COV Ausland

Ein spanisches Gericht hat die erneute Coronavirus-Ausgangssperre für mehr als 200.000 Menschen in der Region Katalonien außer Kraft gesetzt. Das oberste Gericht Kataloniens teilte heute auf Twitter mit, die von der Regionalregierung angeordnete Ausgangssperre verstoße gegen geltendes Recht. Das Gerichtsurteil kann angefochten werden.

Wegen eines neuen Coronavirus-Infektionsherds hatte die katalonische Regionalregierung am Samstagabend eine Ausgangssperre für den Großraum Lleida (Lerida) verhängt, die gestern in Kraft trat. Bereits gut eine Woche zuvor war die Gegend vom Rest des Landes isoliert worden.

Drei Gründe, um das Haus zu verlassen

Die Krankenhäuser in der Gegend um Lleida stehen kurz vor einer Überlastung. Die Ausgangssperre für die Gegend ist die erste derartige Maßnahme seit dem Auslaufen des wegen der Pandemie verhängten Ausnahmezustands in Spanien am 21. Juni. Die Betroffenen dürfen ihr Zuhause nur verlassen, um zur Arbeit oder zum Arzt zu gehen oder Lebensmittel einzukaufen. Ansammlungen von mehr als zehn Menschen wurden untersagt.

Spanien zählte zwischenzeitlich zu den am schwersten von der Pandemie betroffenen Ländern Europas. Mehr als 28.400 Menschen starben. Landesweit gilt eine Maskenpflicht für öffentlich zugängliche geschlossene Räume sowie für Bereiche im Freien, in denen die Wahrung der Abstandsregeln nicht gewährleistet werden kann.

In der Region Katalonien gilt seit Donnerstag allerdings eine verschärfte Maskenpflicht, die den Mund-Nasen-Schutz auch im Freien bei Wahrung der Abstandsregeln vorsieht. Eine verschärfte Maskenpflicht gilt seit Montag auch auf Mallorca und den anderen Baleareninseln.

Beschäftigte im Gesundheitswesen sind Amnesty International zufolge in der Coronavirus-Pandemie in vielen Ländern durch schlechte Arbeitsbedingungen gefährdet. In einigen Staaten müssen sie sogar mit Repressalien rechnen, wenn sie Missstände aufzeigen. Das geht aus einem Bericht hervor, den die Menschenrechtsorganisation heute veröffentlichte.

So fehlt es häufig an Schutzkleidung und angemessener Bezahlung. In einigen Ländern wurden Ärzte, Pfleger und andere Beschäftigte festgenommen oder anderweitig unter Druck gesetzt, nachdem sie sich beschwert hatten.

Repressionen bei Hinweis auf Mängel

Dem Amnesty-Bericht zufolge gab es in fast allen der 63 betrachteten Ländern und Regionen Berichte über mangelnde Schutzkleidung. Wie viele Beschäftigte im Gesundheitswesen inzwischen weltweit an Covid-19 gestorben sind, ist nicht bekannt. Amnesty verzeichnete 3.000 Todesfälle in 79 Ländern, die echte Zahl dürfte aber weit höher liegen. Oft ist auch die Bezahlung schlecht. Im Südsudan erhalten dem Bericht zufolge Ärztinnen und Ärzte im Staatsdienst seit Februar kein Gehalt mehr.

In Malaysia wurde laut dem Bericht beispielsweise eine friedliche Demonstration von Reinigungskräften aufgelöst, mehrere Teilnehmer wurden festgenommen. In Ägypten wurden mehrere Beschäftigte im Gesundheitswesen wegen der sehr weit gefassten Tatbestände „Verbreitung falscher Nachrichten“ und „Terrorismus“ angeklagt.

Auch in Russland wurde zwei Ärztinnen den Angaben zufolge mit Konsequenzen gedroht, nachdem sie über den Mangel an Schutzausrüstung geklagt hatten. Eine Mitarbeiterin eines Pflegeheims in den USA verlor ihren Job, nachdem sie per Facebook mehr Schutzkleidung gefordert hatte.

„Kritische Stimmen zum Schweigen bringen“

Amnesty-Expertin Sanhita Ambast bezeichnete solche Repressalien als „besonders verstörend“. Beschäftigte im Gesundheitswesen seien die Ersten, denen fehlgeleitete Maßnahmen der Regierung auffielen. „Wenn die Behörden versuchen, kritische Stimmen zum Schweigen zu bringen, dann verwandelt sich ihr Anspruch, alles für die öffentliche Gesundheit zu tun, schnell in eine Farce“, so Ambast.

Mexiko ist inzwischen das Land mit den viertmeisten registrierten Todesfällen im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit Covid-19. Die Zahl stieg nach Angaben des Gesundheitsministeriums auf 35.006. Damit überholte das nordamerikanische Land Italien.

Die Zahl der bestätigten Infektionen mit dem Coronavirus liegt in Mexiko nach Statistiken der Johns Hopkins Universität in den USA bei 299.750.

Hohe Dunkelziffer

Die wahren Zahlen dürften in Mexiko allerdings noch deutlich höher liegen. Äußerst wenige Menschen werden dort auf das Coronavirus getestet. Nach Statistiken, die von Forschern der englischen Universität Oxford zusammengetragen wurden, lag die Zahl der täglich durchgeführten Tests in Mexiko zuletzt bei 4,83 pro 1.000 Einwohner – in Deutschland waren es 76,1 und in den USA 117,58.

Lateinamerika gehört derzeit zu den Brennpunkten der globalen Coronavirus-Pandemie. Nach Zahlen der Europäischen Union wurden dort bisher mehr als drei Millionen Infektionen und mehr als 140.000 Todesfälle im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit Covid-19 registriert. Brasilien kommt mit mehr als 1,8 Millionen Infizierten und mehr als 72.000 Toten in beiden Kategorien weltweit hinter den USA auf Platz zwei.

Mit Verweis auf die Coronavirus-Pandemie will die ungarische Regierung Einreisen aus Afrika, Südamerika und fast allen Ländern Asiens untersagen. Zudem würden die Einreisen aus einigen europäischen Staaten eingeschränkt, teilte der Stabschef von Ministerpräsident Viktor Orban, Gergely Gulyas, gestern mit.

„Wir müssen unsere Sicherheit schützen, damit das Virus nicht von außen eingeschleppt wird“, sagte Gulyas. Die Infektionszahlen in Ungarn selbst gingen weiter zurück, „und wir wollen, dass das so bleibt“.

Drei Risikokategorien

Nach Gulyas’ Angaben teilten die ungarischen Gesundheitsbehörden 154 Länder auf Grundlage der dortigen Infektionszahlen in drei unterschiedliche Risikokategorien ein. Zur höchsten Risikogruppe „Rot“ werden alle afrikanischen und südamerikanischen Länder gezählt sowie alle asiatischen Länder, abgesehen von den wirtschaftlich einflussreichen Staaten China und Japan. Menschen aus der roten Gruppe dürfen morgen um Mitternacht nicht mehr nach Ungarn einreisen.

Aus Europa gehören auch Albanien, Bosnien-Herzegowina, Nordmazedonien, der Kosovo, Weißrussland, Montenegro und die Ukraine zur roten Gruppe. Ungarische Staatsbürgerinnen und Staatsbürger, die aus Ländern dieser Gruppe einreisen, müssen sich auf das neuartige Coronavirus testen lassen und eine 14-tägige Quarantäne einhalten.

Ausland

Inmitten der Coronavirus-Krise und landesweiter Proteste hat der serbische Präsident Aleksandar Vucic erneut seinen Rücktritt als Parteivorsitzender der regierenden Serbischen Fortschrittspartei (SNS) angekündigt. Er werde demnächst nur noch Präsident aller Bürger und Bürgerinnen sein, kündigte Vucic gestern im Fernsehen an. Mit diesem Schritt versucht er Beobachtern zufolge die Lage im Land zu beruhigen.

Die Führung der SNS will Vucic nach eigenen Angaben in Bälde abgeben. Eigentlich hätte Vucic das bereits Mitte 2017 tun müssen, als er das Amt als Staatsoberhaupt antrat. Gemäß der serbischen Verfassung darf der Staatspräsident kein anderes öffentliches Amt ausüben. Sein Amtsvorgänger Tomislav Nikolic (2012–17) war bisher der einzige serbische Präsident, der sich an diese Bestimmung auch hielt.

Proteste in Belgrad

Die Absicht, die Parteiführung abzugeben, hatte Vucic auch im April 2019 geäußert. Dazu kam es allerdings nicht. Die jüngste Ankündigung erfolgte inmitten der Proteste in Belgrad und in einigen anderen Städten, bei denen es mehrfach zu Ausschreitungen gekommen war.

Den unmittelbaren Anlass hatte am Dienstagnachmittag die Ankündigung von Vucic geliefert, angesichts der steigenden Zahlen von Coronavirus-Kranken in Belgrad an diesem Wochenende erneut eine Ausgangssperre zu verhängen. Tausende Menschen versammelten sich daraufhin vor dem Parlament, um ihren Unmut und ihre Wut über die Politik des Staatschefs zu bekunden.

Zur jüngsten Protestwelle kam es nach den am 21. Juni abgehaltenen Parlamentswahlen, bei denen sich die Partei von Vucic 188 von 250 Parlamentssitzen gesichert hatte. Das dürfte Vucic ermöglichen, auch die eventuell in der Kosovo-Frage notwendigen Verfassungsänderungen durchzusetzen. Von führenden Oppositionsparteien waren die Wahlen boykottiert worden.

Nach seiner scharfen Kritik an der Begnadigung des in der Russland-Affäre verurteilten US-Politikberaters Roger Stone soll der frühere Sonderermittler Robert Mueller vom Kongress angehört werden. Der Vorsitzende des Justizausschusses im Senat, der Republikaner Lindsey Graham, kündigte gestern an, dass er einem entsprechenden Antrag der oppositionellen Demokraten stattgeben werde.

Das ist ein überraschender Schritt, da Graham als enger Vertrauter von US-Präsident Donald Trump gilt. Einen Grund für seine Entscheidung nannte der Senator nicht. Unklar ist auch, ob Mueller tatsächlich im Senat aussagen wird.

Trump hatte kürzlich einen Gnadenerlass für seinen langjährigen Berater Stone unterzeichnet, der deshalb seine Haftstrafe nicht antreten musste. Wegen seiner Verwicklung in die Affäre um die mutmaßlichen russischen Eingriffe zugunsten Trumps in den Wahlkampf 2016 war Stone zu 40 Monaten Haft verurteilt worden.

Ungewöhnlich offene Worte Muellers

Mueller übte in einem am Samstag veröffentlichten Gastbeitrag für die „Washington Post“ scharfe Kritik an der Begnadigung Stones. Dieser bleibe ein „verurteilter Verbrecher“. Mueller verteidigte zugleich seine Ermittlungen zur Russland-Affäre. Diese seien von „höchster Bedeutung“ für die USA gewesen.

Stone war unter anderem dafür verurteilt worden, den Kongress belogen und einen Zeugen unter Druck gesetzt zu haben. In dem Gnadenerlass bezeichnete Trump seinen früheren Berater hingegen als Opfer „vollkommen unbegründeter Ermittlungen“.

Stets verschwiegen und zurückhaltend

Mueller hatte in seinen fast zweijährigen Ermittlungen zur Russland-Affäre keine hinreichenden Belege für illegale Absprachen zwischen dem Trump-Team und Moskau gefunden. Vom Vorwurf der Justizbehinderung entlastete er den Präsidenten aber ausdrücklich nicht.

Bereits im Juli vergangenen Jahres sagte Mueller im Kongress zu seinen Ermittlungen aus. Er wollte das eigentlich nicht tun, doch stellten die Demokraten im Repräsentantenhaus damals eine rechtlich verbindliche Aufforderung („Subpoena“) an ihn aus. Während seiner Anhörung äußerte sich Mueller sehr zurückhaltend und vorsichtig.

In Bulgarien haben am vierten Abend in Folge Tausende Menschen gegen die Regierung demonstriert. In der Hauptstadt Sofia forderten mehr als 3.000 vor dem Parlament versammelte Demonstranten gestern den Rücktritt des konservativen Ministerpräsidenten Boiko Borissow. Nach Angaben des Innenministeriums verliefen die Proteste in Sofia friedlich. Auch in anderen bulgarischen Städten demonstrierten Hunderte Menschen gegen die Regierung.

Ausgelöst worden waren die Proteste durch Razzien am Amtssitz von Präsident Rumen Radew. Dabei wurden ein Antikorruptionsbeauftragter und ein Sicherheitsberater des Präsidenten vorläufig für Befragungen festgenommen. Ihre Büros wurden im Rahmen von zwei unterschiedlichen Ermittlungsverfahren wegen Korruption und wegen Verrats von Staatsgeheimnissen durchsucht.

Lesen Sie mehr …

Mit der Legalisierung von Alkohol für Nichtmuslime will der Sudan seine Rechtsordnung weiter liberalisieren. Nichtmuslimen wird erstmals seit Jahrzehnten erlaubt, Alkohol zu konsumieren, sagte der sudanesische Justizminister Nasredeen Abdulbari am Wochenende in einem Interview mit dem Staatsfernsehen.

Bedingung sei, „dass es nicht den Frieden stört“ und der Alkohol nicht in der Öffentlichkeit getrunken werde. Im Islam ist Alkohol verboten, im Sudan lebt allerdings auch eine bedeutende christliche Minderheit.

Übertritt zu anderen Religionen wird entkriminalisiert

Abdulbari kündigte außerdem an, dass der Übertritt vom Islam zu anderen Religionen entkriminalisiert werde. Bisher konnte das Abfallen vom muslimischen Glauben im Sudan sogar mit dem Tod bestraft werden. „Niemand hat das Recht, irgendeine Person oder Gruppe als ungläubig zu bezeichnen“, sagte der Justizminister. Das bedrohe „die Sicherheit der Gesellschaft und führt zu Rachemorden“.

Abdulbari gehört einer Übergangsregierung an, die nach dem Sturz des langjährigen autoritären Staatschefs Omar al-Baschir vor einem Jahr eingesetzt worden war. In der für drei Jahre geltenden Übergangsverfassung für das nordostafrikanische Land wurde die Definition des Sudans als islamischer Staat gestrichen.

Genitalverstümmelung unter Strafe gestellt

Bereits am Freitag war im Sudan die Genitalverstümmelung bei Mädchen und Frauen unter Strafe gestellt worden. Personen, die diesen Eingriff vornehmen, können zu bis zu drei Jahren Gefängnis und einer Geldstrafe verurteilt werden. Verantwortlichen Krankenhäusern und anderen Einrichtungen droht die Schließung.

Frankreich und Großbritannien wollen eine gemeinsame Spezialeinheit der Polizei zur Bekämpfung der Schlepperei einrichten. Frankreichs Innenminister Gerald Darmanin und seine britische Kollegin Priti Patel unterzeichneten gestern ein entsprechendes Abkommen im nordfranzösischen Calais.

Der Einheit sollen laut Darmanin jeweils sechs britische und französische Mitglieder angehören. Ihren Sitz soll sie in Coquelles nahe Calais haben, von wo aus viele Menschen versuchen, den Ärmelkanal zu überqueren. Ziel sei ein schnellerer Austausch von Informationen zwischen den beiden Ländern.

2019 fast 2.800 Personen gerettet

„Wir müssen unsere Zusammenarbeit im Sicherheitsbereich stärken, insbesondere im Kampf gegen die illegale Überquerung des Ärmelkanals durch Migranten, die ihr Leben riskieren“, schrieb Darmanin auf Twitter.

Patel sprach – auch auf Twitter – von einer „untragbaren“ Zahl an Menschen, die jedes Jahr illegal den Ärmelkanal überquerten. Tatsächlich hat ihre Zahl im vergangenen Jahr trotz der Gefahren durch regen Schiffsverkehr, starke Strömungen und niedrige Wassertemperaturen zugenommen. 2019 wurden insgesamt 2.758 Menschen von den französischen und britischen Behörden auf dem Ärmelkanal gerettet – viermal mehr als 2018.

Trotz der einschneidenden Folgen der in Spanien besonders heftig verlaufenen Coronavirus-Krise haben die ersten Regionalwahlen keine großen Veränderungen gebracht. Separatistische Parteien konnten gestern im Baskenland und in Galicien Gewinne verzeichnen.

Im Baskenland kam die separatistische liberale PNV des Regierungschefs Inigo Urkullu bei Zugewinnen auf 31 Sitze im Regionalparlament, drei mehr als 2016. Sie braucht jedoch wie zuvor andere Parteien für eine Mehrheit, wie das spanische Fernsehen und andere Medien berichteten.

Konservative stärkste Kraft in Galicien

In Galicien bestätigte die konservative Partido Popular (PP) von Regierungschef Alberto Nunez Feijoo ihre Stellung als stärkste Kraft und konnte ihre absolute Mehrheit mit 41 Sitzen halten. Auf Platz zwei schob sich die linke separatistische Partei BNG mit 19 Sitzen vor, 13 mehr als vor vier Jahren.

Die noch neue rechtspopulistische Partei Vox eroberte im Baskenland einen Sitz, da dort nur eine Dreiprozenthürde für den Einzug ins Parlament gilt. In Galicien, wo eine Fünfprozenthürde gilt, schaffte sie nicht den Sprung ins Parlament.

Zugewinne für Sanchez-Partei

Die sozialdemokratisch geprägte spanische Regierungspartei PSOE von Ministerpräsident Pedro Sanchez verbesserte sich im Baskenland um einen auf zehn Sitze, in Galicien könnte sie ebenfalls einen Sitz hinzugewinnen und kam auf 14 Sitze.

Den Wahlen wurde allerdings kein Testcharakter für die umstrittene CoV-Politik der Zentralregierung beigemessen, weil eher regionale Themen im Vordergrund standen. Die Wahlen sollten ursprünglich am 5. April stattfinden, waren aber wegen der Pandemie verschoben worden.

COV Inland

Die Zahl der Personen, die in Österreich mit dem Coronavirus infiziert sind, liegt bei 1.237 (Stand gestern, 23.00 Uhr). 83 Menschen liegen wegen Covid-19 im Spital, zehn davon auf der Intensivstation. Seit Beginn der Pandemie wurden landesweit insgesamt 18.845 Personen positiv auf SARS-CoV-2 getestet, 16.952 Menschen gelten als genesen. Die Gesamtzahl der Testungen beträgt aktuell 696.740.

682 Menschen sind in Österreich an dem Coronavirus gestorben, wobei für die Zählung die Definition des Epidemiologischen Meldesystems (EMS) ausschlaggebend ist.

Karten, Grafiken und Informationen zu aktuellen Fällen und zum Epidemieverlauf in ORF.at/corona/daten

Hinweis zur Aktualisierung der Daten

Um die Daten weiter aktuell zu halten, übernimmt ORF.at die Informationen direkt aus dem offiziellen Dashboard des Gesundheitsministeriums. Die aktuellen Fallzahlen im Kopf der Seite werden stündlich aktualisiert, die Verlaufsgrafiken zum Tageswechsel, um die Vergleichbarkeit zu gewährleisten.

Genaue Informationen zu Definitionen, Herkunft der Daten, Aktualisierung und FAQs finden sich im Infopoint Coronavirus von ORF.at.

Mehr dazu in Daten und Karten und Daten-Updates und Quellen

Inland

Vizekanzler Werner Kogler (Grüne) hat ebenfalls keinen Laptop. Das hat Kogler gestern in der ZIB2 gesagt, nachdem Finanzminister Gernot Blümel (ÖVP) und FPÖ-Chef Norbert Hofer die Abgeordneten im Untersuchungsausschuss mit entsprechenden Aussagen verblüfft und verärgert hatten. Kogler hat nach eigenem Bekunden allerdings ein Tablet und einen Computer, den er aber nur selten nutze.

Kogler zu Maßnahmen gegen CoV-Häufungen und seinen Geräten

Grünen-Bundessprecher und Vizekanzler Werner Kogler will regionale Häufungen von CoV-Fällen mit regional begrenzten Maßnahmen eindämmen. Zum „Ibiza“-U-Auschuss befragt, erklärte Kogler in der ZIB2, ebenfalls keinen Laptop zu besitzen.

Aufgekommen war das Laptop-Thema, weil Blümel vorige Woche im „Ibiza“-Untersuchungsausschuss zu den vor der Wahl geschredderten Festplatten des Bundeskanzleramts befragt wurde. Der frühere ÖVP-Kanzleramtsminister gab dabei an, bei der Amtsübergabe an die Übergangsregierung 2019 nur sein Handy abgeliefert zu haben, weil er über keinen Laptop verfügt habe. Auch Hofer gab an, als Minister der ÖVP-FPÖ-Regierung keinen Laptop genutzt zu haben.

Die Aussagen sorgten für Erstaunen und Empörung, weil beide Politiker auf älteren Fotos sehr wohl bei der Arbeit mit Notebooks zu sehen sind. Kogler sagte dazu, er könnte eine entsprechende Frage „mit einem aufrichtigen Nein“ beantworten: „Ich hab ein Tablet, ich hab ein Handy und viele Computer bei uns im Ministerium. Ich benutze meinen nur selten.“

Kogler für Verlängerung von Kurzarbeit

Inhaltlich bekräftigte Kogler, die Kurzarbeit im Herbst verlängern zu wollen. Die von der SPÖ geforderte generelle Arbeitszeitverkürzung würde der Grünen-Chef lieber auf Branchen- oder Betriebsebene „andenken“, wie das zuvor auch WIFO-Chef Christoph Badelt gesagt hatte.

Längerfristig müsse man nämlich zwar sowohl die Kosten der Arbeit als auch die Arbeitszeit in Einklang bringen: „Aber das muss schon so passieren, dass man der österreichischen Volkswirtschaft nicht schadet. Denn man muss wettbewerbsfähig bleiben.“

EU

Großbritannien will 705 Millionen Pfund (787,09 Mio. Euro) bereitstellen, um seine Grenzen auf die Loslösung von der EU vorzubereiten. Mit dem Geld sollen neue Grenzposten und IT-Systeme finanziert sowie 500 neue Grenzbeamtinnen und Grenzbeamte angestellt werden, wie die Regierung in London gestern mitteilte.

Das zusätzliche Personal solle die Sicherheit der Grenze garantieren, aber auch Zollkontrollen abwickeln, wenn Großbritannien den EU-Binnenmarkt verlässt.

Großbritannien war am 31. Jänner aus der EU ausgetreten. In der Übergangsphase bis Jahresende bleibt das Land noch im EU-Binnenmarkt und in der Zollunion. Die EU hat London dabei eine Freihandelszone ohne Zölle und Einfuhrquoten in Aussicht gestellt. Die Verhandlungen über die Ausgestaltung kommen aber seit Monaten nicht voran.

Wirtschaft

Auch bei der Vergabe staatlich garantierter Hilfskredite an Unternehmen gegen die Coronavirus-Krise muss die Rückzahlbarkeit der Ausleihungen gegeben sein. Das betonen Vertreter des heimischen Bankensektors gegen Kritik von Firmen, dass derartige Kredite zu streng geprüft und die Auszahlungen nur sehr zögernd erfolgen würden. Auch Kreditschützer warnen vor zu leichtfertigen Kreditvergaben.

„Die Banken müssen sich die Rückzahlbarkeit bei jedem Kredit anschauen. Das gilt auch für die garantierten Kredite“, betonte Franz Rudorfer, Geschäftsführer der Bundessparte Bank und Versicherung der Wirtschaftskammer (WKÖ) heute im Ö1-„Morgenjournal“ des ORF-Radio. Aber natürlich werde durch die teils bis 100 Prozent reichende staatliche Garantie die Kreditvergabe leichter.

„Banken müssen Finanzierung weiterhin prüfen“

Bei Firmen müsse man darauf achten, dass dort nicht unerfüllbare Erwartungshaltungen geschaffen werden, sagte der Chef der Erste Bank Österreich, Peter Bosek, im Radio. Denn natürlich müssten „die Banken weiterhin die Rückführung oder die Rückführbarkeit der Finanzierung überprüfen“. Es gelte hier von Anfang an Enttäuschungen zu verhindern. Es liege natürlich immer an der Beurteilung des Geschäftsmodells eines Unternehmens, ob Banken zusätzlich Kredite vergeben könnten.

Creditreform-Chef Gerhard Weinhofer goutiert die strenge Vergabe-Linie. Er warnte im Radio davor, „dass sogenannte Zombie-Unternehmen gezüchtet werden. Das sind Unternehmen, die einfach keinen funktionierenden Businessplan haben.“

Sport

Obwohl die ATP-Tour erst am 14. August mit dem Turnier in Washington wieder ihren Betrieb aufnehmen soll, hat Dominic Thiem schon jetzt wieder fast sein „normales“ Profileben zurück. Österreichs Nummer eins hetzt von einem Einladungsturnier zum nächsten. Nach seinem Turnier in Kitzbühel ist Thiem nun in Berlin zu Gast. In der deutschen Hauptstadt darf der Niederösterreicher sogar zwei Beläge testen.

Lesen Sie mehr …

Chronik

Ein Gleitschirmflieger ist in Deutschland mit seinem Schirm in den Seilen einer Gondel hängen geblieben – und hat sich mit einer gewagten Aktion selbst gerettet. Der 52-Jährige ist laut Angaben der Bergwacht Lenggries durch einen Windstoß überrascht worden und in die Seile der Brauneckbahn in Lenggries geflogen.

Er schaffte es dann aber, sich auf die Gondel zu retten. Die Gondel fuhr langsam zur nächsten Stütze der Seilbahn, dort konnte er von Bergrettern geborgen werden.

Ein mit seinem ausgewachsenen Puma in den Wald geflüchteter Raubtierfan hat sich nach zwei Tagen der polnischen Polizei gestellt. Wie der Fernsehsender TVN24 gestern berichtete, gab er den Puma davor noch selbst in einem Zoo ab, wie es ein Gericht angeordnet hatte. Seine Flucht erklärte der Mann nach Polizeiangaben als unüberlegte Reaktion auf eine für ihn „emotional schwierige Situation“.

Seit Freitag hatte die Polizei, unterstützt von einem Hubschrauber und Drohnen, in einem schlesischen Waldgebiet nach dem Ex-Soldaten und seiner Raubkatze gesucht. Dort hatte er sich versteckt, nachdem Beschäftigte eines Zoos aufgrund einer Gerichtsentscheidung versucht hatten, ihm das Tier wegzunehmen, das er illegal bei sich zu Hause in der Gemeinde Ogrodzieniec gehalten hatte.

Nach Zeugenaussagen soll der Mann der Zoodirektorin zugerufen haben, der Puma sei sein Kind, das er aufgezogen habe und niemals hergeben wolle. Auch soll er die Zoobeschäftigten mit einem Messer bedroht haben. Da die Polizei nicht ausschloss, dass der Afghanistan-Veteran noch weitere „gefährliche Gegenstände“ bei sich haben könnte, waren auch Mitglieder einer Anti-Terror-Einheit an der Suche beteiligt. Der Puma könnte ebenfalls gefährlich sein, hatte die Direktorin des Zoos im Fernsehen gewarnt: „Das ist kein Kuscheltier!“

Bei der aktuellen Ziehung bei Lotto „6 aus 45“ hat niemand die sechs Richtigen getippt. Es gibt einen Doppeljackpot in Höhe von mehr als 1,5 Millionen Euro.

Folgende Gewinnzahlen wurden ermittelt:

8 17 18 33 42 45/Zusatzzahl 32

Die Gewinnzahlen der LottoPlus-Ziehung lauten:

13 18 35 40 43 44

Der aktuelle Joker:

5 9 8 0 6 8

Alle Angaben ohne Gewähr

Gesundheit

IT

Die Sperre der Twitter-Konten der rechtsextremen Identitären in Österreich war keine Einzelaktion. Zuvor wurden weltweit alle Präsenzen der rechtsextremen Gruppe deaktiviert, darunter auch der Account ihres einflussreichen Ideologen Stefan Molyneux. Auslöser dafür war eine in den USA erschienene Untersuchung über Verbindungen der Rechtsextremen zu rassistisch motivierten Morden in Neuseeland, Deutschland und den USA.

Um solche Figuren vom rechten Rand rittern mittlerweile mehrere „Free Speech“-Plattformen, die beiden größten sind die Kurznachrichtendienste Parler und The Gab.

Mehr dazu in fm4.ORF.at

Science

Kultur

Die Schauspielerin Kelly Preston, Ehefrau von US-Star John Travolta, ist im Alter von 57 Jahren gestorben. „Schweren Herzens teile ich Euch mit, dass meine wunderbare Ehefrau Kelly ihren zweijährigen Kampf gegen den Brustkrebs verloren hat“, schrieb Travolta (66) auf Instagram. „Sie kämpfte einen tapferen Kampf mit der Liebe und Unterstützung von so vielen.“

Preston habe sich dazu entschieden, ihren Kampf gegen den Krebs geheim zu halten und sei einige Zeit medizinisch betreut worden, zitierte das US-Portal „People“ einen Sprecher. Die Schauspielerin starb am Sonntag. Mit ihrem Ehemann John Travolta hatte die Schauspielerin drei Kinder, der gemeinsame Sohn Jett war 2009 mit 16 Jahren gestorben. Das Paar war seit 1991 verheiratet.

Lifestyle

Leute

Der einzige Enkel der Rock-’n’-Roll-Legende Elvis Presley ist tot. Benjamin Keough starb gestern im Alter von 27 Jahren in Kalifornien, wie der Manager seiner Mutter Lisa Marie Presley der Nachrichtenagentur AFP bestätigte.

Der Manager Roger Widynowski machte keine genaueren Angaben zu Keoughs Todesumständen. Lisa Marie Presley – die einzige Tochter von Elvis Presley aus seiner Ehe mit der Schauspielerin Priscilla Presley – sei „untröstlich und am Boden zerstört“. Sie habe den „Burschen verehrt“, sagte Widynowski. „Er war die Liebe ihres Lebens.“

Der Website TMZ zufolge wurde Keoughs Leiche in Calabass bei Los Angeles gefunden; sie wies demnach eine selbst zugefügte Schusswunde auf.

Anmerkung der Redaktion

ORF.at gestaltet die Berichterstattung über Suizide bewusst zurückhaltend und verzichtet, wo es möglich ist, auf Details. Wenn Sie sich selbst von Suizidgedanken betroffen fühlen, kontaktieren Sie bitte umgehend die Telefonseelsorge unter der kostenlosen Nummer 142.

Musiker und Schauspieler

Keough war nur selten in der Öffentlichkeit zu sehen. Lisa Marie Presley beschrieb seine Ähnlichkeit zu seinem Großvater jedoch als „absolut verblüffend“.

Laut TMZ arbeitete Keough als Musiker und eine Zeit lang auch als Schauspieler. Demnach nahm er auch an der Gedenkveranstaltung zu Elvis Presleys 40. Todestag 2017 in Memphis teil.

Das Hollywood-Ehepaar Jada Pinkett Smith (48) und Will Smith (51) hat erstmals öffentlich gemeinsam über eine Affäre der Schauspielerin gesprochen. Sie seien als Paar durch eine „sehr schwierige Zeit“ gegangen und hätten die Beziehung vorübergehend beendet, als Jada Pinkett Smith eine „Verstrickung“ mit dem 27 Jahre alten August Alsina begonnen habe, sagten die beiden in ihrer Onlineshow „Red Table Talk“.

Schauspieler Will Smith und seine Frau Jada
APA/AFP/Valerie Macon

Inzwischen hätten sie sich aber wieder versöhnt. Das Paar ist seit 1997 verheiratet und hat zwei Kinder. Will Smith wurde als Rapper berühmt und hatte als Schauspieler unter anderem Rollen in der Sitcom „Der Prinz von Bel-Air“ sowie in Filmen wie „Men in Black“, „Ali“ und „Das Streben nach Glück“. Jada Pinkett Smith spielte zuletzt in Filmen wie „Angel Has Fallen“ und „Bad Moms“.

Panorama

Japanerinnen und Japaner lassen sich die Reiselust durch die Coronavirus-Krise nicht vermiesen: Jetzt gehen sie eben online auf Busreisen – und machen dabei dem Ruf ihres Landes als Hightech-Nation mit Hang zum Verspielten alle Ehre. Eine Busgesellschaft nimmt zu diesem Zweck ihre Kunden mit Hilfe von Zoom mit auf die große „Fahrt“ – mit allem, was das Reisen in einem Limousinenbus gewöhnlich so zu bieten hat, so eine Sprecherin des Unternehmens Kotobus Tours.

Während die Passagiere bei sich zu Hause am Computerbildschirm ihren Sitz einnehmen, werden die „Fahrgäste“ über Zoom von einer freundlichen jungen Busbegleiterin und dem Busfahrer begrüßt. Dabei genießen die Fahrgäste von zu Hause aus mit Hilfe eingespielter Videos der tatsächlichen Reiseroute die schöne „Aussicht“.

Kulinarisches per Post

An den Reisezielen sind zudem live Tourismusvertreter zugeschaltet, die die Gäste in der Ferne fröhlich willkommen heißen und die jeweiligen örtlichen Attraktionen erläutern – ganz so, wie man es von echten Busreisen kennt.

Und da kulinarische Spezialitäten mit zu den Höhepunkten einer jeden Reise in Japan gehören, erhalten die Fahrgäste vor Reisebeginn per Post ein Reisepaket samt örtlichen Spezialitäten, die sie während der virtuellen Busreise verzehren.

Bis zu 15 Fahrgäste können pro Onlinereise „zusteigen“, der Preis beträgt 4.980 Yen (rund 41 Euro). Derzeit hat die Busgesellschaft drei von vier Onlinereisen im Angebot, wie die Sprecherin mitteilte. Auf die Idee kam die Firma, nachdem wegen der Pandemie kein Reisebus mehr fahren konnte. Da die Onlinebusreisen gut ankommen, erwäge man jetzt, sie auch nach dem Ende der Coronavirus-Pandemie weiter anzubieten.