Ukraine-Krieg

Der deutsche Kanzler Olaf Scholz, der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron sind gestern Abend zu Gesprächen in Paris zusammenkommen.

Macron sicherte dabei hat der Ukraine „Unterstützung bis zum Sieg“ zu. „Die Ukraine kann auf Frankreich und Europa zählen, um diesen Krieg zu gewinnen“, so Macron. „Wir stehen entschlossen an der Seite der Ukraine, um sie bis zum Sieg zu begleiten. Russland kann und darf nicht gewinnen.“

Gemeinsam gehe es darum, einen Frieden zu gestalten, der der Ukraine gerecht werde, sagte Macron weiter. „Die Ukraine kann auf uns zählen, um Frieden zu schaffen.“ Bei dem Abendessen im Elysee-Palast bekräftige Selenskyj auch die Forderung der Ukraine nach schweren Waffen und Kampfflugzeugen. Frankreich und Deutschland hätten das Potenzial, das Blatt zu wenden. Je schneller die Ukraine schwere Langstreckenwaffen und ukrainische Piloten moderne Flugzeuge bekommen würden, desto schneller werde die russische Aggression beendet sein, so Selenskyj.

Wolodymyr Selenskyj, Emmanuel Macron und Olaf Scholz
Reuters/Sarah Meysonnier

Auch Scholz sicherte weitere militärische, humanitäre und finanzielle Unterstützung zu. „Wir stehen eng an der Seite der Ukraine auf dem Weg, die Verteidigung des eigenen Landes voranzubringen“, sagte Scholz. „Es bleibt dabei: Russland darf diesen Krieg nicht gewinnen.“

Selenskyj war zuvor in London und hatte dort seine Bitte um westliche Kampfjets erneuert. Es wird erwartet, dass Selenskyj heute zum EU-Gipfel nach Brüssel reist.

Der britische Premierminister Rishi Sunak lässt anlässlich des Besuchs des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj prüfen, ob Kampfflugzeuge für die Ukraine verfügbar sind. Sunak habe Verteidigungsminister Ben Wallace um Prüfung gebeten, welche Maschinen das Vereinigte Königreich theoretisch an die Ukraine liefern könnte, teilte Downing Street gestern mit.

Es handle sich aber um eine „langfristige“ Lösung. Bereits im Frühling könnten die ersten ukrainischen Piloten an NATO-Jets in Großbritannien ausgebildet werden, hieß es weiter. Sunak hatte bisher zurückhaltend auf Forderungen nach einer Lieferung von Kampfjets reagiert, wie sie etwa Ex-Premierminister Boris Johnson erhoben hatte. Selenskyj betonte bei seinem Besuch in London, dass Kampfjets für die Ukraine besonders wichtig seien.

Selenskyj-Rede im Parlament

Nach dem Treffen mit Sunak bedankte sich Selenskyj bei einer Rede im britischen Parlament für die bisherige Unterstützung Großbritanniens im Kampf gegen den russischen Angriffskrieg. „London stand an der Seite Kiews vom ersten Tag an“, sagte er.

Der Präsident bedankte sich mit Nachdruck für die britischen Waffenlieferungen und zeigte sich zuversichtlich mit Blick auf den Ausgang des Krieges: „Wir wissen: Die Freiheit wird gewinnen! Und wir wissen, dass dieser Sieg die Welt verändern wird. Es wird ein Sieg sein, den die Welt lange gebraucht hat.“

Am Nachmittag wurde Selenskyj von Charles III. im Buckingham-Palast empfangen. Der britische König begrüßte den Präsidenten herzlich, wie auf Fernsehbildern britischer Sender zu beobachten war.

König Charles und Wolodymyr Selenskyj
Reuters/Aaron Chown

UNO zu Waffenlieferungen

Die Vereinten Nationen warnten angesichts der Lieferung schwerer Waffen wie Panzer in die Ukraine vor einer weiteren Eskalation des Krieges. „Der große Zustrom von Waffen in jede Situation eines bewaffneten Konflikts verstärkt die Besorgnis über die Eskalation des Konflikts“, sagte die UNO-Beauftragte für Abrüstungsfragen, Izumi Nakamitsu, vor dem UNO-Sicherheitsrat in New York.

Nakamitsu sprach dabei auch von Drohnenlieferungen aus dem Iran nach Russland und – indirekt – von dem Einsatz der privaten russischen Militärfirma Wagner in der Ukraine.

Mangott: Eskalationsgefahr bleibt

Der Politikwissenschafter Gerhard Mangott sagte in der ZIB2, dass der Westen zwar immer wieder rote Linien definiert habe, diese aber dann doch überschritten worden seien. Militärisch ergebe die Stärkung der Ukraine Sinn, was bleibe, sei die Gefahr einer Eskalation, betonte Mangott.

Verhandlungen über einen Waffenstillstand bezeichnete er als „unrealistisch“. Grund dafür sei, dass beide Seiten Bedingungen stellten, die für die „jeweils andere Seite unannehmbar sind“. Der Kreml meint, dass Kiew „die Realitäten am Boden“ anerkennen müsse, „nämlich dass die vier teilweise besetzten und annektierten Regionen der Ukraine jetzt russisches Territorium“ seien. „Und die Ukraine sagt, ja, auch wir sind bereit zum Verhandeln, aber erst, wenn alle russischen Truppen die Ukraine verlassen haben, als Russland den Krieg verliert.“ Worüber solle dann noch verhandelt werden, so Mangott.

Die USA haben einen Bericht des bekannten Investigativreporters Seymour Hersh zurückgewiesen, wonach US-Marinetaucher für die Sprengung der „Nord Stream“-Gaspipelines in der Ostsee im vergangenen September verantwortlich gewesen sein sollen. „Diese Behauptung ist völlig und vollkommen falsch“, sagte ein Sprecher des Auslandsgeheimdienstes CIA gestern der Nachrichtenagentur AFP.

Hersh hatte zuvor berichtet, US-Marinetaucher hätten im vergangenen Juni bei einer vom Weißen Haus angeordneten verdeckten Operation Sprengsätze an den Gaspipelines angebracht. Die Sprengsätze seien dann im September mit Hilfe Norwegens ferngezündet worden. Hersh, eine 85-jährige Reporterlegende, scheint sich in seinem Bericht auf eine einzige Quelle zu berufen. Er veröffentlichte den Bericht auf seinem Blog und nicht in einem großen US-Medium.

Insgesamt vier Explosionen hatten im September in den Wirtschaftszonen Schwedens und Dänemarks in der Ostsee mehrere Lecks in die Pipelines „Nord Stream 1“ und „Nord Stream 2“ gerissen, die für den Transport von russischem Gas nach Deutschland gebaut worden waren. Die Pipelines waren zum Zeitpunkt der Explosionen nicht in Betrieb, enthielten aber Gas. Nach Angaben Schwedens steckt Sabotage hinter dem Vorfall. Es seien Sprengstoffreste nachgewiesen worden.

Der Verdacht richtete sich umgehend gegen Russland, Moskau wies aber jede Verantwortung von sich und deutete an, die USA könnte für die Explosionen verantwortlich sein.

Russlands UNO-Botschafter Wassili Nebensja hat eine Äußerung der deutschen Außenministerin Annalena Baerbock als Bekenntnis für eine deutsche Kriegsbeteiligung in der Ukraine gewertet. Der Diplomat bezog sich vor dem UNO-Sicherheitsrat in New York gestern auf einen Satz der deutschen Grünen-Politikerin vor dem Europarat Ende Jänner. Damals hatte Baerbock mit folgenden Worten zum Zusammenhalt der westlichen Verbündeten aufgerufen: „Wir kämpfen einen Krieg gegen Russland und nicht gegeneinander.“

Nebensja sagte nun dazu: „Es geht nicht einmal um die Eingeständnisse von Politikerinnen wie der deutschen Außenministerin Annalena Baerbock, die sagt, die NATO führe einen Stellvertreterkrieg gegen Russland.“ Die Ukraine könne Russland aus eigener Kraft auf dem Schlachtfeld nicht besiegen.

Das Auswärtige Amt in Berlin hatte später klargestelllt, dass Baerbock keine Kriegsbeteiligung Deutschlands oder seiner Verbündeten gemeint habe. Die Bundesregierung betonte: „Wir unterstützen die Ukraine, aber wir sind nicht Kriegspartei.“

Inland

Der Vorarlberger Seniorenbund muss bis zu 200.000 Euro nachzahlen. Das zeigen Akten aus dem ÖVP-Korruptions-Untersuchungsausschuss, die dem ORF und der Tageszeitung „Der Standard“ vorliegen. Es geht um Inserate, eine Lebensversicherung und Reisen. Einen Teil des Geldes hat der Seniorenbund bereits beglichen.

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Die Dissertation der ehemaligen Arbeitsministerin Christine Aschbacher (ÖVP) ist laut der Slowakischen Technischen Universität (STU) in Bratislava kein Plagiat. Zu diesem Urteil kam laut mehreren Medienberichten die zur Überprüfung der Vorwürfe eingesetzte Kommission. Aschbacher, die vor zwei Jahren im Zuge der Vorwürfe zurückgetreten war, darf daher ihren Doktortitel behalten.

Der als „Plagiatsjäger“ bekannte Sachverständige Stefan Weber hatte die Vorwürfe gegen die frühere Ministerin erhoben. Er ortete zudem mangelhafte Deutschkenntnisse – bekannt wurden vor allem Stellen, in denen ein „Forbes“-Artikel ins Deutsche übersetzt wurde: „Annahmen sind wie Seepocken an der Seite eines Bootes; sie verlangsamen uns.“ Aschbacher selbst hatte sich damit verteidigt, sowohl ihre Diplomarbeit als auch die Dissertation „nach bestem Wissen und Gewissen“ verfasst zu haben.

Auch die Fachhochschule (FH) Wiener Neustadt hatte zuvor das Verfahren gegen die Diplomarbeit Aschbachers eingestellt. Ein Gutachten hatte zwar „Mängel bei der Einhaltung der Standards guter wissenschaftlicher Praxis“ geortet, aber die für eine Titelaberkennung nötige Täuschungsabsicht nicht festgestellt. Damit kann sie ihren Magister-Titel behalten.

Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ) hat gestern klargestellt, dass er in Medieninterviews nie von einer Doppelspitze bei der Bundes-SPÖ gesprochen habe. Kolportiert wurde, er schlage Pamela Rendi-Wagner und Hans Peter Doskozil gemeinsam an der Spitze vor. Er habe von einem ganzen Führungsteam gesprochen.

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EU

Die Vorsitzenden der Fraktionen im Europaparlament haben nach dem Bestechungsskandal um die ehemalige Vizepräsidentin Eva Kaili Reformen für eine bessere Vorsorge gegen Korruption zugestimmt. Wie das Parlament gestern mitteilte, sollen die Meldepflichten für Treffen mit Diplomaten und Interessenvertretern aus Nicht-EU-Ländern ausgeweitet werden. Zudem ist ein Verbot bestimmter „Freundschaftsgruppen“ mit Kontakten zu Drittstaaten und eine stärke Zusammenarbeit mit nationalen Behörden vorgesehen.

„Diese Reformen sind ein Neuanfang zur Stärkung der Integrität, Unabhängigkeit und Rechenschaftspflicht im Europäischen Parlament“, kommentierte Parlamentspräsidentin Roberta Metsola. Ziel sei die „Wiederherstellung des Vertrauens in die europäische Entscheidungsfindung“.

In dem Bestechungsskandal um die griechische Politikerin Kaili geht es um die mutmaßliche Einflussnahme auf parlamentarische Entscheidungen aus Katar und Marokko. Im Dezember wurden Kali und mehrere andere Verdächtige festgenommen. Ihnen wird Beteiligung an einer kriminellen Vereinigung, Geldwäsche und Korruption zur Last gelegt.

Das polnische Parlament hat gestern zwei Gesetze verabschiedet, von denen sich die Regierung erhofft, dass sie zur Freigabe von EU-Geldern in Milliardenhöhe führen. Ein Gesetz betrifft die von der EU geforderte Justizreform. Gemäß dieser soll sich künftig das Oberste Verwaltungsgericht mit Disziplinarfällen von Richtern befassen – und nicht eine Kammer des Gerichtshofs, die nach Ansicht von Kritikern zur Bestrafung von regierungskritischen Richtern genutzt wird.

Das zweite Gesetz betrifft die von der EU geforderte Lockerung der Vorschriften für Windparkprojekte. Damit die Gesetze in Kraft treten können, müssen sie von Präsident Andrzej Duda unterzeichnet werden. Duda kann aber auch sein Veto einlegen oder das Verfassungstribunal mit einer Überprüfung beauftragen. Die EU hält derzeit Gelder an Polen im Volumen von rund 35 Milliarden Euro zurück.

Neben der Frage der Unabhängig der Justiz soll Polen mehr Windparks im Land ermöglichen. Den bestehenden Vorschriften zufolge muss ein Windrad mindestens das Zehnfache seiner Höhe von Wohngebäuden entfernt sein, was den Bau der Anlagen stark erschwert. Die Regierung hatte dann vorgeschlagen, den Mindestabstand deutlich zu verringern. Das Parlament verschärfte das Vorhaben dann aber wieder und verabschiedete nun ein Gesetz, in dem ein Mindestabstand von 700 Metern vorgesehen ist. Das würde nach Ansicht von Investoren die Mehrzahl geplanter Projekte verhindern.

Ausland

Hochrangige Vertreter der beiden rivalisierenden Regierungen in Libyen haben sich nach UNO-Angaben auf den Abzug ausländischer Kämpfer und Söldner aus dem Land geeinigt. Die UNO-Mission in dem nordafrikanischen Land lobte gestern nach einem Treffen in Kairo „einen wichtigen Schritt in Richtung nachhaltige Stabilität und Frieden in Libyen“. Bei den vom UNO-Gesandten Abdoulaye Bathily geleiteten Gesprächen wurden jedoch kein Zeitplan oder konkrete Maßnahmen vereinbart.

In Libyen herrscht seit dem Sturz und gewaltsamen Tod des langjährigen Machthabers Muammar al-Gaddafi 2011 Chaos. Zwei Regierungen ringen um die Macht in dem nordafrikanischen Land, bewaffnete Milizen und ausländische Söldner bekämpfen einander.

Der einflussreiche General Chalifa Haftar ließ Kämpfer aus dem Tschad, dem Sudan, dem Niger und der russischen Gruppe Wagner für sich gegen die von der UNO anerkannte Regierung in Tripolis kämpfen. Hunderte Wagner-Söldner halten sich nach wie vor in Libyens ölreichem Osten und im Süden auf. Im Westen sind türkische Soldaten stationiert, um libysche Soldaten auszubilden. Die UNO schätzte Ende 2021, dass mehr als 20.000 ausländische Kämpfer in Libyen sind.

Nach einer islamfeindlichen Koranverbrennung in Schweden, die den erhofften NATO-Beitritt verzögert hat, ist eine erneute Aktion dieser Art untersagt worden. Ein entsprechender Antrag sei abgelehnt worden, teilte die Polizei gestern mit.

Islamfeindliche Protestaktionen hatten schon im Jänner für diplomatische Verstimmungen mit dem NATO-Mitglied Türkei gesorgt. Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte als Reaktion gedroht, Schweden könne bei seinem NATO-Antrag nicht mit seiner Unterstützung rechnen. Ankara blockiert Schwedens gemeinsam mit Finnland geplanten Beitritt zu dem Verteidigungsbündnis seit Langem.

Alle 30 NATO-Mitglieder müssen den Beitritten zustimmen, 28 haben das bereits getan. Nur Ungarn und die Türkei fehlen noch.

Störung der nationalen Sicherheit

Die nun untersagte Versammlung hätte schwerwiegende Störungen der nationalen Sicherheit verursachen können, schrieb die Behörde nach einem Dialog mit dem Nachrichtendienst SÄPO. Nach Angaben des Rundfunksenders SVT sollte die für heute geplante Demonstration wieder vor der türkischen Botschaft in Stockholm stattfinden.

Zuvor hatte die SÄPO unter anderem mit Blick auf die Reaktionen auf eine Koranverbrennung vor der Botschaft im Jänner vor erhöhter Terrorgefahr gewarnt. „Die Entwicklung bedeutet, dass Schweden weltweit stärker als zuvor im Fokus des gewalttätigen Islamismus steht“, erklärte der Nachrichtendienst.

Der russische Präsident Wladimir Putin hat nach Erkenntnissen internationaler Ermittler eine aktive Rolle beim Abschuss des Passagierfluges MH17 im Juli 2014 über der Ostukraine gespielt. Das geht aus abgehörten Telefongesprächen hervor, wie das Ermittlerteam gestern in Den Haag mitteilte.

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Sport

Für Cornelia Hütter ist der langjährige Traum von der ersten WM-Medaille gestern in Erfüllung gegangen. Quasi vom Krankenbett hüpfte die 30-Jährige im WM-Super-G von Meribel als Ex-aequo-Dritte mit Kajsa Vickhoff Lie (NOR) auf das Stockerl und sorgte damit für die zweite Medaille der Damen und die insgesamt vierte des ÖSV-Teams im dritten Rennen der Titelkämpfe 2023. Nach den Problemen der vergangenen Jahre und Tage wirkte Bronze wie Balsam auf den Wunden der Steirerin.

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ÖFB-Teamkapitän David Alaba hat mit Real Madrid das Finale der Club-WM in Marokko erreicht. Die „Königlichen“ feierten gestern in Rabat einen 4:1-Halbfinal-Erfolg über den ägyptischen Club al-Ahli mit Trainer Marcel Koller. Alaba gab bei dem Wiedersehen mit Koller, der von 2011 bis 2017 das österreichische Nationalteam trainiert hatte, sein Comeback in der Startelf nach einer Wadenverletzung.

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Österreichs Biathleten Dunja Zdouc, Lisa Hauser, Simon Eder und David Komatz haben gestern in Oberhof zum WM-Auftakt in der Mixed-Staffel eine überzeugende Vorstellung geliefert und den vierten Platz belegt (+59,2 Sek.). Auf das Podest fehlten dem ÖSV-Quartett am Ende nur 3,3 Sekunden, da sich der französische Schlussläufer Quentin Fillon Maillet noch kurz vor dem Ziel verlief, den dritten Platz für Frankreich letztlich aber noch ins Ziel retten konnte.

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Wirtschaft

Der Entertainment-Riese Walt Disney plant trotz guter Geschäfte im vergangenen Quartal deutliche Personaleinschnitte. Rund 7.000 Stellen – etwa drei Prozent der weltweiten Belegschaft – sollen im Rahmen eines größeren Sparprogramms wegfallen, das die jährlichen Kosten um 5,5 Milliarden Dollar (5,1 Mrd. Euro) senken soll. Das gab Disney-Chef Bob Iger heute bekannt.

Iger kündigte angesichts „weltweiter wirtschaftlicher Herausforderungen“ einen großen Konzernumbau an. Dabei verdiente Disney zuletzt besser als erwartet. In den drei Monaten bis Ende Dezember legte der Gewinn im Jahresvergleich um elf Prozent auf 1,3 Milliarden Dollar (1,2 Mrd. Euro) zu, wie der Konzern mitteilte. Die Erlöse wuchsen um acht Prozent auf 23,5 Milliarden Dollar. Damit übertraf Disney die Prognosen der Wall-Street-Experten.

Allerdings verlor der Konzern bei seinem wichtigsten Streaming-Service Disney+ nach deutlichen Preiserhöhungen Abonnenten. Zum Quartalsende hatte der mit Netflix konkurrierende Videodienst weltweit 161,8 Millionen Nutzer – gut ein Prozent weniger als drei Monate vorher. Disneys andere Streaming-Dienste Hulu und ESPN+ verbuchten allerdings leichte Zuwächse. Außerdem fiel der Verlust der Sparte mit 1,1 Milliarden Dollar niedriger aus als befürchtet. Im Vorquartal hatte das Minus bei 1,5 Milliarden Dollar gelegen.

Im Strafprozess um die milliardenschwere Pleite des Finanzkonzerns Wirecard will der Hauptangeklagte Markus Braun Anfang kommender Woche das Wort ergreifen. „Wir haben uns jetzt auf Montag eingerichtet“, sagte Brauns Verteidiger Alfred Dierlamm gestern in der Verhandlung vor dem Landgericht München. „Herr Dr. Braun wird das relativ frei vortragen.“

Der ehemalige Wirecard-Chef Braun sitzt seit dem Zusammenbruch des Zahlungsabwicklers vor zweieinhalb Jahren in Untersuchungshaft. Er hatte in dieser Zeit lediglich eine knappe Stellungnahme im Wirecard-Untersuchungsausschuss des Bundestags abgegeben.

1,9 Milliarden Euro fehlten

Der frühere DAX-Konzern Wirecard war im Juni 2020 zusammengebrochen, als bekannt wurde, dass in der Kasse 1,9 Milliarden Euro fehlten. Neben Braun auf der Anklagebank sitzen die Ex-Manager Oliver Bellenhaus und Stephan von Erffa. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen Bilanzfälschung, Marktmanipulation, Untreue und Bandenbetrug vor.

Badespaß im Winter ist bei vielen beliebt. Für die Betreiber, in vielen Fällen Gemeinden, die in Finanznöten sind, können sie aber zur Kostenfalle werden. Manche halten sich mit neuen Einnahmequellen über Wasser, andere ziehen aber sozusagen den Stöpsel raus.

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Chronik

Ein Erdbeben der Stärke 4,2 hat heute Sorgen und Ängste bei Menschen im Libanon ausgelöst. Das Beben sei in mehreren Landesteilen zu spüren gewesen. Menschen rannten in der Hafenstadt Tripoli Berichten zufolge panisch aus ihren Häusern. Zunächst gab es keine Informationen über Schäden oder Opfer.

Immer mehr internationale Rettungskräfte treffen im Erdbebengebiet ein. Auch 85 Soldatinnen und Soldaten des Bundesheeres sind mittlerweile in der Türkei angekommen, um die Einsatzkräfte dort bei der Suche nach Überlebenden zu unterstützen.

Den Helfern des Bundesheers gelang es gestern, eine verletzte Person aus den Trümmern zu retten, wie Oberstleutnant Pierre Kugelweis berichtete. „Ihm musste ein Arm amputiert werden“, sagte Kugelweis.

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Seit gestern Früh ist auch eine Vorarlberger Rettungseinheit in der Türkei. Markus Mayr, Kommandant der Feuerwehr Rankweil, hofft, dass man beim Einsatz in Osmaniye noch Überlebende aus den Trümmern retten kann.

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Im Team der 85 Soldaten ist auch ein Burgenländer.

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Salzburger Soldaten helfen im Bebengebiet

Auch Salzburger Soldaten helfen, es geht etwa um die Einrichtung eines Basislagers nahe der Stadt Antakya.

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Die Opferzahl im Erdbebengebiet im türkisch-syrischen Grenzgebiet steigt weiter, und nach wie vor werden viele Menschen unter den Trümmern vermutet. Inzwischen sind Spendenaktionen für die Opfer angelaufen, auch in der Steiermark wird das Nötigste für die Überlebenden gesammelt.

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Gestern Vormittag sind in Wien-Simmering auf der Straße zwei Personen tot aufgefunden worden. Ein 46-Jähriger soll im Zuge eines Streits auf einen 43-Jährigen geschossen haben. Dann habe sich der Mann mit der Waffe selbst erschossen. Bei dem 43-Jährigen soll es sich um Ex-ÖFB-Nationalspieler Volkan Kahraman handeln.

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Bei der aktuellen Ziehung von Lotto „6 aus 45“ hat niemand die sechs Richtigen erraten. Im Jackpot liegen zusätzlich zum ersten Rang der nächsten Runde 629.389 Euro. Folgende Gewinnzahlen wurden ermittelt:

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Science

Das Schweizer Weltraumteleskop Cheops hat einen neuen Ring um den Zwergplaneten Quaoar entdeckt. Mit einer Entfernung von über viertausend Kilometern vom Zentrum von Quaoar ist der Ring ungewöhnlich weit weg von seinem Planeten. Das stellt Astronomen vor ein Rätsel.

„Bei einem Ring, der so weit außen ist, würden wir erwarten, dass das Ringmaterial innert weniger Jahrzehnte zu einem kleinen Mond verschmilzt“, erklärte Willy Benz, Astrophysikprofessor an der Universität Bern, gestern. Benz war zusammen mit dem Cheops-Team an der Entdeckung des Rings beteiligt. Die Erkenntnisse wurden nun im renommierten Fachblatt „Nature“ veröffentlicht.

Visualisierung zeigt Ring um Quaoar
Reuters/ESA

Die Ringe um Planeten – wie der bekannte Saturn-Ring – bestehen aus Eis- und Felsstücken. Die meisten Planetenringe befinden sich innerhalb eines kritischen Abstands zu ihrem Planeten, der sogenannten Roche-Grenze. Innerhalb dieser verhindert die Schwerkraft ein Verschmelzen der Eis- und Felsstücke.

Der neu entdeckte Ring um Quaoar hält sich nicht an diese Regel: Er liegt 4.100 Kilometer vom Zentrum von Quaoar entfernt, während die Roche-Grenze bei 1.780 Kilometern liegt. Die bisherige Annahme, dass Ringe nur innerhalb der Roche-Grenze überleben, müsse deshalb gründlich revidiert werden, hieß es in einer Mitteilung der Europäischen Weltraumagentur (ESA).

Schwertwal-Mütter kümmern sich mehr um ihren männlichen als ihren weiblichen Nachwuchs. Bis ins hohe Alter teilen sie ihre Nahrung mit den Söhnen. Dafür zahlen sie lebenslang einen hohen gesundheitlichen Preis, wie Fachleute in einer neuen Studie berichten.

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Kultur

Nach mehr als 40 Jahren soll die britische TV-Serie „Fawlty Towers“ mit Komiker John Cleese auf die Bildschirme zurückkehren. Ex-„Monty Python“-Mitglied Cleese (83) werde wie Ende der 70er-Jahre wieder den exzentrischen und zynischen Hoteleigentümer Basil Fawlty verkörpern. Neu dabei ist seine Tochter Camilla Cleese, wie der Sender Sky News gestern berichtete.

Die 39-Jährige spiele die lange verschollene und nun kürzlich zurückgekehrte Tochter des Hoteliers. Dabei gehe es darum, wie Basil sich als Leiter eines Boutique-Hotels in der modernen Welt zurechtfinde.

„Fawlty Towers“ war zwischen 1975 und 1979 in zwei Staffeln von BBC Two ausgestrahlt worden und gilt als eine der besten britischen Sitcoms. Sprüche wie „Don’t Mention the War“ („Erwähnt nicht den Krieg“) – aus einer Episode mit deutschen Hotelgästen – sind längst Bestandteil der Alltagssprache.

2009 hatte Cleese eine Wiederaufnahme abgelehnt. Nun sagte er, das Konzept sei in kürzester Zeit bei einem Abendessen mit seiner Tochter und Regisseur Matthew George entstanden.

Die Dramaturgin Britta Kampert übernimmt Anfang März die Geschäftsführung der Festspiele Reichenau in Niederösterreich. Sie folgt damit Paul Gessl, der bis jetzt als interimistischer Geschäftsführer tätig war.

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