Ausland

Die Anti-Geldwäsche-Einheit des deutschen Zolls hat nach Recherchen von „Süddeutscher Zeitung“ und „NDR“ schon vor dem Bekanntwerden des Wirecard-Skandals zahlreiche Verdachtshinweise im Zusammenhang mit Wirecard bekommen. Davon sei aber nur ein Bruchteil an die zuständigen Strafverfolgungsbehörden weitergegeben worden.

Die Financial Intelligence Unit (FIU) prüft bei Verdacht auf Geldwäsche oder Terrorismusfinanzierung und leitet Fälle gegebenenfalls an Strafverfolgungsbehörden weiter. Zur Meldung an die FIU sind zum Beispiel Banken verpflichtet, wenn sie Hinweise auf solche illegalen Geschäfte haben.

97 Meldungen

Die FIU prüft den Berichten zufolge nun früher eingegangene Meldungen im Lichte neuer Erkenntnisse abermals. Es gehe um Hinweise auf Straftaten wie Bilanzfälschung, Betrug, Untreue, Marktmanipulation sowie Insiderhandel. Hierbei seien 97 Meldungen identifiziert worden, „die in möglichem Zusammenhang mit den derzeit erhobenen Vorwürfen“ gegen Wirecard-Mitarbeiter stehen könnten, zitierte der NDR die FIU.

Ein FIU-Sprecher bestätigte den beiden Medien demnach, dass die Behörde inzwischen zwar 50 Meldungen zu verdächtigen Handlungen an die zuständigen Strafverfolgungsbehörden weitergereicht habe – den Großteil davon allerdings erst nach Bekanntwerden des Wirecard-Skandals. Die nun erhobenen Vorwürfe gegen die Wirecard AG stünden nicht im Zusammenhang mit dem Kernauftrag der FIU, der darin bestehe, Verdachtsmeldungen im Zusammenhang mit Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung entgegenzunehmen und zu analysieren, erklärte ein Sprecher laut NDR.

Nach mehr als 40 Stunden Polizeigewahrsam ist der Medienunternehmer Jimmy Lai in Hongkong gegen Kaution wieder freigelassen worden. Beim Verlassen eines Polizeireviers wurde der Verleger von mehreren dutzend Anhängern der Demokratiebewegung gestern bejubelt. Der Zeitung „South China Morning Post“ zufolge musste Lai umgerechnet rund 32.000 Euro Kaution sowie eine zusätzliche Sicherheitszahlung hinterlegen. Auch mehrere andere Aktivisten kamen gegen Kaution frei.

Jimmy Lai
AP/Kin Cheung

Lai und mehrere Mitstreiter waren bei einem großen Polizeieinsatz festgenommen worden. Es war der bisher größte Schlag gegen die Demokratiebewegung seit Einführung eines umstrittenen „Sicherheitsgesetzes“ durch China Ende Juni. Peking steht wegen seiner Hongkong-Politik scharf in der Kritik. Das Gesetz richtet sich gegen Aktivitäten, die die kommunistische Führung in Peking als subversiv, separatistisch oder terroristisch ansieht.

Seit der Rückgabe der früheren britischen Kronkolonie 1997 an China wurde Hongkong autonom mit eigenen Freiheitsrechten regiert. Aus Sicht von Kritikern bedeutet das Gesetz das Ende des seither verfolgten Grundsatzes „ein Land, zwei Systeme“. Auch wird es als Verstoß gegen die völkerrechtlichen Verpflichtungen Chinas bei der Rückgabe Hongkongs betrachtet.

Eine Woche nach der verheerenden Explosion in Beirut haben gestern mehrere tausend Menschen an einem Trauermarsch zum Gedenken an die Opfer teilgenommen. Sie zogen in der libanesischen Hauptstadt schweigend in Richtung Hafen, wie Augenzeugen berichteten. Bei einer Gedenkveranstaltung wurden die Namen der Todesopfer verlesen.

Durch die Explosion wurden mindestens 165 Menschen getötet und 6.000 weitere verletzt. Bis zu 300.000 Menschen verloren ihr Zuhause. Das libanesische Gesundheitsministerium meldete, es würden weiterhin rund 20 Menschen vermisst.

Hilfen für Beirut kommen über den Flughafen

Die meisten internationalen Hilfsgüter kommen wegen der Zerstörung des Beiruter Hafens derzeit über den Flughafen an.

COV Ausland

Die Vereinten Nationen befürchten schwere und dauerhafte Auswirkungen der Coronavirus-Krise auf junge Erwachsene. Die Pandemie verschlechtere die Karriereaussichten junger Menschen im Alter zwischen 18 und 29 Jahren sowie die Bildungschancen von Studenten, heißt es in einem gestern veröffentlichten Bericht der Internationalen Arbeitsorganisation ILO. Demnach sind junge Erwachsene überproportional stark von der Krise betroffen.

Kein Zugang zu Unterricht

Zugrunde liegt eine Studie mit mehr als 12.000 Teilnehmern im Alter von 18 bis 29 Jahren in 112 Ländern. Demnach sind die Auswirkungen der Pandemie besonders stark bei jungen Frauen, den jüngeren Jahrgängen in der untersuchten Altersgruppe sowie bei jungen Menschen in Ländern mit niedrigem Durchschnittseinkommen.

Sollten nicht rasch Gegenmaßnahmen ergriffen werden, drohten der Generation „ernste und lang anhaltende Auswirkungen der Pandemie“, warnte die ILO. 13 Prozent der Studienteilnehmer hatten demnach keinerlei Zugang mehr zu Unterricht oder Ausbildung. Mehr als 70 Prozent der Befragten sagten aus, die Schließung ihrer Bildungseinrichtungen habe für sie negative Auswirkungen.

Schwere psychische Folgen

Vor allem in ärmeren Ländern zeige sich die „digitale Kluft“, während das Lernen zunehmend ins Internet verlegt worden sei. Die ILO forderte bessere Möglichkeiten zum Onlinelernen und Lehrpläne, die auf ein virtuelles Publikum zugeschnitten seien.

Auch die psychischen Folgen der Krise sind laut der Studie gravierend. 17 Prozent der Befragten leiden demnach „wahrscheinlich“ unter Depressionen und Ängsten. Viele junge Leute hätten ein Gefühl der Unsicherheit und Angst, das sich auch auf ihre Ausbildung auswirke.

Facebook hat seit April mehr als sieben Millionen Beiträge mit Informationen zum Coronavirus gelöscht, die dem Onlinenetzwerk zufolge die Gesundheit von Menschen gefährden könnten. Rund 98 Millionen weniger gefährliche Inhalte mit zweifelhaften Informationen seien mit Warnhinweisen versehen worden, teilte der Konzern gestern mit. Facebook fährt seit einiger Zeit einen härteren Kurs gegenüber potenziell gefährlichen Informationen, etwa zu angeblichen Behandlungen. Dabei geriet der Konzern auch mit US-Präsident Donald Trump aneinander.

Das Unternehmen räumte zugleich ein, dass es die Krise schwieriger mache, bei Beiträgen einzugreifen, die darauf hinweisen, dass Nutzer sich Schaden zufügen wollen. Während zur Erkennung etwa von Hassrede automatisierte Software eingesetzt werde, sei in diesen Fällen immer noch die Rolle menschlicher Prüfer sehr groß. Die Verlagerung aus den Büros ins Homeoffice habe deren Arbeit erschwert.

Zahlreiche Tote laut Studie

Fehlinformationen durch Gerüchte und Verschwörungstheorien in Zusammenhang mit dem Coronavirus kosteten seit Beginn der Pandemie weltweit Hunderte Menschen das Leben. Tausende mussten wegen der größtenteils in Sozialen Netzwerken verbreiteten Falschinformationen im Krankenhaus behandelt werden, ergab eine im „American Journal of Tropical Medicine and Hygiene“ veröffentlichte Studie.

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Das deutsche Auswärtige Amt warnt wegen der Pandemie nun auch vor Reisen in Spaniens Hauptstadt Madrid und ins spanische Baskenland. Das Ministerium begründete das gestern in Berlin mit „erneut hohen Infektionszahlen“. Bereits seit Ende Juli gilt eine Warnung vor Reisen in drei andere spanische Regionen, darunter Katalonien mit der Touristenmetropole Barcelona und die Strände der Costa Brava.

In der neuseeländischen Großstadt Auckland ist ein vorübergehender Lockdown angeordnet worden. Nach 102 Tagen ohne lokale Coronavirus-Ansteckung in dem Pazifikstaat waren gestern vier neue Fälle bei einer Familie aus der Millionenmetropole gemeldet worden. Erst vor zwei Tagen verkündete Neuseeland erfreut, es habe seit 100 Tagen keine Neuinfektionen in dem Land mehr gegeben.

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Inland

Nach dem Vizeaufsichtsratschef der Commerzialbank Mattersburg wehren sich nun acht der insgesamt zehn Aufsichtsräte der Commerzialbank gegen Behauptungen, sie hätten von den Malversationen gewusst und wären in kriminelle Machenschaften verstrickt gewesen. „Das geht entschieden zu weit“, betonte Anwalt Christoph Leitgeb von der Kanzlei DSC Doralt Seist Csoklich, der die acht vertritt.

Mehr dazu in burgenland.ORF.at

Grünen-Nationalrat Michel Reimon hat vor dem Obersten Gerichtshof (OGH) gegen Ex-FPÖ-Vizekanzler Heinz-Christian Strache den Kürzeren gezogen, berichtete „Die Presse“ gestern online. Er hatte 2018 auf Twitter kurzzeitig Straches Namen und Profilbild angenommen. Das Höchstgericht sah Strache dadurch in seinen Persönlichkeitsrechten verletzt.

Anlass war die gerichtliche Auseinandersetzung der nunmehrigen Grünen-Klubchefin Sigrid Maurer mit einem Wiener Bierwirt über von diesem abgestrittene obszöne Facebook-Nachrichten. Anlässlich des (inzwischen aufgehobenen) Urteils gegen Maurer – das Verfahren muss wiederholt werden, es geht im September weiter – wurde auf Twitter angeregt über das Thema Identitätsdiebstahl debattiert.

Reimon posierte in dem Sozialen Netzwerk daraufhin – satirisch, wie er meinte – als Strache und plädierte für den Schutz „echter Männer“ durch die Justiz. Der Benutzername „@michelreimon“ blieb dabei erkennbar.

Strache klagte Reimon auf Unterlassung

Der OGH konnte hier in seiner bereits Anfang Juli getroffenen Entscheidung allerdings keine Satire erkennen. Strache sei „eine nicht von ihm stammende Äußerung in den Mund gelegt“ und der Politiker damit in seinen Persönlichkeitsrechten verletzt worden, befand das Gericht. Während die erste Instanz noch eine erlaubte Satire in der Aktion erblickte, entschied die zweite für Strache, der Reimon auf Unterlassung geklagt hatte.

Reimon muss dieses Urteil auf Twitter veröffentlichen, wie dessen Anwältin Maria Windhager der APA auf Anfrage erläuterte, er wird das kommende Woche tun. Auch Verfahrenskosten muss er übernehmen. Den von Strache verlangten immateriellen Schadenersatz in Höhe von 5.000 Euro habe man hingegen (bereits vor dem OGH-Entscheid, Anm.) abwenden können, so Windhager.

Vor zwei Jahren ist der Wiener Lorenz K. zu neun Jahren Haft verurteilt worden, weil er einen zwölfjährigen deutschen Buben zu einem Selbstmordanschlag auf einen Weihnachtsmarkt in Ludwigshafen bringen wollte und selbst Anschlagspläne im Namen der radikalislamischen Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hatte. Nun soll er vom Gefängnis aus wieder Terrorpläne verfolgt haben.

Mehr dazu in wien.ORF.at

COV Inland

In Österreich ist die Zahl der aktiven Fälle auf 1.399 gestiegen (Stand: gestern, 23.00 Uhr). Bisher wurden 22.366 Menschen positiv auf das Coronavirus getestet. Insgesamt wurden landesweit bereits 974.508 Tests durchgeführt.

119 werden im Spital behandelt, davon 25 auf der Intensivstation. 712 Menschen starben in Österreich am Coronavirus. Für die Zählung ist die Definition des Epidemiologischen Meldesystems (EMS) ausschlaggebend.

Karten, Grafiken und Informationen zu aktuellen Fällen und zum Epidemieverlauf in ORF.at/corona/daten

Hinweis zur Aktualisierung der Daten

Um die Daten aktuell zu halten, übernimmt ORF.at die Informationen direkt aus dem offiziellen Dashboard des Gesundheitsministeriums. Die aktuellen Fallzahlen im Kopf der Seite werden stündlich aktualisiert, die Verlaufsgrafiken zum Tageswechsel, um die Vergleichbarkeit zu gewährleisten.

Genaue Informationen zu Definitionen, Herkunft der Daten, Aktualisierung und FAQs finden sich im Infopoint Coronavirus von ORF.at.

Mehr dazu in Daten und Karten und Daten-Updates und Quellen

NEOS und die liberale Fraktion in der Österreichischen HochschülerInnenschaft (ÖH), die JUNOS, fordern per Petition Klarheit darüber ein, wie der Lehr- und Prüfungsbetrieb an den Hochschulen im Wintersemester aussehen soll. ÖVP-Bildungsminister Heinz Faßmann behandle die Hochschulen stiefmütterlich, und Rektorate würden viel zu wenig kommunizieren, beklagten sie in einer Aussendung.

In einem Zehnpunkteplan fordern sie unter anderem, dass es schon vor Beginn der Anmeldefrist Klarheit über die Prüfungsmodalitäten und Beurteilungskriterien sowie über Mindeststandards für Online-Lehrveranstaltungen brauche.

Studierende aus einer Covid-19-Risikogruppe müssten die Möglichkeit zu Onlineprüfungen erhalten, gleichzeitig soll vor allem für Erstsemestrige wo möglich – und unter Einhaltung strenger Sicherheits- und Hygieneregeln – Präsenzlehre stattfinden.

Wirtschaft

Die Zimmervermittlungsplattform Airbnb will einer Zeitung zufolge im Laufe des Monats bei den US-Behörden die Unterlagen für den lang erwarteten Börsengang einreichen. Die Papiere sollten vertraulich der Aufsicht SEC überreicht werden, berichtete das „Wall Street Journal“ gestern unter Berufung auf Insider.

Die Erstplatzierung selbst könne bis Ende des Jahres erfolgen. Ein Airbnb-Sprecher lehnte eine Stellungnahme ab. Airbnb hatte 2019 angekündigt, in diesem Jahr ein Börsennotierung anzustreben. Die Nachrichtenagentur Reuters meldete im Oktober, dass Morgan Stanley und Goldman Sachs den Schritt begleiten. Die Coronavirus-Krise hat Airbnb allerdings schwer zugesetzt.

Der US-Elektroautohersteller Tesla hat einen Aktiensplit angekündigt. Aktionäre sollen für je ein Papier vier weitere Anteilscheine als Dividende erhalten, teilte das Unternehmen gestern mit. Damit solle es mehr Angestellten und Investoren ermöglicht werden, Aktionär zu werden. Wirksam werden soll das Verfahren am 31. August.

Da durch einen Aktiensplit das Kaufinteresse gesteigert werden kann, reagierten Anleger erfreut und trieben den Kurs im nachbörslichen Handel um fast sechs Prozent auf mehr als 1.450 US-Dollar nach oben.

Sport

Ab heute geht die aufgrund der Coronavirus-Pandemie ungewöhnlichste Saison in der Geschichte der Champions League in ihre entscheidende Phase. Acht Teams sind beim Finalturnier in Lissabon noch mit von der Partie. Auf dem Papier gehen die Mannschaften mit der gleichen Ausgangslage ins Rennen, schaut man genauer hin, lassen sich die Teams aber in drei Chancenkategorien auf den Titel einstufen.

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Die San Antonio Spurs bleiben in der National Basketball Association (NBA) im Rennen um einen Play-off-Platz. Das Team von Jakob Pöltl feierte gestern in der „Bubble“ in Orlando einen 123:105-Sieg über die Houston Rockets. Der Wiener verbuchte 14 Punkte und zwölf Rebounds. Die Rockets schonten allerdings im 200. Texas-Derby gegen die Spurs NBA-Topscorer James Harden.

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Der neue Sportdirektor von Bundesligist FC Flyeralarm Admira heißt Franz Wohlfahrt. Einen entsprechenden Bericht des „Kurier“ (Onlineausgabe) bestätigten die Niederösterreicher gestern Nachmittag. Der ehemalige ÖFB-Teamtorhüter beerbt Ernst Baumeister, von dem sich die Admira erst am Montag wegen „unterschiedlicher Vorstellungen“ über die künftige sportliche Ausrichtung getrennt hatte.

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Chronik

Ein Mann mit einer Schreckschusspistole hat gestern für einen Großeinsatz der Polizei in Bergland (Niederösterreich) gesorgt. Er hatte auf seine Frau geschossen, teilte Chefinspektor Johann Baumschlager auf Anfrage mit. Der Beschuldigte wurde festgenommen.

Die Frau war nach dem Vorfall kurz vor 18.15 Uhr zu einem Nachbarn geflüchtet. Sie blieb laut dem Polizeisprecher unverletzt. Der Mann wurde in seinem Garten überwältigt. Er leistete keinen Widerstand.

Neben der Schreckschusspistole wurden auch eine Lang- und eine Stichwaffe sichergestellt. Die Ermittlungen in dem Fall dauern an.

Die Behörden in Singapur haben als Zeichen gegen illegalen Wildtierhandel neun Tonnen beschlagnahmtes Elfenbein zerstört. Heute ist Weltelefantentag. Ziel dieser großangelegten Aktion sei es, die globale Lieferkette von illegal gehandeltem Elfenbein zu unterbrechen, sagte eine Sprecherin der Nationalparkbehörde gestern.

Elfenbein in Singapur
APA/AFP/SINGAPORE’S NATIONAL PARKS BOARD

Das beschlagnahmte Elfenbein hat auf dem Schwarzmarkt einen Wert von umgerechnet rund elf Millionen Euro. Es wurde nun damit begonnen, das Material zu zerkleinern und dann zu verbrennen. Dieser Prozess dauere drei bis fünf Tage, erklärte die Umweltbehörde.

Zudem eröffnete ein Zentrum für Wildtierforensik in dem Stadtstaat. Dort eingereichte DNA-Proben seien laut der Behörden hilfreich, um zu ermitteln, woher die illegal gehandelten Stoßzähne kämen. Obwohl der Handel von Elfenbein mit wenigen Ausnahmen seit 1989 verboten ist, ist es nach wie vor eine begehrte Ware.

Kultur

Vor dem Sammeln kommt das Staunen über die Welt und die Dinge, die sie bevölkern. In der Renaissance und im Barock galt es unter Herrschern als schick, sich mit Kuriosem zu umgeben. Diese Sammlungen waren weniger systematisiert als heutige Museen und wurden Wunderkammern genannt. Der Fotograf Massimo Listri legt einen opulenten Bildband zu den schönsten erhaltenen Wunderkammern Europas vor.

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Das Filmfestival von Venedig hat zwei weitere Filme außer Konkurrenz aufgenommen und damit das Programm für diesen Sommer komplettiert. Wie die Organisatoren gestern mitteilten, werden neben den bisher bekannten Filmen auch der US-Streifen „Run Hide Fight“ und der italienische Kurzfilm „Fiori, Fiori, Fiori!“ gezeigt.

Schon Ende Juli hatten die Veranstalter die 18 Werke im Rennen um den Goldenen Löwen präsentiert. Präsidentin der Jury beim 77. Internationalen Filmfestival von 2. bis 12. September ist die australische Schauspielerin Cate Blanchett (51).

In „Fiori, Fiori, Fiori!“ zeigt Filmemacher Luca Guadagnino, wie seine ehemaligen Jugendfreunde in Sizilien mit der Coronavirus-Pandemie umgegangen sind. In „Run Hide Fight“ von Regisseur und Drehbuchautor Kyle Rankin geht es um eine junge Frau, die in eine Geiselnahme in einer amerikanischen Schule gerät. Neben den 18 Filmen im Wettbewerb stehen damit 24 Werke außer Konkurrenz auf dem Programm.

Leute

US-Schauspielerin Sharon Stone schreibt ihre Memoiren. Im März 2021 soll ihr Buch „The Beauty of Living Twice“ erscheinen, teilten Stone und das US-Verlagshaus Knopf gestern mit. „Ich habe gelernt, Unverzeihliches zu vergeben“, schrieb der Hollywood-Star auf Twitter. Sie wolle ihre Lebenserfahrungen teilen, um anderen dadurch zu helfen.

Stone schreibe „freimütig“ über ihre Karriere und ihr Privatleben, etwa über die Folgen ihres schweren Schlaganfalls. Sie sei „mutig, ehrlich und offen“, heißt es in einer Mitteilung des Verlags.

Als männermordende Krimischriftstellerin Catherine Tramell wurde Stone in „Basic Instinct“ 1992 weltberühmt. Für ihre Rolle in „Casino“ 1996 an der Seite von Robert de Niro unter der Regie von Martin Scorsese holte sich Stone eine Oscar-Nominierung.

Die zweifach geschiedene Schauspielerin ist Mutter von drei Adoptivsöhnen. 2001 erlitt sie einen schweren Schlaganfall, von dem sie sich nur langsam erholte. Sie musste wieder gehen und sprechen lernen.