COV Inland

Bisher (Stand: gestern, 23.00 Uhr) sind in Österreich 37.500 Menschen positiv getestet worden. Das sind 939 mehr als 24 Stunden davor. Aktuell gibt es 7.447 aktive Coronavirus-Fälle – der bisherige Höhepunkt lag Anfang April bei fast 9.000. Das geht aus den Zahlen des Gesundheitsministeriums hervor. Insgesamt wurden bisher 1.413.965 Tests durchgeführt und gemeldet. ORF.at verwendet die Zahlen des Epidemiologischen Meldesystems (EMS) als Basis seiner Berichterstattung.

Die Zahl der Spitalspatientinnen und -patienten beträgt 334, davon 62 auf der Intensivstation. An den Folgen der Infektion verstarben bisher 744 Menschen. Für die Zählung der Toten ist die Definition des EMS ausschlaggebend.

Karten, Grafiken und Informationen zu aktuellen Fällen und zum Epidemieverlauf in ORF.at/corona/daten

Hinweis zur Aktualisierung der Daten

Um die Daten aktuell zu halten, übernimmt ORF.at die Informationen direkt aus dem offiziellen Dashboard des Gesundheitsministeriums. Die aktuellen Fallzahlen im Kopf der Seite werden stündlich aktualisiert, die Verlaufsgrafiken zum Tageswechsel, um die Vergleichbarkeit zu gewährleisten.

Genaue Informationen zu Definitionen, Herkunft der Daten, Aktualisierung und FAQs finden sich im Infopoint Coronavirus von ORF.at.

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Ein mit SARS-CoV-2-Infizierter steckt in Österreich derzeit 1,3 Personen an. Das haben gestern veröffentlichte Berechnungen der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) ergeben. Vor zwei Wochen lag der Wert der effektiven Reproduktionszahl R0 noch bei 1,02, in der Vorwoche bei 1,25.

Die tägliche Steigerungsrate schätzt die AGES – gestützt auf die Daten der in das österreichische Epidemiologische Meldesystem (EMS) eingepflegten, neu aufgetretenen Covid-19-Fälle – auf aktuell acht Prozent. Dafür wurden die täglichen inzidenten Fälle nach Labordiagnosedatum sowie die Modellierung der Fallzahlentwicklung zwischen 4. und 16. September herangezogen.

7.356 Fälle schlugen sich in den 13 umfassten Epidemietagen zu Buche. In der vergangenen Woche machte die tägliche Steigerung an erkrankten 6,5 Prozent aus, in der ersten September-Woche 1,7 Prozent. Das wöchentliche Update der Publikation „Epidemiologische Parameter des Covid19-Ausbruchs, Österreich, 2020“ wird von der AGES und dem Institut für Statistik der TU Wien erstellt.

Reproduktionszahl überall über 1,0

Mittlerweile liegt in keinem einzigen Bundesland die effektive Reproduktionszahl unter 1,0. In Vorarlberg und in Kärnten ist sie aktuell bei 1,5 und damit höher als in Wien, das in absoluten Zahlen weitaus am Stärksten betroffen ist.

Die AGES gibt in diesem Zusammenhang allerdings zu bedenken, dass in Gebieten mit vergleichsweise niedriger Fallzahl – aus Kärnten wurden heute lediglich acht Neuinfektionen eingemeldet – der Parameter stark auf kurzfristige Änderungen – das Auftauchen von Clustern – reagiert. Dieser Effekt wird durch aktive Fallsuche im Zuge von Ausbruchsabklärungen weiter verstärkt.

Die Schweiz und Österreich trachten danach, auch bei einem weiteren Ansteigen von Coronavirus-Fällen Grenzschließungen zwischen den beiden Ländern zu verhindern. Das erklärten die Schweizer Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga und Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) gestern Nachmittag bei einem Pressegespräch im Landgut Lohn bei Bern.

„Wir wollen gemeinsam sicherstellen, dass die Grenzregion weiter gut funktioniert, und dass es zu keinen Einschränkungen für Bevölkerung und Wirtschaft kommt“, hielt Kurz fest, der bei dem Termin auch vom Vorarlberger Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) begleitet worden war.

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Schweizer Reisewarnung derzeit nur für Wien

Auch Sommaruga unterstrich, dass bisher gut kooperiert worden sei. Es werde alles getan, dass für die Grenzregionen auch künftig möglichst keine Quarantänemaßnahmen ergriffen werden müssten, wie sie in der Schweiz derzeit etwa für Wien gelten. Immerhin gebe es im Grenzgebiet oft auch um familiäre Zusammenhänge, so die Sozialdemokratin.

Wegen steigender Infektionszahlen hatte die Schweiz Wien am vergangenen Freitag auf die Liste der Risikogebiete gesetzt und eine bedingte Quarantänepflicht ausgesprochen.

Bezüglich der Maßnahmen in der Schweiz selbst betonte die Bundespräsidentin, dass nun wieder mehr den einzelnen Kantonen die Verantwortung übertragen werde. Bisher hatte vordringlich die Schweizer Kollegialregierung (Bundesrat) die Lage mit Verordnungen gemanagt. Umwelt-, Energie- und Verkehrsministerin Sommaruga steht dem Bundesrat heuer für ein Jahr turnusmäßig als Bundespräsidentin vor.

Gespräche auch über Klimawandel

Thematisch wurde der Bogen von Sommaruga und Kurz von der Pandemie auch zum Klimawandel gespannt. Man wolle die Krise auch nützen, um „richtig zu investieren“, etwa in die „Digitalisierung und Ökologisierung“, skizzierte Kurz das geplante Vorgehen seiner türkis-grünen Regierung. Dabei gehe es um Beträge von jährlich rund einer Milliarde Euro.

Sommaruga regte an, dass die verschiedenen Alpenländer gemeinsam gegen die Klimaerwärmung vorgehen müssten. Dazu sollte eine Konferenz einberufen werden, um gemeinsame Strategien auszuarbeiten. Schließlich gehe es neben Umweltfragen auch darum, dass der Klimawandel sich negativ auf den Wintertourismus und damit auf die Wirtschaft auswirken könnte. Österreich sei beispielsweise ein „Vorreiter bei Nachtzügen“, betonte die Politikerin, die Schweiz wiederum führend bei der Verlagerung von Transporten auf die Schiene.

An den Schulen hat es in den ersten beiden Wochen des Unterrichtsjahrs 455 Coronavirus-Fälle gegeben. Das teilte das Bildungsministerium gestern in einer Aussendung mit. 372 davon betrafen Schülerinnen und Schüler, 58 Lehrkräfte und 25 Verwaltungsbedienstete. Dazu kommen noch rund 3.600 Verdachtsfälle.

Die meisten bestätigten Infektionen gab es in Wien, gefolgt von Oberösterreich, Niederösterreich, Tirol, Vorarlberg, Salzburg, der Steiermark und dem Burgenland. Auch Kärnten meldete mittlerweile als letztes Bundesland den ersten positiv getesteten Schüler.

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Ministerium startet Pilotprojekt in Wien

In Wien, Niederösterreich und dem Burgenland hat das Schuljahr bereits eine Woche früher begonnen. Entsprechend viele Schulen in den drei Bundesländern sind mit Verdachtsfällen konfrontiert. In den vergangenen Tagen hatte es von Eltern-und Lehrerseite und auch von ÖVP-Bildungsminister Heinz Faßmann Kritik an der langen Wartezeit auf Tests bzw. deren Ergebnisse gegeben, insbesondere in Wien.

Letzterer starte daher in Zusammenarbeit mit Schulärzten ein eigenes Pilotprojekt in der Bundeshauptstadt, berichteten mehrere Medien. Mobile Teams sollen an den Schulen Verdachtsfälle bzw. unmittelbare Kontaktpersonen testen. Die Probe soll mit der Gurgelwassermethode genommen werden. Dabei wird kein Nasen-Rachen-Abstrich gemacht, sondern eine knappe Minute gegurgelt. Ergebnisse sollen – je nach Uhrzeit – noch am selben Tag oder am Tag darauf vorliegen.

Davon unabhängig soll Ende September das vom Ministerium zum Schulstart angekündigte regelmäßige Monitoring starten. Alle drei, vier Wochen werden dabei 15.000 Schüler und 1.200 Lehrer zum Gurgeln antreten. So will man – unabhängig von „akuten“ Fällen – einen Überblick über die Infektionslage erhalten.

COV Ausland

US-Präsident Donald Trump hat gestern angekündigt, dass das Land bis April kommenden Jahres genug Coronavirus-Impfstoffe für alle Bürgerinnen und Bürger haben werde. Es ist ein ambitioniertes Ziel, da bisher noch gar kein Impfstoff zugelassen wurde.

Experten von Trumps Regierung hatten bisher gesagt, dass es eher bis zur Jahresmitte 2021 dauern werde, bis alle eine Impfung bekommen können. „Wir gehen davon aus, im April genug Impfdosen für jeden Amerikaner zu haben“, sagte Trump nun im Weißen Haus.

Zweifache Impfung erwartet

Die Verteilung der Impfstoffe solle binnen 24 Stunden nach der Zulassung beginnen, erklärte er. Er bekräftigte seine früheren Angaben, dass bis zum Jahresende 100 Millionen Impfdosen ausgeliefert werden sollen. Experten gehen davon aus, dass man zweimal mit mehreren Wochen Abstand geimpft werden muss.

Die Coronavirus-Krise mit fast 200.000 Todesfällen in den USA ist zu einem der wichtigsten Themen im Wahlkampf ums Weiße Haus geworden. Trump hatte mehrfach davon gesprochen, dass ein Impfstoff noch bis Ende Oktober zugelassen werden könnte – und damit vor der Präsidentenwahl am 3. November. Der Republikaner Trump liegt in Umfragen hinter dem demokratischen Herausforderer Joe Biden zurück.

Inland

Anton Lang ist beim Parteitag der steirischen SPÖ heute Abend in Trofaiach mit 88,5 Prozent der Delegiertenstimmen zum neuen Vorsitzenden der SPÖ Steiermark gewählt worden. Damit wurde er in seiner Arbeit als Landeshauptmann-Stellvertreter sowie als Parteichef, zu dem er nach dem Rücktritt von Michael Schickhofer nach der verlorenen Landtagswahl im Herbst 2019 geworden war, bestätigt.

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Regierung und Sozialpartner haben gestern in Wien offiziell mit den Gesprächen über neue Regeln für Homeoffice und mobiles Arbeiten begonnen. Lösungen soll es im März bzw. im ersten Quartal kommenden Jahres geben, so Arbeitsministerin Christine Aschbacher (ÖVP). Angesichts der sich derzeit verschärfenden Pandemie appellierte Aschbacher erneut an die Eigenverantwortung von Betrieben und Beschäftigten.

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In den Disput zwischen der EU und Finanzminister sowie ÖVP-Wien-Chef Gernot Blümel hat sich gestern – mitten im Wien-Wahlkampf – auch Wiens SPÖ-Bürgermeister Michael Ludwig eingeschaltet. Er hat den Vertreter der EU-Kommission in Wien, Martin Selmayr, sowie den Wiener Wirtschaftskammer-Chef Walter Ruck (ÖVP) im Rathaus empfangen. Dabei plädierte man für eine konstruktive Zusammenarbeit zwischen Brüssel und Wien.

Die Zusammenkunft habe als Sechs-Augen-Gespräch stattgefunden, teilte das Büro von Ludwig der APA mit. Am Ende einigte man sich auf eine gemeinsame „Erklärung“. Man habe darüber gesprochen, wie die EU, Österreich und die Stadt Wien schnell und unbürokratisch Hilfe für von der Coronavirus-Krise schwer betroffene Unternehmen leisten könnten, heißt es darin.

„Priorität Nr. 1“

Einig war sich das Trio demnach auch darin, dass es nun einmal „Priorität Nr. 1“ sein sollte, dass von den bereits von der Kommission genehmigten acht Mrd. Euro an Fixkostenzuschüssen und die damit noch nicht ausbezahlten 7,8 Mrd. Euro „schleunigst“ an Betriebe fließen müssten, „die von Reisewarnungen, Veranstaltungsverboten und Quarantäneregeln besonders betroffen sind“.

Bekanntlich wurden von der Acht-Mrd.-Tranche bisher 200 Mio. Euro an Unternehmen überwiesen. 100 weitere Millionen sind beantragt, hieß es zuletzt.

Die Erklärung enthält auch einen recht unverblümten Seitenhieb auf Finanzminister Blümel, der auch ÖVP-Spitzenkandidat für die Wien-Wahl ist: „Gerade in Krisenzeiten kann die Versuchung groß sein, zum Gewinnen kurzfristiger Medienaufmerksamkeit aufeinander verbal einzuprügeln. Wir wollen, dass die Menschen jetzt rasche Hilfe bekommen. Wir ziehen es deshalb vor, uns zusammenzusetzen und an schnellen Lösungen zu arbeiten“, so das gemeinsame Wording von Ludwig, Selmayr und dem Wirtschaftskammer-Chef Ruck.

Ausland

Aus Protest gegen die neuen Brexit-Pläne von Premier Boris Johnson hat die prominente Menschenrechtsanwältin Amal Clooney ihren Posten als Sonderbotschafterin für Medienfreiheit niedergelegt. Clooney, die mit dem Hollywood-Schauspieler George Clooney verheiratet ist, verwies in einem Brief an Außenminister Dominic Raab gestern auf das geplante Binnenmarktgesetz, das die Vereinbarungen mit der EU zu Nordirland aushebeln würde und daher als Verstoß gegen internationales Recht gewertet wird.

Mögliches Vorbild für autokratische Regime

Der Verstoß gegen das Brexit-Abkommen könne von „autokratischen Regimen, die auf der ganzen Welt mit verheerenden Konsequenzen gegen internationales Recht verstoßen“, als Bestätigung aufgefasst werden, kritisierte Clooney. Es sei zudem „bedauerlich“, dass die Regierung gegen einen Vertrag verstoßen wolle, den Premierminister Johnson vor weniger als einem Jahr selbst unterzeichnet habe.

Großbritannien war am 31. Jänner aus der EU ausgetreten. Derzeit läuft eine Übergangsphase bis Jahresende, in der die künftigen Beziehungen geregelt werden sollen.

London räumt Rechtsbruch freimütig ein

In der vergangenen Woche kündigte die britische Regierung überraschend an, den mit der EU geschlossenen Brexit-Vertrag einseitig zu ändern. Johnson will mit einem neuen Binnenmarktgesetz mehrere Schlüsselregelungen im Brexit-Vertrag zu Nordirland aushebeln. Darin geht es um die Aussetzung von Zollregelungen im Warenhandel für Nordirland und von Vorgaben zu Staatsbeihilfen für britische Unternehmen.

Die EU sieht in den Änderungsplänen einen klaren Verstoß gegen das Brexit-Abkommen. Selbst die britische Regierung räumte einen internationalen Rechtsbruch ein, bezeichnete ihn aber als nur „sehr spezifisch und begrenzt“.

Mit einer Großdemonstration in Bangkok wollen thailändische Regierungskritiker heute ihren Forderungen nach Neuwahlen und Gesetzesänderungen Gehör verschaffen. Den Organisatoren zufolge könnte es eine der größten Kundgebungen der vergangenen Jahre werden: Sie erwarten bis zu 100.000 Teilnehmer.

Die Regierung will 2.000 Polizisten schicken, um für Ordnung zu sorgen. Ministerpräsident Prayut Chan-o-cha warnte, dass die Demonstration zur Ausbreitung des Coronavirus beitragen könne. Der General ist seit einem Putsch des Militärs 2014 an der Macht. Er gilt als Verfechter konservativer thailändischer Werte.

Monarchie im Mittelpunkt des Streits

In dem Königreich gibt es seit Wochen immer wieder Proteste. Dabei geht es auch um die Rolle der Monarchie – das Thema war lange Zeit ein Tabu. Die Demonstranten fordern nicht nur den Entwurf einer neuen Verfassung und Neuwahlen, sondern auch ein Ende der Einschüchterung von Bürgern und politischen Gegnern.

Zudem geht es um ein umstrittenes Gesetz zum Schutz der Monarchie, das drakonische Strafen von bis zu 15 Jahren Gefängnis für Kritik am Königshaus vorsieht.

Die Niederlande streben gegen Syrien ein Verfahren vor dem höchsten UNO-Gericht, dem Internationalen Gerichtshof (IGH), wegen gravierender Menschenrechtsverletzungen an, darunter Folter und der Einsatz von Chemiewaffen. Die Regierung unter Präsident Baschar al-Assad sei gestern von den Niederlanden formell als haftbar für grausame Verbrechen erklärt worden, teilte Außenminister Stef Blok dem Parlament in Den Haag mit, wie die Nachrichtenagentur ANP berichtete.

Syrien sei darüber am selben Tag am UNO-Sitz in Genf durch niederländische Diplomaten unterrichtet worden. Nach internationalem Recht können die Niederlande ein Verfahren gegen Syrien beim Internationalen Gerichtshof beantragen, sollte es in der Sache zu keiner Verständigung zwischen Damaskus und Den Haag kommen.

Von Syriens Regierung verlangen die Niederlande, gegen mutmaßliche Täter vorzugehen. Damit wird allerdings nicht gerechnet. Grundlage für dieses juristische Vorgehen ist unter anderem, dass Syrien ebenso wie die Niederlande die UNO-Konvention gegen Folter ratifiziert hat.

Moskau verhinderte Einzelklagen am IStGH

Zuvor waren Versuche, den für Kriegsverbrechen durch einzelne Personen zuständigen Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) einzuschalten, am Veto Russlands im UNO-Sicherheitsrat gescheitert. Vor dem IGH als höchster Rechtsinstanz der UNO geht es hingegen um Verfahren zwischen Staaten und nicht um Anklagen gegen Personen.

Die schwedische Klimaschutzaktivistin Greta Thunberg ruft für den kommenden Freitag zu neuen Protestaktionen auf. Wo es sicher sei, werde es auch Kundgebungen auf der Straße geben, sagte die 17-Jährige gestern auf einer virtuellen Pressekonferenz. Andernfalls werde auf das Internet ausgewichen.

„Wir werden signalisieren, dass wir diese Krise als Krise behandeln müssen“, sagte sie mit Blick auf den Klimawandel. Politikerinnen und Politiker würden nicht anerkennen, wie ernst die Bedrohungen durch Waldbrände, Überschwemmungen, Hitzewellen und Wirbelstürme bereits seien. „Wir vergessen immer wieder, dass Menschen heute durch die Klimakrise sterben.“

Thunbergs vor zwei Jahren begonnener Schulstreik hatte sich zu einer weltweiten Bewegung unter dem Motto „Fridays for Future“ ausgeweitet. Durch die Coronavirus-Pandemie und die damit verbundenen Auflagen zum Abstandhalten hatte es zuletzt nur wenig öffentliche Großveranstaltungen der Bewegung gegeben. Für kommenden Freitag sind auf der „Fridays for Future“-Website über 2.300 Protestaktionen angekündigt.

EU

Auch der Brexit-Streit mit Großbritannien wird nächste Woche den EU-Sondergipfel beschäftigen. Die Staats- und Regierungschefs würden über den Stand der Dinge beraten, sagte ein EU-Beamter gestern nach einem Treffen von Unterhändler Michel Barnier mit Ratschef Charles Michel. Der Gipfel ist für den 24. und 25. September geplant.

Die Haltung der EU bleibe unverändert: Das mit Großbritannien vereinbarte Austrittsabkommen müsse vollständig umgesetzt werden. „Die EU ist weder eingeschüchtert noch beeindruckt, aber ein internationales Abkommen zu brechen, ist extrem besorgniserregend“, sagte der EU-Beamte.

Hintergrund sind Pläne der britischen Regierung für ein „Binnenmarktgesetz“, das den 2019 mit der EU ausgehandelten Brexit-Vertrag zum Teil aushebeln würde. Die EU sieht das als Rechtsbruch und fordert eine Rücknahme der umstrittenen Klauseln bis Ende September. London treibt die Verabschiedung dennoch voran. Am Montag wird das britische Unterhaus weiter über das Gesetz verhandeln.

„Verfügbare Zeit ist kurz“

Trotz des Streits ist die EU nach eigenen Angaben weiter an einem Vertrag über die künftigen Beziehungen interessiert. „Aber das erfordert substanziellen Fortschritt bei zentralen Themen“, betonte der EU-Beamte. Dazu zählen gleiche Wettbewerbsbedingungen durch ähnlich strenge Umwelt-, Sozial- und Subventionsregeln und Fischereirechte. „Die verfügbare Zeit, um das zu schaffen, ist kurz“, hieß es weiter.

Der britische Premierminister Boris Johnson hatte eine Frist bis zum 15. Oktober für eine Einigung über den geplanten Handelspakt gesetzt. Die EU-Seite hält einen Abschluss bis Ende Oktober für nötig, damit ein etwaiger Vertrag noch ratifiziert werden kann. Ohne Vertrag droht zum Ende der Brexit-Übergangsphase zum Jahreswechsel ein harter wirtschaftlicher Bruch mit Zöllen und Handelshemmnissen.

Die EU-Außen- und -Europaminister wollen bereits am Dienstag den EU-Gipfel vorbereiten und über den Brexit-Streit sprechen. Die Teilnahme von Europaministerin Karoline Edtstadler (ÖVP) ist derzeit noch unklar. Edstadler musste sich in Quarantäne begeben, nachdem ein Mitglied ihres Kabinetts positiv auf das Coronavirus getestet wurde. Edtstadlers Test war negativ, sie warte auf die Anweisungen der Gesundheitsbehörden, sagte ihr Sprecher.

Wirtschaft

Die Buchhandelskette Thalia verkauft, wie diese Woche aus deutschen Medien zu erfahren war, neuerdings Bücher aus China, die von dem regimetreuen Importeur China Book Trading ausgewählt wurden. Es handle sich um einen Test, der „ausschließlich in drei Buchhandlungen zeitlich begrenzt“ stattfinde, hieß es dazu in einem Statement des Händlers. Wie ORF.at gestern bestätigt wurde, nimmt auch die Wiener Filiale auf der Mariahilfer Straße daran teil – im hinteren Bereich des Erdgeschoßes finden sich zwei entsprechende Buchregale.

Aufgefallen war der Probelauf, der außer in Wien noch in Hamburg und Berlin stattfindet, einer Sinologin in der deutschen Hauptstadt: In der Filiale auf dem Alexanderplatz war die Kundin auf drei Regale mit chinesischer Literatur gestoßen. Zuerst habe sie sich gefreut, schrieb sie auf Facebook, schnell aber wunderte sie sich über die Einseitigkeit des Angebots. Auf Nachfrage erklärte ihr eine Mitarbeiterin, dass in der Filiale Regalfläche „von außen“ gekauft worden sei und dort „nichts Chinakritisches“ ausgelegt werden dürfe.

Das RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) begab sich auf Augenschein und bestätigte die Existenz der Regale: Eines firmiert unter „Chinesische Autoren“, das zweite heißt „Thalia-Tipp“, das dritte ist schlicht das „Chinesische Regal“. Das Angebot sei üppig, aber einseitig: „Titel zum chinesischen Frühlingsfest, zur Geschichte und Literatur des Landes sowie Kinderbücher über Pandabären. Außerdem Werke des Literaturnobelpreisträgers Mo Yan, seines Zeichens Mitglied der Kommunistischen Partei Chinas.“

Und: „China regieren“ Teil eins und zwei von Chinas KP-Vorsitzenden und Präsidenten Xi Jinping. Wenig Wunder, gehört China Book Trading doch zu 100 Prozent der Kommunistischen Partei Chinas und untersteht ihrer Kontrolle. Unabhängige Verlage etwa aus Hongkong sind dort nicht vertreten. Das Unternehmen ist nach eigener Aussage „Chinas größter Verlag in Europa“.

Bücher zum Thema China
Privat

Wie Thalia in einem schriftlichen Statement, das auch ORF.at vorliegt, bestätigte, schlagen „unsere chinesischen Partner“ Bücher vor, die „vom Thalia Sortimentsmanagement geprüft und freigegeben werden“. Es handele sich um ein allgemeines Sortiment mit Kinderbüchern, Reiseliteratur, Lyrik und Belletristik sowie zwei Politiktiteln. Das sei ein „Service für die wachsende chinesische – bzw. China-Interessierte – Community in Deutschland“, und offensichtlich auch in Österreich.

Es handle sich um einen Test, der „ausschließlich in drei Buchhandlungen zeitlich begrenzt“ stattfinde. „Eine kritische Auseinandersetzung mit dem Thema China findet in unseren Buchhandlungen über kuratierte Thementische und eine große Buchauswahl statt und wird durch den Test nicht beeinflusst.“ Das lässt sich tatsächlich bestätigen: In der Filiale Wien-Mariahilf finden sich im zweiten Stock auch kritische Titel wie die „Neuerfindung der Diktatur“, „Die lautlose Eroberung“ oder „Die Kronzeugin“.

Aus kaufmännischer Sicht sei das Vorgehen von Thalia unproblematisch, sagte der Literaturkritiker Jörg Plath in einem Beitrag für Deutschlandfunk Kultur. In Sozialen Netzwerken werde aber kritisiert, dass Thalia nicht klarmache, „dass diese Titel von China ausgewählt worden sind“, so Plath. „Nicht kennzeichnungspflichtiges Marketing“ sei bei großen Ketten üblich, wurde auch die deutsche Buchmarktexpertin Karla Paul auf RND zitiert. Verlage zahlten dann dafür, dass ihre Bücher auf bestimmten Verkaufsflächen herausgehoben werden. Aber, so Paul: „Das wird normalerweise von Verlagen gebucht. Als politische Einflussnahme ist es für mich neu.“

Der Luftfahrtzulieferer FACC mit Sitz in Ried im Innkreis (Oberösterreich) hat gestern die Belegschaft über den geplanten Stellenabbau und über den mit Arbeitnehmervertretern ausgehandelten Sozialplan informiert. 650 Stellen sollen abgebaut werden.

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Auf dem Flughafen Salzburg sind laut Gewerkschaft die Jobs von 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Austrian Airlines in Gefahr, die mit der Abfertigung eigener Maschinen und denen der Lufthansa beschäftigt sind.

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Sport

In vier Wochen beginnt bereits wieder der Winter – zumindest jener der alpinen Skiläufer. Auf dem Rettenbachferner oberhalb von Sölden werden wie jedes Jahr im Riesentorlauf die ersten Weltcup-Punkte der neuen Saison vergeben. Vor allem die RTL-Herren haben im kommenden Winter viel gutzumachen. Helfen soll dabei der „Hirscher-Schwung“, an dem die Truppe unter der Leitung von Michael Pircher, dem langjährigen Coach des im Vorjahr zurückgetretenen Superstars, feilt.

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Rafael Nadal hat sich auch bei seinem zweiten Auftritt nach der Coronavirus-Pause keine Blöße gegeben. Der Sandplatzkönig aus Spanien nahm gestern beim ATP-1000-Turnier in Rom die Hürde Dusan Lajovic in rund eineinhalb Stunden sicher mit 6:1 6:3. Auch Lajovics topgesetzter serbischer Landsmann Novak Djokovic steht unter den besten acht. Im Gegensatz zu Nadal hatte die Nummer eins aber zumindest im ersten Satz zu kämpfen.

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Die 88. Auflage des berühmten 24-Stunden-Rennens von Le Mans findet wegen der Coronavirus-Pandemie in reduzierter Form und ohne Zuschauer statt. Gab es zum Originaltermin im Juni nur ein virtuelles Rennen, geht es beim Motorsportklassiker in Frankreich von heute bis morgen aber richtig zur Sache. Klarer Favorit ist Toyota, wegen der aktuellen Krise sind aber nur wenige Herstellerteams am Start. Auch vier Österreicher wollen mitmischen.

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Chronik

Viele der großen Wiener Bälle werden aufgrund der CoV-Pandemie nicht stattfinden. Das ist das Ergebnis eines Sondertreffens des Komitees der Wiener Nobel- und Traditionsbälle. Betroffen sind etwa der Ärzteball, der Juristenball und der Ball der Pharmacie.

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Zwei vorerst unbekannte Täter haben gestern in den frühen Morgenstunden eine Roy-Black-Statue in Velden am Wörthersee gestohlen. Wie die Polizei in einer Aussendung mitteilte, wurde das Denkmal am Seecorso aus der Verankerung gerissen. Eine Überwachungskamera hielt die Tat fest – auf dem Video sind zwei Personen zu sehen, die nach der Tat das Weite suchten.

Der Schaden für den Tourismusverband beträgt mehrere tausend Euro, die Ermittlungen der Polizei waren vorerst noch nicht abgeschlossen.

Roy Black, bürgerlich Gerhard Höllerich, war ein deutscher Schlagersänger und Darsteller in mehreren Musikfilmen sowie in der in Österreich beliebten Fernsehserie „Ein Schloss am Wörthersee“. Ihm wurde das Denkmal erst vor vier Tagen gewidmet.

Der schwere Herbststurm „Ianos“ hat sich gestern entlang der Küste der griechischen Halbinsel Peloponnes bewegt. Dutzende Geflüchtete gerieten in Seenot, es konnte keine Hilfe geschickt werden. Parallel dazu wurde auch noch eine Sturmfront über Zentralgriechenland erwartet.

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Science

In Österreich würden die Menschen in „Waldstädten“ leben und Brände besser bekämpfen als in Kalifornien, hat US-Präsident Donald Trump vor ein paar Tagen anerkennend gemeint. Fast wie auf Befehl haben nun US-Forscher erstmals eine weltweite Karte erstellt von Menschen, die nahe an Wäldern wohnen: 1,6 Milliarden sind es insgesamt, Österreicherinnen und Österreicher sind darauf allerdings nicht prominent vertreten.

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Kultur

Dreieinhalb Jahre nach einem Lagerhauseinbruch in Großbritannien sind zahlreiche damals gestohlene Bücher und Zeichnungen im Millionenwert in Rumänien wieder aufgetaucht. Die Werke, darunter Erstausgaben von Büchern von Galileo Galilei und Isaac Newton, wurden in einem Haus im Nordosten des Landes gefunden, wie die rumänische Staatsanwaltschaft gestern berichtete.

Auch ein Text des italienischen Gelehrten Francesco Petrarca sowie Dutzende Skizzen von Francisco de Goya befanden sich darunter. Die Londoner Polizei ergänzte, die „unersetzlichen“ Werke seien „unterirdisch vergraben“ gewesen. Sie veröffentlichte das Foto eines unter einem Fliesenboden versteckten Lochs.

Für Auktion in USA bestimmt

Die Bücher und Zeichnungen waren im Jänner 2017 aus einem Lagerhaus in Feltham bei London gestohlen worden, wo sie für eine Auktion in den USA bereitlagen. Die Diebe stiegen über das Dach ein und seilten sich zwölf Meter tief ab. Anschließend durchstöberten sie stundenlang die Tausenden gelagerten Werke, bevor sie mit einer Beute im Gesamtwert von rund zwei Millionen Euro entkamen.

Laut der Londoner Metropolitan Police wurde der Einbruch von einer Gruppe des organisierten Verbrechens verübt, die gezielt Kriminelle für Auftragstaten nach Großbritannien ein- und wieder ausfliegen lässt. Im Zuge der Ermittlungen waren bereits im Juli vergangenen Jahres Dutzende Häuser in Rumänien sowie vier Verdächtige in Rumänien und zehn weitere in Großbritannien festgenommen worden.

Im Jänner dieses Jahres wurde laut der EU-Justizbehörde Eurojust dann der mutmaßliche Kopf der Bande in Turin gefasst. Diese Festnahme war laut Eurojust entscheidend für das Wiederaufspüren der Beute.

Seit „Außer Atem“ war Jean Seberg Ikone der Nouvelle Vague, pendelte zwischen Hollywood und Frankreich, drehte mit Clint Eastwood, Sophia Loren und Jean-Paul Belmondo. Abseits des Kinos war sie Bürgerrechtlerin – auf Kosten ihres Lebensglücks: Der Film „Jean Seberg – Against All Enemies“ schildert ein Leben im Fokus von FBI und Medien. ORF.at hat mit Hauptdarstellerin Kristen Stewart gesprochen.

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Leute

Königin Elizabeth II. (94) hat dem verurteilten Vergewaltiger und früheren Hollywood-Produzenten Harvey Weinstein (68) seinen Ritterorden aberkannt. Das geht aus einem gestern in London veröffentlichten Gesetzesblatt hervor. Die Auszeichnung war Weinstein im Jahr 2004 wegen seiner Verdienste in der britischen Filmindustrie („The English Patient“) verliehen worden.

Hunderte Frauen haben Weinstein sexuelle Übergriffe vorgeworfen. Er wurde Ende Februar in New York von einer Jury in zwei Fällen der Vergewaltigung für schuldig befunden und im März zu 23 Jahren Haft verurteilt worden. Er sitzt diese Strafe derzeit in einem Gefängnis im Bundesstaat New York ab.