Ausland

Im Konflikt um die Ostukraine hat sich Frankreichs Präsident Emmanuel Macron für eine Neuauflage der Gespräche zwischen Russland und der Ukraine zusammen mit Frankreich und Deutschland ausgesprochen. Frankreich sei bereit, wieder Gespräche im Normandie-Format zu führen, sagte Macron heute bei einem Treffen mit seinem ukrainischen Kollegen Wolodymyr Selenski in Paris.

An einer Initiative dazu werde in den kommenden Wochen gearbeitet. Die Bezeichnung Normandie-Format rührt von einem Vierertreffen der Staats- und Regierungschefs der vier Länder bei den Gedenkfeiern 2014 zum 70. Jahrestag der Alliiertenlandung in der Normandie her.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und sein ukrainischer Kollege Wolodymyr Selenski
AP/Christophe Ena

Deutschland und Frankreich in Vermittlerrolle

Deutschland und Frankreich versuchen seit Beginn des Konflikts, zwischen der Ukraine und Russland zu vermitteln. Das bisher letzte Außenministertreffen in diesem Viererformat liegt schon fast ein Jahr zurück. Das letzte Gipfeltreffen auf Einladung von Deutschlands Kanzlerin Angela Merkel war im Oktober 2016 in Berlin.

Selenski wird morgen in Berlin erwartet, wo nach einem Empfang mit militärischen Ehren ein Treffen mit Merkel auf der Agenda steht. Anschließend will Selenski Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer treffen.

Teile der Gebiete Donezk und Luhansk in der Ukraine an der russischen Grenze werden seit 2014 von prorussischen Separatisten kontrolliert. UNO-Schätzungen zufolge wurden bei den Kämpfen rund 13.000 Menschen getötet.

Dutzende Aktivistinnen und Akitivisten haben vor dem Sitz der Vereinten Nationen in Genf gegen die Migrationspolitik der USA und die umstrittene Praxis der Familientrennungen protestiert. Mit in einem Käfig eingesperrten Jugendlichen machten sie heute auf ihr Anliegen aufmerksam und forderten den UNO-Menschenrechtsrat auf, aktiv zu werden.

Aktivisten demonstrieren in Genf gegen die US-Migrationspolitik
APA/AFP/Fabrice Coffrini

Im Zuge ihrer „Null Toleranz“-Politik hatte die US-Regierung im vergangenen Jahr systematisch alle Menschen festgenommen, die illegal die Grenze zwischen Mexiko und den USA überquerten. Da Kinder nicht mit ihren Eltern inhaftiert werden dürfen, wurden Tausende Familien auseinandergerissen. Im Juni vergangenen Jahres kündigte US-Präsident Donald Trump angesichts weltweiter Kritik den Stopp der Familientrennungen an. Beobachtern zufolge befinden sich aber immer noch Hunderte Kinder in Heimen in den USA.

15 Gewerkschaften und Menschenrechtsgruppen reichten vergangenes Jahr bei der UNO Beschwerde gegen Trumps Politik ein. Sie hoffen, dass der UNO-Menschenrechtsrat das Vorgehen der USA öffentlich als Verstoß gegen internationales Recht verurteilt. Die Politik der US-Regierung sei „gesetzeswidrig und unmoralisch“ und, da sie vor allem auf Kinder abziele, „unzumutbar“, sagte Randi Weingarten, Vorsitzender des Amerikanischen Lehrerverbands, der die Proteste mitorganisiert hatte.

Die Europäische Union will das internationale Atomabkommen mit dem Iran erst dann verloren geben, wenn Experten tatsächlich einen Vertragsbruch feststellen. Die EU werde nicht auf Grundlage von Ankündigungen handeln, sondern nur auf Grundlage der Prüfberichte der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), erklärte die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini heute nach einem Außenministertreffen in Luxemburg. Diese habe dem Iran bisher immer Vertragstreue bescheinigt.

Der Iran hatte zuvor angekündigt, dass er bereits am Donnerstag kommender Woche (27. Juni) eine im Atomabkommen vorgesehene Obergrenze für Vorräte mit niedrig angereichertem Uran überschreiten werde. Zudem erklärte er, umgehend bereit zu sein, auch das Anreicherungslimit von 3,67 Prozent zu brechen. Auf 90 Prozent hoch angereichertes Uran kann für Atombomben benutzt werden.

Zusagen „nicht erfüllt“

Die Regierung in Teheran rechtfertigt ihre Ankündigungen damit, dass ihr für die Einschränkung ihres Atomprogrammes eine Aufhebung der wirtschaftlichen Isolierung versprochen worden war. Diese Zusage sieht sie nach dem einseitigen Ausstieg der USA und der damit verbundene Wiedereinführung von US-Wirtschaftssanktionen nicht mehr als erfüllt an.

Die Europäer wollen dieses Argument allerdings nicht gelten lassen. Sie verweisen darauf, dass sie sich weiter an das Abkommen halten und sich darum bemühen, dass EU-Unternehmen Geschäftsbeziehungen mit dem Iran aufrechterhalten können.

Der nächste IAEA-Prüfbericht wird Ende August oder Anfang September erwartet. Nach Einschätzung aus EU-Kreisen könnte es aber auch bereits vorher eine Überprüfung geben, wenn es klare Hinweise auf Vertragsbrüche gibt.

Neun frühere SPD-Vorsitzende haben sich einem Bericht zufolge mit einem gemeinsamen Aufruf an die Parteibasis gewandt. „Wir sind in sehr großer Sorge um unsere Partei“, zitierte der „Spiegel“ heute aus dem Papier. „Die SPD befindet sich in einer ernsten Krise, die existenzielle Folgen nicht nur für die Partei, sondern auch für unser Land haben kann“, heißt es dem Bericht zufolge darin.

Unterzeichnet wurde das Schreiben laut „Spiegel“ vom deutschen Ex-Kanzler Gerhard Schröder sowie von den früheren Parteichefs Hans-Jochen Vogel, Björn Engholm, Rudolf Scharping, Franz Müntefering, Matthias Platzeck, Kurt Beck, Sigmar Gabriel und Martin Schulz. Nicht einbezogen wurden offenbar die erste Frau an der SPD-Spitze, die Anfang Juni zurückgetretene Andrea Nahles, sowie Oskar Lafontaine, der später mit der SPD brach und Linke-Vorsitzender wurde.

Suche nach neuem Vorsitzenden

Die SPD habe als Volkspartei „in den vergangenen sieben Jahrzehnten entscheidend daran mitgewirkt, dass wir in der Bundesrepublik Deutschland Frieden und Freiheit, Sozialstaat und Sicherheit haben und in der Europäischen Union fest verankert sind“, schreiben die Ex-Parteichefs dem Bericht zufolge.

„Die Sozialdemokratische Partei Deutschlands hat dieses Land wesentlich mitgestaltet und tut dies immer noch. Das ist auch Euer Verdienst.“ Die Sozialdemokraten sollten „stolz auf das Erreichte“ sein.

Nach Nahles’ Rückzug vom Partei- und Fraktionsvorsitz wird die SPD derzeit kommissarisch von Malu Dreyer, Thorsten Schäfer-Gümbel und Manuela Schwesig geführt. Der Parteivorstand will am kommenden Montag entscheiden, wie die Suche nach einem neuen Vorsitzenden ablaufen soll.

Knapp fünf Jahre nach Abschuss des Passagierfluges MH17 wird das internationale Ermittlerteam neue Ergebnisse bekanntgeben. Das teilte die niederländische Staatsanwaltschaft heute in Den Haag mit. Auf Einzelheiten wollte eine Sprecherin zunächst nicht eingehen und verwies auf eine geplante Pressekonferenz am Mittwoch.

Die Maschine der Malaysia Airlines war am 17. Juli 2014 über umkämpftem Gebiet in der Ostukraine von einer russischen Buk-Abwehrrakete abgeschossen worden. Alle 298 Menschen an Bord wurden getötet, die meisten waren Niederländerinnen und Niederländer.

Namen von mutmaßlichen Tätern erwartet

Erwartet wird, dass die Ermittler Namen von mutmaßlichen Tätern und Verdächtigen bekanntgeben werden. Bisher hatten die Ermittlungen ergeben, dass die Luftabwehrrakete vom Typ Buk von einer russischen Brigade stammte und von Russland aus in die Ukraine transportiert worden war. Namen von Verdächtigen waren bisher offiziell nicht genannt worden. Russland weist alle Beschuldigungen zurück.

Zu dem internationalen Untersuchungsteam unter Leitung der Niederlande gehören auch Ermittler aus Australien, Belgien, Malaysia und der Ukraine.

Inland

Die beiden Ex-Ministerinnen Juliane Bogner-Strauß und Margarete Schrambröck werden bei der Nationalratswahl im September offenbar ÖVP-Spitzenkandidatinnen in der Steiermark und Tirol.

Die ehemalige Familienministerin Bogner-Strauß wird Spitzenkandidatin der steirischen ÖVP. Für die Steirer SPÖ geht Vizeklubobmann Jörg Leichtfried ins Rennen, für die steirische KPÖ der Grazer Stadtrat Robert Krotzer. Die FPÖ Steiermark präsentiert ihre Kandidatinnen und Kandidaten morgen. Bei den Grünen und NEOS ist die Entscheidung noch ausständig.

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Schramböck wohl Spitzenkandidatin in Tirol

Ex-Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck soll Spitzenkandidatin der Tiroler ÖVP für die Nationalratswahl werden. „Davon ist auszugehen“, sagte Landesgeschäftsführer Martin Malaun der APA. Formell fixiert werden soll die ÖVP-Landesliste voraussichtlich Anfang Juli vom Landesparteivorstand.

Mehr dazu in tirol.ORF.at

Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) hat weitere Ermittlungen in der Affäre um das Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (BVT) eingestellt. Laut WKStA laufen Ermittlungen lediglich noch gegen drei Beschuldigte.

„Teileinstellung mangels Tatnachweises“

Eingestellt wurden Ermittlungen gegen den Ex-Kabinettschef des Innenministeriums, Michael Kloibmüller, sowie große Teile im Verfahren gegen Ex-BVT-Spionagechef Bernhard P. – bei Letzteren war es um Ermittlungen im Zusammenhang mit nordkoreanischen Reisepassrohlingen gegangen.

Eine Sprecherin der WKStA bestätigte eine „Teileinstellung gegen zwei Beschuldigte“ unter anderem wegen der Vorwürfe des Missbrauchs der Amtsgewalt und der Bestechlichkeit – und zwar „mangels Tatnachweises“.

Der ursprüngliche Vorwurf im Zusammenhang mit den nordkoreanischen Reisepässen hatte gelautet, dass der BVT-Referatsleiter und sein Asien-Sachbearbeiter Passrohlinge rechtswidrig von der Staatsdruckerei beschafft und diese dem südkoreanischen Nachrichtendienst übergeben hätten. Es habe sich aber um nicht einsatzfähige Passrohlinge gehandelt, die zu Zwecken der Überprüfbarkeit der Echtheit nordkoreanischer Reisepässe übergeben wurden. Es sei jedenfalls kein Schaden entstanden.

„Unbegründete Anschuldigungen vom Tisch“

Kloibmüller wurde vorgeworfen, einem deutschen Privatagenten bei Geldwäschevorwürfen geholfen zu haben. Im Konvolut, das zu Ermittlungen gegen BVT-Mitarbeiter geführt hatte, wird von Geldflüssen an Kloibmüller gesprochen. Der hatte das stets dementiert. Er sei „dankbar, dass es zu einer zügigen Erledigung gekommen ist und damit die unbegründeten Anschuldigungen vom Tisch sind“, ließ Kloibmüller über seinen Anwalt Richard Soyer ausrichten.

Der Ex-Kabinettschef taucht noch in einem Verfahren der Staatsanwaltschaft Wien auf, wird dort aber nur als Verdächtiger, nicht als Beschuldigter geführt.

Nur Komplex „Datenlöschung“ bleibt

Somit bleibt vom Gros der Vorwürfe, die zur Razzia geführt hatten, nur noch der Komplex der „Datenlöschung“ über. BVT-Chef Peter Gridling war bereits im vorigen November entlastet worden, das Verfahren gegen seinen früheren Stellvertreter Wolfgang Zöhrer wurde im April eingestellt. Zuletzt – Anfang Mai – hatte sich der Vorwurf, das BVT habe illegal Datenmaterial aus der Wiener Anwaltskanzlei Lansky gehortet, in Luft aufgelöst.

Zudem war zwei BVT-Mitarbeitern Bestechlichkeit vorgeworfen worden, weil sie eine vom Innenministerium genehmigte Dienstreise nach Südkorea gemacht hatten, zu der sie vom südkoreanischen Partnerdienst NIS eingeladen worden waren. Auch dieser Vorwurf ist jetzt vom Tisch.

Bei der ÖVP sieht man sich nach Angaben von Parteichef Sebastian Kurz derzeit mit „E-Mails konfrontiert“, mit denen der Versuch unternommen werde, die Volkspartei in den „Ibiza-Skandal“ hineinzuziehen. Das gab Kurz gemeinsam mit ÖVP-Generalsekretär Karl Nehammer heute Vormittag im Rahmen einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz bekannt.

Kurz beklagt gefälschte E-Mails

Die ÖVP hat eine Pressekonferenz zu angeblich gefälschten E-Mails zwischen Ex-Kanzler Sebastian Kurz und Ex-Minister Gernot Blümel einberufen.

Nehammer zufolge sei man am Freitag kontaktiert worden, wonach es einen Mailverkehr zwischen Kurz und (Gernot, Anm.) Blümel in Zusammenhang mit dem „Ibiza-Skandal“ geben soll. Der von einem österreichischen Medium per Screenshot samt „technischen Daten“ der ÖVP zugespielte Mailverkehr sei eine mit „hoher krimineller Energie“ gemachte Fälschung. Das sei zunächst durch eine interne Überprüfung und dann auch extern vom Beratungsunternehmen Deloitte Forensic eindeutig bestätigt worden.

Weder Kurz noch Nehammer wollten darüber spekulieren, wer hinter dem „Fälschungsskandal“ stehen könnte. „Faktum ist, es ist passiert, wer dahintersteckt, das werden die Ermittlungen zeigen“, so Nehammer. Kurz verwies auf eine Sachverhaltsdarstellung an die Staatsanwaltschaft.

„Mon, 27 Feb 2018“

Mit Verweis auf die bisherigen Deloitte-Erkenntnisse sieht die ÖVP bereits hinreichend Beweise. Auch in einer an Medienvertreter verteilten Deloitte-Stellungnahme sei von mehreren Ungereimtheiten die Rede.

Laut den von der Partei verteilten Screenshots wurde eine der angeblichen E-Mails am „Mon, 27 Feb 2018“ von gernot.bluemel@wien.oevp.at an sebastian.kurz@wien.oevp.at verschickt. Auch für IT-Laien auffälligste Ungereimtheit ist das Datum – dabei handelt es sich nämlich um einen Dienstag, nicht um einen Montag. Zudem wurde die Pazifische Zeitzone der USA verwendet, und die zugehörige IP-Adresse (92.51.182.1) ist nicht auf die Wiener ÖVP registriert, sondern auf Hosteurope.de. Laut Nehammer kann die betreffende E-Mail-Adresse von Kurz seit 2009 nur noch zum Empfang, nicht aber zum Verschicken von E-Mails genutzt werden.

Anfrage offenbar von Plattform EU-Infothek

Über die Entschlüsselung bestimmter an die E-Mails angehängter Informationen seien zudem Rückschlüsse auf den Sendezeitpunkt möglich, und auch hier gebe es den ÖVP-Angaben zufolge Ungereimtheiten.

Die Plattform EU-Infothek hat sich heute indessen als jenes Medium geoutet, das bei der ÖVP wegen der angeblich belastenden E-Mails angefragt hat. Über den Inhalt berichten werde man aber erst, wenn eine Fälschung ausgeschlossen werden könne, hieß es dazu.

FPÖ: „Schon etwas seltsam“

Für FPÖ-Generalsekretär Christian Hafenecker wirft die Kurz-Pressekonferenz „mehr Fragen auf, als sie beantwortet“. Hafenecker zufolge sei es „bemerkenswert“, dass es keine Angaben über den Inhalt der Mails gibt: „Etwas zu dementieren, das noch niemand gesehen hat, das mutet schon etwas seltsam an.“

EU

Die Gespräche über ein Bündnis von Christdemokraten, Sozialdemokraten, Liberalen und Grünen im Europaparlament dauern länger als gedacht. Man komme gut voran, aber die Arbeitsgruppen brauchten noch mindestens bis morgen Zeit, hieß es heute aus Verhandlungskreisen. Ursprünglich hatte man eine Einigung bis heute Abend angepeilt.

Die proeuropäischen Parteien im neu gewählten Europaparlament versuchen, gemeinsame Ziele für die nächsten fünf Jahre abzustecken. Das soll eine Art Programm für den neuen EU-Kommissionschef werden. Ein gemeinsamer Personalvorschlag des Europaparlaments für den Posten sei aber bisher nicht absehbar, sagte der sozialdemokratische Fraktionschef Udo Bullmann der dpa.

Weber, Timmermans und Vestager bewerben sich

Bewerber für den Spitzenjob sind EVP-Fraktionschef Manfred Weber, der niederländische Sozialdemokrat Frans Timmermans und die dänische Liberale Margrethe Vestager. Am Donnerstag sollen die EU-Staats- und Regierungschefs, darunter auch Bundeskanzlerin Brigitte Bierlein, über Kandidaten beraten. Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel hat sich für Weber ausgesprochen, Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und andere stellen sich jedoch quer. Das Bundeskanzleramt verwies auf APA-Anfrage auf die Gespräche im EU-Hauptausschuss am Mittwoch und auf den EU-Gipfel.

Für morgen Abend ist ein Treffen der Fraktionschefs im Parlament mit EU-Ratschef Donald Tusk geplant. Dann solle eine inhaltliche Einigung der vier Fraktionen stehen, hieß es aus Parlamentskreisen. Tusk soll dem EU-Gipfel einen Personalvorschlag machen. Dabei geht es vorrangig um die Nachfolge von EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker. Gesucht werden aber Nachfolger für Tusk selbst, für die Außenbeauftragte Federica Mogherini, für EU-Parlamentspräsident Antonio Tajani und für den Präsidenten der Europäischen Zentralbank, Mario Draghi.

Sport

Für Ralph Hasenhüttl stehen Fußballtrainer in Deutschland mehr unter Druck als in England, wo der Steirer seit Dezember 2018 als Verantwortlicher bei Southampton arbeitet. „Das ist eine ungesunde Entwicklung. Man ist schnell bereit, den Trainer auszutauschen“, sagte Hasenhüttl in einem Interview im „kicker“. Auch in Österreich ist zuletzt eine Diskussion über die Schnelllebigkeit der Branche in Gang gekommen.

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Österreichs Frauen-Nationalteam bekommt es bei der Generalprobe für den Start der EM-Qualifikation im Herbst heute (20.30 Uhr, live in ORF Sport +) mit der Slowakei zu tun. Kapitänin Maria Korenciova und Co. kommen als Weltranglisten-46. in die BSFZ Arena nach Maria Enzersdorf und gelten für die ÖFB-Auswahl als Gradmesser für die Duelle mit Nordmazedonien und Kasachstan.

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Wirtschaft

Airbus hat heute auf der Pariser Luftfahrtmesse eine neue Version des A321neo mit größerer Reichweite vorgestellt. Der europäische Flugzeughersteller tritt mit dem A321XLR gegen den US-Erzrivalen Boeing an, der ebenfalls ein neues Flugzeug für dieses Marktsegment plant. Nach Auskunft von mit dem Vorgang vertrauten Personen rechnet Airbus in dieser Woche mit fast 200 Bestellungen für den A321XLR. Der Listenpreis beträgt 4,5 Milliarden Dollar.

Die Airlines sollen mit der A321XLR vergleichsweise günstig längere Strecken anbieten können. Das neue Modell mit einem Mittelgang und zwei Triebwerken soll mit 8.700 Kilometern eine etwa um 15 Prozent größere Reichweite haben als der A321LR. Damit stößt Airbus in der Klasse der Flugzeuge für die Kurz- und Mittelstrecke in den Bereich der größeren Langstreckenmodelle mit zwei Gängen vor. „Wir können von Nordostasien nach Südasien fliegen, vom Nahen Osten nach Bali oder von Japan weit nach Australien“, sagte Airbus-Verkaufschef Christian Scherer. „Es ist daher für die Airlines auf diesen Routen die Investition mit dem geringsten Risiko.“

Kampfjet für Frankreich, Deutschland und Spanien

Während der Flugshow kündigte zudem Spanien an, sich an einem neuen Kampfjet in Zusammenarbeit mit Frankreich und Deutschland zu beteiligen. Die deutsche Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen unterzeichnete mit ihren Kollegen eine entsprechende Einigung. Der neue von Dassault Aviation und Airbus gebaute Jet soll ab 2040 fliegen und den Rafale sowie Eurofighter nach und nach ersetzen. An der Entwicklung der Triebwerke ist auch die deutsche MTU Aero Engines beteiligt.

Insgesamt dürfte auf der Branchenmesse in Paris die Stimmung diesmal aber gedämpft ausfallen. Dafür sorgen die Zollkonflikte, die Eintrübung der Weltkonjunktur und wachsende geopolitische Spannungen. Analysten und Analystinnen rechnen damit, dass auf der Messe 400 bis 800 Bestellungen und Zusagen besiegelt werden. Vergangenes Jahr bei der Flugschau im englischen Farnborough waren es noch 959 gewesen. Die beiden Platzhirsche Airbus und Boeing haben allerdings auch mit hausgemachten Problemen zu kämpfen. Während Boeing nach zwei Abstürzen mit einem Startverbot seines 737 Max konfrontiert ist, macht Airbus seit Langem ein Korruptionsskandal zu schaffen.

Der weltgrößte Flugzeughersteller Boeing hält eine Umbenennung seines Krisenjets 737 Max für denkbar. „Ich würde sagen, dass wir für alle Vorschläge offen sind“, sagte Boeings Finanzchef Greg Smith heute auf der weltgrößten Luftfahrtmesse in Le Bourget bei Paris. Der Konzern wolle alles tun, um den Ruf des Flugzeugs wiederherzustellen. „Wenn das bedeutet, dass wir den Namen ändern müssen, werden wir das angehen.“ Wenn das nicht nötig sei, werde Boeing andere Maßnahmen ergreifen.

Der US-Konzern sammelt nach dem Absturz zweier Maschinen mit 346 Toten und dem seit Mitte März geltenden Flugverbot für alle Jets des Typs Reaktionen von Passagieren und Fluggesellschaften. Bisher gebe es keine konkreten Pläne, den Namen des Jets zu ändern, heißt es vom Management. Der irische Billigflieger Ryanair, der viele Maschinen der Reihe bestellt, aber noch keine einzige erhalten hat, preist den Jet inzwischen als 737 „Gamechanger“ an.

Inzwischen hat Boeing ein Update für die umstrittene Steuerungssoftware MCAS entwickelt, das aber erst noch von den Behörden freigegeben werden muss. Noch ist offen, wann die Max-Jets in aller Welt wieder starten dürfen.

ZIB2

Der zurückgetretene FPÖ-Chef und Vizekanzler Heinz-Christian Strache nimmt das EU-Mandat nicht an, kündigt aber ein politisches Comeback an. In der ZIB2 ist Harald Vilimsky, FPÖ-Generalsekretär und FPÖ-Delegationsleiter im EU-Parlament.

Kurz sagt, er war vom „Segensgebet“ überrascht

Ex-Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) verteidigt seine Teilnahme am evangelikalen Großevent „Awakening Europe“. Die ZIB2 spricht mit Veranstaltern, Teilnehmern und Kircheninsidern.

Ermittler gehen von rechtsextremistischem Motiv aus

Nach dem Mord am Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke ermittelt die Bundesanwaltschaft gegen einen 45-Jährigen.

ZIB2 mit Armin Wolf, 22.00 Uhr, ORF2

Mail an die ZIB2

Textfassung: Zeit im Bild

IT

Facebook will seine eigene Kryptowährung einführen. Der US-Internetkonzern will morgen seine Pläne für die Währung namens Libra vorstellen, die nächstes Jahr starten soll. Laut Medienberichten sollen Verbraucherinnen und Verbraucher das digitale Zahlungsmittel nicht nur auf den Plattformen des Facebook-Konzerns, sondern auch anderswo im Internet verwenden können.

Für „Libra“ will Facebook ein Konsortium gründen, das die Digitalwährung kontrolliert. An dem Konsortium wollen sich nach Informationen des „Wall Street Journal“ mehr als ein Dutzend Firmen und Finanzinvestoren beteiligen. Darunter seien die Kreditkartenunternehmen Mastercard und Visa, der Onlinebezahldienst PayPal und der Fahrdiensteanbieter Uber. Die Firmen und Investoren investierten jeweils etwa zehn Mio. Dollar (8,88 Mio. Euro) in das Konsortium, berichtete die US-Zeitung.

Facebook will mit Libra Umsätze steigern

Insgesamt will Facebook für das Projekt laut „Wall Street Journal“ rund eine Mrd. Dollar aufbringen. Im Gegensatz zu anderen Kryptowährungen wie Bitcoin solle Libra an eine Reihe von klassischen Währungen wie den Dollar und Euro angekoppelt sein. Auf diese Weise will Facebook die teils extremen Werteschwankungen wie bei anderen Kryptowährungen verhindern und so das Vertrauen von Verbrauchern gewinnen.

Mit der Kryptowährung will der durch Datenmissbrauchsskandale erschütterte Konzern seine Umsätze deutlich steigern. Die Währung würde den weltweit mehr als zwei Milliarden Nutzern der Facebook-Netzwerke das Einkaufen sowie Spiele mit Geldeinsatz ermöglichen, ohne die Plattformen des Konzerns zu verlassen. Libra soll aber den Berichten zufolge auch auf nicht zu Facebook gehörenden Websites verwendet werden können.

Für Libra bedarf es aber noch der Zustimmung staatlicher Aufsichtsbehörden. Die Hürden für die Zulassung in den USA und anderen Staaten sind hoch. Bei den bisherigen Kryptowährungen kritisieren Behörden, dass sie zunehmend für kriminelle Aktivitäten wie Geldwäsche und den Drogenhandel genutzt würden.

Chronik

Gesundheit

Medien

Kultur

Das New Yorker Auktionshaus Sotheby’s soll für 3,7 Milliarden Dollar (rund 3,3 Mrd. Euro) an den französisch-israelischen Geschäftsmann Patrick Drahi verkauft werden. Der Aufsichtsrat habe der Fusion mit der Firma BidFair USA des Milliardärs zugestimmt, teilte Sotheby’s heute in New York mit.

Damit ginge der Kunstversteigerer eigenen Angaben zufolge nach 31 Jahren als börsennotiertes Unternehmen von der New Yorker Börse und zurück in Privatbesitz. Sotheby’s wurde 1744 gegründet und hat heute zehn Verkaufshäuser weltweit, darunter in New York, London, Hongkong und Paris.

Geschäftsmann Drahi, geboren in Casablanca und Sohn eines Lehrerehepaars, hatte sein Vermögen bisher vor allem mit Mobilfunk- und Kabelanbietern in den USA und Frankreich gemacht. Der Wert seines Geschäftsimperiums wird vom US-Magazin „Forbes“ auf 9,3 Milliarden Dollar geschätzt. Die Transaktion solle im vierten Quartal 2019 nach Zustimmung der Aktionäre abgeschlossen werden, hieß es.

Die Millionenerbin und Kunstsammlerin Gloria
Vanderbilt ist mit 95 Jahren gestorben. Das teilte ihr Sohn,
CNN-Moderator Anderson Cooper, dem TV-Sender heute mit.

Kunstsammlerin Gloria Vanderbilt
APA/AFP/Getty Images/Stephen Chernin

Die vielseitige Vanderbilt entstammte einer der vormals reichsten Familien der Vereinigten Staaten und war über viele Jahre hinweg eine der prominentesten gesellschaftlichen Figuren des Landes. Cooper bezeichnete seine Mutter als eine „außergewöhnliche Frau, die das Leben liebte und es zu ihren eigenen Bedingungen lebte“.

Mit dem Tod der begnadet komischen Volksschauspielerin Elfriede Ott ist eine Ära zu Ende gegangen. Eine große Leere in der italienischen und internationalen Kultur hinterlässt Altmeister Franco Zeffirelli, der sowohl auf der Bühne als auch im Film Meisterwerke geschaffen hat. Mit Wilhelm Holzbauer ist einer der prominentesten wie auch am meisten beschäftigten heimischen Architekten gestorben.

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Die 15. Ausgabe des Nova Rock Festivals ist gestern Abend im burgenländischen Nickelsdorf mit dem Konzert der deutschen Punklegenden Die Ärzte zu Ende gegangen. An vier Festivaltagen konnten 220.000 Besucherinnen und Besucher auf drei Bühnen 87 Acts sehen, neben den Ärzten unter anderen die Toten Hosen, The Smashing Pumpkins und The Cure.

Das Line-up der heurigen Nova-Rock-Ausgabe war mit Ausnahme von The Cure keine große Überraschung. Wer aufs Nova Rock fährt, erwartet aber auch keine. Es ist ein Festival, das hauptsächlich von der Nostalgie lebt, das hat sich auch heuer nicht geändert. Dennoch konnte man heuer auch einen frischen Wind über den Pannonia Fields im Burgenland fühlen.

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Science

Das rasante Wachstum der Weltbevölkerung setzt sich fort. Nach neuesten Projektionen der UNO wird die Bevölkerungszahl von derzeit rund 7,7 Milliarden Menschen bis zum Jahr 2050 auf 9,7 Milliarden steigen. Bis zum Ende des Jahrhunderts werden fast elf Milliarden Menschen auf dem Planeten leben.

Die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) veröffentlichte heute die UNO-Projektionen, wonach die Fertilität in den meisten Ländern in den vergangenen Jahren zwar zurückgegangen ist. Doch gerade in Afrika sei sie weiterhin hoch und sinke vergleichsweise langsam. Frauen in Afrika bekommen derzeit durchschnittlich 4,4 Kinder – deutlich mehr als der weltweite Durchschnitt von 2,5 Kindern pro Frau.

Hunderte Menschen auf engstem Raum
Getty Images/Classen Rafael/Eyeem

Große Herausforderungen

Die UNO geht in ihren Projektionen davon aus, dass die Fruchtbarkeitsrate auch in Afrika bis 2100 auf 2,1 Kinder pro Frau sinkt. Wegen der sehr jungen Altersstrukturen werden die Bevölkerungen in Afrika aber dennoch für einige Zeit wachsen. In Ländern südlich der Sahara und in Lateinamerika bekommen den Angaben zufolge vor allem Jugendliche weiterhin viele Kinder. Zwischen 2015 und 2020 werden weltweit Schätzungen zufolge 62 Millionen Babys geboren, deren Mütter zwischen 15 und 19 Jahre alt sind.

DSW-Geschäftsführerin Renate Bähr verwies auf die Gefahren durch das steigende Bevölkerungswachstum. Bereits die heutige Bevölkerungszunahme stelle die Entwicklungsländer vor große Herausforderungen. In Afrika wird sich die Bevölkerung laut dem Bericht von heute knapp 1,3 Milliarden Menschen auf voraussichtlich rund 2,5 Milliarden Menschen im Jahr 2050 fast verdoppeln. Bis 2100 wird die Bevölkerung in Afrika dann noch einmal um fast zwei Milliarden auf rund 4,3 Milliarden Menschen wachsen.

Bähr forderte eine Intensivierung der Beratung von Mädchen und Frauen in Entwicklungsländern und Zugang zu Verhütungsmitteln. Zugleich forderte Bähr, die Lebensbedingungen und Zukunftschancen von Mädchen und Frauen durch Aufklärung, Bildung und Beschäftigungsmöglichkeiten zu verbessern. Nur dann seien die neuen UNO-Projektionen realistisch.

Panorama

Schwammspinner-Raupen bevölkern derzeit zu Tausenden Gärten und Häuser in der mittelfränkischen Stadt Gunzenhausen. Die schwarzen, haarigen bis zu sieben Zentimeter langen Tierchen haben sich explosionsartig vermehrt und ein Waldgebiet von 117 Hektar Größe kahlgefressen – um sich dann auf den Weg in die benachbarte Siedlung zu machen.

Der Schwammspinner (Lymantria dispar) ist ein wärmeliebender Nachtfalter. Er neigt besonders nach warm-trockenen Frühsommern zu Massenvermehrungen, die das Wachstum der Bäume stark beeinträchtigen und für den Menschen lästig sein können. Nach einem Stadtratsbeschluss war in diesem Jahr auf eine chemische Bekämpfung des Insekts verzichtet worden.

Schwammspinner Raupe in Gunzenhausen
APA/dpa/Daniel Karmann

Der britische Naturschützer Dave Goulson erklärt in seinem Buch „Wildlife Gardening“, gerade der Einsatz von Insektiziden schaffe einen Teufelskreis: Beim Spritzen stürben nicht nur die Schädlinge wie der Schwammspinner, sondern auch viele ihrer Feinde. Die Populationen der Pflanzenschädlinge erholten sich davon oft weitaus schneller als die ihrer Feinde – in der Folge könne der Schädlingsbefall danach schlimmer sein als ganz ohne Pestizideinsatz.

Die Trappistenmönche der Abtei Sint-Sixtus im belgischen Westvleteren haben einen Onlineshop für ihr sagenumwittertes Bier eröffnet. Dieses gilt unter Bierkennerinnen und -kennern als besonders rare Spezialität. Jährlich werden in der Abtei nur 5.000 Fässer des Trappist Westvleteren gebraut.

Zehnfacher Aufschlag

Der Mythos rund um das Bier kommt auch von den strengen Auflagen, unter denen man das Bier kaufen muss. Bis dato nahmen die Mönche zu bestimmten Zeiten telefonische Reservierungen an, das Bier selbst musste man anschließend persönlich abholen. Sowohl telefonische Reservierungen als auch Einfahrten mit derselben Nummerntafel waren nur alle 60 Tage gestattet.

Dieses komplizierte Prozedere sollte gewerblichen Handel verhindern, dürfte aber eher dazu geführt haben, dass das begehrte Bier mit hohen Aufschlägen weiterverkauft wurde. Eine Flasche kostet im Kloster rund zwei Euro, in diversen Shops findet man sie für das Zehnfache. Sogar in niederländischen Supermärkten waren zuletzt Flaschen Trappist Westvleteren aufgetaucht, berichten belgische Medien.

Maximal zwei Steigen pro Person

Nun soll die Technik für eine faire Verteilung des raren Bieres sorgen und die Käufer besser identifizierbar machen. Über den nur zweimal im Monat geöffneten Onlineshop sollen Bestellungen fair an Privatpersonen zugeteilt werden, die noch nie oder bereits länger nicht mehr bestellt haben.

Diese dürfen aber auch in Zukunft maximal zwei Steigen Bier bestellen. Und auch abholen muss man das Bier weiterhin persönlich. Die Abtei betont, dass man nur zur Deckung der Lebenserhaltungskosten braue. Jeglicher Profit werde gespendet.

Festwochen