Ausland

Der Iran will keine Störung der Schifffahrt in der für die Ölversorgung wichtigen Straße von Hormus zulassen. „Der Iran wird seine größten Anstrengungen unternehmen, um die Region zu sichern, insbesondere die Straße von Hormus“, sagte der stellvertretende iranische Außenminister Abbas Araktschi gestern während eines Besuchs in Paris, berichtete die staatliche Agentur IRNA.

Beeinträchtigungen der Schifffahrt in diesem sensiblen Gebiet würden nicht zugelassen. Der Iran hatte dort zuletzt einen britischen Tanker festgesetzt und damit die Spannungen in der Region erhöht. Die Straße von Hormus ist von großer Bedeutung für die weltweite Ölverschiffung.

Mehrere europäische Staaten unterstützen indes einem Bericht von Reuters zufolge einen britischen Plan für einen europäischen Einsatz zum Schutz der Schifffahrt in der Meerenge. Dabei handle es sich zunächst um Frankreich, Italien und Dänemark, hieß es aus EU-Kreisen gegenüber Reuters. Die Niederlande prüften den Vorschlag ebenfalls. Interesse hätten etwa auch Deutschland, Polen und Schweden signalisiert.

Bei mutmaßlich israelischen Raketenangriffen auf den Süden Syriens soll es nach Angaben von Aktivisten Tote gegeben haben. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit Sitz in Großbritannien erklärte in der Nacht auf heute, „wahrscheinlich israelische Raketen“ seien auf militärische Stellungen im Süden des Bürgerkriegslandes abgefeuert worden.

Betroffen gewesen sei unter anderem das Gebiet Tal al-Hara südlich der Hauptstadt Damaskus. Genaue Angaben zu Opfern konnte die Beobachtungsstelle nicht machen.

Staatsmedien: „Israelische Aggression“

Das syrische Staatsfernsehen sprach von „Informationen“ über eine „israelische Aggression“ und von „Materialschäden“. Die Beobachtungsstelle sagte, die Raketen seien auf Stellungen der syrischen Regierungstruppen und von Verbündeten wie der schiitischen Hisbollah-Miliz abgefeuert worden.

Die syrische Luftabwehr habe mehrere Raketen abgeschossen, andere Raketen hätten ihr Ziel dagegen getroffen. Die Ziele lagen laut den Angaben unweit der von Israel besetzten Golanhöhen.

Die US-Regierung hat gestern die Regeln für die sofortige Abschiebung nicht im Land registrierter Personen stark gelockert. Die Polizei kann sie ab nun überall im Land festnehmen.

Befindet sich der oder die Festgenommene seit weniger als zwei Jahren in den USA, kann außerdem die Einwanderungsbehörde über seine sofortige Abschiebung entscheiden – ohne dass ein Richter konsultiert wird. Bisher konnten die Beamten des Grenzschutzes United States Customs and Border Protection (CBP) und der Einwanderungsbehörde United States Immigration and Customs Enforcement (ICR) nicht registrierte Personen nur festnehmen und eine sofortige Abschiebung anordnen, wenn diese im Umkreis von 160 Kilometern von der US-Grenze aufgegriffen wurden. Außerdem durften sie sich noch nicht länger als zwei Wochen in den USA befinden. Alle anderen Fälle mussten einem Richter vorgelegt werden.

„Erhöhung der nationalen Sicherheit“

In einer Erklärung des Heimatschutzministeriums hieß es, die „Erleichterung sofortiger Migrationsentscheidungen“ diene der „Erhöhung der nationalen und öffentlichen Sicherheit“. Die neue Bestimmung ermögliche es dem Ministerium, die „große Anzahl an Ausländern, die sich illegal in den USA aufhalten“, effektiver zu reduzieren.

Interimsheimatschutzminister Kevin McAleenan erklärte, die Gesetzesänderung sei ein „zusätzliches Instrument“, um die „derzeitige Sicherheits- und humanitäre Krise“ an der US-Grenze zu Mexiko in den Griff zu bekommen. Der Website TracImmigration zufolge sind vor US-Gerichten rund eine Million Entscheidungen über Abschiebungen anhängig. Die durchschnittliche Wartezeit bis zu einem Urteil betrage zwei Jahre. Nach Schätzungen des Pew-Forschungszentrums leben in den USA rund 10,5 Millionen Menschen ohne Aufenthaltspapiere. Zwei Drittel von ihnen befinden sich seit mehr als zehn Jahren in dem Land. US-Präsident Donald Trump hat das Vorgehen gegen illegale Einwanderer zu einem der Schwerpunkt seiner Politik gemacht.

Frankreichs Ex-Umweltminister Francois de Rugy ist eine Woche nach seinem Rücktritt vom Vorwurf der Verschwendung von Staatsgeldern entlastet worden. Der 45-Jährige habe sich kein Fehlverhalten zuschulden kommen lassen, hieß es gestern in zwei Untersuchungsberichten.

De Rugy war nach nur gut zehn Monaten im Amt über eine „Hummer-Affäre“ gestürzt und hatte seinen Rücktritt eingereicht. Ihm wurde vorgeworfen, er habe auf Staatskosten Festessen veranstaltet und seine Wohnung renovieren lassen.

Hummer, Champagner und teure Weine

Als „Hummer-Affäre“ wurde der Fall bekannt, weil De Rugy laut dem Enthüllungsportal Mediapart als Vorsitzender der Nationalversammlung bis Juni 2018 mehrere Abendessen gegeben hatte, bei denen Hummer, Champagner und teure Weine serviert worden waren.

Bei den zwölf Abendessen seien keine Regelverstöße festgestellt worden, hieß es nun in einem Bericht der Nationalversammlung. Neun davon wurden als unproblematisch eingestuft. Bei drei Essen wurden allerdings die Ausgaben als „überzogen“ kritisiert. Prüfer der Regierung kamen in ihrem Untersuchungsbericht außerdem zu dem Schluss, dass De Rugy auch bei der Renovierung seiner Wohnung die Vorschriften beachtet habe.

Der Ex-Minister erklärte, er sehe sich durch die Berichte von allen Vorwürfen „reingewaschen“. De Rugy hatte zuvor eine „mediale Lynchjustiz“ beklagt und eine Verleumdungsklage gegen Mediapart angekündigt.

Der Sonderermittler in der Russland-Affäre, Robert Mueller, sagt heute vor dem US-Kongress aus. Zunächst wird er dem Justizausschuss des Repräsentantenhauses in einer öffentlichen Sitzung Rede und Antwort stehen, im Anschluss dann dem Geheimdienstausschuss.

Mueller hatte rund zwei Jahre lang im Stillen ermittelt, öffentlich geschwiegen und erst nach Abschluss seiner Untersuchungen ein knappes öffentliches Statement abgegeben. Die Demokraten wollten den 74 Jahre alten Ex-FBI-Chef bereits seit Längerem zu einem ausführlichen Auftritt vor dem Kongress bewegen.

Immer noch zahlreiche Fragezeichen

Mueller hatte untersucht, ob das seinerzeitige Wahlkampflager von US-Präsident Donald Trump geheime Absprachen mit russischen Regierungsvertretern zur mutmaßlichen Einmischung Moskaus in den US-Wahlkampf 2016 traf und ob Trump als US-Präsident später die Justizermittlungen behinderte. Ende März hatte Mueller seine Arbeit abgeschlossen und einen Abschlussbericht vorgelegt, der in Teilen geschwärzt veröffentlicht wurde.

In Muellers Abschlussbericht steht, es habe zahlreiche Kontakte zwischen Trumps Lager und Vertretern Russlands gegeben. Ausreichende Belege zum Nachweis einer Straftat fanden die Ermittler aber nicht. Außerdem listete Muellers Team diverse Versuche Trumps auf, Einfluss auf die Untersuchungen zu nehmen.

Inland

Der ÖGB fragt alle Parteien, inwieweit sie die Interessen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer unterstützen und wie sie zu den Forderungen der Gewerkschaft stehen. Insgesamt 81 Fragen aus Bereichen wie Freizeit und Familie, Arbeitsrecht und Gesundheit wurden an die wahlwerbenden Parteien übermittelt.

Die Parteien werden ersucht, bis 4. August zu antworten, der ÖGB will die Antworten dann bis zur Wahl schrittweise veröffentlichen. Konkret werden den Parteien Fragen bzw. Aussagen vorgelegt, auf die mit Ja oder Nein geantwortet werden kann.

Im Bereich Freizeit und Familie will der ÖGB von den Parteien etwa wissen, ob die Regeln zum Zwölfstundentag rückgängig gemacht oder ob eine sechste Urlaubswoche für alle eingeführt werden soll. Auch eine generelle Arbeitszeitverkürzung, ein Rechtsanspruch auf eine Viertagewoche und ein Rechtsanspruch auf Altersteilzeit werden abgefragt.

Fragen auch zu Notstandshilfe, Bildung, Lkw-Maut

Wissen will der ÖGB auch, wie die Parteien zu einer von der ÖVP-FPÖ-Regierung angedachten Kürzung der Arbeiterkammer-Umlage stehen. Zum Thema Steuern will die Gewerkschaft erkunden, ob die Parteien für eine rasche Lohnsteuersenkung im Ausmaß von fünf Milliarden Euro sind. Bei den Pensionen wird die Haltung zur einer Anhebung des Regelpensionsalters auf 67 Jahre und zu einer Koppelung des Pensionsalters an die Lebenserwartung erfragt.

In Erfahrung bringen will der ÖGB auch die Haltung zu einer Befristung oder gar Abschaffung der Notstandshilfe bzw. zu einer Erhöhung von Arbeitslosengeld und Notstandshilfe. Im Bildungsbereich geht es um den Ausbau der Ganztagsschulen, beim Thema Klima um den Ausbau des öffentlichen Verkehrs und um eine Lkw-Maut auf Landes- und Gemeindestraßen.

Die Onlineprojektbörse Respekt.net hat heute Reformen für die Bestellung von Führungspersonen in wichtigen Kontrollinstitution der Republik gefordert. Als konkretes Beispiel nannte die Gründerin des Liberalen Forums, Heide Schmidt, den Verfassungsgerichtshof (VfGH).

Auch für den Verwaltungsgerichtshof, den Rechnungshof und die Nationalbank fordert der Verein neue Regeln. Begründet wird das mit der derzeitigen Dominanz der ÖVP.

Respekt.net-Gründer sieht „Handlungsbedarf“

Respekt.net-Gründer Martin Winkler verwies in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Präsidentin Bettina Reiter, der ehemaligen grünen Abgeordneten Terezija Stoisits und Schmidt darauf, dass die Rechnungshof-Präsidentin, die Präsidenten des VfGH und des VwGH und der Präsident der Nationalbank einer Partei zugerechnet werden können, die bis vor Kurzem den Regierungschef stellte und es vermutlich auch nach der nächsten Wahl tun wird.

Sein Vorwurf richte sich nicht gegen die Persönlichkeiten, aber wenn die Spitzenrepräsentanten der Regierung und der wichtigen Kontrolleinrichtungen von einer Partei kommen, dann bestehe Handlungsbedarf, sagte Winkler, ohne die ÖVP beim Namen zu nennen.

„Feuer am Dach“

„Wenn die politische Kultur undemokratisch wird, ist Feuer am Dach“, rief Schmidt dazu auf, die Institutionen zu verteidigen und missbrauchssicher zu machen. Konkret rief sie zu einer Diskussion über den Bestellungsmodus der VfGH-Richter auf. Von den zwölf Richterinnen und Richtern werden derzeit sechs von der Bundesregierung und je drei von National- und Bundesrat vorgeschlagen.

Schmidt schlägt nun vor, dass je vier von Bundesregierung, National- und Bundesrat kommen sollen, wobei im Parlament statt der einfachen künftig jeweils eine Zweidrittelmehrheit gelten soll. Damit müsste auch die Opposition eingebunden werden, und ein so umstrittener VfGH-Richter wie Andreas Hauer hätte damit keine ausreichende Mehrheit bekommen, meinte Schmidt.

Für den VwGH kann sich die LIF-Gründerin vorstellen, dass zumindest der Vizepräsident vom Nationalrat mit Zweidrittelmehrheit gewählt wird. Derzeit schlägt die Bundesregierung den Präsidenten und den Vizepräsidenten vor. Für den Rechnungshof schlug Winkler ein Zweipersonendirektorium unter Einbeziehung der Opposition vor. Eine breitere politische Basis wünschte er sich bei der Nominierung des Generalrates der Nationalbank, ohne hier allerdings auf Details einzugehen.

Eine Plattform namens Zoom, ein angebliches Rechercheinstitut, sorgt aktuell in der ÖVP für Empörung. Die Plattform kündigte via Twitter eine Recherche über Ex-Bundeskanzler und ÖVP-Chef Sebastian Kurz und den Unternehmer Martin Ho, u. a. Eigentümer der Wiener Gastronomiegruppe Dots, an.

„Bro-Netzwerk“

Zoom kündigte Aufklärung über ein „Bro-Netzwerk“ an und deponierte das Gerücht eines angeblichen Kokainfotos. Die ÖVP reagierte empört auf das „Dirty Campaigning“.

Zoom kündigte zwölf Teile der Recherche an – und veröffentlichte vorerst eine angebliche E-Mail-Anfrage an Kurz und dessen Team mit Fragen: „Wussten Sie, dass Personen in Ihrem Umfeld behaupten, dass ein Foto kursiert, das Sie beim Konsum von Kokain zeigt?“, ist eine davon, in anderen geht es darum, ob Ho der ÖVP Geld spendete oder für Kurz Events ausrichtete.

Man habe in „journalistischer Sorgfalt“ den ÖVP-Chef mit den Recherchen konfrontiert, aber keine Stellungnahme bekommen, so Zoom auf Twitter. In einem ersten Artikel werden zudem anhand mehrerer Veranstaltungen, u. a. Hos Geburtstagsfeier, angebliche Verbindungen zwischen Ho, Kurz und mehreren Persönlichkeiten aus Wirtschaft und Politik skizziert.

Urheber unklar

Wer hinter Zoom steckt, wird weder auf Twitter noch auf der Homepage verraten, Kontakt wird nur über Twitter und E-Mail angeboten. „Medieninhaber und Herausgeber von Zoom ist das Zoom Institute for Research and Analysis, eine Körperschaft gemäß Artikel 60 ff. des Schweizerischen Zivilgesetzbuches mit Sitz in Genf. Unser Ziel ist die Etablierung einer Plattform für tiefgehende Recherche und fundierte Analyse im deutschen Sprachraum“, steht darauf lediglich.

Neben dem Artikel über Ho und Kurz findet sich auf der Seite auch ein Artikel über Nedeljko Bilalic, Berater von SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner. Dieser wird darin als „Geheimnisträger“ bezeichnet.

ÖVP-Generalsekretär Karl Nehammer zeigte sich empört, dass „unter dem Deckmantel der Anonymität ein vermeintliches Schweizer Institut Unwahrheiten und Unterstellungen verbreitet, nur mit dem Ziel, Sebastian Kurz zu schaden“. Offenbar werde „hier so lange mit Dreck geworfen, bis etwas hängen bleibt“.

Nehammer will eidesstattliche Erklärung

Nehammer deponierte den leisen Verdacht, dass die politischen Mitbewerber hinter dieser „Dirty-Campaigning-Seite“ stünden. Es würden Erinnerungen an Tal Silberstein und die SPÖ wach. Er verwies darauf, dass Ex-FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache die Seite geteilt habe. Er forderte SPÖ und FPÖ auf, „eidesstattliche Erklärungen abzugeben, dass sie und ihr Umfeld nicht hinter dieser Seite stehen“.

Die FPÖ sei dazu „gerne bereit“, ließ Generalsekretär Harald Vilimsky umgehend wissen – aber er forderte als Gegenleistung von der ÖVP eine eidesstattliche Erklärung, „im Vorfeld nichts vom Ibiza-Video gewusst oder in die Wege geleitet zu haben“.

SPÖ sieht „Ablenkungsmanöver“ der ÖVP

„So wie der Schelm denkt, so ist er“, sagte SPÖ-Wahlkampfmanager Christian Deutsch zum Verdacht der ÖVP, das angebliche Rechercheinstitut könnte „Dirty Campaigning“ vonseiten der Mitbewerber sein. Wenn ÖVP-Generalsekretär Nehammer nun eine eidesstattliche Erklärung von SPÖ und FPÖ fordere, entspreche das dem Muster der Volkspartei. Immer wenn diese in einer Krise sei, starte sie derartige „Ablenkungsmanöver“, so Deutsch.

Wirtschaft

Jedes dritte Einzelhandelsunternehmen schreibt Verluste, im Buch- sowie Uhren- und Schmuckhandel sogar jedes zweite, zeigt eine Auswertung der KMU Forschung Austria von fast 8.900 Bilanzen von Händlerinnen und Händlern für das Jahr 2017/18. „Von einem Körberlgeld kann man da nicht sprechen“, sagte Handelsobmann Peter Buchmüller im Gespräch mit der APA.

65 Prozent der untersuchten Einzelhandelsunternehmen erzielten im Jahr 2017/18 Gewinne, 35 Prozent Verluste. In der Bau- und Heimwerkerbranche sowie im Sportartikelhandel war die Ertragslage besser als im Schnitt, im Buch-, Uhren- und Schmuckhandel sowie Schuh- und Bekleidungshandel schlechter.

Hoher Wettbewerb

Insgesamt hat sich die Ertragssituation im Einzelhandel seit der letzten Erhebung 2016/17 verschlechtert. Betrug die durchschnittliche Umsatzrentabilität damals noch 3,6 Prozent, war sie im Bilanzjahr 2017/18 auf drei Prozent gesunken. Laut Buchmüller liegt das am hohen Wettbewerb sowie höheren Einkaufspreisen, die die Firmen nicht an die Kunden weitergeben können. Auf Grundnahrungsmittel ließen sich keine hohe Margen aufschlagen.

Etwas besser war die Lage im Möbel- und Uhren- bzw. Schmuckhandel, wo die Gewinnmargen 4,6 Prozent bzw. 4,2 Prozent ausmachen. Auch der Elektrohandel erzielte im Schnitt 4,2 Prozent Gewinn (vor Steuern) vom Nettoumsatz. „Die Umsatzrentabilität liegt aber nach wie vor unter jener der Gesamtwirtschaft, die 5,5 Prozent ausmacht“, so Buchmüller.

Die Deutsche Bank hat im zweiten Quartal einen Verlust von 3,15 Mrd. Euro verzeichnet. Das teilte das Unternehmen heute mit. Grund seien Belastungen in Zusammenhang mit dem Konzernumbau in Höhe von 3,4 Mrd. Euro. Das Minus fiel größer aus als zunächst erwartet; Anfang Juli hatte das Unternehmen noch mit 2,8 Mrd. Euro Verlust für das zweite Quartal gerechnet.

Es seien bereits „wichtige Schritte“ zum Umbau der Deutschen Bank unternommen worden, sagte der Vorstandsvorsitzende des Konzerns, Christian Sewing. „Das schlägt sich auch in unseren Ergebnissen nieder: Einen erheblichen Teil der Restrukturierungskosten haben wir bereits im zweiten Quartal verbucht.“ Ohne die Belastungen für den Umbau wäre die Deutsche Bank profitabel gewesen, so Sewing.

Der Aufsichtsrat der Deutschen Bank hat eine umfassende Neuaufstellung des Konzerns beschlossen. Vorgesehen ist dabei auch der Rückzug aus dem weltweiten Aktienhandel. Im Zuge dessen sollen bis 2022 rund 18.000 Arbeitsplätze wegfallen.

Mitten in der Urlaubssaison haben italienische Gewerkschaften heute zu Streiks im gesamten Verkehrssektor aufgerufen. Das soll den öffentlichen Nahverkehr in Städten wie Mailand, Venedig, Rom und Bologna genauso betreffen wie Bahn, Taxis, Schiffe und Autobahnen.

Ein Sprecher der Transportgewerkschaft FILT CGIL sagte jedoch, dass wichtige Verbindungen garantiert seien. Das große Chaos wird es seiner Meinung nach nicht geben. Reisende müssten „keine großen Probleme“ befürchten, sagte Sprecher Guido Barcucci.

Flugverkehr wird Freitag bestreikt

Gestreikt wird in verschiedenen Städten zu unterschiedlichen Zeiten, im Nahverkehr zum Beispiel vier Stunden. Bei der Bahn sollen von 9.00 bis 17.00 Uhr vor allem regionale Züge betroffen sein. Hochgeschwindigkeitszüge sollen nicht ausfallen. Der Autobahnbetreiber Autostrade per l’Italia erklärte, einige Schalter an Mautstellen könnten geschlossen sein. Es seien aber die automatischen Kassen geöffnet.

Bei Schiffen seien die „essenziellen Verbindungen“ gesichert, so die Gewerkschaft. Am Freitag wollen die Gewerkschaften zwischen 10.00 und 14.00 Uhr den Flugverkehr bestreiken. Unter dem Slogan „Bringen wir das Land wieder in Bewegung“ fordern die Gewerkschaften von der Regierung in Rom unter anderem Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur und ein klares Regelwerk zur Verhinderung „unlauteren Wettbewerbs“.

Zugsverkehr brach nach Sabotageakt zusammen

Verkehrsminister Danilo Toninelli appellierte an das „Verantwortungsbewusstsein“ der Gewerkschaften mit Blick auf die „delikate Periode“ der sommerlichen Reisewelle. Reisende in Italien haben zudem gerade erst ein Chaos hinter sich. Gestern brach nach einem Brand der Zugsverkehr von Nord bis Süd quasi zusammen. Schuld war ein Feuer auf der wichtigen Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Florenz und Rom. Auf Bahnhöfen waren Zehntausende Reisende gestrandet. Die Regierung geht von einem Sabotageakt aus.

Facebook hat einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters zufolge einem milliardenschweren Vergleich mit der US-Aufsichtsbehörde zugestimmt. Die Federal Trade Commission (FTC) werde heute bekanntgeben, dass der Konzern als Teil der Vereinbarung einen Vorstandsausschuss für Datenschutz einrichten werde, sagten zwei mit den Vorgängen vertraute Personen gegenüber Reuters.

Auch solle sichergestellt werden, dass die Privatsphäre der Nutzerinnen und Nutzer künftig angemessen geschützt werde. Die von der FTC verhängte Strafe von fünf Milliarden Dollar (4,5 Mrd. Euro) – die höchste von ihr geforderte Strafe – werde Facebook akzeptieren. Der Vergleich muss noch von einem Bundesgericht genehmigt werden. Sowohl die FTC als auch das Unternehmen wollten sich zu dem Bericht gegenüber Reuters nicht äußern.

Die Behörde untersuchte, ob das weltgrößte Soziale Netzwerk mit der Weitergabe von Daten seiner Nutzerinnen und Nutzer an die Analysefirma Cambridge Analytica im US-Präsidentschaftswahlkampf von Donald Trump gegen ein Datenschutzgesetz von 2011 verstoßen hat.

Skandal um Datenweitergabe

Cambridge Analytica hatte Daten von rund 87 Millionen Facebook-Nutzerinnen und -Nutzern abgegriffen, die bei der Präsidentenwahl mutmaßlich missbraucht wurden, um Trump zu unterstützen. Rund um den Globus hatte das zu einer breiten öffentlichen Diskussion darüber geführt, ob Facebook nicht stärker kontrolliert werden müsse.

Der japanische Autohersteller Nissan plant einem Bericht zufolge den Abbau von 10.000 weiteren Stellen weltweit. Das Unternehmen werde die Maßnahme voraussichtlich morgen bekanntgeben, berichtete die japanische Nachrichtenagentur Kyodo News.

Nissan steht nach Umsatzrückgängen in den USA und Europa wirtschaftlich unter Druck. Bereits im Mai hatte das Unternehmen angekündigt, 4.800 seiner insgesamt 139.000 Arbeitsplätze weltweit zu streichen. Von dem zusätzlichen Abbau der 10.000 Stellen sind laut dem Bericht wahrscheinlich unter anderem Werke in Südamerika betroffen.

Umsätze stark gesunken

Nissan hat im abgelaufenen Geschäftsjahr so wenig Gewinn erwirtschaftet wie seit fast zehn Jahren nicht mehr. Zur Begründung hatte das Unternehmen auf ein zuletzt „schwieriges wirtschaftliches Umfeld“ und die Folgen der Affäre um den ehemaligen Aufsichtsratschef Carlos Ghosn verwiesen.

Auch für das laufende Jahr gab Nissan bei der Vorstellung seiner Geschäftszahlen im Mai eine düstere Prognose ab. Nissan verkaufte im abgelaufenen Geschäftsjahr 5,5 Millionen Autos. Der Absatz in den USA ging um mehr als neun Prozent zurück, in Europa sogar um knapp 18 Prozent.

Sport

Die Clubs in der tipico-Bundesliga haben im sommerlichen Transferfenster bisher eine eher abwartende Haltung eingenommen. Meister Salzburg fiel zunächst nur durch Verkäufe von Leistungsträgern auf, ehe die „Bullen“ vergangene Woche mit dem Dänen Rasmus Kristensen einen namhaften Zugang vermeldeten. Die Konkurrenz holte nach teilweise lukrativen Abgängen vorwiegend ablösefreie Spieler.

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Caleb Ewan hat die von Hitze geprägte 16. Etappe der Tour de France gewonnen. Der 24-jährige Lotto-Profi aus Australien setzte sich gestern im Massensprint in Nimes durch und feierte damit seinen zweiten Tagessieg bei der diesjährigen Tour. Die Plätze zwei und drei belegten nach 177 Kilometern mit Start und Ziel in Nimes Elia Viviani aus Italien und der Niederländer Dylan Groenewegen.

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Chronik

Nach einem Doppelmord und einem weiteren Mord in der westkanadischen Provinz British Columbia fahndet die Polizei nach zwei jungen Männern. Der 18-jährige Bryer Schmegelsky und der 19 Jahre alte Kam McLeod würden inzwischen als „Verdächtige“ eingestuft, sagte Polizeisprecherin Janelle Shoihet gestern.

Die beiden Kanadier hatten zunächst als „vermisst“ gegolten. Sie seien aber zuletzt rund 2.000 Kilometer östlich der Tatorte in der Provinz Saskatchewan gesehen worden, sagte die Polizeisprecherin. Sie warnte, McLeod und Schmegelsky seien „gefährlich“.

Reisendes Paar getötet

Die Verbrechen halten Kanada seit mehr als einer Woche in Atem. Am Montag vergangener Woche waren im Norden von British Columbia an einer Landstraße die Leichen der 24-jährigen US-Touristin Chynna Deese und ihres 23-jährigen australischen Freundes Lucas Fowler gefunden worden. Das junge Paar wurde erschossen.

Am Freitag wurde dann rund 470 Kilometer vom Tatort entfernt die Leiche eines bisher nicht identifizierten Mannes gefunden. Er lag in der Nähe eines ausgebrannten Wagens, der McLeod und Schmegelsky gehörte. Von den beiden jungen Kanadiern fehlt jede Spur.

Keine Angaben zu Motiv

Die Polizei wollte zunächst keine Verbindung zwischen den beiden Fällen herstellen – erklärte dann aber, es werde die „Möglichkeit einer Verbindung“ geprüft. Nun sagte die Polizei schließlich, McLeod und Schmegelsky würden als Verdächtige in den Mordfällen gesucht. Angaben zu einem möglichen Motiv machte die Polizei nicht.

Durch einen Autounfall ist in Kalifornien ein Priester aufgeflogen, der seinen Gemeinden Zehntausende Dollar gestohlen haben soll. Der Priester erlitt Mitte Juni einen Autounfall, wie die nördlich von San Francisco gelegene Diözese Santa Rosa mitteilte. Rettungskräfte fanden in dem Unglücksfahrzeug zu ihrer Überraschung Geldsäcke mit 18.000 Dollar (16.000 Euro), die aus Opfergeld stammen sollen.

Weitere Ermittlungen hätten ergeben, dass der 56-Jährige seinen Gemeinden im Laufe der vergangenen 15 Jahre mehr als 95.000 Dollar gestohlen habe. Der Priester soll die Taten gestanden haben. Bischof Robert Vasa äußerte sich „zutiefst bekümmert“ darüber, dass der Priester den Gemeinden, denen er habe dienen sollen, geschadet habe.

Polizei entdeckte Säcke mit Geld

Den Angaben zufolge hatte der verletzte Geistliche den Rettungskräften nach dem Unfall gesagt, bei dem Geld im Auto handle es sich um sein Gehalt. Ein Spitalsmitarbeiter wurde angesichts des hohen Betrags aber misstrauisch und alarmierte die Polizei.

Bei einer Durchsuchung im Büro des Priesters und im Pfarrhaus wurden dann mehrere Säcke mit Geld gefunden. Der Geistliche soll auch mehrere Schecks, die auf die Gemeinde ausgestellt waren, auf sein Privatkonto geleitet haben.

Der Priester wurde suspendiert. Die Diözese will aber nach Angaben des Bischofs auf eine Anzeige verzichten, unter anderem wegen der Kosten einer solchen Prozedur.

Science

Laut einem Forschungsteam der US-Universität Texas kann ein Bad zum richtigen Zeitpunkt tatsächlich für besseren Schlaf sorgen. Der Studie zufolge dürfte bereits ein zehn Minuten langes Bad in 40 bis 42 Grad heißem Wasser die Schlafqualität signifikant verbessern. Wird es eine bis zwei Stunden vor dem Zubettgehen genommen, sinkt demzufolge die Einschlafdauer.

Für die im Journal „Sleep Medizine Reviews“ publizierte Untersuchung wurden systematisch Daten aus 5.322 Studien ausgewertet und kombiniert, die sich mit dem Zusammenhang zwischen passiver Körpererwärmung durch heißes Wasser und Schlaf beschäftigen. Mit der Metaanalyse ermittelten die Forscherinnen und Forscher, welche Faktoren Einfluss auf die Einschlafzeit, die subjektive Schlafqualität und die effektive Schlafdauer haben. Dabei hätten sich diese Werte als Optimum herauskristallisiert.

Enger Zusammenhang

Es ist bereits seit Langem bekannt, dass Schlafregulation und Körpertemperatur eng zusammenhängen. Der circadiane Rhythmus des Menschen bestimmt nicht nur dessen innere 24-Stunden-Uhr, sondern auch die Körpertemperatur. Diese steigt am Nachmittag an, sinkt aber gegen Abend und beim Einschlafen wieder.

Ein heißes Bad kann paradoxerweise dabei helfen, den Körper auf optimale Weise „schlafbereit“ zu kühlen. Denn durch die Hitze wird die Durchblutung in die Extremitäten gefördert, wodurch Wärme effizienter abgeführt werden kann. Mit der richtigen Körpertemperatur steigt demzufolge die Chance auf eine erhöhte Schlafqualität und eine reduzierte Einschlafdauer. Entscheidend sind aber der richtige Zeitpunkt und die Temperatur.

Kultur

Die Initiative für die Aufnahme der jüdischen mittelalterlichen Kultur in den deutschen Städten Speyer, Worms und Mainz ins UNESCO-Welterbe tritt 15 Jahre nach der ersten Idee in ihre entscheidende Phase: Das Dossier für den Antrag der drei „Schum“-Städte ist im Wesentlichen fertiggestellt.

Darin wird der außergewöhnliche universelle Wert der jüdischen Stätten am Rhein beschrieben, außerdem wird in einem Managementplan dargestellt, wie die Stätten dauerhaft gesichert und für die Öffentlichkeit erschlossen werden sollen.

„Schum“ bezeichnet die jüdische Tradition von Speyer, Worms und Mainz – nach den hebräischen Anfangsbuchstaben Schin (Sch) für Schpira (Speyer), Waw (U) für Warmaisa (Worms) und Mem (M) für Magenza (Mainz). In Speyer soll die um 1120 gebaute Mikwe, ein Ritualbad, den besonderen UNESCO-Status erhalten. In Worms ist es neben einer etwas kleineren Mikwe und der Synagoge der Friedhof „Heiliger Sand“. In Mainz gehört der ebenfalls mittelalterliche Friedhof „Judensand“ zu den Stätten, die ins Welterbe aufgenommen werden sollen.

Lifestyle

Ein Paar Turnschuhe ist in New York für mehr als 400.000 Dollar versteigert worden. Der kanadische Unternehmer und Sammler Miles Nadal habe das Paar gestern (Ortszeit) für 437.500 Dollar (etwa 390.000 Euro) ersteigert, teilte das Auktionshaus Sotheby’s mit. Das sei der höchste Preis, der jemals bei einer Auktion für ein Paar Turnschuhe bezahlt worden sei.

Es handelt sich um einen „Moon Shoe“ der Firma Nike, der um das Jahr 1972 gefertigt wurde. Angeblich soll Nike-Mitgründer Bill Bowerman auf der Suche nach einer ganz speziellen Sohle Gummi in das Waffeleisen seiner Frau gegossen haben.

Nur etwa zwölf Paar des „Moon Shoe“ wurden angefertigt, das nun versteigerte sei das einzige bekannte, dessen Zustand als ungetragen bezeichnet werden könne.

Leute

Russische Instagram-User haben den Schauspieler Leonardo DiCaprio in Tausenden Nachrichten dazu aufgefordert, sich für den Baikalsee einzusetzen. Der Hashtag „#SaveBaikal“ und auf Russisch verfasste Appelle an „Lewuschka“ („Levushka“), eine russische Form von Leonardo, prangen aktuell unter DiCaprios neuesten Postings, wie etwa der „Guardian“ berichtete.

Sensibles Ökosystem in Gefahr

Der Baikalsee ist das weltgrößte Süßwasserreservoir. Allerdings bedrohen Bauprojekte und übermäßiger Tourismus das sensible Ökosystem. Ende Juni teilten russische Behörden mit, dass das Seewasser aufgrund von Algenwachstum und durch Waldbrände entstandenem Ammoniak nicht mehr trinkbar sei. Zudem würden immer mehr Hotels um den See entstehen, deren Müll nicht angemessen entsorgt werde, sondern im See oder am Ufer landet.

Im Frühjahr wurde nach Protesten von Umweltschutzgruppen vorläufig ein Bauprojekt gestoppt. Ein chinesisches Unternehmen wollte dort eine Anlage bauen, um Trinkwasser abzufüllen. Die Anordnung des Gerichts gelte, bis die Verstöße gegen den Umweltschutz behoben worden seien, teilten die Behörden in Irkutsk mit. Bei einer Überprüfung der Baustelle seien Rückstände von Erdöl und Industrieabfällen gefunden worden. Greenpeace in Russland sieht mit dem Bau der Anlage die Umwelt und die dort lebenden Tiere bedroht.

Dokus für den Umweltschutz

DiCaprio engagiert sich seit einigen Jahren im Umweltschutz und im Kampf gegen die Klimakrise. Bereits 1998 gründete er die Leonardo DiCaprio Foundation, die sich den Themen widmet. Auch auf dem Schirm widmete er sich dem Thema: 2016 erschien der Klimawandel-Dokumentarfilm „Before the Flood“, in dem DiCaprio mit zahlreichen Führungsfiguren über den Klimawandel spricht.

Heuer erschien zudem „Ice on Fire“ – eine von DiCaprio produzierte und erzählte Doku, in der es um innovative Lösungen im Kampf gegen die Klimakrise geht.

Salzburger Festspiele