COV Inland

Das Dashboard der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) hat gestern einen weiteren Anstieg der 7-Tage-Inzidenz ausgewiesen. Die Neuinfektionen mit dem Coronavirus in der abgelaufenen Woche liegen bei 254 je 100.000 Einwohner (Stand: heute, 14.00 Uhr). Das ist ein Anstieg von 13 gegenüber dem Vortag. Zumindest der Anstieg fiel etwas geringer aus als an den Vortagen.

Nach Bundesländern liegt Tirol mit 376 voran, das ist ein Anstieg von 38. Vorarlberg hält bei 346, dort sank der Wert sogar leicht. In Salzburg liegt der Wert bei 311, das entspricht einem Plus von vier. Oberösterreich überschritt mit 303 die 300er-Marke. Neben Vorarlberg sank der Wert auch in Wien leicht.

Laut Ministerien 4.453 neu positiv Getestete

Die Zahl der aktiven Coronavirus-Fälle liegt laut den Zahlen des AGES-Dashboards bei 40.263. Das neue Dashboard ersetzte unlängst jenes des Gesundheitsministeriums. Damit ging ein Zahlensprung bei den aktuell Infizierten einher, da im neuen System Genesene langsamer eingemeldet werden.

Zudem werden neue Fälle nicht mehr dem Einmeldezeitpunkt zugewiesen, sondern dem Termin der Labordiagnose, der schon Tage zuvor stattgefunden haben kann. Das macht die Kurve des Epidemieverlaufs genauer, verändert aber die bisher gern als Kennwert verwendete Zahl der neu gemeldeten Infektionen, die aber vom Innen- und Gesundheitsministerium weiterhin in der Früh kommuniziert wird. Das waren gestern (9.30 Uhr) 4.453 gestiegen. Das ist der bisher höchste registrierte Wert, allerdings sind darin rund 430 Nachmeldungen aus Niederösterreich enthalten.

Landesweit starben bisher 1.064 Personen an den Folgen von Covid-19. Derzeit befinden sich 1.692 in Spitalsbehandlung, 248 davon auf Intensivstationen.

Karten, Grafiken und Informationen zu aktuellen Fällen und zum Epidemieverlauf in ORF.at/corona/daten

Erklärung für die Umstellung und die neue, genauere Zählweise in ORF.at/corona

Der Wiener Landespolizeipräsident Gerhard Pürstl hat heute die Gesundheitsbehörden aufgefordert, die für kommendes Wochenende angesetzten Demonstrationen von „Corona-Leugnern“ aus epidemiologischen Gründen zu untersagen.

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Die Stadt Salzburg wird dem Christkindlmarkt rund um den Dom- und Residenzplatz keine Genehmigung erteilen. Das teilte Bürgermeister Harald Preuner (ÖVP) heute mit. Morgen lädt der Bürgermeister noch zu einem finalen Gespräch mit dem Christkindlmarkt-Verein – eine Absage sei aber fix, so Preuner.

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Der Verfassungsgerichtshof (VfGH) hat erneut Bestimmungen in der Coronavirus-Verordnung für gesetzwidrig erklärt. Einige der Maßnahmen waren bereits vor der Entscheidung außer Kraft getreten. Der VfGH hob aber auch eine noch in Geltung stehende Bestimmung auf.

Konkret geht es um den Mindestabstand von einem Meter zwischen Tischen in Gaststätten. Laut Lockerungsverordnung (jetzt Maßnahmenverordnung) hat der Betreiber „die Verabreichungsplätze so einzurichten, dass zwischen den Besuchergruppen ein Abstand von mindestens einem Meter besteht“.

Reparaturfrist bis Jahresende

Gemäß VfGH-Entscheidung verstößt die Maßnahme allerdings gegen das Covid-19-Maßnahmengesetz, „weil es der Verordnungsgeber gänzlich unterlassen hat, jene Umstände, die ihn bei der Verordnungserlassung bestimmt haben, so festzuhalten, dass entsprechend nachvollziehbar ist, warum der Verordnungsgeber die mit diesen Regelungen getroffenen Maßnahmen für erforderlich gehalten hat“.

Die Aufhebung tritt mit Ablauf des 31. Dezember 2020 in Kraft. Der Verfassungsgerichtshof hatte bereits im Juli entschieden, dass Grundrechtseingriffe zur Pandemiebekämpfung nur dann zulässig sind, wenn die Regierung eine Interessenabwägung mit anderen Grundrechten vornimmt. Somit muss die Regierung also dokumentieren, inwieweit die Eingriffe zur Bekämpfung der Pandemie geeignet, erforderlich und angemessen sind.

Im Fall der Abstandsregel in Lokalen ist das allerdings nicht erfolgt. In den diesbezüglichen Unterlagen des Gesundheitsministeriums fanden die Höchstrichter nämlich zwar mehrere Verordnungsentwürfe, eine Anwesenheitsliste sowie mehrere E-Mails „von diversen Stellen außerhalb des Ressorts“, aber „keine die Erlassung der Verordnung begründenden Aspekte“. Die von mehreren Gastronomen angefochtene Abstandsregel wurde daher aufgehoben.

Weitere Rechtswidrigkeiten

Weiters stellte der VfGH fest, dass eine Reihe von Covid-19-Maßnahmen gesetzwidrig waren, die im Frühjahr gegolten hatten. Gesetzwidrig waren konkret das Betretungsverbot für Gaststätten und selbstständige (nicht an eine Tankstelle angeschlossene) Waschstraßen, Beschränkungen betreffend den Einlass von Besuchergruppen in Gaststätten (maximal vier Erwachsene, wenn kein gemeinsamer Haushalt), das Verbot von Veranstaltungen mit mehr als zehn Personen (das etwa Diskotheken betraf) und die Maskenpflicht an öffentlichen Orten in geschlossenen Räumen (Amtsräume etc.).

Heute ist die vom oberösterreichischen Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP) angekündigte Verordnung über das Verbot von Partys und Feiern in Garagen, Stadeln und dergleichen veröffentlicht und präsentiert worden. Sie tritt damit vor Halloween am Wochenende in Kraft.

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COV Ausland

Im Kampf gegen das Coronavirus werden im deutschen Bundesland Bayern ab dem 2. November noch strengere Kontaktbeschränkungen gelten als von Bund und Ländern vereinbart – nämlich ausdrücklich auch in Privaträumen.

Zudem werden bis Ende November Veranstaltungen aller Art untersagt und nicht nur solche, die der Unterhaltung dienen. Ausnahmen gelten nur für Gottesdienste und Demonstrationen. Das beschloss das bayrische Kabinett heute in München.

In Bayern gilt somit grundsätzlich verbindlich, dass sich – egal wo – nur noch die Angehörigen des eigenen und eines weiteren Haushalts treffen dürfen, und zwar mit insgesamt maximal zehn Personen. Der Bund-Länder-Beschluss von gestern hatte das nur für den „Aufenthalt in der Öffentlichkeit“ explizit geregelt.

Zudem werden in Bayern auch „ernstere“ Veranstaltungen wie Vereinsversammlungen untersagt. Bund und Länder hatten sich lediglich auf ein Verbot von Unterhaltungsveranstaltungen verständigt.

Katastrophenfall möglich

Wegen der stark steigenden Infektionszahlen erwägt Bayern zudem die baldige Ausrufung des Katastrophenfalls. In den nächsten Tagen könne das notwendig werden, um auf die „dramatische Entwicklung“ besser reagieren zu können, sagte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) nach der Kabinettssitzung.

In Bayern habe sich binnen neun Tagen die Belegung der Intensivbetten verdoppelt, in einigen Regionen drohten in den kommenden Tagen bereits Kapazitätsengpässe. Durch die Ausrufung des Katastrophenfalls könne das Land die Verteilung der Intensivpatienten besser koordinieren. Im Freistaat seien heute 3.057 neue Coronavirus-Infektionen gemeldet worden, berichtete Söder. „Das ist eine neue Rekordzahl.“

In Polen hat die Zahl der täglichen Neuinfektionen mit dem Coronavirus erstmals die Marke von 20.000 überschritten. Innerhalb von 24 Stunden kamen 20.156 neue Fälle hinzu, die meisten davon (rund 2.633) in der Region Großpolen im Westen das Landes. Im gleichen Zeitraum starben 301 Menschen. Das teilte das polnische Gesundheitsministerium heute mit.

Seit Beginn der Pandemie gab es in Polen 5.149 Todesfälle in Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung. Das Land hat rund 38 Millionen Einwohner.

Eine Million Infizierte in Frankreich

In Frankreich haben sich nach Einschätzung der Regierung bereits rund eine Million Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Es gebe nur „einen gemeinsamen Feind“, und der sei das Virus, sagte Gesundheitsminister Olivier Veran im Sender France-Info.

Veran verteidigte die von Präsident Emmanuel Macron gestern verkündete Verhängung eines landesweiten Lockdowns, die morgen in Kraft treten soll. Die Regierung habe mit „allen Mitteln“ versucht, einen neuen Lockdown zu vermeiden, und die bisher verhängten nächtlichen Ausgangssperren hätten auch dazu beigetragen, die Ausbreitung des Virus zu bremsen.

Doch gegen die derzeitige „europäische Welle“ reichten diese nicht mehr aus. „Wir müssen aus dieser zweiten Welle herauskommen“, fügte er hinzu. Er wollte selbst eine „dritte Welle“ nicht ausschließen. Die Franzosen müssten „Mut“ und „Geduld“ haben. In Frankreich sind knapp 35.800 Menschen an Covid-19 verstorben.

In Italien sind Kulturschaffende auf die Straße gegangen, um gegen die Schließung der Theater im Zuge von verschärften Anti-Coronavirus-Maßnahmen zu protestieren. In Rom hielten heute schwarz angezogene Menschen Plakate mit der Aufschrift: „Tötet nicht die Kultur!“ Frauen mit Ballettröcken trugen Tanzschuhe in den Händen, Gruppen tanzten kleine Passagen.

Die Regierung von Premierminister Giuseppe Conte hatte angesichts stark steigender Infektionszahlen angeordnet, dass Kinos, Theater, Spielhallen, Sportstudios und Schwimmbäder schließen müssen. Bars und Restaurants dürfen seit Montag nur noch bis 18.00 Uhr Gäste bedienen.

Zahlreiche Proteste von Betroffenen

Gegen die Maßnahmen laufen viele Verbände Sturm. Gestern hatten Köche, Restaurantbesitzer und ihre Mitarbeiter auf Plätzen in zahlreichen Städten aus Protest gedeckte Tische aufgebaut. Auch Taxifahrer gingen schon auf die Straßen. Zum Teil gab es gewaltsame Ausschreitungen. Die Regierung machte dafür unter anderem Extremisten von rechts und links verantwortlich.

In Italien hatte die Anzahl der binnen eines Tages gemeldeten Coronavirus-Neuinfektionen gestern fast die Marke von 25.000 erreicht. In dem Land mit rund 60 Millionen Einwohnern starben in 24 Stunden zudem mehr als 200 Menschen mit oder an dem Virus.

Im Kampf gegen das Coronavirus hat die griechische Regierung einen Lockdown für die Städte Thessaloniki, Larisa und Rodopi in Mittel- und Nordgriechenland angeordnet. Wie bereits beim Ausbruch der Pandemie im Frühjahr müsse Griechenland härter und schneller Maßnahmen ergreifen als andere Länder, um das Schlimmste zu verhindern und den Druck auf das Gesundheitssystem zu mindern, sagte Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis heute in Athen.

Die Maßnahmen ähneln jenen in Deutschland. So sollen beispielsweise Kinder weiterhin in dei Schule gehen, aber Versammlungen sind verboten, und Restaurants müssen geschlossen bleiben.

Griechenland war im Vergleich zu anderen europäischen Ländern bisher verhältnismäßig schwach vom Coronavirus betroffen, doch in den vergangenen Wochen schnellten die Zahlen in die Höhe. Erstmals wurden diese Woche in Griechenland binnen 24 Stunden mehr als 1.500 neue Coronavirus-Fälle verzeichnet. Das Land mit seinen rund elf Millionen Einwohnern zählt seit Ausbruch der Pandemie gut 34.000 Infektionsfälle und 603 Tote.

Auch Bulgarien verschärft Regeln

Auch Bulgarien schränkt wegen stark gestiegener Neuansteckungen heute vorerst für zwei Wochen das öffentliche Leben ein. Gymnasien und Universitäten müssen nun zum Fernunterricht übergehen. Sportevents dürfen nur noch ohne Publikum organisiert werden. In Nachtlokalen wie etwa Diskotheken und Bars müssen die Innenräume geschlossen bleiben.

In dem EU-Land mit einer Bevölkerung von 6,9 Millionen Menschen wurde heute mit 2.760 Coronavirus-Neuinfektionen ein Höchststand registriert. Mit dem Coronavirus sind aktuell 25.105 Menschen infiziert. Vor einer Woche waren es noch 14.689 gewesen.

Laut Experten der deutschen Bundesagentur für Arbeit (BA) könnten durch den neuen Teil-Lockdown in Deutschland zumindest kurzfristig über 100.000 Arbeitsplätze bedroht sein. Das teilte das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in Nürnberg in einer aktuellen Lageeinschätzung mit.

Insgesamt habe sich die Situation auf dem deutschen Arbeitsmarkt in den vergangenen Wochen verbessert, hieß es. Dieser bleibe auch „relativ robust“. Allerdings sei zu erwarten, dass die neuen Eindämmungsmaßnahmen wirtschaftliche Auswirkungen hätten und „in der Folge über 100.000 Jobs kurzfristig verloren gehen“. Auch die Zahl der Kurzarbeiter werde erneut „deutlich steigen“.

Die IAB-Experten rechnen nach eigenen Angaben zwar mit erheblichen Folgen in der Dienstleistungsbranche, mit Ausnahme des Handels, der nicht von den rund vierwöchigen Schließungen im November betroffen sein wird. Einen schweren Wirtschaftseinbruch wie im Frühjahr erwarten sie aber nicht. Es gebe inzwischen Erfahrungen mit der Situation, es gebe eine klare zeitliche Begrenzung, und nach Ende des Maßnahmen könne „zumindest in Teilen eine relativ zügige Gegenbewegung erwartet werden“.

Das stark von der Coronavirus-Pandemie betroffene Tschechien hat mitten in der Krise den Gesundheitsminister ausgewechselt. Präsident Milos Zeman überreichte dem Mediziner Jan Blatny heute die Ernennungsurkunde.

Der 50-Jährige folgt auf Roman Prymula, der sich nur einen Monat im Amt halten konnte. Der Epidemiologe war von einem Boulevardblatt abgelichtet worden, wie er in der Nacht ohne Maske ein Restaurant verließ.

Das sorgte in der Öffentlichkeit für großen Unmut, hatte Prymula doch selbst die Schließung aller Gaststätten angeordnet. Zeman warnte den politischen Quereinsteiger Blatny, dass er als Minister Angriffen ausgesetzt sein werde. Die Politik sei eine „ungeheuer grausame Angelegenheit“.

Blatny gilt in der Hauptstadt als unbeschriebenes Blatt. Der Spezialist für Blutkrankheiten bei Kindern war bisher an der Uniklinik in der zweitgrößten Stadt Brno tätig. Im Frühjahr soll er das Coronavirus nach Medienberichten einmal eine „etwas schlimmere Grippe“ genannt haben.

Starker Anstieg bei Neuinfektionen

In Tschechien nahm die Zahl der CoV-Neuinfektionen zuletzt exponentiell zu. Nach den jüngsten Angaben der EU-Gesundheitsagentur ECDC steckten sich binnen 14 Tagen statistisch 1.481 Menschen je 100.000 Einwohner an. Das war der zweithöchste Wert innerhalb der EU nach Belgien.

Seit Beginn der Pandemie starben 2.675 Menschen. Die Regierung in Prag hat Ausgangsbeschränkungen und eine nächtliche Ausgangssperre verhängt. Tschechien hat knapp 10,7 Millionen Einwohner.

Ausland

Die britische Labour-Partei hat ihren ehemaligen Parteichef Jeremy Corbyn nach Antisemitismus-Vorwürfen ausgeschlossen. Das teilte ein Parteisprecher heute in London mit.

Die Entscheidung sei angesichts verharmlosender Äußerungen Corbyns zu einer unabhängigen Untersuchung zu Antisemitismus in der Oppositionspartei getroffen worden.

Laut dem Untersuchungsbericht hat die Partei antisemitische Tendenzen in den eigenen Reihen zugelassen. Es habe Schikanen und Diskriminierung gegeben, teilte die britische Kommission für Gleichheit und Menschenrechte (EHRC) heute in London mit. Besonders in der Kritik steht in dem Bericht Corbyn, der von 2015 bis 2020 Chef der Partei war. Im April 2020 wurde der 71-Jährige von Keir Starmer abgelöst.

Kurz vor Inkrafttreten der zweiten Stufe des umstrittenen Berliner Mietendeckels hat das deutsche Verfassungsgericht einen vorläufigen Stopp abgelehnt. Die Karlsruher Richter wiesen den Eilantrag einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts ab, die in Berlin 24 Wohnungen vermietet. Ein schwerer Nachteil von besonderem Gewicht sei nicht dargelegt, teilte das Gericht heute mit – auch nicht für die betroffenen Vermieter insgesamt.

In Berlin sind seit dem 23. Februar Mieten für 1,5 Millionen Wohnungen auf dem Stand vom Juni 2019 eingefroren. Ab 2022 dürfen sie höchstens um 1,3 Prozent jährlich steigen. Wird eine Wohnung wieder vermietet, muss sich der Vermieter an neue, vom Staat festgelegte Obergrenzen und die zuletzt verlangte Miete halten. Mit dem bundesweit einmaligen Mietendeckel will der Senat den zuletzt starken Anstieg der Mieten in der Hauptstadt bremsen.

Mehr als 300.000 Vermieter betroffen

Die zweite Stufe greift neun Monate nach Inkrafttreten des Gesetzes am 23. November. Dann sind überhöhte Mieten verboten. Das gilt, wenn eine Miete mehr als 20 Prozent über der Obergrenze liegt.

Das Berliner „Gesetz zur Mietenbegrenzung im Wohnungswesen“ besteht aus zwei Teilen. Zum einen gilt eine Höchstgrenze für Neuvermietungen. In einem zweiten Schritt müssen ab Ende November Vermieter auch die Mieten in Altverträgen senken, wenn sie die zulässigen Werte überschreiten. Betroffen sind nach Medienberichten mehr als 300.000 Vermieter und Vermieterinnen, die in Berlin ihre Mieten reduzieren müssen.

Das Abgeordnetenhaus in Berlin hatte Ende Jänner mit der Regierungsmehrheit von SPD, Grünen und Linken die Mieten für fünf Jahre eingefroren. Nur Neubauten seit 2014 und öffentlich geförderte Wohnungen sind davon ausgenommen. Bei stark überteuerten Mieten weit über den festgelegten Obergrenzen kann eine Absenkung erzwungen werden.

An den Protesten gegen eine Verschärfung des Abtreibungsverbots in Polen haben sich heute nach Angaben der Polizei landesweit mehr als 430.000 Menschen beteiligt. Insgesamt habe man 410 Protestaktionen im ganzen Land registriert, sagte Polizeipräsident Jaroslaw Szymczyk dem öffentlich-rechtlichen Radiosender Jedynka heute. Knapp 80 Personen seien bei den Demonstrationen vorübergehend festgenommen worden.

Demonstration in Warschau
APA/AFP/Janek Skarzynski

Die Organisation Allpolnischer Frauenstreik hatte für gestern zu einem Streik aufgerufen. Am Abend waren in vielen polnischen Städten Tausende zu Protesten auf die Straße gegangen. Es war der siebente Protesttag in Folge seit der umstrittenen Entscheidung des Verfassungsgerichts, wonach Frauen auch dann nicht abtreiben dürfen, wenn ihr Kind eine schwere Fehlbildungen hat. Für heute plant die Frauenbewegung eine zentrale Protestkundgebung in Warschau.

EU

Die grüne Europaabgeordnete Sarah Wiener ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Wiener bestätigte die Infektion heute auf ihrer Facebook-Seite. „Leider geht es mir nicht so gut, wodurch ich gerade nicht viel machen kann… ich bin sehr schnell erschöpft und habe einen hartnäckigen Husten… Aber ich bin zu Hause, was eine große Erleichterung ist. Ich hoffe, es wird bald besser gehen“, schrieb sie.

Sie habe zwar alle Vorsichtsmaßnahmen eingehalten, habe keine Vorerkrankungen und ernähre sich gesund, dennoch sei sie infiziert worden. Die neuerlichen Verschärfungen begrüßte Wiener: „Wenn ihr mich fragt: Sie machen Sinn und ich hoffe, es bewirkt auch das Richtige. Es gibt keinen Grund zur Angst, aber sehr wohl zur Vorsicht, zur Vorsorge und Fürsorge!“

Die Gastronomin und Fernsehköchin wurde bei der Europawahl 2019 für die Grünen in das EU-Parlament gewählt. Im Juli 2020 musste sie für ihre Restaurants und ihr Catering in Berlin und Hamburg aufgrund des coronavirusbedingten Geschäftsrückgangs Insolvenz anmelden. Wieners Gastronomieunternehmen hatten ihren Angaben zufolge zuletzt rund 120 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen.

Inland

Im Schatten der Pandemie geht diese Woche ein Jahrestag über die Bühne, um dessen Zustandekommen jahrzehntelang gerungen wurde: Seit 1. November 2019 gilt in Österreichs Gastronomie ein allgemeines Rauchverbot. Von Medizinern sehr begrüßt, markierte es für viele Bewirtungsbetriebe den Beginn eines rabenschwarzen Jahres.

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Die Wiener FPÖ hat erste personelle Weichenstellungen nach ihrem Wahldebakel getroffen: Maximilian Krauss übernimmt den stark geschrumpften Rathausklub. Den einzigen verbliebenen nicht amtsführenden Stadtratsposten besetzt künftig Parteichef Dominik Nepp.

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Wirtschaft

Die Lufthansa-Tochter AUA reduziert ihr Angebot wegen der schwachen Nachfrage in der Coronavirus-Pandemie weiter. Im November komme man nur noch auf rund 20 Prozent Angebot, bestätigte eine Sprecherin heute auf APA-Nachfrage einen Bericht von AviationNetOnline.

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Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck (ÖVP) kündigt im Magazin „News“ eine Aufstockung der Investitionsprämie für Betriebe auf zumindest drei Mrd. Euro an. Der dafür genehmigte Rahmen von zwei Mrd. Euro sei mit mehr als 1,92 Mrd. Euro schon fast ausgeschöpft.

„Die Details werden noch mit dem Finanzministerium diskutiert, dann braucht es noch die Zustimmung des Parlaments und des Bundesrats, und mit Dezember könnte es dann so weit sein“, so Schramböck laut „News“-Vorabbericht.

Es gebe auch Stimmen, die für weitere zwei Mrd. Euro seien. Die Ministerin sagte, dass alle Anträge, die bis Ende Februar eingereicht würden, von der Förderbank aws auch bearbeitet werden: „Das ist gesetzlich so vorgesehen.“ Sollten bis dahin etwa drei Mrd. Euro nicht ausreichen, werde nochmals aufgestockt.

Unternehmen bekommen je nach Art der Investition entweder sieben oder 14 Prozent der ausgegebenen Summe zurück. Gefördert werden Investitionen ab 5.000 Euro bis maximal 50 Mio. Euro. Bisher habe es mehr als 31.900 Anträge gegeben, wovon knapp 92 Prozent genehmigt worden seien.

Die CoV-Krise und der Ölpreisverfall hat den Öl- und Gaskonzern OMV schwer getroffen: Der Umsatz brach im dritten Quartal gegenüber dem Vorjahr um 38 Prozent auf 3,7 Mrd. Euro ein, das operative Ergebnis der Gruppe drehte auf 607 Mio. Euro in die Verlustzone.

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Die Supermarktkette Lidl Österreich hat zwei Käsesorten des Herstellers Jermi zurückgerufen. In den Produkten wurden gefährliche Bakterien festgestellt. Bei bestimmten Personengruppen können nach dem Verzehr schwere Krankheitsverläufe auftreten.

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Sport

Mit Dominic Thiem und Jurij Rodionov sind beim Erste Bank Open in der Wiener Stadthalle zwei Österreicher im Einsatz. Rodionov, der zum Auftakt den als Nummer acht gesetzten Kanadier Denis Shapovalov besiegte, bestreitet derzeit sein Achtelfinale gegen den Briten Daniel Evans als erste Partie des Tages auf dem Centre-Court.

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Dominic Thiem ist bei den Erste Bank Open in der Wiener Stadthalle zwar eine Runde weiter, sein spielerisches Niveau muss der Weltranglistendritte im Achtelfinale aber erhöhen. Da geht es heute (ab 17.35 Uhr, live in ORF1 und im Livestream) gegen Cristian Garin, Dreisatzsieger gegen den Schweizer Stan Wawrinka.

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Für den FC Barcelona läuft es in der Champions League derzeit weitaus besser als in der spanischen Meisterschaft. Gestern holten die Katalanen mit einem 2:0 bei Juventus Turin ihren zweiten Sieg. „Das war unser bestes Spiel in der ganzen Saison“, sagte Barcelona-Coach Ronald Koeman. Der Sieg im Schlager sorgte jedenfalls für Erleichterung und lenkt von der Führungskrise sowie dem zwölften Tabellenplatz in La Liga ab.

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Chronik

Der Taifun „Molave“ hat in Vietnam mehr als 30 Menschen getötet und schwere Verwüstungen angerichtet. Allein bei zwei durch den Sturm verursachten Erdrutschen sind mindestens 19 Menschen ums Leben gekommen. Fast 50 weitere wurden nach den Schlammabgängen in der ländlichen Provinz Quang Nam im Zentrum des Landes vermisst, wie die Behörden heute mitteilten.

Die Rettungsarbeiten seien schwierig, da die Zufahrtsstraßen zu den Unglücksorten von tiefem Schlamm bedeckt seien, teilte Vizeregierungschef Trinh Dinh Dung in einer Erklärung mit. Regierungschef Nguyen Xuan Phuc sagte, man versuche alles, um Überlebende zu retten. Das Militär sollte bei den Arbeiten helfen.

In der Provinz Binh Dinh wurden zudem zunächst 26 Fischer vermisst, nachdem ihre Boote gesunken waren. Nach einem Bericht des staatlichen Fernsehens wurden mittlerweile zwölf Leichen im Wasser gefunden.

Stärkster Sturm seit 20 Jahren

Der Taifun war gestern mit heftigem Wind, Starkregen und meterhohen Wellen über die zentralen Provinzen Quang Nam und Quang Ngai hinweggefegt. Der Wetterbehörde zufolge handelte es sich um den stärksten Sturm in dem Gebiet seit 20 Jahren. Mit Geschwindigkeiten von bis zu 135 Kilometer pro Stunde riss „Molave“ die Dächer von fast 90.000 Häusern ab, entwurzelte Bäume und überflutete Straßen. Vielerorts fiel der Strom aus.

Zuvor waren Hunderttausende Menschen in Sicherheit gebracht worden. Weitere Provinzen wurden gewarnt, dass es bis Sonntag zu neuen schweren Unwettern mit Überflutungen kommen könne. In den vergangenen Wochen waren immer neue Stürme mit schwerem Regen über Vietnam gezogen. Es gab weit über 100 Tote und Verwüstungen.

„Molave“ war Anfang der Woche über die Philippinen gezogen. Mindestens zehn Menschen kamen ums Leben, zwölf Fischer wurden vermisst.

Zwei Tage nach dem tragischen Verkehrsunfall im Großliedltunnel auf der Südautobahn (A2) in Kärnten, bei dem drei Menschen getötet wurden, ist heute in diesem Tunnel erneut ein Unfall passiert: Ein Lkw prallte gegen die Tunnelwand, verletzt wurde niemand.

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Derzeit gibt es in Klagenfurt zehn öffentliche WCs, fünf davon sind kostenpflichtig. Zusätzlich können die Toiletten in vier Amtsgebäuden während der Betriebszeiten benützt werden. Das sind zu wenig öffentliche WCs, sagen Kontinenz- und Stomaberater.

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Bereits im Sommer konnte genetisch nachgewiesen werden, dass sich zwei Wildkatzen in Niederösterreich und Kärnten angesiedelt haben. Genaue Analysen haben jetzt ergeben, dass in der Wachau mindestens fünf dieser Tiere leben.

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Science

Schweizer Forscher haben eine neue SARS-CoV-2-Variante identifiziert, die sich in den letzten Monaten europaweit verbreitet hat. Unter anderem die Lockerung der Reisebeschränkungen machte der neuen Variante ein leichtes Spiel, sich auszubreiten. „20A.EU1“ zählt in Europa momentan zu einer der am weitesten verbreiteten Varianten des neuen Coronavirus, wie die Universität Basel heute mitteilte.

Zurzeit existieren Hunderte Varianten, die sich durch kleine Mutationen im Erbgut voneinander unterscheiden. In der Schweiz gehören zwischen 30 und 40 Prozent der untersuchten Virusgenom-Sequenzen zur neuen Variante. Die Analysen der Forscher der Uni Basel, der ETH Zürich in Basel und des Konsortiums „SeqCOVID-Spain“ legten nahe, dass die neue Variante mit dem Namen „20A.EU1“ erstmals im Sommer in Spanien auftrat.

Die frühesten Hinweise der neuen Genomvariante stehen in Zusammenhang mit einem Superspreader-Ereignis unter Landarbeitern im Nordosten Spaniens. Danach verbreitete sie sich rasch übers ganze Land und gelangte schließlich in andere europäische Länder sowie nach Hongkong und Neuseeland. Die Forschenden vermuten, dass die Lockerung von Reisebeschränkungen und Social-Distancing-Maßnahmen im Sommer die Ausbreitung erleichterte.

Kein Hinweis auf größere Infektiosität

Obwohl die Verbreitung der neuen Virusvariante parallel mit der in diesem Herbst steigenden Zahl von Fällen verläuft, sei die neue Variante nicht zwingend die Ursache für den Anstieg, so die Forschenden.

„Es ist wichtig festzuhalten, dass es derzeit keinen Hinweis darauf gibt, dass die Verbreitung der neuen Variante auf einer Mutation beruht, die die Übertragung erhöht oder den Krankheitsverlauf beeinflusst“, sagte die Epidemiologin Emma Hodcroft von der Uni Basel, Erstautorin der noch nicht von anderen Fachleuten begutachteten Studie.

Tatsächlich dominierten in einigen Ländern mit einem signifikanten Anstieg der Covid-19-Fälle andere Varianten, sagte Richard Neher, ebenfalls von der Uni Basel. Derzeit arbeiten die Autorinnen und Autoren der Studie mit Virologielaboren zusammen, um mögliche Auswirkungen der Mutation zu untersuchen. Sie hoffen auch, bald Zugang zu Daten zu erhalten, um die klinischen Auswirkungen der Variante zu beurteilen.

Koalas leiden wegen der Zerstörung ihres Lebensraumes, immer neuer Buschbrände und Hitzewellen unter ständigem Stress. Das belastet ihr Immunsystem so sehr, dass die Zahl der Beuteltiere etwa im australischen Bundesstaat New South Wales beständig abnimmt, wie eine Studie der Western Sydney University ergab.

Die Forscher analysierten Aufzeichnungen der letzten drei Jahrzehnte aus drei Gebieten mit größeren Koalapopulationen im Bundesstaat. Dabei stellten die Wissenschaftler fest, dass die Populationen hauptsächlich aufgrund von Krankheiten – am häufigsten hervorgerufen durch Bakterien wie Chlamydien – stetig zurückgegangen sind.

Anfälliger für solche Infektionen seien die Tiere aufgrund „längerer Exposition gegenüber Stressfaktoren“ geworden, so die Studie, die im Fachmagazin „PLOS One“ veröffentlicht ist. Der ständige Druck führe dazu, dass das Immunsystem der Koalas überfordert sei, sagte Edward Narayan, einer der Autoren der Studie, heute.

Stressfaktor Mensch

Auch die fortschreitende Ausbreitung der Menschen im Lebensraum der Koalas erhöhe das Risiko eines „akuten Umwelttraumas“. Dazu trügen etwa Stressfaktoren wie die Kollision der Tiere mit Fahrzeugen und Angriffe von Hunden auf die Beutelsäuger bei. Das könnte die ohnehin bedrohten Koalas bald an den Rand des Aussterbens bringen, hieß es.

Zwar würden viele verletzte oder erkrankte Koalas behandelt, „aber wir müssen die Umwelt heilen, nicht ein einzelnes Tier“, sagte Narayan. Die bis heute ergriffenen Maßnahmen zum langfristigen Schutz der bedrohten Art reichten bei Weitem nicht aus. Die Stressfaktoren für die Koalas müssten dringend schrittweise reduziert werden.

„Phascolarctos cinereus“ ist ein in Australien endemischer Beutelsäuger, der den Großteil des Tages in Bäumen sitzend verschläft und sich ausschließlich von Eukalyptusblättern ernährt. Die „Australian Koala Foundation“ schätzte bereits 2018, dass es maximal noch 85.000 Koalas gebe, womöglich noch viel weniger.

An der Uni Wien sind laut einer Umfrage der HochschülerInnenschaft (ÖH) drei Viertel der Studierenden (rund 4.300 Befragte) mit der Möglichkeit von Distance-Learning zufrieden. In der Umsetzung gibt es laut ÖH aber „viele Probleme“. So mangle es etwa an Qualitätsstandards.

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Dass Multitasking nicht effizienter macht, weiß man bereits. US-Forscher konnten jetzt zeigen, dass das auch für den Medienkonsum gilt: Wer im Alltag gleichzeitig E-Mails schreibt, im Internet surft und dabei fernsieht, wird weniger aufmerksam und schwächt die eigene Gedächtnisleistung.

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Kultur

Der Schweizer Franz Gertsch bestreitet die letzte große Hauptausstellung im Linzer Kunstmuseum Lentos für dieses Jahr. Der 90-Jährige zählt zu den renommiertesten Künstlern der Gegenwart.

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Gänsehaut-Kino made in Germany ist rar. Filme wie „Pelikanblut“ und die Serie „Hausen“ trauen sich endlich, mit gruseligen Genrezitaten zu arbeiten, und schaffen neues deutsches Horrorkino, das keine Rücksicht mehr auf Grenzen von Kunst und Kommerz nimmt.

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