Ausland

UNO-Generalsekretär Antonio Guterres bekommt heute Besuch aus Österreich. Bundespräsident Alexander Van der Bellen, Bundeskanzlerin Brigitte Bierlein, Umweltministerin Maria Patek und Außenminister Alexander Schallenberg sind im Hauptquartier der Vereinten Nation beim früheren portugiesischen Ministerpräsidenten zu Gast.

Der Meinungsaustausch erfolgt im Vorfeld des Klimagipfels am Montag und der am Dienstag beginnenden Generaldebatte im Rahmen der UNO-Vollversammlung.

Diese Treffen sollen laut Generalsekretär Guterres dazu dienen, die UNO als „Motor für sinnvolle, positive Veränderungen“ auszuweisen und Maßnahmen zur Bekämpfung der Klimakrise und anderer globaler Probleme zu ergreifen. Zuvor treffen Van der Bellen und Bierlein Nachmittag auch die UNO-Hochkommissarin für Menschenrechte, die ehemalige chilenische Präsidentin Michelle Bachelet, zu einem Gespräch.

Nach dem Vorwurf gegen US-Präsident Donald Trump, dieser habe vom ukrainischen Staatschef Wolodymyr Selenski kompromittierende Informationen über den Sohn des demokratischen US-Präsidentschaftsbewerbers Joe Biden verlangt, hat Kiew versucht zu beruhigen. Der ukrainische Außenminister Wadim Pristaiko versicherte in einem am Freitagabend aufgezeichneten Fernsehinterview, bei dem fraglichen Telefonat zwischen den beiden Staatschefs habe es sich um ein „langes und freundschaftliches Gespräch“ gehandelt.

„Ich weiß, worüber sie gesprochen haben, und ich denke, dass es keinen Druck gab“, sagte Pristaiko dem ukrainischen Sender Hromadske. Es sei um „viele Fragen“ gegangen, „auf die in bestimmten Fällen sehr ernste Antworten gegeben werden mussten“. Die Forderung nach der Veröffentlichung des Gesprächsprotokolls wies der ukrainische Chefdiplomat zurück. Die Ukraine habe als unabhängiges Land das Recht, Staatsgeheimnisse zu bewahren, hob er hervor.

Gespräch vom 25. Juli

US-Medien hatten berichtet, Trump habe am 25. Juli mit dem ukrainischen Präsidenten telefoniert und diesen aufgefordert, kompromittierende Informationen über Bidens Sohn Hunter zusammenzutragen. Joe Biden, der im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der US-Demokraten Favorit ist, forderte daraufhin, den Wortlaut des brisanten Gesprächs umgehend zu veröffentlichen.

„Wenn diese Anschuldigungen wahr sind, dann kennt die Bereitschaft von Präsident Trump, seine Macht zu missbrauchen und unser Land zu demütigen, keine Grenzen“, erklärte Biden am Freitag. Der ehemalige US-Vizepräsident sprach von „klarer Korruption“. Das Mindeste sei es, dass Trump „sofort die Mitschrift des betreffenden Anrufs veröffentlicht, damit das amerikanische Volk selbst urteilen kann“.

Trump: „Lächerlich“

Trump wehrt sich vehement gegen den Verdacht, im Gespräch mit einem ausländischen Staatenlenker ein unangemessenes und geheim gehaltenes „Versprechen“ gegeben zu haben. Er nannte den gegen ihn laut „Washington Post“ von einem Geheimdienstmitarbeiter erhobenen Verdacht „lächerlich“. Die Unterhaltung mit dem ausländischen Politiker, um die es gehe, sei nicht „heikel“, sondern „völlig angemessen gewesen“.

Das „Wall Street Journal“ berichtete, Trump habe in dem betreffenden Telefonat „etwa acht Mal“ versucht, Selenski auf die Aktivitäten von Hunter Biden anzusetzen, der während Bidens Amtszeit als US-Vizepräsident seit 2014 für eine ukrainische Gasfirma arbeitete. Zu diesem Zweck habe Trump Selenski aufgefordert, mit seinem Anwalt Rudy Giuliani zusammenzuarbeiten. In dem Gasunternehmen soll es Fälle von Korruption gegeben haben, Hunter Biden wurden aber nie persönlich Vorwürfe gemacht.

Aus Sorge vor möglichen gesundheitlichen Risiken haben in der Schweizer Hauptstadt Bern tausende Menschen gegen den neuen Mobilfunkstandard 5G demonstriert. Die Demonstranten versammelten sich gestern vor dem Parlamentsgebäude, um gegen die Errichtung weiterer 5G-Antennen zu protestieren. „Boykottiert 5G“ oder „Immer schneller, höher, weiter zu Lasten des Menschen und der Umwelt“ war auf ihren Plakaten zu lesen.

„Dass heute so viele Menschen zusammengekommen sind, ist ein starkes Zeichen gegen die unkontrollierte Einführung von 5G“, erklärte Tamlin Schiber Ulman. Sie ist Ko-Präsidentin der Organisation Frequencia, die die Kundgebung organisiert hatte. Kritiker warnen, dass die durch 5G-Netze erzeugte elektromagnetische Strahlung deutlich höhere Gesundheits- und Umweltrisiken bergen könnte als frühere Mobilfunkstandards.

Auch der einflussreiche Schweizer Ärzteverband FMH mahnte zur Vorsicht. Mit Petitionen wurden mehrere Schweizer Kantone dazu gebracht, die Errichtung von 5G-Antennen vorsichtshalber zu verschieben.

5G-Gegner wollen Referendum erzwingen

5G-Gegner in der Schweiz versuchen derzeit, die 100.000 nötigen Unterschriften zu sammeln, um ein Referendum über den 5G-Ausbau zu erzwingen. Ihrer Ansicht nach soll er ausgesetzt werden, bis die Risiken besser eingeschätzt werden können. Derzeit wird an einigen Studien dazu gearbeitet, unter anderem von der Weltgesundheitsorganisation (WHO).

In der Schweiz waren im Februar 5G-Frequenzen an drei große Anbieter vergeben worden. Diese werben offensiv im Fernsehen und auf Plakaten für den neuen Standard. Bis Anfang Juli waren 334 5G-Antennenstationen einsatzbereit, wie die Schweizer Behörden der Nachrichtenagentur AFP mitteilten.

In Hongkong hat es gestern erneut Proteste der Demokratiebewegung mit Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei gegeben. Die Polizei ging mit Tränengas und Gummigeschoßen gegen kleine Gruppen vor, die in der Tuen Mun im Nordwesten Hongkongs Barrikaden errichtet hatten. Zahlreiche Menschen wurden nach Angaben von Augenzeugen festgenommen.

Tränengaseinsatz bei einer Demonstration in Hongkong
AP/Kin Cheung

Die Demonstration in Tuen Mun nahe der Grenze zu Festlandchina hatte zunächst friedlich begonnen. Vor einem Regierungsgebäude riss eine kleine Gruppe von Demonstranten dann eine chinesische Fahne herunter und verbrannte sie. Die Spannungen nahmen schnell zu, nachdem ein Einsatzkommando der Polizei einen Park gestürmt hatte, in dem sich viele Demonstranten versammelt hatten. Es gab eine Reihe von Festnahmen.

Daraufhin errichteten Hunderte Aktivisten Barrikaden und rissen Zäune nieder, um sich mit selbst gemachten Schlagstöcken auszurüsten. Gegenstände wurden auf nahe gelegene Bahnschienen geworfen. Als die Polizei Tränengas einsetzte und Gummigeschoße abfeuerte, zogen sich die Demonstranten schnell zurück. Am Abend lieferten sich kleine Gruppen von Demonstranten und Polizisten ein Katz-und-Maus-Spiel.

Die seit mehr als drei Monaten andauernden Proteste in der chinesischen Sonderverwaltungszone Hongkong hatten sich anfangs gegen ein geplantes Gesetz gerichtet, das Überstellungen von Verdächtigen an Festland-China vorsah. Unter dem Druck der Demonstranten zog die Hongkonger Regierung das Gesetz komplett zurück.

Während einer Demonstration für den Klimaschutz ist es gestern in Paris zu Ausschreitungen gekommen. Mitglieder des „Schwarzen Blocks“ mischten sich nach Angaben der Behörden unter die Teilnehmer der Klimakundgebung, woraufhin zwei Veranstalter, Greenpeace und Youth for Climate, die Demonstranten aufforderten, wegen der Gewalt nach Hause zu gehen. Mehr als 120 Menschen wurden laut Polizei festgenommen.

Brennende Motorroller vor einer Barrikade in Paris
APA/AFP/Zakaria Abdelkafi

In der französischen Hauptstadt fanden gleich drei Demonstrationen statt: An der Kundgebung „Für das Klima und die soziale Gerechtigkeit“ nahmen mehrere tausend Menschen teil. Zuvor gab es bereits eine Demonstration der „Gelbwesten“ und am Nachmittag eine Gewerkschaftskundgebung gegen die Pensionsreform der Regierung.

Erst bei den „Gelbwesten“, dann bei Klimademo

Die gewaltbereiten Demonstranten gingen zunächst zusammen mit den „Gelbwesten“ auf die Straße und schlossen sich dann der Klimakundgebung an. Der „Schwarze Block“ habe sich dann sehr schnell in die Klimademo eingereiht, die sich gegen 14.30 Uhr auf dem Boulevard Saint-Michel im Quartier Latin in Bewegung gesetzt habe, teilten die Behörden mit.

Nach dem Beginn der Ausschreitungen seien die Sicherheitskräfte eingeschritten, um die etwa 150 militanten, teilweise maskierten Demonstranten auseinanderzutreiben, so die Polizei. Dabei wurde Tränengas eingesetzt.

Mit einem Appell zur Geschlossenheit hat gestern im südenglischen Brighton der fünftägige Parteitag der britischen Sozialdemokraten begonnen. Labour-Generalsekretärin Jennie Formby rief die Delegierten auf, Differenzen beiseite zu legen. Stattdessen müsse die größte britische Oppositionspartei sich „zu 100 Prozent darauf fokussieren“, die Konservativen bei kommenden Wahlen zu besiegen.

Corbyn will neutral bleiben

Labour ist mit Blick auf den geplanten EU-Austritt des Landes zutiefst gespalten: Während sich ein großer Teil des Führungszirkels in der Parlamentsfraktion klar für eine Abkehr vom Brexit einsetzt, will sich Parteichef Jeremy Corbyn weiterhin nicht festlegen. „Wir werden unsere Pläne darlegen, um die Brexit-Krise zu beenden“, schrieb er auf Twitter. Corbyns Rede wird für Mittwoch erwartet.

In einem Gastbeitrag im „Guardian“ hatte der 70-Jährige erläutert, zuerst solle ein Brexit ohne Abkommen am 31. Oktober abgewendet werden. Ist dieses Szenario vom Tisch, wolle er eine Parlamentswahl herbeiführen. „Eine Labour-Regierung würde ein vernünftiges Abkommen schließen (…) einschließlich einer neuen Zollunion mit der EU, einer engen Beziehung zum Binnenmarkt und Garantien für Arbeitnehmerrechte und Umweltschutz.“

Das Ganze werde dann in einem neuen Referendum dem Volk vorgelegt, wobei die Alternative ein Verbleib in der EU wäre, so Corbyn. Er selbst will dabei neutral bleiben.

Streit über Brexit-Absage

Corbyn nimmt damit eine sehr viel engere Beziehung zur EU ins Visier als Premierminister Boris Johnson. Doch einigen in seiner Partei geht das nicht weit genug. Sie verlangen, dass sich Labour ganz und gar dem Ziel verschreibt, den Brexit abzusagen. Dafür sprach sich auch Labour-Vizechef Tom Watson aus. Für Aufregung sorgte zu Beginn des Parteitages ein – dann zurückgezogener – Antrag des linken Flügels, den Stellvertreterposten zu streichen.

Watson hielt seinen innerparteilichen Gegnern in einem BBC-Interview vor, so wütend über seine Brexit-Position zu sein, dass sie ihn lieber absetzen wollten statt mit ihm darüber zu diskutieren. Auch Corbyn sprach sich gegen den Antrag des linken Parteiflügels aus, plädierte aber für eine Überprüfung der Posten des Stellvertreters und anderer Ämter, die den Parteichef unterstützen sollen.

Inland

Die Wiener Polizei hat gestern ihr 150-jähriges Bestehen am Rathausplatz gefeiert. Auf eine Parade mit Leistungsschau verschiedener Einheiten und einer Abordnung in historischen Uniformen folgte ein Festakt mit Ehrengästen aus der Politik.

„Es lebe die Wiener Polizei, es lebe die Republik Österreich“, schloss die zweite Nationalratspräsidentin Doris Bures (SPÖ) ihre Rede. Auch Innenminister Wolfgang Peschorn und Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) sparten nicht mit Lob. „Die Wienerinnen und Wiener stehen hinter ihrer Polizei“ versicherte Ludwig. Die Arbeit und Expertise der Organisation sei wichtig für die hohe Lebensqualität in der Stadt, die auch auf die gute Sicherheitslage zurückgehe.

Jahr 1869 als einschneidende Veränderung

„Polizei hat es in Wien natürlich schon vorher gegeben“, erklärte Landespolizeipräsident Gerhard Pürstl. Das Jahr 1869 sei allerdings eine einschneidende Veränderung gewesen. Erstmals wurde eine moderne, vom Militär getrennte Sicherheitswache nach französischem Vorbild geschaffen.

Alle Redner betonten den zeitweise belastenden Arbeitsalltag der Beamten, aber auch deren hohe gesellschaftliche Verantwortung. „Es geht nicht nur ums Gewaltmonopol, es geht um einen sozialen Dienst an der Gesellschaft“, so Peschorn.

Die Reden richteten sich neben dem Publikum auch an künftige Polizisten. Im Zuge des Festaktes wurde ein neuer Jahrgang Polizeischüler angelobt, ein weiterer wurde nach erfolgreicher Grundausbildung ausgemustert.

ÖVP und SPÖ haben gestern die Forderung nach Maßnahmen gegen die Verschwendung von Lebensmitteln erhoben. Beide Parteien sprachen sich für eine gesetzliche Regelung aus, die Supermärkten das Wegschmeißen genussfähiger Nahrungsmittel verbieten soll. Die Wirtschaftskammer sprach sich gegen die Pläne aus, der Handelsverband zeigte sich „offen für die Weiterentwicklung freiwilliger Maßnahmen“.

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Mitten in den Intensivwahlkampf platzen neue Vorwürfe gegen den freiheitlichen Listenzweiten Herbert Kickl. Er soll ermöglicht haben, dass sein Kabinettschef im Innenministerium, Reinhard Teufel, ausgiebig mit einem Dienstwagen unterwegs war. Mehr als 96.000 Kilometer sollen es in nur 17 Monaten Amtszeit gewesen sein und damit deutlich mehr als bei Kickl selbst, berichteten gestern das Ö1-Mittagsjournal und „profil“.

Dazu kommt noch, dass extra vier der FPÖ-Gewerkschaft AUF zugerechnete Straßenpolizisten Kickl, Teufel und Generalsekretär Peter Goldgruber als Chauffeure zugeteilt worden seien. Teufel begründet das mit Geheimhaltung. Für die Privatnutzung des Dienstwagens habe er eine Pauschale bezahlt, so der frühere Kabinettschef, der nebenbei (und bis heute) als niederösterreichischer Landtagsabgeordneter der Freiheitlichen tätig ist.

Teufel sieht „Schmuddelkampagne“

In einem Statement gegenüber dem Ö1-Mittagsjournal räumte Teufel ein, viel gefahren worden zu sein, betonte allerdings: „Es ist nicht korrekt, dass ich täglich von meinem Heimatort im Bezirk Scheibbs abgeholt wurde. An Wochentagen beschränkte sich der Weg auf die Strecke von meiner Wohnung in Wien zum Ministerium und spätabends zurück.“

Audio dazu in oe1.ORF.at

Auch per Aussendung wies Teufel alle Vorwürfe gegen ihn als „Schmuddelkampagne“ zurück. Es sei alles auf dem Boden der gesetzlichen Grundlagen erfolgt und rechtlich sauber.

Eine Woche vor der Nationalratswahl haben gestern Nachmittag Tausende Menschen gegen eine Neuauflage der ÖVP-FPÖ-Koalition demonstriert. Neben NGO-Vertretern und Gewerkschaftern nahmen auch Politiker von SPÖ, JETZT und den Grünen an dem Demonstrationszug über die Mariahilfer Straße zum Heldenplatz teil, an dessen Spitze ein Plakat mit der Aufschrift „Nie wieder Schwarz-Blau“ getragen wurde.

Die Veranstalter von der „Plattform für eine menschliche Asylpolitik“ gaben die Zahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit 8.000 an, von der Polizei gab es zunächst keine Angaben. Ein Polizeisprecher sagte der APA, dass es bei der Kundgebung „keine besonderen Vorkommnisse“ gegeben habe.

„Regierung des Schreckens“

Mehrere Kundgebungsteilnehmer trugen Plakate mit dem Foto von Ex-Innenminister Herbert Kickl (FPÖ) und der Aufschrift „Kleinen Braunen abservieren“. Am Ende des Demonstrationszugs wurde auf einem Anhänger ein überlebensgroßes Schwein mit der Aufschrift „Kein Herz für Tiere. ÖVP wählen = Tiere quälen!“ gezogen, neben dem JETZT-Kandidat und Tierschutzaktivist Martin Balluch marschierte.

Volkshilfe-Geschäftsführer Erich Fenninger warnte als Sprecher der Plattform vor einer Neuauflage „der abgewählten Regierung des Schreckens“ und verwies laut Aussendung insbesondere auf die sozialpolitischen Maßnahmen der ÖVP-FPÖ-Regierung, die „das Leben vieler Menschen noch prekärer gemacht und Kinderarmut gefördert“ hätten. Nadine Versell von „System Chance, not Climate Change“ kritisierte, dass die ÖVP-FPÖ-Regierung „die Umwelt völlig den Wirtschaftsinteressen untergeordnet“ habe.

Die Pensionsversicherungsanstalt (PVA) schätzt die Mehrkosten durch die Abschaffung der Abschläge nach 45 Beitragsjahren im kommenden Jahr auf 40 bis 50 Mio. Euro im Bereich der Arbeitnehmer. Rund zehn bis 20 Mio. Euro könnten noch durch Selbstständige dazu kommen, erklärte PVA-Obmann Manfred Anderle gestern. Zuvor hatten ÖVP-Kreise von fast 400 Mio. Euro gesprochen.

Mit dem Aus für die Abschläge ersparen sich angehende Pensionisten durchaus stattliche Summen, gab es doch bisher Kürzungen von bis zu 15,3 Prozent. Die Durchschnittspension nach 45 Arbeitsjahren liegt laut Arbeiterkammer derzeit bei 2.553 Euro brutto. Ohne Abschläge steigt sie auf 2.921 Euro.

Wahlstimmen

Sport

Wirtschaft

Der britische Touristikkonzern Thomas Cook ist mit der Beschaffung von dringend benötigtem Kapital gescheitert und hofft auf Hilfen der britischen Regierung, um einen Bankrott abwenden zu können. Das Unternehmen habe die benötigten Gelder in Höhe von 200 Millionen Pfund (227 Mio. Euro) nicht von privaten Investoren bekommen können, hieß es gestern aus Verhandlungskreisen.

Rund 600.000 Urlauberinnen und Urlaubern drohen nun weltweit zu stranden. Die „Financial Times“ berichtete, es sei relativ unwahrscheinlich, dass die britische Regierung dem finanziell angeschlagenen Unternehmen helfe, da sie dessen langfristige Rentabilität anzweifle. Die Nachrichtenagentur AFP berichtete dagegen, dass die Gespräche zwischen Unternehmen und Regierung andauerten.

Der Konzern hatte angekündigt, dass er zusätzlich zu einem bereits zugesagten Rettungspaket in Höhe von 900 Millionen Pfund weitere 200 Millionen benötige, um eine Pleite abzuwenden. Im Falle eines Bankrotts des 178 Jahre alten Unternehmens müsste Thomas Cook die Rückführung von rund 600.000 weltweit gestrandeten Reisenden organisieren. Außerdem sind Tausende Arbeitsplätze in Gefahr: Von weltweit 22.000 Angestellten sind allein 9.000 in Großbritannien tätig. Der Konzern, dessen größter Aktionär die chinesische Fosun-Gruppe ist, betreut jährlich 19 Millionen Reisende.

Chronik

Bei mehreren Erdbeben sind gestern in Albanien Dutzende Menschen verletzt worden. Das albanische Gesundheitsministerium sprach von mindestens 108 Verletzten. Die meisten seien mit leichten Verletzungen davongekommen.

Nach einem Erdbeben unter Gebäudetrümmern begrabene Autos in Tirana (Albanien)
Reuters/Florion Goga

Das heftigste Beben hatte nach Angaben der US-Erdbebenwarte USGS eine Stärke von 5,6 und ereignete sich kurz nach 16.00 Uhr. Das Zentrum des Bebens lag demnach sechs Kilometer nördlich der Hafenstadt Durres in einer Tiefe von zehn Kilometern. Wenige Minuten später kam es laut USGS in derselben Region, die westlich der albanischen Hauptstadt Tirana liegt, zu einem weiteren Beben der Stärke 5,1. Gegen 18.10 Uhr folgte den Angaben zufolge ein Beben der Stärke 4,7. In der Nacht gab es ein starkes Nachbeben.

Medien zufolge lösten die starken Beben Panik in Tirana und Durres aus. Die Erdstöße waren auch in den Nachbarländern Montenegro und Nordmazedonien zu spüren, wie es in Medienberichten aus den beiden Ländern hieß. Fotos zeigten starke Gebäudeschäden – etwa an der Geologie-Fakultät in Tirana. Herabgefallene Steine und andere Trümmerteile zerstörten dort Autos. An einem anderen Gebäude in Tirana war ein vertikaler Riss über mehrere Etagen zu erkennen.

Premier Rama bricht Reise nach New York ab

Die Gesundheitsministerin Ogerta Manastirliu besuchte die Notaufnahme des Unfallkrankenhauses in Tirana. Fälle von ernsthaften Verletzungen habe sie nicht gesehen, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur ATA. Ministerpräsident Edi Rama sagte wegen der Erdbebenserie dennoch seine Teilnahme an der UNO-Vollversammlung in New York ab. Er unterbrach seine Reise in Frankfurt, um nach Albanien zurückzukehren, wie ATA unter Berufung auf Regierungsstellen berichtete.

Ein 50-Jähriger ist gestern Nachmittag bei einem Alpinunfall im Tiroler Bezirk Imst ums Leben gekommen.

Der Mann stürzte etwa 30 Meter unterhalb des Gipfels der Mutterberger Seespitze in Gries bei Längenfeld rund 200 Meter über eine schneebedeckte und felsdurchsetzte Steilrinne und zog sich dabei tödliche Verletzungen zu, wie die Polizei am späten Abend mitteilte.

Die Begleiter des 50-Jährigen, der einer fünfköpfigen deutschen Wandergruppe angehörte, setzten sofort einen Notruf ab. Für den Verunglückten kam jede Hilfe zu spät.

Gesundheit

Die Zahl der Toten durch E-Zigaretten in den USA ist auf acht gestiegen. Die zuständige Gesundheitsbehörde bestätigte den ersten Todesfall im Bundesstaat Missouri. Es habe sich um einen Mann in seinen 40ern gehandelt – national ist es der achte Tote. Angesichts Hunderter schwerer Lungenverletzungen durch E-Zigaretten sprechen zwei US-Experten von einer Gesundheitsgefahr epidemischen Ausmaßes.

Bis Freitag seien in den USA und auf den Jungferninseln mehr als 900 Fälle von schweren Lungenerkrankungen, die mit „Vapen“ (zu Deutsch: Dampfen) zusammenhängen, aufgetreten, schreiben Yulin Hswen und John Brownstein vom Boston Children’s Hospital im renommierten „New England Journal of Medicine“. Knapp 500 davon seien bestätigt, bei den übrigen handle es sich um Verdachtsfälle. Acht Menschen seien an Lungenschäden gestorben, schreiben die Autoren.

Kein Anstieg in Europa

Die Ursache für die Lungenschäden ist noch immer unklar. Möglich seien etwa Aromastoffe in den Flüssigkeiten, das Vermischen mit Ölen, die den Cannabiswirkstoff THC oder Vitamin E enthalten, oder aber Schwarzmarktprodukte, schreiben die beiden Epidemiologen. Zu den Symptomen zählen Kurzatmigkeit, Husten, Brustschmerzen, Übelkeit, Durchfall und Erbrechen.

Europaweit ist bisher kein ähnlicher Anstieg von Lungenschädigungen bekannt. Die Beschwerden scheinen sich auf die USA zu beschränken.

Kultur

Dass die isländische Band Hatari beim vergangenen Eurovision Song Contest (ESC) in Tel Aviv Schals mit Palästinenserflaggen präsentierte, hat für ihr Heimatland ein Nachspiel. Die Europäische Rundfunkunion (EBU) teilte gestern mit, Hatari habe gegen das Verbot politischer Statements beim ESC verstoßen. Daher müsse Islands öffentlich-rechtlicher Rundfunk eine Strafe zahlen.

Zur Höhe der Strafe äußerte sich die EBU nicht, sondern erklärte lediglich, dass diese „in Übereinstimmung mit den Wettbewerbsregeln“ festgelegt worden sei. Ein Einspruch aus Island sei abgewiesen worden.

Die Bandmitglieder von Hatari sind bekanntermaßen Gegner der israelischen Besatzung in den Palästinensergebieten. Bei der Punktevergabe am Ende des ESC-Finales in der israelischen Metropole Tel Aviv hatten die Bandmitglieder Schals mit der Palästinenserflagge in die Kameras gehalten

Mit nächster Saison übernimmt Martin Schläpfer das Wiener Staatsballett, und unter seiner Direktion wird offenkundig auch das Ensemble anders aussehen. Kolportiert wird, dass 23 Tänzerinnen und Tänzer die 103-köpfige Compagnie verlassen müssen. Während man diese Zahl nicht kommentieren wollte, bestätigte die designierte Ballettdirektion „personelle Veränderungen“ gegenüber der APA.

Das sei „bei Direktionsübergängen international üblich“, hieß es in einer schriftlichen Stellungnahme. „Einige Tänzerinnen und Tänzer werden die Compagnie mit Ende der aktuellen Spielzeit verlassen; neue Ensemblemitglieder werden mit Beginn der Saison 2020/21 ins Wiener Staatsballett aufgenommen werden.“ Nach persönlichen Gesprächen mit den Tänzern vor dem Sommer seien die schriftlichen Nichtverlängerungen diese Woche zugestellt worden. Betroffen seien Kunstschaffende mit „Bühnenarbeitsverträgen, die gesetzlich jeweils auf ein Jahr befristet sind“.

Der Schweizer Schläpfer folgt mit 1. September 2020 auf den bisherigen Ballettchef Manuel Legris. Einige Wochen früher, nämlich bereits am 1. Juli 2020, übernimmt der neue Staatsoperndirektor Bogdan Roscic sein Amt, da Dominique Meyer zwischen 1. März und 30. Juni 2020 die Wiener Staatsoper und die Mailänder Scala – seine künftige Wirkungsstätte – parallel leiten wird.

Panorama

Leute

Barron Hilton, ehemaliger Chef der weltberühmten Hotelkette ist, wie Enkelin Paris Hilton gestern via Instagram mitteilte, im Alter von 91 Jahren gestorben. Barron war der Sohn von Hotelgründer Conrad Hilton und leitete ab 1966 die 2007 dann an den Investor Blackstone Group verkaufte Hilton-Kette.

Paris Hilton bezeichnete ihren Großvater als Legende und Visionär. Sie habe schon in ihrer Kindheit stets zu ihn aufgeblickt und als unglaublichen Mentor wahrgenommen, wie die 38-Jährige weiter mitteilte.

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