Ausland

In der zwischen Europa und Russland hin und her gerissenen Ex-Sowjetrepublik Moldawien wählen die Menschen heute ein neues Parlament. Bekannt ist das völlig verarmte Nachbarland Rumäniens auch wegen der vielen Migrantinnen und Migranten, die in der EU arbeiten.

Aufgerufen sind rund 3,27 Millionen Wahlberechetigte, für das Parlament in der Hauptstadt Chisinau 101 neue Abgeordnete zu bestimmen. In dem Land regiert aktuell die europafreundliche Demokratische Partei. Dagegen sind der Präsident Igor Dodon und die von ihm unterstützte Opposition der Sozialisten russlandfreundlich.

Auch Transnistrier zu Wahl aufgerufen

Auch Moldawier aus der abtrünnigen Region Transnistrien sind zur Wahl aufgerufen. In der EU wird die Abstimmung auch deshalb mit Interesse verfolgt, weil es hier um ein Kräftemessen geht. Die prowestlichen Politiker steuern, wie Moldawiens Nachbar Ukraine, einen Kurs Richtung EU – in der Hoffnung auf ein besseres Leben. Vor allem Korruption gilt in dem kleinen Land weiter als großes Problem. Russland hingegen ist für die Republik Moldau traditionell ein großer Absatzmarkt für Agrarprodukte wie Äpfel, Zwetschken und Trauben.

Rund eine Million Menschen haben moldawischen Medien zufolge aus Armut das Land verlassen, um in der EU und Russland Geld zu verdienen. Es gilt ein neues Wahlrecht, bei dem erstmals neben Parteien mit ihren Listen auch Direktkandidaten zum Zuge kommen. Zugelassen sind 14 Parteien sowie ein Bündnis aus 46 Parteien. In einem zeitgleich organisierten Referendum können die Bürger auch darüber abstimmen, ob das Parlament statt der bisherigen 101 Sitze künftig nur noch 61 haben sollte.

Saudi-Arabien ersetzt seinen Botschafter in den USA. Prinzessin Rima bint Bandar übernehme den Posten in Washington, wurde gestern in einem königlichen Dekret verfügt. Ihr Vorgänger Prinz Khaled bin Salman, Sohn von König Salman und jüngerer Bruder des mächtigen Kronprinzen Mohammed bin Salman, wurde unterdessen zum stellvertretenden Verteidigungsminister ernannt.

Die Beziehungen zwischen Saudi-Arabien und den Vereinigten Staaten werden derzeit durch den Mord an dem regierungskritischen saudi-arabischen Journalisten Jamal Khashoggi belastet. Khashoggi, der für die „Washington Post“ Kolumnen geschrieben hatte, war am 2. Oktober im Konsulat seines Landes in Istanbul von saudi-arabischen Agenten getötet worden.

US-Abgeordnete drohen mit Konsequenzen

Nach Angaben aus Riad hatte der inzwischen entlassene Vize-Geheimdienstchef Ahmed al-Asiri den Einsatz angeordnet, um den im US-Exil lebenden Regierungskritiker in die Heimat zurückzuholen. Der Einsatzleiter habe dann vor Ort eigenständig entschieden, Khashoggi zu töten.

US-Parlamentarier drohen mit Konsequenzen für Saudi-Arabien und machen Kronprinz Mohammed persönlich für den Mord an Khashoggi verantwortlich. Mitte Februar stimmte das Repräsentantenhaus für ein Ende der militärischen Unterstützung für Saudi-Arabien im Jemen-Krieg und forderte Präsident Donald Trump auf, binnen 30 Tagen US-Truppen abzuziehen, die in irgendeiner Form am Jemen-Konflikt beteiligt sind. Trump steht aber weiter hinter Saudi-Arabien, das er als engen Verbündeten und zahlungskräftigen Kunden der US-Rüstungsindustrie schätzt.

Die türkische Zeitung „Yeni Safak“ hatte in einem Bericht im Oktober auch den Namen Khaled bin Salman im Mordfall Khashoggi genannt. Demnach soll Maher Abdulaziz Mutreb, der den Kronprinzen als Leibwächter wiederholt auf Auslandsreisen begleitete, das Mordkommando geleitet haben. Mutreb rief laut dem Bericht u.a. eine US-Nummer an, die Khaled bin Salman gehören könnte, hieß es damals.

Die rechtsnationale Regierung in Polen hat heute eine Reihe großzügiger Steuer- und Rentengeschenke in Gesamthöhe von umgerechnet 9,5 Milliarden Euro im Jahr angekündigt. Polens starker Mann Jaroslaw Kaczynski kündigte auf einer Wahlkampfveranstaltung seiner regierenden Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS) in Warschau Steuerbefreiungen für Angestellte unter 26 Jahren sowie einen „dreizehnten Monat Pension“ in Höhe von 1100 Zloty (253 Euro) ab März an.

Vor Europa- und Parlamentswahl

Die Neuerungen sollen noch vor der Europa-Wahl im Mai und somit auch vor den Parlamentswahlen im August in Kraft treten. „Das ist ein Geschenk von Jaroslaw Kaczynski für jeden Rentner“, sagte Vize-Regierungschefin Beata Szydlo. PiS-Chef Kaczynski versprach zudem niedrigere Arbeitskosten sowie einen schnellen Ausbau der Verkehrsnetze „in den kleinen Städten und Dörfern“.

Das Programm solle durch ein verbessertes Steuersystem und durch wirtschaftlichen Aufschwung durch weniger Bürokratie finanziert werden, erklärte Ministerpräsident Mateusz Morawiecki. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist 2018 in Polen um 5,1 Prozent gestiegen. Der Haushalt 2019 geht für dieses Jahr von einem Wachstum von 3,8 Prozent aus und sieht eine öffentliche Neuverschuldung von 1,7 Prozent des BIP vor.

Vor den bevorstehenden Wahlen versucht die linke Opposition dem Rechtsruck in Polen und Europa neue Strategien entgegenzusetzen.

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Gestern Abend haben erneut Tausende in Belgrad und Podgorica gegen die Behörden und für die Medienfreiheit protestiert. Zum Protestmarsch in Montenegros Hauptstadt waren auch Menschen aus dem Landesinnerem angereist, berichteten Medien. In Serbien hat sich die Protestwelle auf etwa sechzig Städte ausgeweitet.

Den Demonstrantinnen und Demonstranten in Belgrad schlossen sich 687 oppositionelle Gemeinderäte an, die zuvor eine „Vereinigung der Freien Gemeinderäte“ gebildet hatten. Die Gemeinderäte der Opposition würden Druck, Drohungen und Hetze ausgesetzt, erklärte Dragana Rakic, eine Vertreterin der neugebildeten Vereinigung. Dies habe in vielen Gemeinden zur „Umbildung“ der Behörden zugunsten der regierenden Serbischen Fortschrittspartei (SNS) geführt.

Proteste schon seit Monaten

In Belgrad dauert die Protestwelle schon fast seit drei Monaten an, in Montenegro haben Oppositionelle erst kürzlich mit Samstagsprotesten begonnen. Sowohl in Belgrad wie auch in Podgorica werden die Protestkundgebungen von Bürgervereinigungen veranstaltet.

In Serbien finden die Demonstrationen unter dem Motto „Einer von fünf Millionen“ in Anspielung auf einen Kommentar des Präsidenten Aleksandar Vucic statt. Er meinte zu Beginn der Proteste vor drei Monaten, dass er keine Forderung der Demonstranten erfüllen würde, auch wenn fünf Millionen auf die Straße gingen.

Finanzaffäre erzünrt Montenegriner

In Podgorica war der Auslöser für die Proteste die seit Wochen anhaltende Finanzaffäre um den flüchtigen Geschäftsmann Dusko Knezevic. Der Geschäftsmann war nach eigenen Angaben jahrelang einer der Finanziers der regierenden Demokratischen Partei der Sozialisten (DPS) des Präsidenten Milo Djukanovic.

Vor den Parlamentswahlen im Jahre 2016 soll er nach eigenen Angaben der Partei Djukanovics 100.000 Euro gespendet haben. Im Finanzbericht der Partei wurde die Finanzhilfe allerdings nicht erwähnt. „Lehne Dich auf“, lautet das Motto der Proteste in Podgorica.

Begleitet von Technikpannen, Verzögerungen und Sicherheitsängsten sind in Nigeria heute die Präsidentschafts- und Parlamentswahlen über die Bühne gegangen. Vor etlichen Wahllokalen bildeten sich Schlangen verärgerter Bürgerinnen und Bürger, die ihre Chancen schwinden sahen, ihre Stimme überhaupt noch abgeben zu können. Denn weder Wahlbeamte noch die nötigen Unterlagen waren laut Medienberichten rechtzeitig an einigen Stationen angekommen.

Erwartet wurde bei der Präsidentschaftswahl ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen zwei Kandidaten: dem amtierenden Präsidenten Muhammadu Buhari (76) und dem liberalen Oppositionskandidaten Atiku Abubakar (72). Experten warnen, dass es bei einem knappen Wahlausgang zu Gewalt zwischen den Anhängern der beiden Lager kommen könnte.

Ergebnisse frühestens am Montag

Gleichzeitig wurden die 469 Parlamentsabgeordneten für die nächsten vier Jahre gewählt. Rund 84 Millionen der rund 200 Millionen Einwohner in Afrikas größter Volkswirtschaft waren zur Wahl aufgerufen. Erste Ergebnisse werden nicht vor Montag erwartet.

Nigeria ist Afrikas bevölkerungsreichstes Land, die größte Volkswirtschaft und auch der wichtigste Ölproduzent des Kontinents. Gleichzeitig leben in keinem Land der Welt mehr Menschen in extremer Armut. Das ist auch einer der Gründe, wieso viele Nigerianer nach Europa fliehen.

In einigen Wahllokalen konnten die digitalen Kartenlesegeräte die Ausweise der Wähler nicht erkennen. So warteten auch um 14.00 Uhr Ortszeit – zur eigentlichen Schließung der Wahllokale – noch zahlreiche Menschen in teils sengender Hitze auf ihre Stimmabgabe, weshalb die Wahlkommission den Urnengang spontan um eine Stunde verlängerte.

In den Bundesstaaten Imo und Bayelsa gab es Berichte über bewaffnete Schläger, die Wahlurnen entwenden wollten. In der Hauptstadt Abuja beklagten sich einzelne Wähler über Belästigungen durch Soldaten. Die Abstimmung war ursprünglich für das vergangene Wochenende angesetzt, wurde aber wenige Stunden vor Öffnung der Wahllokale von der Wahlkommission verschoben.

Inland

Innenminister Herbert Kickl (FPÖ) will keine gefangenen Mittäter der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) mit österreichischer Staatsbürgerschaft zurück ins Land holen. „Es ist unakzeptabel, diese tickenden Zeitbomben aufzunehmen. Wir haben selbst schon viele derartige Problemfälle im Land“, so Kickl in der „Kronen Zeitung“ (Sonntag-Ausgabe).

Laut Kickl, der sich auf Expertenanalysen beruft, könnten „30 bis 60 Personen aus der Kriegsregion auch zurück nach Österreich reisen wollen“. Diese seien „dort freiwillig hingefahren, kämpfen dann monatelang für eine Terrororganisation, werden angeschossen – und wollen dann zurück in das Gesundheitssystem eines Staates, den sie zerstören wollen.“ Kickl lehnt auch die Rückkehr von Frauen von IS-Kämpfern ab.

Will Tribunale in Syrien

Kickl spricht sich für Prozesse in der Region aus: „Es muss in der Region Tribunale geben, mit Einbindung von UNO und EU.“ Das solle garantieren, dass es zu keinen Todesstrafen kommt. „Es ist sinnvoll, das gebündelt zu machen, wir haben vor Ort das Wissen der Zeugen und alle Battlefield-Informationen, die für diese Strafprozesse nötig sind“, so der Innenminister.

Aus Österreich befinden sich derzeit rund 100 Kämpfer in Syrien und dem Irak, rund 30 Prozent davon besitzen laut Innenministerium die österreichische Staatsbürgerschaft. Grundsätzlich ist Österreich rechtlich verpflichtet, seine Staatsbürger zurückzunehmen. Ähnlich wie in Großbritannien darf die Staatsbürgerschaft nicht aberkannt werden, wenn die Person damit staatenlos werden würde.

Wichtige strategische Implikationen

Derzeit befinden sich viele der IS-Kämpfer mit EU-Staatsbürgerschaft in den Kurdengebieten. Die Kurden sind die wichtigste Widerstandsgruppe gegen Machthaber Baschar al-Assad. Sie sind derzeit schwer unter Druck und müssen versuchen, eine Arrangement mit dem Regime in Damaskus zu finden. Eine Destabilisierung ihrere Gebiete könnte, so befürchten Fachleute, vor allem in der Rojava-Region eine humanitäre Krise und weitere Fluchtbewegung in Richtung Europa auslösen.

Der künftige burgenländische Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ) will, dass der bei SPÖ-Bundesparteichefin Pamela Rendi-Wagner in Ungnade gefallene Tiroler Landesvorsitzende Georg Dornauer in die Bundesgremien aufgenommen wird. Das bedeute aber nicht, dass er auch Stellvertreter von Pamela Rendi-Wagner sein müsse, so der burgenländische SPÖ-Vorsitzende im „Kurier“ (Sonntag-Ausgabe).

Der für manchmal zu flotte Sprüche bekannte Dornauer war nach einer gemeinhin als sexistisch interpretierten Aussage in Richtung der Grünen Landesrätin Gabi Fischer im letzten Moment vor dem SPÖ-Parteitag vom Wahlvorschlag für Parteipräsidium und -vorstand genommen und damit nicht in die Riege der Rendi-Wagner-Vizes aufgerückt.

Dornauer drängt

Wirklich harmonisch sein dürfte das Verhältnis der Parteichefin zu Dornauer weiterhin nicht, kommt sie doch nicht zu dessen Wahlparteitag am 2. März sondern Doskozil, der wie er zum sicherheitspolitisch rechten Flügel der Partei gezählt wird.

Dornauer selbst hat seine Ausbootung zwar ursprünglich zur Kenntnis genommen, drängt aber mittlerweile doch wieder in Richtung Bundesgremien: „Ich glaube, dass wir einen Weg finden werden, dass die 86.000 Stimmen, die Tirol bei der Nationalratswahl eingebracht hat, durch mich künftig in Wien artikuliert werden“, meinte er jüngst im „Kurier“.

Die Regierung macht mit einer Sicherungshaft für potenziell gefährliche Asylwerber ernst. Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) kündigte gestern im Ö1-Mittagsjournal an, dass Innenminister Herbert Kickl (FPÖ), Staatssekretärin Karoline Edtstadler (ÖVP) und ÖVP-Justizminister Josef Moser einen Vorschlag ausarbeiten sollen – Audio dazu in oe1.ORF.at.

Ziel sei dabei die Schaffung einer Sicherungshaft mit richterlicher Kontrolle – freilich nur bei konkreten Verdachtsmomenten und konkret definierten Straftaten. Hier werde man die rechtlichen Möglichkeiten ausschöpfen unter klarer Beachtung der Menschenrechte und europäischer Verpflichtungen, so Kurz.

Jedenfalls notwendig wird eine Verfassungsänderung und damit die Zustimmung von SPÖ oder NEOS. Vizekanzler Heinz-Christian Strache (FPÖ) geht davon aus, dass alle Interesse daran haben müssten, im Interesse der Sicherheit eine Verfassungsmehrheit zu ermöglichen.

Doskozil gesprächsbereit

Zumindest der burgenländische SPÖ-Chef Hans-Peter Doskozil zeigt sich gesprächsbereit. In der Ö1-Reihe „Im Journal zu Gast“ meinte der baldige Landeshauptmann gestern, wenn ein Psychologe bei einer Person eine Gefahr sehe, dass jederzeit eine strafrechtliche Handlung möglich sei, sei klar, dass dringender Handlungsbedarf gegeben sei – mehr dazu in burgenland.ORF.at

NEOS-Chefin Meinl-Reisinger zur Sicherungshaft

NEOS-Parteichefin und -Klubobfrau Beate Meinl-Reisinger nimmt Stellung zur Sicherungshaft. Neos hat bereits letzte Woche die Vermutung angestellt, dass es sich um ein Ablenkungsmanöver handle, sagt Meinl-Reisinger.

Grundsätzlich verhandlungsbereit hatte sich davor auch NEOS gezeigt. Eine generelle Präventivhaft lehnt Parteichefin Beate Meinl-Reisinger jedoch ab.

EU

Morgen und Montag kommen die Staats-und Regierungschefs der EU erstmals mit ihren Kollegen aus den Ländern der Arabischen Liga zu einem Gipfeltreffen zusammen. Im Mittelpunkt der Gespräche im ägyptischen Badeort Scharm el-Scheich, an dem auch Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) teilnimmt, stehen wirtschaftliche Beziehungen und Migration.

Der Gipfel, der im Rahmen des informellen EU-Gipfels unter österreichischem EU-Vorsitz in Salzburg im vergangenen Herbst beschlossen wurde, steht allerdings unter keinen guten Vorzeichen. Bei einem Vorbereitungstreffen der EU-Außenminister in Brüssel kam es Anfang des Monats zu einem Eklat. Man konnte sich auf keine gemeinsame Erklärung einigen, weil sich Ungarn bei einer Formulierung in punkto Migration querlegte.

Vor allem die nordafrikanischen Staaten, die Teil der Liga der Arabischen Staaten (LAS) sind, sind für die EU wichtige Partner in der Migrations- und Asylpolitik. Kurz plant eigenen Angaben zufolge bilaterale Treffen mit den Staats- und Regierungschefs aus dem Irak, dem Libanon, Kuwait und Ägypten.

Im Brexit-Streit wollen eine britische Ministerin und zwei Minister einen ungeregelten EU-Austritt verhindern und gehen auf Konfrontationskurs zu Premierministerin Theresa May. Ein „No Deal“-Brexit würde die nationale Sicherheit schwächen, die Ökonomie stark schädigen und er könnte zum Zerfall des Vereinigten Königreichs führen, so Arbeitsministerin Amber Rudd, Wirtschaftsminister Greg Clark und Justizminister David Gauke.

Gelinge nächste Woche kein Durchbruch im Parlament, müsse der Brexit verschoben werden, forderte das EU-freundliche Trio gestern in einem Gastbeitrag für die Zeitung „Daily Mail“. Großbritannien will am 29. März aus der Europäischen Union austreten. May hält an diesem Datum fest und schließt auch eine Trennung ohne Abkommen nicht aus.

Wieder wird in Westminster abgestimmt

Die Premierministerin will am Dienstag eine Erklärung im Unterhaus in London abgeben. Am Mittwoch sollen die Parlamentarier dann über die weiteren, möglicherweise wegweisenden Brexit-Schritte abstimmen.

Der öffentliche Aufruf der drei Minister richtet sich auch gegen die Brexit-Hardliner in ihrer Konservativen Partei. Etwa 80 dieser Brexiteers haben sich in der European Research Group um den erzkonservativen Hinterbänkler Jacob Rees-Mogg versammelt. Diese Gruppe setzt die Premierministerin stark unter Druck.

Dutzende bisher loyale Torys hatten May bereits gestern damit gedroht, für eine Verschiebung des Brexits zu stimmen, statt einen „No Deal“ mit chaotischen Folgen zu riskieren. Man habe den Einfluss der Brexit-Hardliner der European Research Group satt, hieß es. Die Gruppe handle wie eine Partei innerhalb der Partei.

Insgesamt ein knappes Dutzend ehemalige Torys und Labour-Abgeordnete haben in der vergangenen Woche eine „Unabhängige Gruppe“ im Parlament gegründet und weitere Parlamentarier dazu aufgerufen, sich ihnen anzuschließen. Mays Minderheitsregierung, die von der nordirischen Partei DUP gestützt wird, ist auf jede Stimme angewiesen.

Europas Sozialdemokraten haben gestern auf ihrem Parteikongress in Madrid vor einem „Europa der Angst“ gewarnt. Die Europawahl am 26. Mai sei eine „Schlacht zwischen einer Politik der Hoffnung und der Angst“, stellte Portugals sozialistischer Regierungschef Antonio Costa auf dem SPE-Kongress in der spanischen Hauptstadt klar.

Die kommenden Europawahlen seien richtungsweisend, betonte auch die neue SPÖ-Vorsitzende Pamela Rendi-Wagner zu Beginn ihrer Rede auf dem SPE-Kongress. „Wir könnten weiter in einem Europa leben, wie wir es kennen, oder wir könnten deutliche Verschlechterungen zu spüren bekommen.“ Es sei die Aufgabe der Sozialdemokratie, Europa zu verteidigen. Konservative, Liberale und vor allem die extreme Rechte würden sich nicht um richtige Balance kümmern. „Europa ist ein Versprechen für eine friedliche und wohlhabende Zukunft“, sagte Rendi-Wagner.

Kampf um die „Seele Europas“

Auch für SPE-Spitzenkandidat Frans Timmermans ist klar: „Am 26. Mai kämpfen wir nicht nur für ein fortschrittlicheres Europa. Wir kämpfen um die Seele Europas.“ Es gehe ums nichts weniger als die Verteidigung von Meinungsfreiheit, Menschenrechten, Pressefreiheit, um geschlechtliche Gleichberechtigung. Der mit den rechtspopulistischen Strömungen erneut aufkommende Rassismus und Antisemitismus sei eine Gefahr für ganz Europa. „Jeder Flüchtling, der im Mittelmeer stirbt, ist eine Narbe für Europa.“

Ein „Neuer Sozialvertrag für Europa“ lautet das Motto, mit dem die Sozialdemokraten die Europawahlen gewinnen wollen. Umfragen sagen bisher allerdings einen Sieg der Europäischen Volkspartei voraus, die mit dem deutschen CSU-Politiker Manfred Weber an der Spitze in die Wahl zieht.

Sport

Die Admira ist erfolgreich in die Frühjahrssaison der tipico-Bundesliga gestartet. Das Schlusslicht feierte gestern im Heimspiel der 19. Runde gegen Wacker Innsbruck einen 3:0-Erfolg, war nach zehn sieglosen Partien wieder erfolgreich und rückte bis auf einen Punkt an den Vorletzten Cashpoint SCR Altach heran. Die Auswärtspartie der Vorarlberger gegen RZ Pellets Wolfsberg bot keine Tore.

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Wirtschaft

Cyberkriminelle haben es in letzter Zeit vermehrt auf Personalausweis- oder Passkopien abgesehen, die von arglosen Konsumentinnen und Konsumenten im Netz hochgeladen oder per E-Mail versendet werden. Mit den erbeuteten Daten können die Täter etwa Bankkonten eröffnen, die anschließend für Betrügereien genutzt werden. Watchlist Internet warnt davor, persönliche Daten ungeschützt durch das Netz zu schicken.

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Religion

Mit einer Rede beendet Papst Franziskus heute den historisch ersten Anti-Missbrauchsgipfel im Vatikan. Die Ansprache nach einer Eucharistie-Feier in der prächtigen Sala Regia wird mit Spannung erwartet. Aufgrund der Schwere der Missbrauchsskandale, die in der katholischen Kirche wieder voll aufgebrochen sind, bezeichneten Beobachter die Rede schon im Voraus als eine der wichtigsten seines Pontifikats.

Seit Donnerstag hatte der Argentinier mit den Chefs der 114 Bischofskonferenzen weltweit und weiteren rund 70 Teilnehmern getagt, um Wege zu finden, wie sexuelle Misshandlungen von Kindern durch Geistliche zu verhindern sind. Viele Vorschläge und Ideen stehen zur Diskussion, bindende Beschlüsse konnten die Teilnehmer nicht fassen. Opferschutzverbände fordern von der Kirche und insbesondere vom Papst das konsequente Vorgehen gegen Täter und Vertuscher von Missbrauch.

Marx stellt „päpstliches Geheimnis“ bei Missbrauch in Frage

Der Münchner Kardinal Reinhard Marx hat die Anwendung des „päpstlichen Geheimnisses“ bei kirchlichen Prozessen gegen Missbrauchstäter infrage gestellt.

Mehr dazu in religion.ORF.at

Chronik

Im Verfahren gegen den US-Sänger R. Kelly wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen ist eine Kaution von einer Million Dollar (882.000 Euro) festgesetzt worden. Um auf freien Fuß zu kommen, muss Kelly aber nur ein Zehntel der Kautionssumme hinterlegen, wie Richter John Fitzgerald Lyke Jr. gestern bei der Anhörung in Chicago entschied.

Außerdem müsse der Sänger seinen Pass abgeben, wenn er aus der Haft frei kommen wolle. Der Richter untersagte Kelly überdies jeglichen Kontakt zu Minderjährigen sowie zu allen mutmaßlichen Opfern, Zeuginnen und Zeugen in dem Verfahren. Die Staatsanwaltschaft legte während der Anhörung dar, dass DNA-Tests von Sperma-Spuren Kelly belasteten.

Kelly hatte sich wegen eines Haftbefehls am Vortag der Polizei in Chicago gestellt. Ihm wird schwerer sexueller Missbrauch von Minderjährigen in zehn Fällen zur Last gelegt.

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Im US-Staat Texas ist ein Frachtflugzeug in eine Bucht gestürzt. Nach ersten Berichten seien drei Menschen an Bord der Maschine gewesen, teilte eine Sprecherin der US-Luftfahrtbehörde FAA mit. Die Boeing 767 stürzte demnach gestern mittags Ortszeit nahe des Ortes Anahuac in die „Trinity Bucht“. Anahuac liegt etwa 80 Kilometer von der Großstadt Houston entfernt.

Science

Kultur

Über diese Auszeichnung freut sich gewöhnlich niemand: Gleich vier „Goldene Himbeeren“ hat der Detektiv-Klamauk „Holmes & Watson“ einen Tag vor der Oscar-Verleihung erhalten, darunter als schlechtester Film, für die Regie von Etan Cohen und den Nebendarsteller John C. Reilly.

Auch US-Präsident Donald Trump war unter den Ausgezeichneten: Er holte den Spottpreis als schlechtester Hauptdarsteller für seine unfreiwilligen Auftritte in den beiden Dokumentarfilmen „Fahrenheit 11/9“ und „Death of a Nation“. Zudem gab es den „Razzie“ in der Sparte „Schlimmste Leinwand-Combo“, der Trump und seiner eigenen Belanglosigkeit zuteil wurde, wie die Verleiher der Spottpreise heute auf ihrer Website verkündeten.

Nicht die erste „Razzie“ für Trump

Die als schlechteste Nebendarstellerin ebenfalls in „Fahrenheit 11/9“ nominierte Trump-Gattin Melania kam glimpflich davon: Die „Goldene Himbeere“ ging an Trump-Beraterin Kellyanne Conway. In der bissigen Doku beschäftigt sich Filmemacher Michael Moore mit dem Aufstieg Trumps und den Folgen seines Wahlsiegs für die USA.

Trump bekam die Spotttrophäe erstmals 1991 für seine Cameorolle in der Fantasy-Komödie „Ghosts Can’t Do It“, die an den Kinokassen völlig floppte. Zu dieser Zeit war er Immobilienunternehmer und spielte sich in dem Film selbst.

Die „Razzies“ wurden 1980 von dem Cineasten John Wilson als Gegenstück zur glanzvollen Oscar-Verleihung ins Leben gerufen. Nach Angaben der Gruppe stimmten mehr als 1.000 Mitglieder aus den USA und zwei Dutzend weiteren Ländern ab.

Panorama

Das letzte Domizil des kolumbianischen Drogenbarons Pablo Escobar in der kolumbianischen Stadt Medellin ist am Freitag kontrolliert gesprengt worden. Die acht Stockwerke des Gebäudes stürzten in sich zusammen. 1.600 Menschen wohnten der Zerstörung dieses Symbols der lateinamerikanischen Drogenkriminalität bei, darunter auch Opfer von Escobar.

Escobars letztes Domizil

Das Gebäude von Drogenbaron Pablo Esobar ist längst zum Synonym für den Drogenkrieg, der Kolumbien viele Jahre prägte, geworden. Nun wurde es gesprengt.

Park zu Ehren der Opfer

Eine Instandsetzung des ehemaligen Luxusdomizils hätte elf Millionen Dollar (9,7 Millionen Euro) gekostet. Stattdessen will die Stadtverwaltung etwa zweieinhalb Millionen Dollar ausgeben, um an der Stelle einen 5.000 Quadratmeter großen öffentlichen Park zu Ehren der Zehntausenden Opfer von Escobar und seinem Drogenkartell zu errichten.

Escobar wurde im Dezember 1993 im Alter von 44 Jahren von einer kolumbianischen Spezialeinheit auf dem Dach eines Wohnhauses in Medellin erschossen. Zuletzt hatte der Drogenboss, der jahrelang auf der „Forbes“-Liste der reichsten Menschen weltweit stand, in dem schicken Viertel El Poblado gewohnt.

Das nun gesprengte, weiße bunkerähnliche Gebäude mit dem Namen „Monaco“ hatte noch die Spuren eines Autobombenanschlags des mit Escobar verfeindeten Cali-Kartells im Jahr 1988 getragen und war zusehends verfallen.