COV Ausland

In Serbien haben sich bisher 53.000 Ausländer mit ständigem Wohnsitz in einem anderen Land für eine Coronavirus-Impfung angemeldet. Das sagte der Leiter des serbischen E-Government, Mihailo Jovanovic, gestern nach Angaben der Agentur Tanjug. „Die meisten Anmeldungen kommen aus Nachbarländern, allen voran Nordmazedonien, Bosnien-Herzegowina und Montenegro, aber auch aus Ländern quer durch Europa“, sagte Jovanovic, der diesbezüglich explizit Italien und Österreich anführte.

Die Anmeldung zur Coronavirus-Impfung wird über das serbische E-Government-Portal abgewickelt. Anmeldungen sind auch für Personen möglich, die weder die serbische Staatsbürgerschaft haben noch in Serbien wohnen. Jovanovic sagte, dass die Impfung im Land sowohl für Einheimische als auch für Ausländer und Ausländerinnen kostenlos sei. Derzeit würden aber keine Ausländer geimpft, sondern nur serbische Bürger und Bürgerinnen. Erst wenn diese geimpft seien, werde man die Impfung der angemeldeten Ausländer in Erwägung ziehen, betonte der Spitzenbeamte.

Mehrheit mit Impfstoff aus China geimpft

In dem sieben Millionen Einwohner zählenden Land sind bisher 2,88 Millionen Menschen geimpft worden. Nächste Woche werde die Marke von drei Millionen Impfungen erreicht werden. Einen vollständigen Impfschutz haben 1,17 Millionen Serben. „Fast alle Bürger, die sich über das Portal angemeldet haben, wurden auch geimpft“, sagte Jovanovic. Kommende Woche werde eine Lieferung mit 100.000 Dosen des Pfizer-Impfstoffes im Land erwartet, der dann jenen Menschen verabreicht werde, die eine Präferenz für dieses Vakzin geäußert hätten.

Serbien verwendet neben den in der Europäischen Union zugelassenen Impfstoffen auch Vakzine russischer und chinesischer Herkunft. Der größte Teil der Impfungen erfolgte bisher mit dem chinesischen Impfstoff. Schon im Mai will Serbien seinen Bürgern auch ein Impfzertifikat ausstellen, das Reisen in andere Länder ermöglichen soll. In der Europäischen Union soll der „Grüne Pass“ bis Juni fertig sein.

In der Affäre um „Corona-Diners“ in Paris hat ein ehemaliger französischer Innenminister eingeräumt, Ende März an einem Essen des Prominentenkochs Christophe Leroy teilgenommen zu haben. Brice Hortefeux, der unter Ex-Präsident Nicolas Sarkozy Minister war und heute für die konservativen Republikaner im Europaparlament sitzt, erklärte gestern, es habe sich um ein „Arbeitsessen“ mit einem bekannten Journalisten in einer Privatwohnung gehandelt. Gegen die Coronavirus-Auflagen habe er damit nicht verstoßen.

Zuerst hatte das Enthüllungsportal Mediapart über den Fall berichtet. Hortefeux erklärte der Nachrichtenagentur AFP, ihm sei vorher versichert worden, dass das Essen völlig legal sei. Es habe in einer Privatwohnung und nicht in einem Restaurant stattgefunden. Es hätten zudem weniger als sechs Menschen daran teilgenommen, es sei also „keine Regel gebrochen“ worden, erklärte Hortefeux. Nun mit den „Corona-Diners“ in Verbindung gebracht zu werden, finde er „sehr verstörend“.

Bericht über heimliche Luxusessen

Seit einem Bericht des privaten Fernsehsenders M6 über mutmaßliche heimliche Luxusessen, an denen angeblich auch Regierungsmitglieder teilgenommen haben sollen, sorgen in Frankreich „Untergrundrestaurants“ für Wohlhabende für Schlagzeilen. Bilder zeigten unter anderem ein „Untergrundrestaurant“, in dem weder die Bedienung noch die unkenntlich gemachten Gäste Masken trugen.

In dem TV-Bericht hatte der Besitzer des Veranstaltungsorts Palais Vivienne, Pierre-Jean Chalencon, als einer der Organisatoren zunächst anonym über die Abende berichtet und behauptet, in mehreren Geheimrestaurants Regierungsmitglieder getroffen zu haben. Inzwischen spricht er allerdings von einem „Aprilscherz“.

Nach dem Bericht hatte die Justiz Ermittlungen aufgenommen. Am Freitag wurden Chalencon und der Koch Leroy von den Ermittlern vernommen. Eine Teilnahme von Ministern an illegalen Diners ließ sich nach Angaben der Staatsanwaltschaft bisher aber nicht nachweisen.

Der Ankauf des russischen CoV-Impfstoffs „Sputnik V“ für Österreich steht im Raum, ein Einsatz ist aber angesichts fehlender Zulassung in nächster Zukunft nicht absehbar. Auch in anderen EU-Ländern versucht Russland, sich auf dem Markt zu positionieren, und fühlt sich dabei durch westliche Kampagnen behindert. Umgekehrt ist die Moskauer Marketingmaschine voll angelaufen – nicht nur in Bezug auf bilaterale Verhandlungen.

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Verhandlungen zu „Sputnik V“-Kauf laut Kurz abgeschlossen

Die Vertragsverhandlungen für einen Einsatz des russischen „Sputnik V“-Impfstoffs sind laut Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) „de facto am Ende angelangt“. „Ein Kauf für uns in Österreich ist möglich“, sagte Kurz gestern vor Journalistinnen und Journalisten. Mit einer Million zusätzlicher Impfdosen dadurch wäre das für die österreichische Impfkampagne ein „zusätzlicher Turbo“.

Nach der Krise will Kurz innerhalb Europas die Frage stellen, was man anders hätte machen können, um sowohl bei der Beschaffung als auch bei der Zulassung von Impfstoffen so schnell zu sein wie die USA bzw. Großbritannien.

Auch ÖVP-Klubobmann August Wöginger verteidigte die Initiative für den russischen „Sputnik V“-Impfstoff. Bei der Impfstoffbeschaffung dürfe es „keine Scheuklappen“ geben, sagte Wöginger in der Ö1-Reihe „Im Journal zu Gast“. Österreich sollte kaufen, was möglich ist.

COV Inland

Trotz warmen Wetters ist es gestern wohl nicht die angekündigte „Mutter aller Demos“ geworden. Rund 3.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer versammelten sich in Wien zu einer Kundgebung gegen die CoV-Maßnahmen. Es kam zu Zusammenstößen mit der Polizei und vorerst 15 Festnahmen.

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Die 7-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in den abgelaufenen sieben Tagen je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner, liegt laut Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) bei 221,3 (Stand: gestern, 14.00 Uhr). Am höchsten ist die Zahl weiterhin in Wien (295,7), Kärnten (222,0) und Niederösterreich (221,6). Am niedrigsten ist der Wert in Vorarlberg (143,0) und der Steiermark (176,0).

Das Berichtsschema der AGES zeigt die Zahlen vom Vortag – wie die Meldung der Ministerien. Wesentlicher Unterschied zu den Ministeriumsmeldungen: Laborbestätigte Fälle, Tote etc. werden nicht zum Meldezeitpunkt dargestellt, sondern zum Diagnose- bzw. Sterbedatum.

In der Darstellung in ORF.at wird auch täglich transparent gemacht, welchen Tagen die neu gemeldeten Fälle zugeordnet werden.

Ministerien melden 3.139 Neuinfektionen

Das Gesundheits- und das Innenministerium meldeten 3.139 neu registrierte Coronavirus-Fälle innerhalb der letzten 24 Stunden (Stand: gestern, 9.30 Uhr). Diese Zahlen nannten die Bundesländer dem nationalen Krisenstab. Landesweit starben laut Ministerien bisher 9.662 Personen an oder mit Covid-19.

Derzeit befinden sich 2.359 Personen aufgrund des Coronavirus in Spitalsbehandlung, davon 586 auf Intensivstationen.

Karten, Grafiken und Informationen zu aktuellen Fällen und zum Epidemieverlauf in ORF.at/corona/daten

Erklärung zur Zählweise und weiteren Fragen in ORF.at/corona

In Wien ist gestern die Schwelle von 2.000 Menschen, die an den Folgen einer CoV-Infektion gestorben sind, überschritten worden. Die Behörden meldeten nunmehr 2.001 Todesopfer. Außerdem wurde ein neuer Höchstwert an Intensivpatientinnen und -patienten verzeichnet.

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Der Schlüssel zur Bewältigung der Pandemie liegt für die Vorarlberger Landesregierung im Testen und Impfen. Aber wie erreicht man zugewanderte Frauen und Männer mit verständlichen Informationen zu den Impf- und Testmöglichkeiten? Das Land nutzt dafür unterschiedliche Kommunikationwege.

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Ausland

Beim Ringen um die Kanzlerkandidatur der regierenden deutschen Unionsparteien könnten heute erste Weichen gestellt werden. CDU-Chef Armin Laschet und sein CSU-Kollege Markus Söder wollen in Berlin mit der Spitze der Unionsfraktion im Bundestag über die Wahlstrategie diskutieren.

Die Zusammenkunft wird von Forderungen nach einer raschen Klärung der „K-Frage“ begleitet. Mehr als 50 Unionsabgeordnete verlangten zudem öffentlich ein Mitspracherecht.

Laschet und Söder gelten als aussichtsreichste Bewerber für die Kanzlerkandidatur. Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel (CDU) tritt bei der Bundestagswahl Ende September nach 16 Jahren im Amt nicht mehr an.

Mehrere tausend Serben und Serbinnen haben gestern in Belgrad für den Umweltschutz demonstriert. Der Protest stand unter dem Motto „Ökologischer Aufstand“, berichteten serbische Medien. Die Redner kritisierten die starke Luftverschmutzung in serbischen Städten und forderten einen Baustopp für Kleinkraftwerke an den Flüssen des Landes und der weiteren Region.

Der Vorsitzende der Organisation „Verteidigen wir die Flüsse der Balkans!“, Aleksandar Jovanovic, sagte in seiner Ansprache: „Wir sagen Nein zu allen, die die Natur Serbiens vergiften.“ Der Protest richtete sich auch gegen geplante Bergbauprojekte. So will der australische Konzern Rio Tinto bei Loznica in Westserbien Lithium abbauen. Umweltschützer befürchten dadurch eine Zerstörung der betroffenen Naturräume.

Umweltthemen gewinnen an Bedeutung

Den Medienberichten zufolge trug ein Teil der Kundgebungsteilnehmer trotz der Pandemie keine Gesichtsmaske. Umweltthemen spielen in Serbien und anderen Balkan-Ländern zunehmend eine Rolle. Vor einem Jahr sorgten Smog und Luftverschmutzung in verschiedenen Großstädten der Region für Schlagzeilen.

Viel Unmut erregt auch der Bau von Kleinkraftwerken an bisher naturbelassenen Gewässern. Den Umweltschützern zufolge ziehen diese Projekte schwere ökologische Schäden nach sich. Sie würden lediglich den Geschäftsinteressen lokaler politischer Eliten dienen, meinen sie.

Die größte deutsche Oppositionspartei AfD hat sich auf ihrem Bundesparteitag in Dresden für einen EU-Austritt Deutschlands ausgesprochen. Eine deutliche Mehrheit der Delegierten nahm gestern einen Antrag zum Wahlprogramm für die deutsche Bundestagswahl an.

In einer hitzigen Debatte hatte sich unter anderem Parteichef Jörg Meuthen dagegen ausgesprochen. Die Frage der Spitzenkandidatur wurde vertagt, um Wähler und Wählerinnen will die AfD mit dem Image einer Antiverbotspartei werben.

Meuthen tritt für Kooperation ein

Meuthen, der für die AfD im Europaparlament sitzt, warb vehement für eine Ablehnung des Antrags. Vielmehr solle die Partei in der EU mit anderen Parteien wie etwa der ungarischen Regierungspartei FIDESZ zusammenarbeiten. Die AfD erreiche nichts, wenn sie einen Austrittswillen erkläre.

Es sei „weitaus klüger“, mit anderen Parteien zu kooperieren. Die AfD bildet derzeit im Europaparlament eine Fraktionsgemeinschaft unter anderem mit der FPÖ, der italienischen Lega und dem französischen Rassemblement National (RN) von Marine Le Pen.

Meuthen hatte seine Partei zuvor dafür gefeiert, dass sie – anders als andere Parteien – auf eine Präsenzveranstaltung mit 570 Delegierten bestanden hatte. Die AfD wolle „zeigen, dass es diese Verbotsorgien, dieses Einsperren, diesen Lockdown-Wahnsinn, dass es all das nicht braucht, wenn man den Menschen vertraut“.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat zu einer Entspannung des Konflikts in der Ostukraine aufgerufen und sich für die Integrität des Landes ausgesprochen. „Wir glauben daran, dass die aktuelle Krise auf Basis der Integrität der Ukraine und internationalen Rechts mit friedlichen und diplomatischen Methoden gelöst werden muss“, sagte Erdogan gestern bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit seinem ukrainischen Amtskollegen Wolodymyr Selenski.

Die Türkei und die Ukraine unterhalten enge Beziehungen zueinander, Ankara hatte die russische Annexion der Krim 2014 scharf verurteilt. „Als Türkei haben wir die Integrität und Souveränität der Ukraine auf starke Weise verteidigt. Wir haben unsere prinzipielle Entscheidung, die Besetzung der Krim nicht anzuerkennen, einmal mehr bestätigt“, sagte Erdogan nun erneut. Ankara gilt als traditionelle Schutzmacht der Minderheit der Krimtataren, die etwa zehn Prozent der Bevölkerung auf der Krim ausmachen.

Russland hatte sich die Halbinsel Krim vor sieben Jahren nach einem umstrittenen Referendum einverleibt. Die internationale Gemeinschaft sieht die Krim weiter als Teil der Ukraine. Unter anderem die EU und die USA haben wegen der Annexion Sanktionen gegen Russland verhängt.

Die Militärs in Myanmar haben in der viertgrößten Stadt des Landes möglicherweise ein Blutbad unter Demonstranten und Demonstrantinnen angerichtet: Es dauerte einen Tag, bis die Einzelheiten durchsickerten, aber nach Angaben von Aktivisten wurden bei der brutalen Niederschlagung von Protesten am Freitag in der Stadt Bago Dutzende Menschen getötet. Die Hilfsorganisation für politische Gefangene (AAPP) sprach gestern von über 80 Toten.

Bewaffnete Demonstranten in Bago (Myanmar) hinter Barrikaden
APA/AFP/AFPTV

Da die Militärjunta inzwischen das Mobilfunknetz stark gedrosselt hat, wird es zunehmend schwierig, Nachrichten über Razzien und Tote zu überprüfen. Von der Nachrichtenagentur AFP überprüfte Videoaufnahmen scheinen das brutale Vorgehen von Militär und Polizei in der rund 65 Kilometer nordöstlich von Yangon gelegenen Stadt jedoch zu bestätigen.

Darauf ist zu sehen, wie Demonstrierende hinter Sandsackbarrikaden kauern und mit selbst gebauten Gewehren hantieren, während im Hintergrund Explosionen zu hören sind.

Ein Anrainer berichtete AFP, wie Leichen in einen Armeelaster geladen wurden, der kurz darauf wegfuhr. Den Rettungskräften sei es nicht erlaubt worden, in die Nähe der Toten zu kommen. Viele Einwohner seien vor der Gewalt in die nächstgelegenen Dörfer geflüchtet. Die staatliche Zeitung „New Light of Myanmar“ berichtete von einem Toten. Die Behörden seien gegen „Aufrührer“ eingeschritten.

Inland

Gestern hat die Islamische Glaubensgemeinschaft (IGGÖ) bekanntgegeben, dass eine Moschee in Wien wieder öffnen dürfe. Nach dem Attentat in Wien im November hatte die IGGÖ dieser Moschee die Rechtspersönlichkeit entzogen. Dort war der Attentäter von Wien verkehrt. Innenminister Karl Nehammer und Kultusministerin Susanne Raab (beide ÖVP) hatten nach dem Anschlag verkündet, dass diese Moschee geschlossen werden müsse.

Laut IGGÖ hatten die Behörden „behauptet“, dass von dieser Gemeinde im direkten Zusammenhang mit dem Anschlag akute Gefahr ausgehe. Der Moschee wurde – auch auf Druck des Kultusministeriums – die Rechtspersönlichkeit entzogen.

Nun stellte das interne Schiedsgericht der IGGÖ fest, dass für diese Vorwürfe keine Beweise erbracht worden seien. Der Beschluss der IGGÖ wurde daher aufgehoben, die Moschee darf wieder öffnen. Das Schiedsgericht habe alle involvierten Behörden – Polizei und Kultusamt – um eine Stellungnahme gebeten. Diese sei jedoch nicht erfolgt, teilte die IGGÖ gegenüber der „Presse“ mit.

Für Ministerium „unverantwortlich“

„Die Schließung eines Gotteshauses muss in einem Rechtsstaat aber sachlich belegt sein und darf auf keinen Fall willkürlich erfolgen. Reine Beschuldigungen reichen ohne Beweise nicht aus“, sagte IGGÖ-Präsident Ümit Vural heute via Aussendung nach der Entscheidung des Schiedsgerichts. Dennoch sieht Vural Handlungsbedarf bei der betroffenen Moscheegemeinde. Er freue sich, dass der Vorstand sich bereiterklärt habe, ein erweitertes Betreuungsangebot in Anspruch zu nehmen.

Raab bezeichnete die Entscheidung der IGGÖ gegenüber der „Presse“ als „absolut nicht nachvollzihbar und unverantwortlich“. Sie forderte die Glaubensgemeinschaft auf, „konsequent und mit aller Entschlossenheit gegen jede Form von Extremismus vorzugehen. Moscheen sind kein rechtsfreier Raum“.

Möglicher Komplize von Attentäter festgenommen

Im Zusammenhang mit dem Terroranschlag in Wien, bei dem im November vier Menschen erschossen wurden, ehe der Attentäter von der Polizei getötet wurde, hat es nun eine weitere Festnahme gegeben.

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In Kärnten gibt es seit gestern eine neue Partei. Die Freie Bürgerpartei, kurz FBP, die im Vorjahr in Vorarlberg gründet wurde und jetzt auch in Kärnten aktiv wird. Gestern fand der erste Landesparteitag statt. Bürgernahe Politik sei das Ziel der Partei.

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Sport

Real Madrid hat mit einem Heimsieg im „Clasico“ gegen den FC Barcelona die Tabellenführung in der spanischen Fußballliga übernommen. Der Rekordmeister und Titelverteidiger setzte sich gestern gegen den Erzrivalen mit 2:1 durch und sprang dank des gewonnenen direkten Duells mit Atletico Madrid auf Platz eins. Die „Colchoneros“ haben jedoch ein Spiel in der Hinterhand. Barca liegt jeweils einen Punkt hinter dem Führungsduo.

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Die SV Guntamatic Ried hat auch im zweiten Spiel unter Andreas Heraf drei Punkte eingefahren und sich damit im Kampf um den Klassenerhalt in der tipico-Bundesliga Luft verschafft. Die Innviertler feierten gestern in der Qualifikationsgruppe einen 2:0-Sieg beim FC Flyeralarm Admira Wacker und fuhren den ersten Erfolg in der Südstadt seit August 2013 ein.

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Das packende Duell der österreichischen Trainer in der deutschen Bundesliga hat Adi Hütter mit Eintracht Frankfurt gegen Oliver Glasner und den VfL Wolfsburg knapp für sich entschieden. Die viertplatzierte Eintracht siegte gestern zu Hause mit 4:3 und verkürzte den Rückstand auf den Dritten Wolfsburg auf einen Punkt. Leader Bayern München (David Alaba ab 58. Minute) trennte sich von Union Berlin mit einem enttäuschenden 1:1. Verfolger RB Leipzig gewann unterdessen bei Werder Bremen mit 4:1.

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Wirtschaft

Nach dem abschlägigen Votum der MAN-Steyr-Belegschaft zum Übernahmeangebot von Siegfried Wolf geht das Ringen um den Standort in Oberösterreich weiter. Politik und Sozialpartner appellieren an MAN, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. SPÖ-Vorsitzende Pamela Rendi-Wagner schlug gestern vor, der Staat solle sich an MAN in Steyr beteiligen.

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Ein Vertrauter und Ex-Berater von Grünen-Chef und Vizekanzler Werner Kogler, Josef Meichenitsch, bekommt ein Ticket im Aufsichtsrat der ABBAG (Abbaumanagementgesellschaft des Bundes). Die Gesellschaft war für Bankenhilfen nach der Finanzkrise und zur Abwicklung der Heta, der früheren Kärntner Hypo, gegründet worden. Meichenitsch gehörte zum grünen Team bei den Regierungsverhandlungen mit der ÖVP, die ihren nunmehrigen Koalitionspartner für die Personalie hart kritisierte.

„Die Grünen haben den Begriff ‚Green Jobs‘ offenbar falsch verstanden“, monierte ÖVP-Politiker Andreas Hanger. „Denn es wird immer klarer ersichtlich, dass die Grünen mit ihrer Ansage, ‚Green Jobs‘ schaffen zu wollen, in Wahrheit gemeint haben, fleißig Postenversorgung für ihre grünen Parteifreunde betreiben zu wollen.“

Der U-Ausschuss-Politiker der ÖVP zählte eine Reihe von Jobs auf, die die Grünen zuletzt an ihnen nahestehende Personen vergeben hätten, und argumentierte damit, dass „das Vorgehen der Grünen verdeutlicht, wie heuchlerisch die aktuelle Debatte rund um die Postenbesetzung in der ÖBAG geführt wird“. Schließlich bekomme „der nächste Kogler-Vertraute einen Versorgungsposten“.

Grüne: Bestellung durch Finanzministerium

Laut „Standard“ zeigte man sich in der Partei überrascht. Die Bestellung Meichenitschs sei durch das Finanzministerium erfolgt, die Grünen hätten selbst erst durch Hangers Aussendung erfahren, dass der Bewerber den Zuschlag erhalten habe, berichtete das Blatt. Aus Koglers Büro hieß es gegenüber dem „Standard“, man wolle keine Stellungnahme zu den Vorwürfen Hangers abgeben. Es müsse nicht alles kommentiert werden.

ABBAG-Geschäftsführer auch COFAG-Geschäftsführer

Die ABBAG war nach der Finanzkrise für die staatlichen Bankenunterstützungen gegründet worden. Geschäftsführer ist der ÖVP-nahe und frühere Kabinettsmitarbeiter im Finanzministerium, Bernhard Perner, der auch einer der beiden Geschäftsführer der CoV-Finanzierungsagentur des Bundes GmbH (COFAG) ist, die nach dem ABBAG-Gesetz errichtet worden ist. In der COFAG hat Perner mit Marc Schimpel einen Kogeschäftsführer, der den Grünen zuzurechnen ist.

Der ABBAG-Aufsichtsrat besteht aus vier Personen. Zwei werden vom Finanzministerium bestellt, zwei vom Vizekanzler in Absprache mit dem Finanzministerium. Neben Meichenitsch seit der Hauptversammlung am 31. März neu im Gremium ist die Finanzrechtsexpertin und Universitätsprofessorin Sabine Kirchmayr-Schliesselberger.

Meichenitsch, er ist Abteilungsleiter bei der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB), und Kirchmayr-Schliesselberger ersetzten nach Ablauf der fünfjährigen Periode Ernst Marchart und Marion Medlitsch. Im Aufsichtsrat verblieben sind der Vorstizende Wolfgang Nolz und Christine Winter, wie das Finanzministerium auf Anfrage der APA mitteilte.

An mehreren Fronten wird derzeit versucht, die Affäre rund um falsche Daten beim Wasser-, Nahwärme- und Energieversorger Energie Ried aufzuklären. Nach dem Wechsel der Geschäftsführung wurde entdeckt, dass falsche Zahlen an die E-Control geschickt wurden.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt unter anderem wegen des Verdachtes des Betruges, der Untreue und der Datenbeschädigung, weil Tausende Datensätze aus dem Computersystem gelöscht worden sein sollen.

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Ein wichtiger Batterielieferant von Volkswagen und Ford in den USA steht Insidern zufolge vor der Beilegung eines Streits mit einem Konkurrenten und damit vor der Abwendung von Lieferengpässen bei beiden Autobauern. Die südkoreanischen Batteriehersteller SK Innovation und LG Chem wollten ihren jahrelangen Rechtsstreit beenden, sagten gestern drei mit dem Vorgang vertraute Personen.

Das Unternehmen SK Innovation, das US-Werke von Volkswagen und Ford beliefert, war von LG Chem des Diebstahls von Geschäftsgeheimnissen bezichtigt worden. Die Internationale Handelskommission (ITC) der USA stellte sich auf die Seite von LG Chem.

Als Konsequenz erlaubte die Behörde SK Innovation den Import von Komponenten für die Produktion von Lithium-Ionen-Batterien in den USA für Volkswagen nur noch für zwei Jahre und für Ford nur noch für vier Jahre. Beide Autobauer warnten vor einer schweren Beeinträchtigung ihrer Produktion von Elektrofahrzeugen.

Chronik

Nach dem Ausbruch des Vulkans La Soufriere auf St. Vincent ist in weiten Teilen der Karibik-Insel ein heftiger Ascheregen niedergegangen. Der Katastrophenschutz des Inselstaats St. Vincent und die Grenadinen meldete gestern extrem starken Ascheniederschlag und heftigen Schwefelgeruch. Nahe dem Berg im Norden der Inseln waren Straßen und Häuser mit einer dicken Ascheschicht bedeckt, wie das Nachrichtenportal News 784 berichtete.

Mit Asche bedeckte Fahrzeuge nach dem Vulkanausbruch auf St. Vincent
Reuters/Robertson S. Henry

In der Hauptstadt Kingstown im Süden war die Schicht dünner. Die Asche könne die Augen irritieren und zu Atemproblemen führen, warnte das Gesundheitsministerium.

La Soufriere war am Freitag ausgebrochen. Tausende Menschen wurden aus der Gefahrenzone in Sicherheit gebracht. Der 1.178 Meter hohe Vulkan La Soufriere ist der einzige aktive Vulkan auf St. Vincent. Bei einem Ausbruch waren 1902 etwa 1.500 Menschen ums Leben gekommen. Zuletzt war er 1979 ausgebrochen. Die aktuelle vulkanische Aktivität begann nach Angaben des Katastrophenschutzes im Dezember.

Ein Erdbeben der Stärke 6,0 hat gestern den Osten der indonesischen Insel Java erschüttert und mindestens sechs Menschenleben gefordert. Die Opfer seien in den Gebieten Lumajang und Malang in der Provinz Ostjava von fallenden Trümmerteilen getroffen und getötet worden, teilte ein Sprecher der Nationalen Katastrophenschutzbehörde mit. Zumindest eine weitere Person wurde verletzt, mehrere Häuser wurden beschädigt.

Ein Journalist dokumentiert die Schäden nach dem Erdbeben auf der Insel Java.
AP/Hendra Permana

Nach Angaben der US-Erdbebenwarte (USGS) lag das Zentrum des Bebens 45 Kilometer südwestlich der Stadt Malang. In der sieben Mio. Einwohnerinnen und Einwohner zählenden Stadt waren die Auswirkungen stark zu spüren. „Es war sehr stark und dauerte lange an“, sagte eine Bewohnerin. „Alles geriet ins Schwanken.“

In Indonesien sind häufig seismische und vulkanische Aktivitäten zu spüren, weil das Land auf dem Pazifischen Feuerring liegt. Dort treffen tektonische Platten aufeinander. 2018 wurden nach einem Erdbeben der Stärke 7,5 in Palu auf der Insel Sulawesi 4.300 Tote und Vermisste gezählt. Am 26. Dezember 2004 löste ein Erdbeben der Stärke 9,1 vor der Küste Sumatras einen Tsunami aus, durch den in der Region 220.000 Menschen ums Leben kamen.

Ein 34-jähriger Mann aus dem Bezirk Völkermarkt (Kärnten) hat gestern auf seinem Privatgrundstück Baggerarbeiten durchgeführt. Bei einem Wendemanöver kippte der Bagger, und der Mann wurde mit dem linken Fuß eingeklemmt.

Mehr dazu in kaernten.ORF.at

Ein 64 Jahre alter Deutscher ist am Freitag in Aschau im Tiroler Zillertal mit einem Gleitschirm verunglückt. Bei der Unfallaufnahme im Krankenhaus Schwaz stellte sich heraus, dass der Mann eigentlich in Quarantäne ist und gar nicht außer Haus gehen hätte dürfen.

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Kultur

Die Starbesetzung für die lange geplante „Indiana Jones“-Fortsetzung wächst weiter an. Als weibliche Hauptdarstellerin stößt nun die britische Schauspielerin Phoebe Waller-Bridge (35, „Fleabag“) zum Cast, wie die Produktionsfirma Lucasfilm mitteilte. Harrison Ford ist in „Indiana Jones 5“, der im Sommer 2022 ins Kino kommen soll, in seiner ikonischen Rolle als Archäologieprofessor Henry Walton Jones erneut an Bord. Die Regie übernimmt James Mangold („Walk the Line“, „Wolverine: Weg des Kriegers“).

Schauspielerin Phoebe Waller-Bridge
APA/AFP/Getty Images/Chelsea Guglielmino

Waller-Bridge sei eine umwerfende Schauspielerin mit einer „brillanten kreativen Stimme“, sagte Mangold. Er sei völlig begeistert, mit einem derartigen Traumteam von Filmschaffenden zu arbeiten. Der legendäre Komponist John Williams (89), der seit 1981 alle „Indiana Jones“-Filme vertont hat, ist auch jetzt wieder dabei.

Seit 1981 spielte Harrison Ford die Rolle des draufgängerischen Professors viermal, zuletzt 2008 in „Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels“. 2016 hatte der Disney-Konzern das fünfte „epische Abenteuer“ für Juli 2019 groß angekündigt. Doch es gab mehrere Aufschübe, zuletzt wegen der Coronavirus-Pandemie.

Science

Der Marshubschrauber „Ingenuity“ unternimmt heute Abend (morgen, 4.54 Uhr MESZ) den ersten kontrollierten Hubschrauberflug der Geschichte über einem fremden Planeten. Nach Angaben der US-Raumfahrtbehörde (NASA) soll „Ingenuity“ senkrecht aufsteigen und zehn Minuten lang in rund drei Meter Höhe über dem Mars schweben. Von dort soll er ein Foto von dem Marsrover „Perseverance“ schießen, mit dem der Hubschrauber auf dem Roten Planeten gelandet war. Anschließend soll er wieder aufsetzen.

Das Flugexperiment gilt als äußerst schwierig. Die Atmosphäre auf dem Mars verfügt lediglich über ein Prozent der Luftdichte auf der Erde. Das dürfte den Aufstieg des Helikopters erheblich erschweren. Helfen könnte die deutlich geringere Anziehungskraft auf dem Mars. Fluggeräte wie „Ingenuity“ könnten die Erforschung des Weltraums revolutionieren, weil mit ihnen mehr Gebiete und auch wegen ihrer Oberflächenstruktur schwer befahrbare Zonen fremder Himmelskörper erkundet werden könnten.

Panorama

Eine neue monumentale Christus-Statue, die gerade im Süden Brasiliens erbaut wird, soll noch größer werden als der berühmte „Christus, der Erlöser“ in Rio de Janeiro. Die Statue, die seit 2019 in Encantado in Bau ist und „Christus, der Beschützer“ heißen soll, soll nach Angaben der Erbauer 43 Meter hoch werden – einschließlich des Sockels. Die Christus-Statue in Rio de Janeiro ist 38 Meter hoch.

Im Bau befindliche Christus-Statue in Encantado (Brasilien)
APA/AFP/Silvio Avila

Auf der Baustelle in Encantado im südbrasilianischen Bundesstaat Rio Grande do Sul wurden in dieser Woche der Kopf und die ausgebreiteten Arme der Statue angefügt. Die Spannweite der Arme beträgt 36 Meter. Geplant sind auch ein innen liegender Aufzug und eine Aussichtsplattform. Bei der Christus-Statue in Rio de Janeiro, die im Oktober 90 Jahre alt wird, beträgt die Spannweite der Arme 28 Meter.

Spenden finanzieren Baukosten

Die Statue in Encantado, einer 22.000-Einwohner-Stadt 145 Kilometer nordwestlich der Regionalhauptstadt Porto Alegre, soll Ende des Jahres fertig werden, wie der für den Bau zuständige Verband der Freunde Christi mitteilte. „Es ist ein Tag der Freunde und der Ergebenheit“, sagte der Stadtrat Gilson Conzatti, dessen Vater Adroaldo Conzatti Bürgermeister von Encantado war und die Idee für die Statue hatte. Er starb aber im März an den Folgen einer Coronavirus-Infektion.

Auch die beiden Bildhauer Genesio und Markus Moura sind Vater und Sohn. Die Baukosten von voraussichtlich zwei Millionen Real (knapp 300.000 Euro) werden ausschließlich durch Spenden gedeckt.