Ausland

Mehr als 100.000 Menschen haben gestern Abend in der israelischen Küstenstadt Tel Aviv erneut gegen die Politik der rechts-religiösen Regierung demonstriert. Auch in anderen Städten gingen wieder Menschen auf die Straße. Die Proteste dauern bereits seit 38 Wochen an. Auf einem riesigen Banner mit rotem Hintergrund, das Demonstranten in Tel Aviv trugen, stand neben dem Bild des Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu: „Diktator auf der Flucht“ Der Regierungschef hält sich gegenwärtig in den USA auf. Auch dort wird sein Besuch von Protesten gegen die umstrittene Justizreform seiner Regierung begleitet.

Demonstranten in Tel Aviv
Reuters/Roei Kastro

Das Parlament in Jerusalem hatte Ende Juli trotz Widerstandes eine erste Gesetzesänderung zur von der Regierung vorangetriebenen Justizreform verabschiedet. Diese nimmt dem obersten Gericht die Möglichkeit, gegen „unangemessene“ Entscheidungen der Regierung, des Ministerpräsidenten oder einzelner Minister vorzugehen.

Kritiker stufen das Vorgehen der Regierung als Gefahr für Israels Demokratie ein. Netanjahus Regierung argumentiert dagegen, das Gericht sei in Israel zu mächtig, man wolle lediglich ein Gleichgewicht wiederherstellen. Bisherige Verhandlungen über einen Kompromiss blieben erfolglos. Das oberste Gericht befasst sich mit acht Petitionen gegen die umstrittene Gesetzesänderung.

Ein Jahr nach ihrem Wahltriumph bei den italienischen Parlamentswahlen am 25. September 2022 hat sich Italiens Premierministerin Giorgia Meloni enttäuscht über die Bilanz ihrer Regierung in Sachen Bekämpfung der illegalen Migration gezeigt. „Ich hatte mir bei der Einwanderungspolitik mehr erhofft. Wir haben viel gearbeitet, aber die Ergebnisse sind nicht das, was wir uns erhofft hatten“, so Meloni im Interview mit Rai 1 gestern.

„Migration ist ein sehr komplexes Thema, aber ich bin sicher, dass wir es in den Griff bekommen werden“, so Meloni. Italien sei jetzt vom politischen Standpunkt „glaubwürdiger und stabiler“ geworden und habe auf der internationalen Bühne mehr Gehör gefunden.

„Italien war das Schlusslicht Europas, während es heute mehr wächst als alle anderen europäischen Länder“, sagte Meloni. Sie zeigte sich überzeugt, dass sie eine ganze fünfjährige Legislaturperiode im Amt bleiben werde. In diesem Zeitraum wolle sie die großen Reformen durchführen, die Italien benötige, unter anderem eine Steuer- und eine Justizreform. „Es gibt noch viel zu tun, aber wir werden unsere Verpflichtungen erfüllen“, versicherte die Chefin der postfaschistischen Fratelli d’Italia (Brüder Italiens).

Nach dem Ende der Militäroffensive von Aserbaidschan in Bergkarabach hat gestern ein erster Hilfskonvoi die Kaukasus-Region erreicht. Ein Journalist der Nachrichtenagentur AFP sah, wie Lastwagen des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) am armenischen Grenzposten Kornidsor vorbeifuhren. Die mit „70 Tonnen Hilfsgütern“ beladenen Fahrzeuge hätten den „Latschin-Korridor passiert“ und würden den Menschen „hauptsächlich humanitäre Güter und Lebensmittel“ bringen, sagte die örtliche IKRK-Sprecherin Zara Amatuni AFP.

Lkw mit Hilfsgütern trifft in Bergkarabach ein
Reuters/Irakli Gedenidze

Die Lage in Bergkarabach und die humanitäre Versorgung der Menschen an Ort und Stelle hatten zuletzt international Besorgnis ausgelöst. US-Vertreter warfen der autoritären Führung von Präsident Ilham Alijew vor, „eine humanitäre Katastrophe in Bergkarabach“ herbeizuführen.

Humanitäre Lage „furchtbar“

Eine Sprecherin der proarmenischen Behörden bezeichnete die humanitäre Situation als „furchtbar“. In der Gebietshauptstadt Stepanakert gebe es „keine Elektrizität, kein Gas, kein Essen, keinen Brennstoff, keine Internet- und Telefonverbindung“. Ein Reporter der AFP berichtete von Knappheit an Lebensmitteln, Wasser, Medizin und Benzin.

Diese Woche hatte Aserbaidschan eine großangelegte Militäroffensive in Bergkarabach gestartet. Eine Waffenstillstandsvereinbarung wurde geschlossen, danach begannen die proarmenischen Kämpfer russischen Angaben zufolge mit der Waffenabgabe. Zuvor hatten die De-facto-Behörden von Bergkarabach erklärt, Verhandlungen mit Baku über die Eingliederung der Region in das Nachbarland Aserbaidschan akzeptiert zu haben.

Bergkarabach gehört völkerrechtlich zu Aserbaidschan, in dem Gebiet leben aber überwiegend Armenier. Aserbaidschan und Armenien streiten seit dem Zerfall der Sowjetunion um die Enklave und hatten sich deshalb bereits zwei Kriege geliefert, zuletzt im Jahr 2020.

Nach neuen gewaltsamen Protesten von Palästinensern im Gazastreifen an der Grenze zu Israel hat die israelische Armee gestern einen Militärposten der dort herrschenden islamistischen Hamas angegriffen. Der Posten befinde sich in der Nähe der Proteste, während der Schüsse auf israelische Soldaten abgegeben worden seien, teilte die Armee mit.

Der Angriff sei mit einer Drohne erfolgt. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums im Gazastreifen wurden zuvor mindestens drei Palästinenser durch Schüsse israelischer Soldaten verletzt.

Nach Medienberichten setzten Palästinenser Brandsätze und brennende Reifen ein. Auch Brandballons seien erneut nach Israel geschickt worden. Palästinenser demonstrierten in Fischerbooten vor der Küste des Gazastreifens im Mittelmeer gegen die Blockade des Palästinensergebietes.

An der Gaza-Grenze war es zuletzt wieder häufiger zu Konfrontationen gekommen, die die Sorge um einen neuen größeren Konflikt schürten. Bereits in der vergangenen Woche hatte das Militär nach Konfrontationen Luftangriffe auf einen Hamas-Posten geflogen.

In Frankreich sind gestern mehrere tausend Menschen gegen Polizeigewalt auf die Straße gegangen. Landesweit gab es etwa 100 Protestveranstaltungen.

Bei der Kundgebung in Paris wurde ein Polizeiauto von Demonstranten mit Eisenstangen angegriffen, wie der französische Nachrichtensender BFM TV unter Berufung auf die Polizei berichtete. Dabei sollen Beamte verletzt worden sein.

Demonstranten in Paris
AP/Michel Euler

Zu den Demonstrationen haben zahlreiche Organisationen drei Monate nach dem Tod eines Jugendlichen bei einer Polizeikontrolle bei Paris aufgerufen. Sie beklagen systemischen Rassismus, Polizeigewalt und eine wachsende soziale Ungleichheit, unter der vor allem die Bewohner der Vorstädte zu leiden hätten.

Die Regierung von Präsident Emmanuel Macron hat seitdem weder ein Konzept zur Verbesserung der Lage in den sozial abgehängten Vorstädten vorgelegt, noch wurde das Auftreten der Polizei kritisch analysiert.

Inland

Das Ringen um das Erneuerbare-Wärme-Gesetz (EWG) geht weiter. Bereits im November 2022 wurde das Gesetz im Ministerrat beschlossen, im Parlament scheiterte es aber an der notwendigen Zweidrittelmehrheit.

Vor zwei Wochen ließ ÖVP-Energiesprecherin Tanja Graf mit der Ansage aufhorchen, das Gesetz sei „von der Struktur her falsch aufgebaut“. Sowohl Graf als auch der Energiesprecher der Grünen, Lukas Hammer, bekräftigten zuletzt gegenüber der APA: „Die Verhandlungen laufen.“ Mehr wollte die ÖVP allerdings nicht dazu sagen.

„Im März waren wir fast schon so weit“

Da das EWG auch in die Kompetenzen der Bundesländer eingreift, ist die Zweidrittelmehrheit im Nationalrat notwendig. Diese wäre entweder mit der FPÖ oder der SPÖ zu erreichen, inhaltlich sei eine Einigung mit der FPÖ aber eher unwahrscheinlich, sagte Hammer.

„Im März waren wir fast schon so weit“, so der grüne Energiesprecher. Die Einigung sei dann aber an der SPÖ gescheitert. Die Regierungsparteien müssten deshalb jetzt untereinander überlegen, in welchen Bereichen man den Sozialdemokraten entgegenkommen kann. Es gebe laufend Gespräche, auch mit der SPÖ.

SPÖ fühlt sich nicht eingebunden

Aus Sicht der SPÖ stellt sich die Lage anders da. Die letzte Verhandlung zum EWG mit der SPÖ habe es am 13. März gegeben, seither habe es keine Einladung mehr gegeben. „Was das EWG betrifft, gibt es keine Gespräche, keine Verhandlungen und keine Informationen“, sagte der rote Energiesprecher Alois Schroll.

Die SPÖ will unter anderem, dass Förderungen für den Heizungstausch über das Jahr 2026 hinaus gewährt werden. Zudem sollen „Mieter nicht auf den Kosten für den Heizungstausch sitzen bleiben“. Weiters fordert sie eine parallele Novellierung des Miet- und Wohnrechts. „Unsere Hand war und ist zu jeder Zeit für Verhandlungen ausgestreckt“, sagte der Energiesprecher abschließend.

Laut Hammer soll das Gesetz „so rasch wie möglich“, aber jedenfalls noch in der heurigen Legislaturperiode kommen. Die Grünen seien Widerstand bei Klimagesetzen gewöhnt. Ziel sei weiterhin der Ausstieg aus Öl und Gas in der Raumwärme. Notwendig sei das EWG auch deshalb, weil die Dekarbonisierung in der Raumwärme auf individueller Ebene nicht umsetzbar sei.

An den Universitäten treten mit dem Beginn des Studienjahrs Anfang Oktober zahlreiche neue Rektorinnen und Rektoren ihre Ämter an. Einen Wechsel gibt es an der Wirtschaftsuniversität (WU) Wien, den beiden Technischen Universitäten (TU) in Wien und Graz, der Montanuniversität Leoben, der Universität Linz und der Universität für angewandte Kunst.

Die beiden prominentesten Abgänge gibt es in Wien. Nach zwölf Jahren scheidet Sabine Seidler an der Technischen Universität (TU) Wien aus dem Amt, ihr folgt der Statiker und Vizepräsident der Technischen Universität (TU) Darmstadt, Jens Schneider.

Vitouch führt vorerst uniko

Damit endet auch Seidlers Amtszeit als Präsidentin der Universitätenkonferenz (uniko), wo bis zur turnusmäßigen Neuwahl im Dezember Vizepräsident Oliver Vitouch (Uni Klagenfurt) die Geschäfte führen wird. An der Angewandten folgt die Innovationsforscherin Petra Schaper-Rinkel auf Langzeit-Amtsinhaber Gerald Bast, der sich nach fast 24 Jahren an der Spitze der Kunstuni verabschiedete.

An der Wirtschaftsuniversität (WU) Wien löst der Volkswirtschafts-Professor Rupert Sausgruber Edeltraud Hanappi-Egger ab, die nach zwei Amtszeiten nicht mehr für eine neue Funktionsperiode kandidierte. Nach drei Amtsperioden Abschied nimmt Harald Kainz an der TU Graz, ihm folgt ab 1. Oktober der Informatiker und langjährige Vizerektor Horst Bischof.

Keine Nachfolge in Salzburg

Ebenfalls drei Amtsperioden hat an der Montanuni Wilfried Eichlseder hinter sich – an seiner Stelle führt ab dem neuen Studienjahr sein bisheriger Vizerektor Peter Moser die Geschäfte in Leoben. In Linz übernimmt der Wirtschaftsinformatiker Stefan Koch den Rektorensessel nach zwei Amtsperioden von Meinhard Lukas. Auch er war schon bisher Vizerektor.

Auch an der Universität Salzburg sollte am 1. Oktober eigentlich die Amtszeit eines neuen Rektors beginnen. Dort hat man es aber bisher nicht geschafft, sich auf die Nachfolge bzw. Wiederbestellung von Lehnert zu einigen. Nach diversen Unstimmigkeiten liegt der Bestellungsvorgang derzeit aufgrund einer Aufsichtsbeschwerde beim Bildungsministerium auf Eis.

Die Umwidmungen von Grundstücken mehrerer Wiener SPÖ-Politikerinnen und -Politiker in einem Kleingartenverein in der Donaustadt sorgen weiter für Kritik der politischen Konkurrenz. Die ÖVP legte gestern nach und forderte, dass alle Betroffenen bis zu einer umfassenden Klärung der Vorwürfe ihre Ämter ruhend stellen sollen.

„In vergleichbaren Situationen mussten Vertreter anderer Parteien ihre Ämter ruhend stellen, bis es zu einer umfassenden Klärung der Vorwürfe kam. Es ist unverständlich, warum dies auf einmal nicht mehr gelten soll, nur weil die Beschuldigten ein rotes Parteibuch haben“, kritisierte ÖVP-Generalsekretär Christian Stocker in einer Aussendung.

Die ÖVP schließt sich damit der Forderung der anderen Oppositionsparteien in Wien an. Die Grünen hatten bereits die Ruhendstellung der Funktionen der betroffenen SPÖ-Politiker gefordert, die FPÖ verlangte ihren Rücktritt.

FPÖ sieht Babler gefordert

Nun forderten die Freiheitlichen auch SPÖ-Chef Andreas Babler auf, dafür zu sorgen, dass jeder einzelne SPÖ-Politiker alle Deals offenlege und die entsprechenden Konsequenzen trage. „Wenn Babler zur Vertuschung und Verzögerung beiträgt, ist er rücktrittsreif“, so FPÖ-Generalsekretär Michael Schnedlitz in einer Aussendung.

Laut Medienberichten liegt in der Sache auch eine Anzeige bei der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) vor. Gegen wen sie sich richtet, ist allerdings nicht bekannt. Nachdem nun der Anfangsverdacht geprüft wird, steht noch nicht fest, ob es überhaupt zu einem Ermittlungsverfahren kommt.

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Kommende Woche gehen die Verhandlungen für eine Wahlplattform von ÖVP und Liste „Für Innsbruck“ in der Tiroler Landeshauptstadt in das Finale – überschattet durch ÖVP-interne Streitereien. Das ist vor allem für die offenbar geplante Spitzenkandidatur von Staatssekretär Florian Tursky (ÖVP) ein strategisches Problem, so Politologe Peter Filzmaier.

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Ukraine-Krieg

Bei russischen Angriffen im ostukrainischen Gebiet Donezk ist eine 74 Jahre alte Frau in der Ortschaft Elisawetiwka getötet worden. In der Stadt Awdijiwka wurde zudem ein 44 Jahre alter Mann durch Granatenbeschuss verletzt, wie eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft des Gebiets dem Sender Suspilne Donbas sagte. Demzufolge wurde Awdijiwka mit Mehrfachraketenwerfern angegriffen.

Erst in der Nacht davor waren bei russischen Raketenangriffen auf die Stadt Kurachowe im Gebiet Donezk offiziellen Angaben zufolge 16 Menschen verletzt worden.

Die Region Donezk ist schwer umkämpft. Wegen des ständigen Beschusses hat die ukrainische Regierung im Sommer eine Evakuierung der Ortschaften im Donbas vor Anbruch der Heizperiode empfohlen. Nach Angaben der Nachrichtenagentur UNIAN sind seither 250.000 Menschen in andere Regionen ausgereist.

Zwei Monate nach dem Ausstieg Russlands aus dem Getreideabkommen hat ein zweites mit Weizen aus der Ukraine beladenes Schiff die Türkei erreicht. Der Frachter „Aroyat“ erreichte heute in Istanbul über den südlichen Ausgang des Bosporus das Marmarameer, wie aus Daten der Websites Marine Traffic und Vessel Finder hervorging. Das Schiff hat 17.600 Tonnen Weizen geladen, die für Ägypten bestimmt sind.

Am Donnerstag hatte mit der „Resilient Africa“ bereits ein erstes Schiff mit ukrainischem Weizen die Türkei erreicht. Die „Resilient Africa“ und die „Aroyat“, die beide unter der Flagge von Palau fahren, hatten zuvor den ukrainischen Hafen Tschornomorsk angesteuert, um insgesamt rund 20.000 Tonnen Weizen an Bord zu nehmen.

Es waren die ersten Getreidefrachter, die seit dem Ende des Abkommens mit Moskau über das Schwarze Meer einen ukrainischen Hafen erreichten. Die „Resilient Africa“ legte am Dienstag wieder ab, die „Aroyat“ am Donnerstag.

Der russische Außenminister Sergej Lawrow hat den westlichen Staaten wegen ihrer Unterstützung für die Ukraine vorgeworfen, „direkt“ gegen Russland zu „kämpfen“. „Sie können es nennen wie Sie wollen, aber sie kämpfen mit uns, sie kämpfen direkt mit uns“, sagte Lawrow gestern am Rande der UNO-Vollversammlung in New York. „Wir nennen es hybriden Krieg, aber das ändert nichts an der Wirklichkeit“, fügte er hinzu und verwies auf Finanzhilfe, Bewaffnung und „Söldner“ aus westlichen Ländern.

US-Präsident Joe Biden hatte wiederholt gesagt, dass er eine direkte Konfrontation mit Russland vermeiden will und keine US-Soldaten entsenden wird. Seine Regierung hat sich zudem von ukrainischen Angriffen auf Ziele innerhalb Russlands distanziert.

Die USA und europäische Staaten, die Kiew seit der russischen Invasion im Februar 2022 Waffensysteme liefern, wiederholen eindringlich, dass sie sich nicht im Krieg mit Russland befinden, sondern die Ukraine bei ihrer Verteidigung unterstützen.

Lawrow verwies hingegen auf Militärausrüstung im Wert von Milliarden Dollar für Kiew sowie auf die Unterstützung des US- und des britischen Geheimdienstes und die Präsenz westlicher Militärberater in der Ukraine. Der Westen „kämpft de facto gegen uns, nutzt die Körper von Ukrainern“, sagte der russische Chefdiplomat weiter.

UNO-Vorschläge zu Getreide „nicht realistisch“

Lawrow äußerte sich außerdem zu Vorschlägen von UNO-Generalsekretär Antonio Guterres zur Wiederbelebung des aufgekündigten Abkommens zum Export ukrainischen Getreides. Diese bewertet Russland als nicht zielführend. „Wir lehnen sie nicht ab. Sie sind einfach nicht realistisch“, so Lawrow. Er betonte dabei erneut, dass Russland trotz des nun ausgesetzten Deals nicht wie eigentlich vereinbart eigenes Getreide und Düngemittel ausführen habe können.

Guterres hatte Moskau vor einigen Wochen detaillierte Vorschläge gemacht, damit Russland die erneute Blockade der Häfen im Schwarzen Meer beendet und das Abkommen wieder in Kraft setzt.

Angesichts der jüngsten Verstimmungen zwischen Polen und der Ukraine hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj Freundschaftssignale an die polnische Bevölkerung gesendet. Auf der Rückreise vom UNO-Hauptsitz in New York legte Selenskyj einen Zwischenstopp in Polen ein und zeichnete dort zwei Vertreter der Zivilgesellschaft für ihren Einsatz aus – eine Frau und einen Mann, die die medizinische Versorgung verletzter ukrainischer Kinder und verwundeter Soldaten organisiert haben. Er dankte allen Polen, die der Ukraine geholfen hätten. Herausforderungen könnten die Bindungen der beiden Völker nicht erschüttern.

Coronavirus

Der Leiter der Infektiologie an der Klinik in Wien-Favoriten, Christoph Wenisch, sagt, dass er sich mehr gegen die Coronavirus-Impfpflicht "hätte wehren sollen“. Diesen „Irrweg“ hätte man sich ersparen können.

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Sport

Die imposante Erfolgsserie von Red Bull Salzburg in der Admiral Bundesliga ist gestern Abend sensationell gegen Blau-Weiß Linz gerissen. Die „Bullen“ mussten sich dem Aufsteiger mit 0:1 (0:0) geschlagen geben und gingen nach 37 Runden bzw. 45 Heimspielen ohne Niederlage erstmals seit einem 1:2 gegen Vizemeister Puntigamer Sturm Graz im Juli des Vorjahres wieder als Verlierer vom Platz.

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Das Glück der Tüchtigen, eine klare Steigerung und ein Traumtor haben Österreich am Freitag bei der Premiere der Nations League mit einem 1:1 in Norwegen einen Punkt und einen Motivationsschub beschert. Dass mit Eileen Campbell eine Wechselspielerin das Goldtor erzielte, zeigte die gewachsene Dichte im Kader. Das Heimspiel gegen Frankreich am Dienstag (18.30 Uhr, live in ORF1, Übertragung ab 18.15 Uhr) kann kommen.

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Bayern München hat sich mit einer Torgala auf den traditionellen Wiesn-Besuch eingestimmt. Der deutsche Rekordmeister fertigte Bochum gestern in der fünften Runde der deutschen Bundesliga mit 7:0 ab und legte mit dem Kantersieg Bayer Leverkusen vor, das heute punktemäßig wieder gleichziehen könnte. Mann des Spiels war Superstar Harry Kane, der mit einem Dreierpack einen neuen Bayern-Torrekord aufstellte.

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Chronik

Knapp zwei Wochen nach der verheerenden Flutkatastrophe in Libyen haben die Behörden den Tod von 3.845 Menschen bestätigt, wie Mohamed Eljarh, Sprecher des von den Behörden im Osten des Landes eingerichteten Hilfskomitees, gestern sagte. Die Zahl berücksichtige nur die Toten, deren Beisetzung vom Gesundheitsministerium registriert worden sei, sodass „leider mit einem täglichen Anstieg der Zahl“ zu rechnen sei.

Rettungsteams in Libyen
APA/AFP/Ozan Kose

Tote, die bereits in den ersten Tagen nach der Katastrophe eilig beigesetzt worden seien, seien nicht in der Aufzählung enthalten. Derzeit arbeiteten Behördenvertreter zusammen mit der Bevölkerung an einer Liste unregistrierter Beerdigungen und einer Vermisstenliste. Internationale Hilfsorganisationen geben die Zahl der Vermissten mit 10.000 oder mehr an.

Mehr als 43.000 Menschen wurden aus der Stadt und angrenzenden Gebieten im Osten Libyens vertrieben, wie die Internationale Organisation für Migration (IOM) Anfang der Woche mitteilte.

Durch einen Brand in einem illegalen Treibstofflager sind in Benin mindestens 34 Menschen getötet worden. Es habe ein großes Feuer in der Stadt Seme-Kpodji gegeben, sagte Innenminister Alassane Seidou gestern. Das Unglück ereignete sich im Süden des Landes in der Nähe der Grenze zu Nigeria. Treibstoffschmuggel entlang der nigerianischen Grenze ist weit verbreitet.

In Schweden ist in der Nacht auf Samstag nach einem Erdrutsch ein größerer Autobahnabschnitt eingestürzt. Drei Personen wurden mit leichten Verletzungen in Krankenhäuser eingeliefert, teilte die Polizei mit. Ein Bus und einige Autos kamen von der zerstörten Fahrbahn ab. Weitere Erdrutsche könnten derzeit nicht ausgeschlossen werden.

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Der Fall eines Knochenfundes auf dem Wienerberg Ende August ist nun geklärt: Bei dem Verstorbenen handelt es sich um einen obdachlosen polnischen Staatsangehörigen. Die Polizei schloss Fremdverschulden aus.

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Im Tiroler Vorderthiersee ist gestern ein Lkw zu weit an den Straßenrand gekommen, das Fahrzeug ist über die Böschung gekippt. Die Feuerwehr musste den verletzten Lenker aus der Fahrerkabine befreien.

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Am 20. Juni 2015 hat ein Mann mit einem SUV drei Menschen in der Grazer Innenstadt getötet, 36 weitere wurden verletzt. Laut Medienberichten wurde der Mann nun tot in seiner Einzelzelle aufgefunden.

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Wirtschaft

Der erste Bauabschnitt bei der Sanierung des Arlberg-Straßentunnels liegt voll im Zeitplan. Die Arbeiten an der Fahrbahn auf Tiroler Seite sind bereits abgeschlossen. In den kommenden zwei Wochen wird die Sicherheitseinrichtung genau überprüft. Am 6. Oktober wird der Arlbergtunnel wieder für den Verkehr freigegeben.

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Der Ölpreis hat ein Zehnmonatshoch erreicht und könnte bald die 100-Dollar-Marke durchbrechen. Für Saudi-Arabien und Russland, die seit Sommer den Preis durch ein Zurückfahren der Förderung nach oben treiben, sind das gute Nachrichten. Ihre Einnahmen sind drastisch gestiegen. Die Taktik könnte allerdings zum Bumerang für die Ölgiganten werden. Denn sie könnten die globale Konjunktur treffen – und damit sich selbst.

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Umwelt & Klima

In der Klimaperiode bis 2050 rechnen Experten mit einem globalen Temperaturanstieg von 0,5 bis 0,8 Grad. Weil wärmere Luft mehr Feuchtigkeit speichern kann, ist auch im Winter mit mehr Niederschlag zu rechnen, sagt Klimaforscher Andreas Gobiet von der GeoSphere Austria. Das beeinflusst die Schneedecke und kann somit auch zu mehr Nassschneelawinen führen.

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Religion

Papst Franziskus warnt mit Blick auf die Migration von Afrika über das Mittelmeer nach Europa vor Abschottung und Panikmache. Es müssten reguläre Einreisemöglichkeiten und eine ausgewogene Aufnahme der Geflüchteten in Europa gewährleistet werden, sagte der Papst gestern am zweiten Tag seines Besuchs im südfranzösischen Marseille.

Bei der Migration handle es sich weder um eine Invasion noch um eine Notsituation, sondern um eine Gegebenheit unserer Zeit, die in europäischer Verantwortung und Zusammenarbeit mit den Herkunftsländern angegangen werden müsse.

„Das Mare Nostrum schreit nach Gerechtigkeit, denn an seinen Ufern herrschen auf der einen Seite Überfluss, Konsum und Verschwendung, auf der anderen Seite hingegen Armut und Prekarität“, sagte Franziskus zum Abschluss eines Jugendtreffens mit Teilnehmern aus 29 Ländern des Mittelmeerraums. Natürlich seien die Schwierigkeiten bei der Aufnahme nicht zu übersehen. „Aber das Hauptkriterium kann nicht der Erhalt des eigenen Wohlstandes sein, sondern vielmehr die Wahrung der Menschenwürde.“ Die Zukunft liege nicht in der Abschottung.

Knapp 60.000 Menschen strömten in das Stadion Velodrome, wo der Papst am zweiten Tag seines Besuchs in Marseille eine Messe hielt. Dabei rief er dazu auf, sich vom Glauben ergreifen zu lassen und sich für das Leben derer zu interessieren, an denen man täglich vorbeigehe.

Kultur

Mit den magischen Fantasiewelten des japanischen Animationsmeisters Hayao Miyazaki ist das 71. Internationale Filmfestival von San Sebastian gestartet. Der 82-jährige Regisseur präsentierte in der nordspanischen Küstenstadt seinen aktuellen Film „Der Junge und der Reiher“ als Europapremiere, nachdem er bereits Anfang September auf dem Filmfestival in Toronto mit Begeisterung gefeiert wurde.

Japanischer Animationsmeister Hayao Miyazaki auf der Videowall während der Eröffnung des 71. Internationalen Filmfestivals von San Sebastian
APA/AFP/Ander Gillenea

Auf der Eröffnungsgala wurde aber nicht nur der japanische Animationsmeister gefeiert. Die Tragikomödie „Fallende Blätter“, eine berührende Liebesgeschichte über zwei einsame Underdogs des finnischen Regisseurs Aki Kaurismäki, wurde in San Sebastian vom internationalen Filmkritikerverband FIPRESCI zum „besten Film des Jahres“ gekürt.

Nun beginnt in der nordspanischen Küstenstadt unter dem Juryvorsitz der französischen Regisseurin Claire Denis mit insgesamt 16 Wettbewerbsfilmen das Rennen um die Goldene Muschel. San Sebastian gehört zu den weltweit wichtigsten Filmfestivals neben Cannes, Venedig und Berlin.