Ausland

Der Iran hat nicht näher genannte Täter des „nuklearen Terrorismus“ im Zusammenhang mit seiner Atomanlage in Natans bezichtigt. Man behalte sich vor, gegen die Täter vorzugehen, sagte der Chef der iranischen Atombehörde, Ali Akbar Salehi, heute dem staatlichen Fernsehen zufolge. Laut dem iranischen Staatsfernsehen gab es am Vormittag ein Problem im Stromnetz von Natans.

Teheran: Keine Kontamination

Niemand sei verletzt worden, und es habe auch keine Kontamination gegeben. Der Ursache werde nachgegangen. Der Vorfall ereignete sich nur Stunden, nachdem Präsident Hassan Rouhani in einer Onlinezeremonie feierlich knapp 200 neue Zentrifugen vom Typ IR-5 und IR-6 zur schnelleren Urananreicherung in Natans offiziell eingeweiht hatte. Salehi forderte nun die Internationale Atomenergieagentur (IAEA) und die internationale Staatengemeinschaft auf, dagegen vorzugehen.

Der iranische Parlamentsabgeordnete Malek Schariati nannte den Zwischenfall „verdächtig“ und schrieb auf dem Kurznachrichtendienst Twitter von möglicher „Sabotage oder Infiltration“. Der israelische Journalist Amichai Stein schrieb, es werde davon ausgegangen, dass die Störung im Stromnetz der Atomanlage von einer „israelischen Cyberoperation“ ausgelöst worden sei.

Schnellere und höhere Anreicherung

Das 2015 in Wien geschlossene Atomabkommen, an das sich der Iran nach dem Ausstieg der USA nur bedingt gebunden fühlt, untersagt den Betrieb von IR-6-Zentrifugen. Sie ermöglichen es, Uran in großen Mengen und zu einem höheren Grad anzureichern als von der IAEA genehmigt.

Im Staatsfernsehen war die Inbetriebnahme der Zentrifugen nicht zu sehen. Ingenieure der Atomanlage Natans sagten jedoch, sie hätten nach der Anordnung Rouhanis mit dem Gaszentrifugenverfahren begonnen.

Vier Menschen sind heute auf einem Migrantenboot vor der Kanarischen Insel El Hierro tot aufgefunden worden. Das teilte das spanische Rote Kreuz mit. Das Schiff wurde laut lokalen Medien von einem Fischerboot etwa 193 Kilometer südlich von El Hierro, einer der kleinsten der Kanarischen Inseln, entdeckt.

Laut dem Roten Kreuz befanden sich von den insgesamt 23 Personen an Bord des Bootes 16 in einem „ernsthaften Zustand“. Drei weiteren Personen ging es etwas besser. Alle Überlebenden wurden nach Teneriffa geflogen. Die vier Toten würden nach El Hierro gebracht, hieß es.

Heuer flüchteten 3.400 auf Kanarische Inseln

Die Zahl der Migranten ohne Papiere, die auf den Kanarischen Inseln Spaniens im Atlantik landeten, war im vergangenen Jahr mit 23.000 mehr als achtmal höher als im Jahr 2019. Heuer kamen bereits 3.400 Flüchtlinge auf den Kanaren an.

Hunderte starben oder wurden im vergangenen Jahr vermisst, nachdem sie versucht hatten, in überfüllten und unsicheren Booten zu den Inseln zu gelangen, hielt das UNO-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) fest.

Im Osten der Ukraine ist nach Militärangaben aus Kiew erneut ein Soldat von prorussischen Kämpfern erschossen worden. Ein weiterer Militärangehöriger sei bei dem „feindlichen Angriff“ verletzt worden, teilten die Streitkräfte heute in Kiew mit. Die Spannungen in der Konfliktregion Donbass im Osten der Ukraine hatten sich zuletzt ungeachtet einer geltenden Waffenruhe stark verschärft.

Die Positionen der ukrainischen Regierungstruppen wurden der Mitteilung zufolge seit gestern neunmal beschossen. Auch die von moskautreuen Separatisten kontrollierte Region Donezk warf dem ukrainischen Militär Angriffe vor.

Russland und die Ukraine, die in der Region Truppen zusammengezogen haben, machten sich gegenseitig für die neue Eskalation in dem seit sieben Jahren andauernden Konflikt verantwortlich. Der Kreml drohte zuletzt erstmals ganz offen damit, im Fall einer militärischen Offensive von ukrainischer Seite in den Konflikt einzugreifen.

Moskaus Militärdoktrin erlaubt einen solchen Schritt zum Schutz russischer Staatsbürgerinnen und Staatsbürger im Ausland. Russland hat in den von Separatisten kontrollierten Regionen der Gebiete Luhansk und Donezk mehr als 400.000 Pässe an Bürgerinnen und Bürger ausgegeben.

„Russland muss deeskalieren“

Deutschland, die USA und die NATO hatten sich besorgt gezeigt über die neuen Spannungen. Die deutsche Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) forderte von Moskau eine Erklärung russischer Absichten. „Wenn Russland nichts zu verbergen hat, könnte es leicht erklären, welche Truppen wohin bewegt werden und zu welchem Ziel“, schrieb die Ministerin gestern auf Twitter. Russland hatte zuletzt erklärt, dass es für Truppenbewegungen auf seinem Gebiet niemandem Rechenschaft schuldig sei.

Deutschland kritisierte zudem, dass Russland gestern nicht an einer Sitzung der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) teilgenommen habe. In Wien wollte die Ukraine die Eskalation der Lage diskutieren. Russland habe als OSZE-Mitglied Verpflichtungen und müsse sich zu den Sorgen der anderen Staaten äußern, hieß es. „Russland muss deeskalieren und den Charakter seiner Truppenbewegungen in der Nähe der ukrainischen Grenze aufklären“, teilte die deutsche OSZE-Vertretung mit.

John Fetterman will für den Bundesstaat Pennsylvania in den US-Senat einziehen. Die Wahl findet zwar erst im Herbst 2022 statt, aber der gut zwei Meter große Demokrat mit kahl rasiertem Kopf erregt schon jetzt das öffentliche Interesse. Für viele Anhänger gilt der Mann aus dem Rust-Belt bereits als linke Antwort auf Ex-Präsident Donald Trump.

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COV Inland

Die Lage auf den Intensivstationen spitzt sich bundesweit weiter zu. Heute mussten österreichweit mehr als 600 Covid-19-Kranke intensivmedizinisch betreut werden. Besonders dramatisch ist die Entwicklung in Wien: 243 Schwerkranke mussten dort auf Intensivstationen betreut werden, so viele wie noch nie.

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Die 7-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in den abgelaufenen sieben Tagen je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner, liegt laut Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) bei 213,3 (Stand: heute, 14.00 Uhr). Über dem Österreich-Schnitt liegt die Zahl derzeit nur in Wien (300,3). Danach folgen Kärnten (212,7) und Oberösterreich (210). Am niedrigsten ist der Wert in Vorarlberg (149,1) und der Steiermark (160,8).

Das Berichtsschema der AGES zeigt die Zahlen vom Vortag – wie die Meldung der Ministerien. Wesentlicher Unterschied zu den Ministeriumsmeldungen: Laborbestätigte Fälle, Tote etc. werden nicht zum Meldezeitpunkt dargestellt, sondern zum Diagnose- bzw. Sterbedatum.

In der Darstellung in ORF.at wird auch täglich transparent gemacht, welchen Tagen die neu gemeldeten Fälle zugeordnet werden.

Ministerien melden 2.252 Neuinfektionen

Das Gesundheits- und das Innenministerium meldeten 2.252 neu registrierte Coronavirus-Fälle innerhalb der letzten 24 Stunden (Stand: heute, 9.30 Uhr). Diese Zahlen nannten die Bundesländer dem nationalen Krisenstab. Landesweit starben laut Ministerien bisher 9.687 Personen an oder mit Covid-19.

Derzeit befinden sich 2.305 Personen aufgrund des Coronavirus in Spitalsbehandlung, davon 602 auf Intensivstationen. Das sind 16 mehr als am Vortag.

Karten, Grafiken und Informationen zu aktuellen Fällen und zum Epidemieverlauf in ORF.at/corona/daten

Erklärung zur Zählweise und weiteren Fragen in ORF.at/corona

In Kärnten sind bereits rund 100.000 Menschen gegen das Coronavirus geimpft worden. Viele weitere wollen ebenfalls geimpft werden, und das führt bei den Impfstationen oft zu unschönen Szenen. Augenzeuginnen und Augenzeugen berichten von Streit und Diskussionen. Ab heute ist daher Sicherheitspersonal präsent, es gibt auch erhöhte Polizeipräsenz.

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Die SPÖ verlangt eine Sonderprüfung des Rechnungshofes zur Impfstoffbeschaffung. Einen entsprechenden Antrag will die SPÖ bei der nächsten Nationalratssitzung einbringen. Gemäß Geschäftsordnung haben 20 Abgeordnete die Möglichkeit, eine solche Sonderprüfung zu beantragen.

SPÖ-Vorsitzende Pamela Rendi-Wagner begründete den Antrag einerseits mit dem Kostendeckel bei der Beschaffung und andererseits damit, dass die Regierung „freiwillig auf den Kauf von mehreren Millionen Impfdosen verzichtet“ habe. „Mit der RH-Sonderprüfung wollen wir sicherstellen, dass die Fehler der Regierung, die wir heute bitter bezahlen müssen, in Zukunft nicht wiederholt werden“, sagte Rendi-Wagner.

Konkret möchte die SPÖ wissen, wieso es im Jahr 2020 einen Kostendeckel von 200 Millionen Euro bei der Impfstoffbeschaffung gegeben habe und wer diesen in die Ministerratsbeschlüsse hineinformuliert habe. Gefragt wird auch, auf wie viele Impfstoffdosen aus dem vorgesehenen EU-Kontingent verzichtet worden sei und wie sich eine langsamere Impfgeschwindigkeit auf das Infektionsgeschehen und die Mortalität sowie auf die Volkswirtschaft und die Arbeitsplätze auswirke.

COV Ausland

Indien hat angesichts stark steigender CoV-Infektionszahlen den Export des Medikaments Remdesivir verboten. Das antivirale Medikament, das ursprünglich zur Behandlung von Ebola entwickelt wurde und nun auch zur Behandlung schwer kranker Covid-19-Patientinnen und -Patienten genutzt wird, darf nicht mehr in andere Länder exportiert werden, wie das indische Gesundheitsministerium heute mitteilte.

WHO rät von Einsatz ab

Der starke Anstieg der Infektionszahlen habe zu einer „plötzlichen Steigerung der Nachfrage“ geführt. Remdesivir, das vom US-Pharmaunternehmens Gilead hergestellt wird, war in der Pandemie eines der ersten vielversprechenden Medikamente. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) rät inzwischen allerdings vom Einsatz des Mittels ab. Eine Studie habe gezeigt, dass das Medikament „nur einen geringen oder keinen Einfluss“ auf die Überlebenswahrscheinlichkeit der Erkrankten hat.

Gilead hatte im vergangenen Jahr Lizenzvereinbarungen mit Generika-Unternehmen in Indien, Pakistan und Ägypten getroffen. Sie dürfen Remdesivir für den Vertrieb in 127 Ländern mit geringem und mittlerem Einkommensniveau herstellen. In Indien, das weltweit der größte Hersteller von Generika ist, haben Firmen eine Lizenz für die Herstellung von Remdesivir.

Indien ist mit offiziell bisher mehr als 13,3 Millionen Infektionsfällen in absoluten Zahlen der am drittstärksten betroffene Staat weltweit hinter den USA und Brasilien. Bei der Zahl der Toten je 100.000 liegt Indien laut Datenbank der Johns-Hopkins-Universtiät auf Platz 20, mit einigen europäischen Staaten vor dem bevölkerungsreichen Land. In den vergangenen Wochen war die Zahl der Neuinfektionen wieder stark gestiegen.

Eine versehentliche Kontamination von 15 Millionen Dosen des CoV-Impfstoffs von Johnson & Johnson (J&J) könnte die Impfkampagne der EU zur Eindämmung des Coronavirus weiter ausbremsen. Das berichtete zumindest das deutsche Nachrichtenmagazin „Spiegel“ heute in einer Vorabmeldung.

55 Mio. Dosen bis Ende Juni vereinbart

Der Hersteller ist allerdings überzeugt, dass ungeachtet der Schwierigkeiten die Lieferzusagen an die EU halten werden. „Wir gehen derzeit weiter davon aus, dass wir unsere Zusage einhalten können, der Europäischen Kommission und den Mitgliedsstaaten im Jahr 2021 200 Millionen Dosen zu liefern“, zitierte der „Spiegel“ eine Unternehmenssprecherin. Ob die bis Ende Juni mit der EU vereinbarte Lieferung von 55 Millionen Dosen ankommen werde, wollte die Sprecherin laut „Spiegel“ aber „nicht öffentlich kommentieren“.

Das österreichische Gesundheitsministerium hatte zuletzt mit der Lieferung von 16.800 Dosen von Johnson & Johnson in der kommenden Woche kalkuliert. Weitere 31.200 Dosen sollten in der Kalenderwoche 17 (26. April bis 2. Mai) folgen. Österreich hat nicht das volle J&J-Kontigent bei der Bestellung ausgeschöpft.

Werden USA prioritär beliefert?

Vergangene Woche hatte der US-Pharmakonzern bekanntgegeben, dass Millionen Dosen Impfstoff nach einer Panne in einem US-Werk für unbrauchbar erklärt werden mussten. Unklar ist, ob nun Ersatz aus den Niederlanden geliefert wird und die Abnehmer in Europa das Nachsehen haben.

Nach „Spiegel“-Recherchen stammt ein Großteil oder sogar die gesamte Substanz des bisher in den USA verimpften J&J-Impfstoffs aus einer Janssen-Fabrik im niederländischen Leiden. Die EU-Kommission hatte zuletzt die Exportregeln für Impfstoffe verschärft. Nun ist – unter gewissen Bedingungen – auch ein Exportstopp möglich.

In Tschechien läuft in der Nacht auf morgen ein seit einem halben Jahr geltender Notstand aus. Die Nachrichtenagentur CTK wies darauf hin, dass damit zwar manche Einschränkungen der Bewegungsfreiheit wie zum Beispiel eine nächtliche Ausgangssperre wegfallen werden, aber nicht alle Einschränkungen des täglichen Lebens. So bleiben Restaurants und die meisten Geschäfte weiter zu, und in der Öffentlichkeit muss man weiterhin einen Mund-Nasen-Schutz tragen.

Der landesweite Notstand war bereits am 5. Oktober in Kraft getreten und wurde seither mehrfach verlängert. Zuletzt lehnte aber das Parlament in Prag weitere Verlängerungen ab. Die Regierung des liberal-populistischen Ministerpräsidenten Andrej Babis wollte damit im Kampf gegen steigende Coronavirus-Infektionszahlen die Mobilität einschränken und eine Überlastung des Gesundheitssystems verhindern.

Tschechien gehört seit mehreren Monaten zu den am meisten von Covid-19 betroffenen Ländern Europas. Zuletzt gingen aber sowohl die Neuinfektionen als auch die Anzahl der in Zusammenhang mit dem Coronavirus verstorbenen Patienten zurück. Nach Angaben des Europäischen Zentrums für die Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC) lag die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in Tschechien binnen 14 Tagen am Sonntag bei 808,75 und damit noch immer fast doppelt so hoch wie in Österreich.

Slowenien lockert morgen die geltenden Bestimmungen zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie. So fällt die Einschränkung, dass die Bürgerinnen und Bürger ihre jeweilige Region nur mit Ausnahmeerlaubnis verlassen dürfen. Die nächtliche Ausgangssperre von 22.00 bis 5.00 Uhr wird aufgehoben. Kindergärten und Volksschulen, Galerien und Museen öffnen wieder. Auch gewisse Geschäfte und Dienstleistungen wie Friseursalons und Kfz-Werkstätten stehen wieder zur Verfügung.

Das Infektionsgeschehen hat sich in Slowenien zuletzt verlangsamt. Die 7-Tage-Inzidenz der Neuansteckungen pro 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner gaben die Behörden gestern mit 301 an. In dem Land mit 2,1 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern können die Maßnahmen gegen die Pandemie in Abhängigkeit von der Zahl der Neuansteckungen pro Tag und den Neuzugängen in den Krankenhäusern verschärft oder gelockert werden.

Serbien öffnet Einkaufszentren

In Serbien werden die Einkaufszentren morgen wieder aufgesperrt. Gaststätten dürfen aber ihre Kundschaft weiterhin nur im Außenbereich bedienen. In dem Westbalkan-Land mit knapp sieben Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern sind die Ansteckungszahlen zuletzt leicht gesunken. Zugleich stellen die Krankenhäuser immer noch einen starken Zustrom von Covid-19-Patientinnen und -Patienten fest.

In Serbien meldeten sich bisher 53.000 Ausländerinnen und Ausländer mit ständigem Wohnsitz in einem anderen Land für eine Coronavirus-Impfung an. Das sagte der Leiter des serbischen E-Government, Mihailo Jovanovic, gestern nach Angaben der Agentur Tanjug. „Die meisten Anmeldungen kommen aus Nachbarländern, allen voran Nordmazedonien, Bosnien-Herzegowina und Montenegro, aber auch aus Ländern quer durch Europa“, sagte Jovanovic, der diesbezüglich explizit Italien und Österreich anführte.

Die Anmeldung zur Coronavirus-Impfung wird über das serbische E-Government-Portal abgewickelt. Anmeldungen sind auch für Personen möglich, die weder die serbische Staatsbürgerschaft haben noch in Serbien wohnen. Jovanovic sagte, dass die Impfung im Land sowohl für Einheimische als auch für Ausländer und Ausländerinnen kostenlos sei. Derzeit würden aber keine Ausländer geimpft, sondern nur serbische Bürger und Bürgerinnen. Erst wenn diese geimpft seien, werde man die Impfung der angemeldeten Ausländer in Erwägung ziehen, betonte der Spitzenbeamte.

Inland

Eine große Mehrheit der heimischen Bevölkerung ist für einen liberaleren Umgang mit der Sterbehilfe. Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Integral finden acht von zehn Österreichern und Österreicherinnen das jüngste Urteil des Verfassungsgerichtshofs (VfGH) zum assistierten Suizid gut. Das Urteil beschäftigt auch die Bundesregierung.

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Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) hat heute in der ORF-„Pressestunde“ ein Pilotprojekt zur Rückführung von Migrantinnen und Migranten ohne Bleibewahrscheinlichkeit in die Herkunftsländer angekündigt. „Wir wollen mit Bosnien einen Charter organisieren, der schon von dort Nicht-Bleibeberechtigte in die Herkunftsländer zurückschickt“, erklärte der Innenminister. Momentan sei man dabei, einen Charterflug zu organisieren, hieß es dazu heute aus dem Innenministerium.

Damit zeige man den Menschen in den Herkunftsländern, dass es nicht sinnvoll sei, Tausende Euro in die Hände von Schleppern zu legen, ohne die Aussicht auf eine Bleibeberechtigung in der EU zu haben, betonte der Innenminister. Nehammer wird zwischen 27. und 29. April selbst auf den Westbalkan reisen und seine Amtskollegen aus Nordmazedonien, Bosnien-Herzegowina und Serbien zu weiteren Gesprächen treffen.

Mittels der bei einer Migrationskonferenz vergangenen Sommer in Wien gegründeten „Plattform gegen illegale Migration“ wolle man außerdem verstärkt Projekte in anderen Ländern unterstützen, so Nehammer. So würden etwa österreichische Beamte in Tunesien Grenzschützer ausbilden. Denn gerade Tunesien sei immer stark vom Einsickern islamistischer Terroristen bedroht.

Nehammer: EU-Hilfe in Griechenland nicht richtig eingesetzt

Die von der EU an Griechenland ausgezahlten 2,5 Milliarden Euro zur Unterstützung von Maßnahmen auf den Inseln bei der Versorgung von Flüchtlingen seien „bei Weitem nicht so eingesetzt worden, wie sie es hätten sollen“, sagte Nehammer weiters.

Flüchtlingshilfe für Griechenland

Man dürfe aber nicht vergessen, dass es vor dieser Regierung in Griechenland „links-linksextreme Regierungen“ gegeben habe, die dieses Geld nicht eingesetzt hätten. Mittlerweile sehe er aber ein Bemühen der griechischen Regierung, die Situation zu verbessern.

Für die Politik in Österreich pochte Nehammer auf eine Trennung von Asyl und Migration. Er betonte, dass das humanitäre Bleiberecht in jedem Fall geprüft werde. Man könne aber nicht Personen ohne Asylstatus einfach hier behalten, weil das Signalwirkung in den Herkunftsländern hätte und nur den Schleppern nutzen würde.

Neue Strafprozessordnung verteidigt

Außerdem verteidigte Nehammer die geplante Novelle der Strafprozessordnung, wonach die Justiz Unterlagen von Behörden künftig in der Regel via Amtshilfe anfordern und eine Beschlagnahmung in einer Razzia nur noch in Ausnahmefällen möglich sein soll. Der Innenminister sagte, er könne „garantieren“, dass es nicht so sein werde, dass ein Minister keine Angst mehr vor einer Hausdurchsuchung haben müsse.

Opposition spart nicht mit Kritik

Breite Kritik am Auftritt Nehammers kam von der Opposition. SPÖ, FPÖ und NEOS stießen sich an seinen Aussagen sowohl im Bereich Asyl als auch zur Strafprozessordnung sowie zu den Chat-Nachrichten. SPÖ-Sicherheitssprecher Reinhold Einwallner warf Nehammer vor, sich an der „Vertuschung der ÖVP-Skandale“ zu beteiligen. Außerdem sei der Minister auf wesentliche Fragen wieder einmal konkrete Antworten schuldig geblieben.

Auch NEOS-Innenpolitiksprecherin Stephanie Krisper hielt dem Innenminister ein „Abschieben der eigenen Verantwortung“ vor. „Man tut sich schon lange bei der Beantwortung der Frage schwer, welches Regierungsmitglied am wenigsten Skrupel beweist“, sagte Krisper. Für FPÖ-Sicherheitssprecher Hannes Amesbauer geriet der Auftritt Nehammers zu einer „Selbstanklage einer Pleiten- und Pannenpolitik in seinem eigenen Ressort“. Amesbauer konstatierte „Tarnen, Täuschen und Tricksen als Motto des Innenministers“.

NEOS-Außenpolitiksprecher Helmut Brandstätter hat heute Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) in einer Aussendung aufgefordert, im Fall des inhaftierten russischen Oppositionellen Alexej Nawalny aktiv zu werden. „Wenn es um Verletzung der Menschenrechte geht, darf Österreich nicht untätig zusehen“, so Brandstätter. Kurz müsse seine guten Kontakte nach Russland nutzen und klar Stellung beziehen, forderte der NEOS-Abgeordnete.

„Es ist nicht in Ordnung, Gespräche zu Impfstofflieferungen zu führen und gleichzeitig zu schweigen, wenn ein Oppositionspolitiker menschenunwürdige Haftbedingungen erfährt, die massive Auswirkungen auf seine gesundheitliche Verfassung haben.“ Kurz und ÖVP-Außenminister Alexander Schallenberg müssten hier auf Russland und Präsident Wladimir Putin einwirken, forderte Brandstätter, „alles andere wäre unverantwortlich“.

Jener 15-Jährige, der am Mittwoch während eines öffentlichen Livechats von Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) mit einem Anschlag im Stephansdom gedroht hat, befindet sich wieder auf freiem Fuß. Er wurde heute enthaftet.

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ZIB2

Die Abschiebung eines georgischen Mädchens hat im Februar für Aufregung gesorgt. Abgeschoben wurde eine 12-Jährige, die den größten Teil ihres Lebens in Österreich verbracht hat und offensichtlich sehr gut integriert war. Zur Klärung möglicher Missstände in der Justiz wurde eine Kommission eingesetzt – mit Irmgard Griss als Vorsitzender. Die frühere Präsidentin des Obersten Gerichtshofs ist dazu heute in der ZIB2 zu Gast.

Söder oder Laschet

Monatelang hat er herumgeeiert – heute hat Markus Söder Klartext gesprochen. Ja, er ist zur Kanzlerkandidatur für die Unionsparteien bereit. Der Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, Armin Laschet, will ebenfalls kandidieren. CDU/CSU dürfte eine politische Schlammschlacht bevorstehen. In der ZIB2 ein Porträt beider Kandidaten und eine Schaltung zu unserer Korrespondentin Birgit Schwarz nach Berlin.

Säbelrasseln in der Ostukraine

Russland hat seine Truppen an den Grenzen zur Ostukraine wieder verstärkt. Vereinzelt gibt es wieder Gefechte. Es ist ein Brandherd, der jederzeit explodieren kann. Unser Korrespondent Christian Wehrschütz berichtet.

ZIB2 am Sonntag mit Martin Thür, 21.50 Uhr, ORF2

Mail an die ZIB2

Textfassung: Zeit im Bild

Sport

Der KAC hat in der ersten Finalpartie der bet-at-home ICE Hockey League gegen Bozen einen völlig unerwarteten Kantersieg gefeiert. Der österreichische Rekordmeister fertigte den Grunddurchgangsgewinner heute in Südtirol mit 6:0 ab. Das zweite Spiel der Serie im „Best of seven“-Modus findet am Dienstag (19.30 Uhr) in Klagenfurt statt.

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Puntigamer Sturm Graz hat mit einem 3:2-Heimsieg gegen WSG Swarovski Tirol heute den Erfolgslauf der Wattener in der tipico-Bundesliga beendet. Die Tiroler verloren erstmals seit fünf Spielen wieder, für die Steirer war es nach dem 1:3 in Salzburg im zweiten Anlauf der erste Sieg in der Meistergruppe. Dem Tabellenvierten Sturm fehlen weiterhin zwei Punkte auf den Dritten LASK, der gegen den WAC mit 2:1 gewann. Die WSG liegt als Fünfter jetzt vier Punkte hinter den Grazern.

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Wirtschaft

Das Nein der MAN-Belegschaft zu einer Übernahme durch Siegfried Wolf beschäftigt weiterhin die Politik. Der ÖVP-Wirtschaftsbund stellte sich klar gegen den von der SPÖ vorgebrachten Vorschlag einer Staatsbeteiligung. Die FPÖ schoss sich vor allem auf ÖVP-Arbeitsminister Martin Kocher ein. Der wiederum versicherte, weiter nach Lösungen zu suchen.

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Die Folgen der Coronavirus-Pandemie wirken sich auch in den heimischen Bergen aus: Weil die Beschränkungen und Lockdowns der vergangenen Monate die Nächtigungszahlen der Schutzhütten deutlich verringert haben, fehlt den alpinen Vereinen nun das Geld für den Erhalt dieser wichtigen alpinen Infrastruktur.

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Alpenvereinshütten fehlen Übernachtungen

Pandemiebedingt machten etwa die sechs Hütten des Österreichischen Alpenvereins in Vorarlberg empfindlich weniger Umsatz, obwohl sie geöffnet waren. Wie es mit den Häusern heuer weitergeht, ist daher noch unklar. Für Investitionen in den Ausbau fehlt das Geld.

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Das winterliche Wetter der vergangenen Woche hat den Obstbäumen im Land ordentlich zugesetzt – vor allem in Lagen ab 800 Metern Seehöhe. Die frostigen Temperaturen schadeten den Blüten, und auch den Bienen war es zu kalt, um auszufliegen und die Blüten zu bestäuben. So mancher Obstbauer bestäubt deshalb die Blüten jetzt händisch.

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Chronik

Fünf Monate nach dem spektakulären Coup, bei dem unbekannte Täter 68 Bankschließfächer in Niederösterreich und Wien leergeräumt hatten, gibt es nun eine Einigung zwischen den Banken und den Kunden. Die Höhe der Entschädigungen ist jedoch geheim.

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Rund 300 Meter ist gestern ein Skitourengeher in Schröcken in Vorarlberg in die Tiefe gestürzt und hat überlebt. Da der Airbag-Rucksack des 27-Jährigen bei dem Sturz auslöste und er einen Helm trug, verlief der Unfall laut Polizei relativ glimpflich.

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Während Absturz Lawinenairbag ausgelöst

Verhältnismäßig glimpflich gint auch für einen Tourengeher auf dem Salzburger Hochkönig ein Absturz aus. Der Pongauer war von der Aufstiegsroute abgekommen, als er seinen Irrtum korrigieren wollte, rutschte er aus und stürzte eine 50 Meter tiefe Felswand hinunter. Der 49-Jährige konnte noch seinen Lawinenairbag auslösen, dadurch wurde sein Aufprall etwas gedämpft.

Mehr dazu in salzburg.ORF.at

Bei einer Verkehrskontrolle in der Wildschönau in Tirol ist gestern Abend ein Polizist von einem Autofahrer offenbar absichtlich niedergefahren und schwer verletzt worden. Der Unfalllenker beging Fahrerflucht. Er wurde wenig später festgenommen.

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Kultur

Das Sozialdrama „Nomadland“ von Regisseurin Chloe Zhao hat seine Favoritenrolle bei den Oscars mit einer weiteren Auszeichnung gefestigt: Die Directors Guild of America (DGA), in der die US-Regisseure zusammengeschlossen sind, kürte den Film gestern (Ortszeit) in der Topkategorie. Auch bei den britischen BAFTA-Awards gilt „Nomadland“ als Favorit. Die zweitägige Preisverleihung begann gestern mit den Auszeichnungen in technischen Kategorien und einer Würdigung des verstorbenen Prinzen Philip.

Zhao erhielt den DGA-Award für den besten Spielfilm. Ihre gesamte Dankesrede widmete die wegen der CoV-Pandemie per Video zugeschaltete 39-jährige Filmemacherin ihren Mitnominierten. „Ich muss mich bei euch bedanken, dass ihr mir so viel beigebracht und mich unterstützt habt“, sagte die in Peking geborene Zhao, deren Film sich mit in Autos und Wohnmobilen lebenden modernen Nomaden in den USA beschäftigt.

Dieses Jahr hatte die DGA erstmals zwei Frauen in der Topkategorie nominiert. Neben Zhao kam auch die Britin Emerald Fennell mit ihrem Thriller „Promising Young Woman“ in die engste Auswahl. Zudem wurden „Mank“ über die Entstehung des Hollywood-Klassikers „Citizen Kane“ von David Fincher, der Thriller „The Trial of the Chicago 7“ von Aaron Sorkin und das Einwandererdrama „Minari – Wo wir Wurzeln schlagen“ des koreanischstämmigen Regisseurs Lee Isaac Chung nominiert.

Die in Hollywood verliehenen DGA-Preise gelten als guter Indikator dafür, wer den Regie-Oscar gewinnen wird. Abgesehen vom vergangenen Jahr lagen sie bei der Kür des Siegers in den sechs vorangegangenen Jahren jedes Mal richtig. Die Oscar-Verleihung findet wegen der Coronavirus-Pandemie dieses Mal erst am 25. April statt.

Panorama

Im ostindischen Bundesstaat Odisha ist am Wochenende ein Elefantenjunges in ein Loch gefallen. Nachdem Anrainer den Unfall bemerkten, wurde der kleine Elefant mit Hilfe eines Baggers, der das Loch erweiterte, unverletzt gerettet.

Der Vorfall ereignete sich in einem Dort im Bezirk Mayurbhanj.

Leute

Die Trauerfeier für den am Freitag verstorbenen Prinz Philip wird am 17. April stattfinden. Das gab der Buckingham-Palast gestern bekannt – ohne Prozession, dafür in Anwesenheit von Prinz Harry. Britische Medien spekulieren bereits, dass die Königsfamilie die Gelegenheit für eine Aussöhnung nützen könnte.

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