cook war in den Sog der Pleite der britischen Mutter geraten und hatte am 25. September einen Insolvenzantrag gestellt. Das Unternehmen hatte jüngst alle Reisen für 2020 abgesagt, auch wenn sie bereits ganz oder teilweise bezahlt sind.

Die Bankomatkassen für Zahlungsvorgänge in den Geschäften sind heute Vormittag österreichweit ausgefallen. Die Ursache konnte rasch gefunden und behoben werden, erklärte die Pressesprecherin der für die Geräte verantwortlichen SIX Payment Services, Katharina Praschl. Am Nachmittag ergänzte sie, dass inzwischen alle Systeme wieder im Normalbetrieb laufen.

Die Probleme hatten ihren Angaben zufolge um 8.45 Uhr begonnen, um 9.32 Uhr seien die Systeme wieder zum Laufen gebracht worden, hieß es. Allerdings war es wegen der hohen Zahl abgelehnter Zahlungsvorgänge auch danach noch zu Problemen gekommen. Bankomaten zum Geldabheben waren von der Störung nicht betroffen.

ZIB2

Die SpitzenkandidatInnen der Landtagswahl in der Steiermark stellen sich den Fragen von Susanne Schnabl und Franz Neger. In der ZIB2 analysiert der Politikwissenschafter Peter Filzmaier die Elefantenrunde.

Erstes TV-Duell

Der britische Premierminister Boris Johnson und der Oppositionsführer Jeremy Corbyn treffen rund drei Wochen vor der Wahl erstmals im TV aufeinander. Wir schalten zu Eva Pöcksteiner nach London.

U-Ausschuss zur Casinos-Affäre kommt

Alle Parteien haben sich mittlerweile für einen Untersuchungsausschuss ausgesprochen, was aber genau untersucht werden soll, darüber herrscht Uneinigkeit.

Schwenk der USA

Die USA sehen den Siedlungsbau Israels in den palästinensischen Gebieten nicht mehr als Verstoß gegen internationales Recht. Tim Cupal berichtet aus Israel.

Das große Aufräumen

Nach den Unwettern hat sich die Wetterlage leicht entspannt, aber nicht überall ist die Gefahr gebannt.

ZIB2 mit Armin Wolf, 22.13 Uhr, ORF2

Mail an die ZIB2

Textfassung: Zeit im Bild

Sport

Mit der hauchdünnen Endspielniederlage bei den ATP World Tour Finals gegen den Griechen Stefanos Tsitsipas hat Dominic Thiem sein erfolgreiches Tennisjahr 2019 beendet. Der Niederösterreicher verließ London trotz des verpassten Titels mit vielen neuen Erkenntnissen und gestiegenem Selbstvertrauen – und fiebert mit 800 Punkten im Gepäck bereits dem Start der Saison 2020 entgegen.

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Chronik

In den USA ist gegen zwei Gefängniswärter Anklage in der Causa Epstein erhoben worden. Sie hatten in der Todesnacht Epsteins Dienst und kommen nun wegen mutmaßlicher Falschangaben zu Kontrollgängen vor Gericht.

In der gestern bei einem New Yorker Gericht eingereichten Anklageschrift wird den Wärtern vorgeworfen, die vorgeschriebenen Kontrollen der Zelle des prominenten Häftlings in dem Hochsicherheitsgefängnis unterlassen und das dann mit falschen Dienstprotokollen vertuscht zu haben.

Uni distanziert sich von Prinz Andrew

Nach dem umstrittenen Fernsehinterview von Prinz Andrew zu den gegen ihn erhobenen Missbrauchsvorwürfen gehen unterdessen eine britische Universität und mehrere Unternehmen auf Distanz zu dem Mitglied des britischen Königshauses. Bei der nächsten Sitzung des Verwaltungsrats in der kommenden Woche werde Prinz Andrews Position als Schirmherr der London Metropolitan University auf den Prüfstand gestellt.

Das gab ein Sprecher der Universität bekannt. Die Hochschule distanziere sich „von jeglicher Form der Diskriminierung, des Missbrauchs, des Menschenhandels und von jeder Handlung, die gegen ihre Werte verstößt“, sagte der Sprecher. Die Studierenden der Huddersfield University in Nordengland forderten inzwischen einen Rücktritt von Prinz Andrew als Schirmherr. Er sei wegen der Missbrauchsvorwürfe als Repräsentant der Uni „absolut unpassend“.

Kritik nach Interview zu Epstein-Skandal

Mehrere Unternehmen kündigten zudem an, ihre finanzielle Unterstützung für einen von Prinz Andrew gegründeten Verband zur Wirtschaftsförderung einzustellen. Die Bank Standard Chartered nannte „kommerzielle Gründe“ für die Entscheidung. Der Versicherungsriese AON forderte laut einem Bericht der „Financial Times“, dass sein Logo von der Website von Andrews Verband entfernt wird.

In einem Fernsehinterview hatte Prinz Andrew Missbrauchsvorwürfe einer Frau im Zusammenhang mit dem Skandal um den US-Sexualstraftäter Epstein zurückgewiesen. Zahlreiche Medien und Beobachter hatten anschließend kritisiert, dass der Royal dabei kein Wort des Mitgefühls mit Epsteins Opfer verloren hatte.

Der US-Multimillionär Epstein soll jahrelang minderjährige Mädchen und junge Frauen sexuell missbraucht und zur Prostitution angestiftet haben. Er hatte gute Kontakte zu zahlreichen Politikern und Prominenten. Die Zeugin Virginia Giuffre hatte ausgesagt, von Epstein zum Sex mit dessen wohlhabenden Freunden gezwungen worden zu sein, darunter auch mit Prinz Andrew. Das wies der Prinz in dem Fernsehinterview kategorisch zurück. Epstein hatte sich am 10. August laut Behördenangaben in einem New Yorker Gefängnis das Leben genommen.

Nach dem Bruch einer Fernwasserleitung in Russland ist ein Auto mit zwei Männern in ein Loch mit kochendem Heizungswasser gestürzt. Die beiden Insassen seien dabei ums Leben gekommen, teilte die Polizei heute mit.

Ihr Wagen stand auf einem Parkplatz in der Stadt Pensa etwa 550 Kilometer südöstlich von Moskau, als plötzlich der Asphalt direkt darunter zusammenbrach.

Auf Bildern in lokalen Medien war zu sehen, wie das Fahrzeug komplett in dem Loch versank. Wasserdampf stieg auf. Die Polizei will nun prüfen, wie das Rohr mit heißem Wasser für Heizungen brechen konnte.

Der in der Nacht auf Donnerstag in der Flugfeld-Kaserne in Wiener Neustadt (Niederösterreich) verstorbene Soldat ist tatsächlich durch Hundebisse ums Leben gekommen. Das bestätigte die Obduktion. Der Fall ist immer noch völlig rätselhaft.

Mehr dazu in noe.ORF.at

Aggressive Militärhunde nicht erwünscht

Nach dem tödlichen Unfall in Niederösterreich herrscht auch im Ausbildungszentrum für Militärhunde in Kaisersteinbruch (Burgenland) große Betroffenheit. Dort betont man, dass übermäßig aggressive Tiere nicht erwünscht seien.

Mehr dazu in burgenland.ORF.at

Bundesheerangestellter von Polizeihund gebissen

Wie erst heute bekanntwurde, ist vor einer Woche ein 57-jähriger Bundesheerbediensteter von einem Polizeidiensthund im Rahmen einer gemeinsamen Übung von Bundesheer und Polizei angefallen und verletzt worden.

Mehr dazu in steiermark.ORF.at

Kultur

Seite an Seite sind Schauspielerin Kristen Bell und Musical-Darstellerin Idina Menzel heute mit zwei Sternen in Hollywood verewigt worden. Vor jubelnden Fans und Fotografen enthüllten die beiden Stars des neuen Animationsfilms „Frozen – Die Eiskönigin 2“ die Plaketten auf dem berühmten Walk of Fame.

Sie habe „verdächtig viel Glück“ in ihrer Karriere gehabt, sagte Bell in ihrer Dankesrede – und schwärmte zugleich von der einzigartigen Stimme ihrer Kollegin. Bereits in dem Originalfilm „Die Eiskönigin – Völlig unverfroren“ vertonte Bell die Figur Anna, und Menzel verlieh Elsa ihre Stimme.

Doppelte Ehrungen auf dem Walk of Fame sind selten. So wurden etwa die Schauspieler Goldie Hawn und Kurt Russell 2017 mit zwei Sternenplaketten nebeneinander gefeiert. Im Jahr zuvor erhielten Cyndi Lauper und Harvey Fierstein für ihr Hitmusical „Kinky Boots“ gemeinsame Sterne. 2012 wurde dem Schauspielerpaar Felicity Huffman und William H. Macy die doppelte Ehre zuteil.

Das schwere Hochwasser in Venedig der vergangenen Woche hat im weltberühmten Markusdom Mosaiken und Säulen beschädigt. Betroffen seien unter anderem mehrere Bodenmosaiken im rechten Teil der Basilika mit Darstellungen von Pfauen und einem Blumenteppich, teilte der Prokurator Pierpaolo Campostrini heute mit. Bei einigen Marmorsäulen sei die Basis in Teile zersprungen.

Hochwasser vor dem Markusdom in Venedig
APA/AFP/Filippo Monteforte

„Langsame, aber unerbittliche“ Schädigung

Die Mosaiken ließen sich restaurieren, sie seien nicht verloren, sagte Campostrini. Die schadhaften Säulensockel müssten ersetzt werden. Viele Schäden in St. Markus würden aber erst in den kommenden Monaten sichtbar, wenn alles wieder getrocknet sei. Die schädliche Wirkung des Meersalzes sei „langsam, aber unerbittlich“.

Venedig war in der vorigen Woche vom stärksten Hochwasser seit Jahrzehnten heimgesucht worden. Am Abend des 12. November stand das Wasser 187 Zentimeter über dem normalen Meeresspiegel. Der Markusplatz und auch das Innere des Doms standen unter Wasser, die Krypta lief voll. Der Markusdom wurde im 11. Jahrhundert nach byzantinischem Vorbild erbaut. Seinen Namen hat er nach dem Evangelisten Markus, dem Stadtheiligen Venedigs.

Bei einem Glücksspiel für einen guten Zweck in Paris können Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein Bild des spanischen Malers Pablo Picasso im Wert von einer Million Euro gewinnen. Interessierte können für die Auslosung am 6. Jänner in Paris eines von insgesamt 200.000 Tickets zum Preis von je 100 Euro erwerben, wie die Organisatoren heute mitteilten. Dem glücklichen Gewinner winkt das Bild „Stillleben“ aus dem Jahr 1921.

Die Organisatoren wollen durch den Losverkauf insgesamt 20 Millionen Euro zusammentragen. Der Besitzer des Gemäldes, Kunstsammler David Nahmad, soll eine Million Euro erhalten, während der Rest des Erlöses an ein Projekt der Hilfsorganisation CARE in Afrika gehen soll.

Das derzeit noch im Pariser Picasso-Museum ausgestellte Gemälde zeigt eine geometrische Komposition mit einem Stück Zeitung sowie einem Absinthglas. Es handle sich um ein Bild aus einer Zeit, in der Picasso „die realistischen und kubistischen Strömungen synthetisiert hat“, sagte Museumsdirektor Laurent Le Bon. Das Werk rege zum „Denken und Träumen“ an.

Science

Panorama

Wissenschaftler der Penn State University in den USA wollen mit einer Erfindung nicht nur die Klobürste obsolet machen, sondern auch den Wasserverbrauch von Toiletten um bis 90 Prozent senken. Mit einer per Spray aufgetragenen Beschichtung sollen Klomuscheln „rutschiger“ werden, sodass keine Reste von Exkrementen kleben bleiben und weniger Wasser beim Spülen gebraucht wird.

Ziel der Forschung war es, den Wasserverbrauch in Entwicklungsländern zu reduzieren, so Professor Tak-Sing Wong. Laut den Forschern werden jeden Tag weltweit 141 Milliarden Liter Wasser beim Klospülen verwendet, das ist das Sechsfache des Tagesbedarfs von Afrika.

Schnell aufzutragen

Die Untersuchungsreihen der Forscher, die ihre Erkenntnisse im Journal „Nature Sustainability“ veröffentlichten, gingen jedenfalls vielversprechend. Der Spray funktioniert zweistufig: Eine erste Schicht haftet an der Toilette, die zweite sorgt mit einem Silikonöl für die extreme Rutschigkeit. Der Spray soll laut den Forschern binnen fünf Minuten auf allen gängigen Toilettenmaterialen aufgetragen werden können und wirkt prinzipiell mehr als 500 Spülgänge lang. Schönheitsfehler: Kommt Urin ins Spiel, hält die Oberfläche nur rund 50 Spülungen lang.