Ukraine-Krieg

Der UNO-Sicherheitsrat soll sich mit den Scheinreferenden in russisch besetzten Gebieten der Ostukraine beschäftigen. Das Treffen des mächtigsten Gremiums der Vereinten Nationen wurde Diplomatenangaben zufolge von den USA und Albanien beantragt und soll am Dienstagnachmittag Ortszeit in New York stattfinden. Für die UNO soll die Beauftragte für politische Angelegenheiten, Rosemary DiCarlo, sprechen. Die Ukraine hatte zuvor in einem Brief an den Rat eine entsprechende Sitzung gefordert.

In der Ukraine wird seit Freitag in den vier russisch besetzten Gebieten Cherson, Donezk, Luhansk und Saporischschja in Scheinreferenden über einen Beitritt zu Russland abgestimmt. UNO-Generalsekretär Antonio Guterres hatte eine mögliche Annexion der Gebiete zuletzt als Verletzung des Völkerrechts bezeichnet.

Lawrow wirft Westen feindselige Haltung vor

Russlands Außenminister Sergej Lawrow hat Kritik an den Scheinreferenden in mehreren besetzten ostukrainischen Gebieten zurückgewiesen. Der „Wutausbruch“ des Westens sei unbegründet, sagte Lawrow bei der laufenden Generaldebatte der UNO-Vollversammlung in New York. Die Bewohner der Regionen nähmen nur „ihr Land mit, in dem ihre Vorfahren seit Hunderten von Jahren leben“.

„Es ist ihnen nicht mal mehr peinlich, offen zu erklären, dass es nicht nur die Absicht gibt, unserem Land eine militärische Niederlage zuzufügen, sondern Russland zu zerstören, zu zerstückeln“, so Lawrow.

Polen öffnet seine Tore nicht für Russen, die vor einer möglichen Einberufung für den Krieg in der Ukraine fliehen wollen. Das bekräftigte Außenminister Zbigniew Rau gestern in einem Interview mit der polnischen Nachrichtenagentur PAP. Auf die Frage, ob Polen es Russen erleichtern sollte, sich dem Militärdienst zu entziehen, um damit das militärische Potenzial Russlands zu schwächen, antwortete Rau mit klarer Ablehnung.

Sowohl aus sicherheitspolitischer als auch aus moralischer Sicht sei es „höchst unratsam“, eine größere Zahl an Russen aufzunehmen. Auch andere Nachbarn Russlands, etwa die baltischen Staaten und Finnland, teilten Polens Haltung, dass Kriegsdienstverweigerung allein kein ausreichender Grund sei. „Wir haben beschlossen, die derzeitige Erteilung von Visa an Bürger der Russischen Föderation einzustellen und damit die Touristenvisa abzuschaffen“, sagte Rau. Er schloss aber Ausnahmen für Russen, die wirklich gegen den Krieg seien und zum Beispiel an Protestaktionen teilgenommen hätten, nicht aus.

Zuvor hatte sich Vizeinnenminister Marcin Wasik im polnischen öffentlich-rechtlichen Rundfunk ähnlich geäußert. Es sei nicht auszuschließen, dass sich unter dem Vorwand, vor dem Kriegsdienst zu fliehen, Mitarbeiter russischer Geheimdienste einschleichen könnten.

Inland

Für rund 600 Mieterinnen und Mieter von Wiener Gemeindewohnungen wird das Wohnen empfindlich teurer: Sie müssen ab Oktober um 2,14 Euro/pro Quadratmeter mehr zahlen. Der Grund: Die Wohnbauförderung ist ausgelaufen. Betroffene überlegen eine Sammelklage gegen Wiener Wohnen.

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Amtsinhaber Alexander Van der Bellen hofft darauf, bereits in der ersten Runde der Bundespräsidentenwahl am 9. Oktober „das Mandat für eine zweite Amtsperiode“ zu bekommen. Das erklärte der Bundespräsident heute am Rande der UNO-Vollversammlung im APA-Gespräch. Warum er sich vor dem ersten Wahlgang keinen TV-Diskussionen mit den sechs Gegenkandidaten stellen wolle, rechtfertigte Van der Bellen: „Man kennt mich. Man hat inzwischen fast sechs Jahre Erfahrungen gesammelt. Die anderen sechs kennt man jetzt in dieser Form nicht, wie sie sich verhalten würden in bestimmten Situationen.“

Ob er im Fall einer Stichwahl mit dem dann verbliebenen Herausforderer in den TV-Debattenring steigen werde, wollte der Bundespräsident noch nicht verraten. Er halte es da mit den Engländern, sagte er: „If and when I come to that bridge, then I decide, how to cross it.“ (dt. in etwa: „Falls und wenn ich zu dieser Brücke komme, entscheide ich, wie ich sie überquere“).

„Dieser Hochmut wird den Präsidenten noch teuer zu stehen kommen, denn der kommt bekanntlich vor dem Fall“, meinte FPÖ-Generalsekretär Michael Schnedlitz in einer Aussendung. Es gebe noch viele offene Fragen, auf welche die Bevölkerung vor der Wahlentscheidung eine Antwort verdient habe.

Ausland

Die iranischen Streitkräfte haben nach eigenen Angaben gestern Stützpunkte kurdischer Separatistengruppen im benachbarten Nordirak angegriffen. Die Attacken der Revolutionsgarden wurden als „legitime Reaktion“ auf vorherige Angriffe kurdischer Gruppen auf iranische Militärbasen im Grenzgebiet gerechtfertigt, wie die Nachrichtenagentur Tasnim berichtete.

Der iranische Innenminister Ahmad Wahidi hatte zuvor einigen kurdischen Gruppen vorgeworfen, an den regierungskritischen Protesten der vergangenen Tage im Iran beteiligt zu sein. Angeblich soll es laut Regierung auch kurdische Waffenlieferungen an iranische Demonstranten in den Kurdengebieten gegeben haben.

Die populistische Oppositionspartei ANO von Ex-Premier Andrej Babis ist als klare Siegerin aus den Kommunalwahlen in Tschechien hervorgegangen. Laut vorläufigen Ergebnissen der Wahl, die gestern zu Ende gegangen ist, wurde ANO in neun bis zehn von 13 Kreisstädten stärkste Partei. Ob die Partei des wegen Betrugs angeklagten Ex-Regierungschefs schließlich tatsächlich die Bürgermeister oder Bürgermeisterinnen dieser Städte stellen wird, hängt von den lokalen Koalitionsverhandlungen ab.

Zur Regierungsmehrheit könnte der Babis-Partei die oppositionelle rechtsextreme Partei der direkten Demokratie (SPD) von Tomio Okamura verhelfen. Die SPD hat den Einzug in die wichtigsten Stadtvertretungen geschafft, in mehreren Großstädten sogar mit zweistelligem Ergebnis.

Babis: Wahlen wurden „Referendum über die Regierung“

„Gute Nachricht: Die Wähler haben uns gehört, dass wir die Wahlen zum Referendum über die Regierung machen wollten“, kommentierte Babis das Wahlergebnis. Auch Okamura zeigte sich zufrieden: „Das waren sehr erfolgreiche Wahlen für uns“, sagte er auf einer Pressekonferenz. Dabei kündigte er eine von der SPD organisierte Demonstration gegen die Regierung für kommenden Mittwoch in Ostrava an.

In der Hauptstadt Prag, in Brno (Brünn) und Ceske Budejovice (Budweis) hat das Wahlbündnis Spolu (Gemeinsam) von Regierungschef Petr Fiala gewonnen. Die Piraten des bisherigen Prager Bürgermeisters Zdenek Hrib konnten ihren Erfolg von 2018 nicht wiederholen und werden den Posten höchstwahrscheinlich abgeben müssen.

Das Weiße Haus hat eine Gerichtsentscheidung scharf kritisiert, die auf ein nahezu vollständiges Abtreibungsverbot im US-Bundesstaat Arizona hinausläuft. Die Entscheidung sei „katastrophal, gefährlich und inakzeptabel“, erklärte Regierungssprecherin Karine Jean-Pierre gestern. Zuvor hatte eine Richterin in Arizonas Pima County verfügt, dass ein Gesetz aus dem Jahr 1864, bevor Arizona zum Bundesstaat wurde, angewandt werden müsse.

„Sollte diese Entscheidung Bestand haben, müssen Gesundheitsversorger Haftstrafen von bis zu fünf Jahren für die Erfüllung ihrer Sorgfaltspflicht erwarten“, erklärte Jean-Pierre. „Opfer von Vergewaltigung und Inzest wären gezwungen, die Kinder ihrer Peiniger auszutragen“, hieß es weiter.

Das Gesetz aus dem Jahr 1864 erlaubt Abtreibungen nur dann, wenn das Leben der Mutter in Gefahr ist. Es war durch die Entscheidung des Obersten US-Gerichtshofs aus dem Jahr 1973 blockiert worden, die ein verfassungsmäßiges Recht auf Abtreibung vorsah. Im Juni kippte der Supreme Court dieses Recht und überließ es den Bundesstaaten, neue Vorgaben zu erarbeiten.

Die Kubanerinnen und Kubaner stimmen heute über ein neues Familiengesetz ab, das die gleichgeschlechtliche Ehe und Leihmutterschaft erlaubt. Die Neuregelung soll das seit 1975 geltende Familiengesetz ablösen. Die Reform sieht vor, dass die Ehe künftig als Verbindung „zwischen zwei Personen“ unabhängig von ihrem Geschlecht definiert wird. Homosexuellen Paaren soll zudem die Adoption erlaubt werden, und Leihmutterschaft soll – ohne finanzielle Gegenleistung – legalisiert werden.

Es ist das erste Referendum über eine Gesetzesänderung in dem sozialistischen Inselstaat. Angesichts der großen Unzufriedenheit im Land wegen der Wirtschaftsprobleme könnte der Urnengang ein Protestvotum gegen die Regierung werden.

Umwelt & Klima

Wasserkraft dominiert in Tirol bei Strom aus alternativen Energiequellen, doch sie ist nicht unumstritten. Große Projekte, bei denen entsprechend stark in die Natur eingegriffen wird, stehen immer wieder in der Kritik. Der Ausbau alternativer Energieformen ist aber, wie sich an Ort und Stelle zeigt, auch im Kleinen nicht ganz einfach. Die Gestaltung des Strompreises hat zudem auch bei alternativen Energiequellen ihre Tücken.

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Die Mariazellerbahn erhält neue Bahnschwellen: Sie sollen den erhöhten Belastungen durch die Klimakrise standhalten und wurden speziell für die Schmalspurbahn von einem niederösterreichischen Unternehmen entwickelt.

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Sport

Marko Arnautovic steigt heute zum alleinigen österreichischen Rekordteamspieler auf. Der Bologna-Profi absolviert im Nations-League-Match im Wiener Happel-Stadion gegen Kroatien (20.45 Uhr, live in ORF1) seinen 104. ÖFB-Einsatz und lässt damit Andreas Herzog hinter sich. Die Bestmarke ist für den Angreifer aber nicht viel mehr als eine Randnotiz, deutlich mehr Bedeutung misst Arnautovic einem erfolgreichen Abschneiden gegen den aktuellen Vizeweltmeister bei.

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Einen Tag nach der überraschenden Heimniederlage der Deutschen gegen Ungarn hat es in der Nations League auch gestern einen früheren Welt- und Europameister erwischt. Spanien musste sich in Gruppe A2 in Saragossa der Schweiz sensationell mit 1:2 (0:1) geschlagen geben. Eine Heimschlappe setzte es auch für Tschechien mit einem 0:4 (0:2) gegen Portugal.

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Manuela Zinsberger, Laura Wienroither und ihre Kolleginnen von Arsenal haben sich in der englischen Women’s Super League gestern über einen doppelten Rekord freuen dürfen. „Gunners“- und ÖFB-Torfrau Zinsberger hielt beim 4:0-Kantersieg gegen die Londoner Lokalrivalinnen von Tottenham Hotspur zum achten Mal in Folge ihren Kasten sauber und stellte eine neue Bestmarke im Oberhaus auf – und das vor Rekordkulisse.

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Wirtschaft

Wegen Kornkreisen haben Bauern in England einem Bericht zufolge in den vergangenen Jahren Zehntausende Pfund verloren. Wie die Zeitung „Guardian“ gestern berichtete, zerstörten zwischen 2018 und 2022 insgesamt 92 Kornkreise verschiedener Größe Getreide im Wert von rund 30.000 Pfund (33.600 Euro). Die betroffene Fläche entspreche mehr als 40 Fußballfeldern. Das Blatt rechnete vor, dass die Menge an Weizen und Gerste 300.000 Brotlaibe und die platt gedrückten Rapssamen 600 Liter Rapsöl ergeben hätte.

Besonders in der südenglischen Grafschaft Wiltshire gibt es besonders viele Kornkreise. Die Herkunft des Phänomens wird immer wieder diskutiert.

„Natürlich glaube ich nicht, dass dieser Mist von Außerirdischen gemacht wird“, sagte Landwirt George Hosford. „Es wird von Menschen gemacht, die Seile, Bretter und Leitern verwenden, um Teile der Ernte zu glätten.“ Weizen eigne sich besonders, weil er fein und aufrecht sei. Schaden entstehe auch dadurch, dass Schaulustige auf dem Feld herumtrampelten.

Angesichts der steigenden Getreidepreise infolge des russischen Krieges gegen die Ukraine waren die Kornkreise zuletzt stärker in die Kritik geraten. An den Londoner Terminbörsen ist der Preis pro Tonne Weizen seit 2021 um 30 Prozent gestiegen und der Preis für Gerste um fast 40 Prozent.

Chronik

Mit heftigen Regenfällen und Sturmfluten hat Wirbelsturm „Fiona“ entlang Kanadas Ostküste Schäden angerichtet. In einigen Gebieten wurde gestern der Notstand ausgerufen. Stark betroffen war etwa der Küstenort Port aux Basques in der Provinz Neufundland und Labrador, wo mehrere Häuser von hohen Wellen weggerissen wurden. Die Polizei hatte die Bewohner zuvor angewiesen, Gefahrenzonen zu verlassen.

Auch in der Provinz Nova Scotia deckte der Sturm Dächer ab, ließ Strommasten und Bäume einknicken und überflutete Straßen. Der Premierminister von Nova Scotia, Tim Houston, sprach von einer „unglaublichen Zahl“ umgeknickter Bäume. Fast drei Viertel der Bewohner seien ohne Stromversorgung. Es sei noch zu früh, um das Ausmaß der Schäden zu beziffern, sagte Houston.

Entwurzelter Baum in Halifax
Reuters/Ted Pritchard

Hunderttausende ohne Strom

Als posttropischer Sturm war „Fiona“ gestern in der Früh (Ortszeit) mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 148 km/h in Nova Scotia auf Land getroffen, wie das kanadische Hurrikanzentrum mitteilte. Bei Hunderttausenden Menschen in Nova Scotia fiel nach Angaben des Stromanbieters Nova Scotia Power zeitweise der Strom aus. Auch in der benachbarten Provinz Prince Edward Island kam es nach Angaben des örtlichen Stromanbieters zu Zehntausenden Ausfällen.

„Fiona“ war zuvor als Hurrikan der zweitstärksten Kategorie an dem britischen Überseegebiet Bermuda vorbeigezogen. Bereits am vergangenen Wochenende war „Fiona“ als Hurrikan der Kategorie eins von fünf in Puerto Rico auf Land getroffen und hatte dort Überschwemmungen und schwere Schäden verursacht.

In einem Waldstück im Weilhartsforst im Bezirk Braunau (Oberösterreich) hat die Polizei in der Nacht auf gestern eine illegale Technoparty aufgelöst. 200 Menschen hatten bei der professionell organisierten Veranstaltung im Wald gefeiert.

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Coronavirus

In Österreich stehen mittlerweile mehrere an die Omikron-Variante angepasste CoV-Impfstoffe zur Verfügung. Zugleich hat das Nationale Impfgremium (NIG) seine Anwendungsempfehlungen präzisiert. ORF.at fragte bei Virologin und NIG-Mitglied Monika Redlberger-Fritz von der MedUni Wien nach, wie sich Impfwillige orientieren können.

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Die 7-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in den abgelaufenen sieben Tagen je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner, liegt laut Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) bei 526,5 (Stand: gestern, 14.00 Uhr).

Laut AGES wurden 8.599 neu registrierte Coronavirus-Fälle innerhalb der letzten 24 Stunden gemeldet. Die Morgenmeldung der Ministerien, die bisher die Meldungen aus den Krisenstäben am Vormittag zusammenfasste, wurde per 12.9.2022 eingestellt. 20.712 Menschen verstarben bisher im Zusammenhang mit dem Coronavirus.

Im Berichtsschema der AGES werden die Daten nicht zum Meldezeitpunkt dargestellt, sondern zum Diagnose- bzw. Sterbedatum. In der Darstellung in ORF.at wird auch täglich transparent gemacht, welchen Tagen die neu gemeldeten Fälle zugeordnet werden.

Karten, Grafiken und Informationen zu aktuellen Fällen und zum Epidemieverlauf in ORF.at/corona/daten

Erklärung zur Zählweise und weiteren Fragen in ORF.at/corona

Kultur

Der US-Jazz-Saxofonist und Komponist Pharoah Sanders ist tot. Seine Plattenfirma Luaka Bop teilte mit, er sei am Samstag friedlich im Kreise seiner Familie und Freunde im Alter von 81 Jahren in Los Angeles gestorben. Die Todesursache wurde nicht mitgeteilt. Sanders war am 13. Oktober 1940 in Little Rock im US-Staat Arkansas geboren worden und hatte seine Karriere zunächst in Oakland in Kalifornien gestartet.

Er wurde in den 1960er-Jahren bekannt, als er unter anderem in New York mit John Coltrane zusammen spielte. Nach dessen Tod arbeitete er mit dessen Witwe Alice Coltrane weiter und trat dann auch als Solist in Erscheinung. Sanders veröffentlichte in den Jahrzehnten danach Dutzende Alben, sein letztes mit dem Titel „Promises“ – eine Zusammenarbeit mit dem London Symphony Orchestra und dem DJ Floating Points – im vergangenen Jahr.

Seine Leidenschaft galt dem Free Jazz, als ein Highlight gilt sein 1969 veröffentlichtes Werk „Karma“, mit seinem vielleicht bekanntesten „The creator has a master plan“. Seine spirituelle Musik nahm oft Bezug auf afrikanische und indische Musiktraditionen.

Im Jahr 2016 wurde er von der Nationalen Stiftung für die Künste in den USA zum Jazz-Meister ernannt – das ist die höchste US-Auszeichnung für einen Jazz-Musiker. „Ich versuche immer, etwas, das vielleicht schlecht klingt, auf irgendeine Weise schön klingen zu lassen“, hatte er 2020 dem „New Yorker“ gesagt.

Das kolumbianische Roadmovie „Los Reyes del Mundo“ („Die Könige der Welt“) ist gestern Abend beim 70. Internationalen Filmfestival von San Sebastian mit der „Goldenen Muschel“ als bester Festivalbeitrag ausgezeichnet worden. Der Pädophilie-Film „Sparta“ von Ulrich Seidl ging im offiziellen Wettbewerb unterdessen leer aus.

Die spanische Laiendarstellerin Carla Quilez aus dem Teenager-Elternschafts-Drama „La Maternal“ und der französische Nachwuchsschauspieler Paul Kircher in seiner Rolle in dem Verlustdrama „Winter Boy“ von Christophe Honore wurden unterdessen ex aequo mit der „Silbernen Muschel“ für „beste schauspielerische Leistung“ gewürdigt. Die „Silberne Muschel“ für die beste Leistung eines Nebendarstellers ging an die Argentinierin Renata Lerman aus dem Jugenddrama „El suplente“.

Der japanische Filmemacher Genki Kawamura erhielt für seinen hochsensiblen, poetischen Demenz-Film „A Hundred Flowers“ den Preis für die beste Regie. Der Preis für das beste Drehbuch ging an den chinesischen Festivalbeitrag „A Woman“ von Wang Chao.

Ehrenpreis an Cronenberg und Binoche

Der kanadische Kult-Regisseur David Cronenberg und die französische Schauspielerin Juliette Binoche wurden mit dem diesjährigen „Donostia“-Festivalehrenpreis für ihre Karrieren ausgezeichnet.

Auf dem Roten Teppich vor dem Kursaal der nordspanischen Küstenstadt glänzten zur 70. Jubiläumsausgabe neben Cronenberg und Binoche auch zahlreiche weitere internationale Stars wie Penelope Cruz, Liam Neeson, Diane Kruger, Olivia Wilde oder Ana de Armas, die in San Sebastian ihre neue Marilyn Monroe-Verfilmung „Blonde“ vorstellte. San Sebastian gehört neben Cannes, Berlin und Venedig zu den weltweit wichtigsten Filmfestivals.

Das Designerduo Dolce & Gabbana sagt „Ciao, Kim“ und widmet seine neue Kollektion Kim Kardashian. Schon im Vorfeld der gestern anlässlich der Mailänder Fashion Week präsentierten Show bewarben die Protagonisten mit Fotos und Clips die Kooperation auf ihren Instagram-Profilen und sorgten damit für einen Hype in der italienischen Stadt.

Zum Show-Finale trat der US-amerikanische Reality-TV-Star dann gemeinsam mit den beiden Designern auf den Laufsteg.

Als Sängerin der Folk-Rock-Band The Mamas & the Papas ist Cass Elliot in den 1960er Jahren berühmt geworden. Nun soll die 1974 verstorbene US-Amerikanerin postum auf Hollywoods „Walk of Fame“ geehrt werden. Die 2.735. Sternenplakette auf dem berühmten Gehsteig werde am 3. Oktober enthüllt, teilten die Verleiher der Auszeichnungen heute (Ortszeit) mit.

Als Gastrednerin ist die Sängerin Michelle Phillips eingeladen. Die 78-Jährige ist das letzte noch lebende Gründungsmitglied der Band The Mamas & the Papas. Zudem sollen der Musiker John Sebastian (78), Elliots Schwester Leah Kunkel und die einzige Tochter der verstorbenen Sängerin, Owen Elliot-Kugell, an der Zeremonie teilnehmen.

„California Dreamin’“ und „Monday Monday“

Mit Hits wie „California Dreamin’“ und „Monday Monday“ hatte die vierköpfige Band um Elliot, Denny Doherty, John Phillips und dessen damalige Ehefrau Michelle von 1965 bis 1968 die Hitparaden gestürmt. Ihr Folk-Rock prägte die Hippie- und Flower-Power-Bewegung mit.

Elliot, die auch Soloalben herausbrachte, starb im Juli 1974 nach Konzertauftritten in London an einem Herzinfarkt. Sie wurde 32 Jahre alt.

Science

Gestern hat sich ein U-Boot auf den Weg zum Grund des Traunsees in 190 Meter Tiefe gemacht, um von dort Geräte zu holen, mit denen die Schwingungsgeräusche der Erde aufgezeichnet wurden. Begleitet wird das Ereignis von einem Großaufgebot des Bundesheeres, das mit Booten, Lastwagen und sogar Hubschraubern angerückt ist.

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Die US-Raumfahrtbehörde NASA hat einen für Dienstag anvisierten Startversuch für die problemgeplagte Mondmission „Artemis“ aus Wettergründen abgesagt. Als Grund nannte die NASA in einer Mitteilung gestern einen heranziehenden Tropensturm, der sich auf den US-Staat Florida zubewegt.

Ein weiteres Fenster sieht einen Start der unbemannten Rakete zwischen 17. und 31. Oktober vor. Bei einem Tanktest am Mittwoch war erneut ein Leck aufgetreten. Trotzdem seien der Test wie geplant abgeschlossen und alle Ziele erreicht worden, hieß es von der NASA. Vor rund drei Wochen waren zwei Startversuche der unbemannten Rakete fehlgeschlagen – unter anderem wegen eines undichten Tankschlauchs.

Artemis-1-Rakete
AP/Brynn Anderson

Das Raketensystem wurde daraufhin vorerst zurück in den Hangar am Weltraumbahnhof Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida gebracht. Auch bei früheren „Artemis“-Tests waren schon Probleme aufgetreten, die schließlich eine erste wesentliche Verzögerung des Projekts zur Folge hatten.

Es geht zwar nun zunächst um einen unbemannten Testflug zum Mond, mit dem nach der griechischen Göttin des Mondes benannten Programm sollen aber eigentlich in wenigen Jahren wieder US-Astronauten auf dem Erdtrabanten landen.

Religion

Weltweit begehen Jüdinnen und Juden im Herbst ihr Neujahrsfest. Warum bei dem zweitägigen Fest süße Speisen und in Wien der Donaukanal wichtig sind, erzählt die Historikerin Shoshana Duizend-Jensen im Gespräch mit religion.ORF.at.

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Leute

Wenige Tage vor der Wiedereröffnung von Schloss Windsor für Besucher ist erstmals ein Bild der neuen Grabplatte von Queen Elizabeth II. und ihrer engsten Familie veröffentlicht worden. Der Stein besteht aus schwarzem belgischem Marmor, um zum Vorgänger zu passen, wie der Palast gestern mitteilte.

Grabstein von Queen Elizabeth in der St George’s Chapel auf Schloss Windsor
APA/AFP/Royal Collection Trust

Buchstaben und Zahlen aus Messing verkünden die Lebensdaten der Königin, ihrer Eltern, Königsgemahlin Elizabeth („Queen Mum“) und König George VI., sowie ihres Ehemanns Prinz Philip. In der Mitte prangt das Wappen des Hosenbandordens, dem alle vier Royals angehörten. Das Foto zeigt das Grab in der kleinen König-George-VI.-Gedenkkapelle auf dem Gelände von Schloss Windsor von Blumenkränzen umgeben.

Die königliche Residenz öffnet am 29. September wieder für Besucher, die dann auch die Grabstätte besichtigen können. Die Queen war am 8. September im Alter von 96 Jahren gestorben und am 19. September auf Schloss Windsor beigesetzt worden. In derselben Seitenkapelle, die zur großen St.-Georges-Kapelle gehört, ist auch die Urne der jüngeren Schwester der Queen, Prinzessin Margaret, untergebracht.