Ausland

Die Polizei des mittelamerikanischen Staates Guatemala hat heute mit Tränengas rund 6.000 aus Honduras Geflüchtete zurückgetrieben, die zu Fuß über Mexiko in die USA gelangen wollten. Polizei- und Militäreinheiten umstellten die Geflüchteten in der Nähe von Vado Hondo, um sie aufzuhalten. Als die Geflüchteten sich nicht aufhalten ließen, setzten die Sicherheitskräfte Tränengas ein. Sie trieben die Menschenmenge rund 200 Meter zurück.

Die Polizei des mittelamerikanischen Staates Guatemala treibt rund 6.000 Geflüchtete mit Tränengas zurück
Reuters/Luis Echeverria

Am Freitagabend hatte eine erste Gruppe von aus Honduras Geflüchteten eine Polizeiabsperrung an der Grenze nach Guatemala durchbrochen, gestern folgten Tausende weitere Menschen. Die Grenzpolizei verzichtete nach eigenen Angaben darauf, die Menschen gewaltsam aufzuhalten, da unter ihnen viele Familien mit kleinen Kindern waren. Zwar kontrollierten die Beamten die Papiere und verlangten den Nachweis eines negativen Coronavirus-Tests, doch ließen sie schließlich alle durch.

Die Regierung in Guatemala rief die Behörden von Honduras auf, die massive Abwanderung seiner Einwohnerinnen und Einwohner durch präventive Maßnahmen einzudämmen. Die Menschen fliehen nach eigenen Angaben vor Armut und Arbeitslosigkeit sowie der grassierenden Bandengewalt in Honduras.

Der ugandische Oppositionsführer Bobi Wine steht nach Angaben seiner Partei seit der Präsidentschaftswahl unter Hausarrest. Niemand könne Wine besuchen, sagte der Sprecher der Plattform der Nationalen Einheit (NUP), Joel Ssenyonyi, heute vor Journalisten in Kampala. Die Opposition bezeichnete die gestern verkündete Wiederwahl von Präsident Yoweri Museveni als „Maskerade“.

Laut Angaben der Wahlkommission erhielt der seit fast 35 Jahren regierende Museveni bei dem Urnengang vom Donnerstag knapp 59 Prozent der Stimmen, auf den Ex-Sänger Wine entfielen knapp 35 Prozent der Stimmen. Laut einer über Wines Twitter-Konto verbreiteten Kurznachricht haben er und seine Frau seit Donnerstag ihr Haus nicht verlassen, die Lebensmittelvorräte seien aufgebraucht.

Der ugandische Oppositionsführer Bobi Wine
AP/Jerome Delay

Museveni seit 1986 Regierungschef

Soldaten und Polizisten hätten das Haus umstellt, sagte der Parteisprecher. Der Abgeordnete Francis Zaake sei am Freitag ins Krankenhaus eingeliefert worden, nachdem er versucht habe, Wine zu besuchen. Er sei auf dem Weg von Sicherheitskräften verprügelt worden, teilte die NUP mit.

Wieder einmal versuche eine Minderheit, der Mehrheit der Bevölkerung ihren Willen aufzuzwingen, sagte Ssenyonyi. Dagegen wolle die Partei Widerstand leisten. Dabei werde sie alle Mittel einsetzen, die gesetzlich zulässig seien, kündigte der Parteisprecher an.

Der 76-jährige Museveni steht seit 1986 an der Spitze des ostafrikanischen Staates. Dank einer Verfassungsänderung kann der ehemalige Rebellenführer unbegrenzt für weitere Mandate kandidieren. Die Opposition hält er seit Jahren klein. Viele Ugander kennen nur Museveni als ihren Präsidenten. Wine hatte am Freitag den Sieg bei der Wahl für sich beansprucht.

Einen Monat nach einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) gegen die pauschale Abschiebung von Asylsuchenden hält Ungarn immer noch an dieser Praxis fest. Seit dem Urteil habe die Grenzpolizei mehr als 3.000 Geflüchtete über die Grenze zu Serbien gezwungen, ohne dass diese die Möglichkeit gehabt hätten, einen Asylantrag zu stellen, sagte Andras Lederer vom ungarischen Helsinki-Komitee heute in Budapest.

Am 17. Dezember hatte der EuGH entschieden, dass Ungarn gegen europäisches Asylrecht verstößt. Die Abschiebung von irregulär eingereisten Menschen ohne Prüfung des Einzelfalls erachteten die Richter für rechtswidrig (Rechtssache C-808/18). Damit gaben sie einer Klage der EU-Kommission Recht. Diese hatte beanstandet, „dass Migranten ohne die entsprechenden Garantien und unter Verstoß gegen den Grundsatz der Nichtzurückweisung rückgeführt werden“.

„Offener Rechtsbruch“

Lederer hielt Ungarn nun „offenen Rechtsbruch“ vor. „Dass die Dinge nach dem Urteil so weiterlaufen, ist einfach ungeheuerlich.“ Das Komitee dokumentierte über die Jahre zahlreiche mutmaßliche Verletzungen der Menschenrechte durch ungarische Behörden. Demnach sollen Migranten von ungarischen Grenzbeamten auch geschlagen und misshandelt worden sein.

Die Abschiebungen praktiziert Ungarn seit Herbst 2015. Damals ließ der rechtsnationale Ministerpräsident Viktor Orban an der Grenze zu Serbien einen Metallzaun errichten. Migranten und Asylsuchende versuchen seitdem, diesen Zaun zu überwinden. Asylanträge an den regulären Grenzübergängen zu stellen, ist für sie ausgeschlossen.

Die Migranten wollen nahezu ausschließlich den Westen Europas erreichen. Werden sie auf ungarischem Staatsgebiet aufgegriffen, bringen sie die Polizisten meist ohne Aufnahme der Personalien zum Zaun an der Grenze. Dort müssen sie durch Funktionstore nach Serbien.

Bericht: Ungarn verweist auf nationale Gesetze

Die Behörden des EU- und Schengen-Mitglieds stellen diese Abschiebungen als Zurückweisungen dar. Die Grenzbeamten „begleiteten illegale Migranten“ lediglich zu den Toren, damit sie Ungarn in Richtung Serbien verlassen könnten. Nach einer Anfrage des Onlineportals Euobserver.com verwies die Regierung auf nationale Gesetze.

Bereits im vergangenen Mai hatte der EuGH die Transitzonen, die Ungarn an der Grenze zu Serbien eingerichtet hatte, für rechtswidrig erklärt. Ungarn hatte daraufhin die beiden Lager nahe den Grenzübergängen Röszke und Kelebia geschlossen. Dort hatte Ungarn eine kleine Zahl aus Serbien kommender Schutzsuchender monatelang auf die Erledigung ihrer Asylanträge warten lassen.

Italiens Ministerpräsident Giuseppe Conte muss in der andauernden Regierungskrise mit einer Vertrauensabstimmung im Parlament morgen eine erste wichtige Hürde überwinden. In der größeren der beiden Kammern will sich der parteilose Jurist zuvor zur Krise erklären.

Contes Mitte-links-Bündnis war am Mittwoch mit dem Austritt der Kleinpartei Italia Viva von Ex-Ministerpräsident Matteo Renzi auseinandergebrochen. Zwei Ministerinnen der Partei waren im seit Wochen währenden Streit über die Verwendung von milliardenschweren EU-Hilfsgeldern für den Wiederaufbau nach der Coronavirus-Pandemie zurückgetreten.

Rücktritt möglich

Verliert Conte die Abstimmung morgen, könnte sein Rücktritt wahrscheinlicher werden. Wann ein Ergebnis feststehen wird, ist schwer zu sagen, da die Politiker bei der Abstimmung einzeln aufgerufen werden. Die Kammer hat 630 Sitze. Italienische Medien hielten es heute für wahrscheinlich, dass Conte die Mehrheit erreichen kann.

Spannender wird es am Dienstag im Senat, der kleineren Kammer, wo sich Conte ebenfalls erklären will und eine Vertrauensabstimmung im Raum steht. Im Senat ist die Mehrheit bedeutend knapper. Conte muss auf Überläufer aus anderen Lagern hoffen. Der 56-Jährige ist seit 2018 Regierungschef in Italien.

COV Inland

Noch vor dem angekündigten Start morgen ist es in Wien möglich gewesen, sich auf der Vormerkplattform für die Coronavirus-Impfung zu registrieren. Das Interesse war am Wochenende sehr groß: Bis heute Nachmittag (Stand: 15.00 Uhr), haben bereits 120.000 Wienerinnen und Wiener ihre Daten hinterlassen.

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Die tatsächlichen Verkaufspreise der ab 25. Jänner im Handel verpflichtend auch von Kunden zu tragenden FFP2-Masken sind noch offen. Die Regierung kündigte an, dass diese von den Ketten zum Selbstkostenpreis verkauft werden. Vertreter von Spar, Lidl, Hofer und REWE bestätigten das heute auf APA-Anfrage. Wie hoch der Preis sein wird, ist noch offen. Das hängt von den Beschaffungskosten ab, denn es wird noch bestellt.

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Die 7-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in den abgelaufenen sieben Tagen je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner, liegt laut Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) bei 128 (Stand: heute, 14.00 Uhr).

Damit fiel der Wert im Vergleich zum Vortag (131) leicht. Am höchsten ist die Zahl in Salzburg (249) und Kärnten (170), am niedrigsten in Tirol (96) und im Burgenland (108).

Ministerien melden 1.723 Neuinfektionen

Das Gesundheits- und das Innenministerium meldeten 1.267 neu registrierte Coronavirus-Fälle (Stand: heute, 9.30 Uhr) innerhalb der letzten 24 Stunden. Landesweit starben bisher 7.082 Personen an oder mit Covid-19. Derzeit befinden sich 1.963 Personen aufgrund des Coronavirus in Spitalsbehandlung, davon 328 auf Intensivstationen.

Das Berichtsschema der AGES zeigt die Zahlen vom Vortag – wie die Meldung der Ministerien. Wesentlicher Unterschied zu den Ministeriumsmeldungen: Laborbestätigte Fälle, Tote etc. werden nicht zum Meldezeitpunkt dargestellt, sondern zum Diagnose- bzw. Sterbedatum. In der Darstellung in ORF.at wird auch täglich transparent gemacht, welchen Tagen die neu gemeldeten Fälle zugeordnet werden.

Karten, Grafiken und Informationen zu aktuellen Fällen und zum Epidemieverlauf in ORF.at/corona/daten

Erklärung für die Umstellung und die neue, genauere Zählweise in ORF.at/corona

Der oberste Lehrervertreter Paul Kimberger (FCG) fordert eine Begrenzung des Betreuungsangebots an Schulen auf Kinder von Eltern in systemrelevanten Berufen. Wenn die Ziele des Lockdowns nicht an den Schulen konterkariert werden sollen, müsse dort die Betreuungsquote deutlich geringer werden. An manchen Standorten säßen bis zu 80 Prozent der Kinder in der Klasse, so Kimberger zur APA. Im Internet würden Aufrufe kursieren, die Verlängerung des Fernunterrichts zu boykottieren.

Widerstand von Elternvertreterinnen

Widerstand gegen das Modell, das beim ersten Lockdown im Frühjahr angewendet wurde, kommt dagegen von den Elternvertretern. Die Entscheidung, welche Eltern als systemrelevant eingestuft werden, sei „vermessen“, wehrt sich die Vorsitzende der Elternvereine an mittleren und höheren Schulen (BEV), Elisabeth Rosenberger.

Sie verstehe, dass volle Klassen bei der Bekämpfung der Pandemie ein Problem darstellen. Viele Eltern seien allerdings schon über der Belastungsgrenze angekommen, sagt sie im APA-Gespräch. Das Betreuungsangebot werde nur von jenen genutzt, für die eine Teilnahme am Distance-Learning nicht möglich sei, betont auch die Sprecherin des Dachverbands der Elternvereine an öffentlichen Pflichtschulen, Evelyn Kometter, gegenüber der APA. Sie fordert stattdessen, dass jene Klein- und Kleinstschulen, in denen durch die geringe Schülerzahl die Abstandsregeln gut einhaltbar wären, schulautonom die Möglichkeit zum Präsenzunterricht bekommen.

Die Nervosität an den Schulen ist unter den Lehrern Kimberger zufolge angesichts des Auftauchens der britischen Virusvariante B.1.1.7 in Österreich groß. Auch die angekündigten und wieder geänderten Pläne für eine Rückkehr in den Präsenzunterricht hätten für viel Unruhe gesorgt, erklärt der Sprecher der ARGE Lehrer in der GÖD. Die Verlängerung des Fernunterrichts begrüßt er. „Die Experten werden damit recht haben, dass diese Maßnahmen notwendig sind.“

Große Aufregung gibt es momentan in der Innviertler Gemeinde Eberschwang (Oberösterreich). Am 5. Jänner wurden dort Bewohner und Mitarbeiter des Pflegeheims geimpft. Wie heute bekanntwurde, ließen sich dabei aber auch der Bürgermeister von Eberschwang und zwei Vizebürgermeister impfen.

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Der Lockdown wird bis zum 7. Februar verlängert. Danach soll der Handel wieder aufsperren. Gasthäuser, Kaffees und auch Hotels bleiben aber bis Ende Februar zu. Kärntens Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ) sagte, durch die neue Mutation sei Gefahr in Verzug. Die Maßnahmen seien zu verantworten, so Kaiser.

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ZIB2

Der Lockdown wird bis Februar verlängert. Für die Unternehmen gibt es einen Ersatz des entgangenen Umsatzes. Zu wenig, kritisieren schon manche. Dazu live in der ZIB2: Finanzminister Gernot Blümel.

Rückkehr nach Moskau

Kreml-Kritiker Alexej Nawalny kehrt nach Russland zurück. Er ist in Moskau gelandet. Nach dem Giftanschlag auf ihn und nach seiner Genesung droht ihm in Russland die Festnahme. Die ZIB2 mit den neuesten Entwicklungen.

Schule auf der Straße

In Ägypten sind Coronavirus-bedingt die Schulen seit Wochen geschlossen. In vielen ländlichen Gebieten bedeutet das: es gibt keinen Unterricht, denn nur wenige können sich einen Computer leisten geschweige denn WLAN. Ein 12jähriges Mädchen kämpft dagegen an und erteilt Unterricht im Freien. Das Mädchen ist in Ägypten zur Nationalheldin in der Krise geworden. Karim El-Gawhari hat mit ihr gesprochen.

ZIB 2 am Sonntag, Martin Thür, 21 Uhr 50, ORF2

Mail an die ZIB2 (mailto: zib2@orf.at)

COV Ausland

Die Nationale Behörde für Gesundheitsüberwachung in Brasilien, Anvisa, hat den CoV-Impfstoffen von Sinovac und AstraZeneca jeweils eine Notfallzulassung erteilt. Fünf Direktoren stimmten in einer live übertragenen, fünf Stunden dauernden Sitzung heute geschlossen dafür.

Von dem Impfstoff Coronavac des chinesischen Unternehmens Sinovac, mit dem die Regierung des Bundesstaates Sao Paulo ein Abkommen hat, sind sechs Millionen Dosen verfügbar. Ein Versuch der brasilianischen Regierung, zwei Millionen Dosen des Impfstoffs von AstraZeneca aus Indien zu holen, war am Freitag gescheitert.

Schwer von Pandemie getroffen

Brasilien, ein Staat mit 210 Millionen Einwohnern, ist eines der am härtesten von der Pandemie betroffenen Länder. Bisher haben sich in dem größten Land Lateinamerikas rund 8,5 Millionen Menschen nachweislich mit dem Coronavirus infiziert. Mehr als 209.000 Patienten sind im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben. Wegen der enormen Zunahme von Krankenhausaufenthalten im Zusammenhang mit Covid-19 brach zuletzt das Gesundheitssystem in der Amazonas-Metropole Manaus zusammen.

Nachdem Staatspräsident Jair Bolsonaro das Coronavirus zuerst verharmlost hatte, zieht er mittlerweile zwar auch eine Impfung in Zweifel. So hat er sich mehrmals abfällig über den chinesischen Impfstoff geäußert. Aber er steht mit dem Gouverneur des Bundesstaates Sao Paulo, Joao Doria, dennoch in Konkurrenz um das erste Foto einer Impfung in Brasilien.

Beim Impfen von Millionen von Menschen innerhalb weniger Wochen setzt man in Großbritannien zum Teil auf ungewöhnliche Kulissen. Am Wochenende wurden Hunderte in der mehr als 800 Jahre alten, berühmten Kathedrale im südenglischen Salisbury zu den Klängen der Orgel gegen das Coronavirus geimpft. Auch in Lichfield im Norden Englands impften Mediziner in einer Kathedrale, eine weitere soll kommende Woche folgen. In den meisten Regionen finden Gottesdienste derzeit nur online statt, sodass die Gotteshäuser, die teilweise viel Platz bieten, leer stehen.

In der Kathedrale von Salisbury in England werden Menschen geimpft
AP/Steve Parsons

Insgesamt wurden in Großbritannien inzwischen mehr als 3,5 Millionen Menschen gegen das Coronavirus geimpft. „Ich freue mich, dass mehr als die Hälfte aller über 80-Jährigen geimpft worden sind“, twitterte Gesundheitsminister Matt Hancock heute.

Vulnerable Gruppen sollen bis Mitte Februar geimpft sein

Die Regierung hat sich das ambitionierte Ziel gesetzt, bis Mitte Februar 15 Millionen Menschen – und damit die am meisten gefährdeten Gruppen – zu impfen. Außenminister Dominic Raab bezeichnete das Ziel im BBC-Interview als „große Herausforderung“. Man sei aber zuversichtlich, dieses rechtzeitig zu erreichen.

In der Kathedrale von Salisbury in England werden Menschen geimpft
AP/Steve Parsons

Geimpft wird nicht nur in den großen Impfzentren, die auch auf Sportplätzen oder in Einkaufszentren aufgebaut wurden, sondern parallel dazu auch bei Hausärzten und in Apotheken. Auch 24-Stunden-Impfangebote werden getestet. Neben dem Biontech/Pfizer-Impfstoff, der wie das Moderna-Mittel auch in der EU zugelassen ist, steht Großbritannien mit dem heimischen Vakzin der Universität Oxford und des Pharmakonzerns Astrazeneca ein weiteres Präparat zur Verfügung. Die EU-Zulassung dieses Impfstoffs wird erst Ende Jänner erwartet.

Krankenhäuser an den Kapazitätsgrenzen

Krankenhäuser geraten vor allem in London an die Grenzen ihrer Kapazitäten, teilweise werden Intensivpatienten in andere Städte verlegt. In einer Umfrage der Gewerkschaft GMB unter Beschäftigten im Rettungsdienst gaben drei Viertel der 2.000 Befragten an, an der „Belastungsgrenze“ angekommen zu sein. Offiziellen Angaben zufolge zählte Großbritannien seit Beginn der Pandemie knapp 90.000 Menschen Covid-19-Tote – Schätzungen zufolge sind es jedoch tatsächlich bereits mehr als 100.000.

In einem belgischen Altersheim ist es zu einer Massenansteckung mit der zuerst in Großbritannien entdeckten Coronavirus-Mutante gekommen. 75 Menschen hätten sich in der Einrichtung in der Stadt Houthulst mit der ansteckenderen Variante des Virus infiziert, sagte Bürgermeister Joris Hindryckx heute der Nachrichtenagentur AFP. Damit seien zwei Drittel der Bewohner mit dem Virus infiziert. Bisher seien drei Bewohner nach einer Infektion mit dem Virus gestorben.

Insgesamt wurden in der 10.000-Einwohner-Stadt im Nordwesten Belgiens den Angaben zufolge 128 Menschen positiv auf die Virusmutante getestet. Wie es zu der Ausbreitung der Variante kam, ist noch unklar. Die Infizierten müssen zehn Tage in Quarantäne.

EU

Die portugiesische EU-Ratspräsidentschaft hat kurz nach ihrem Amtsantritt am 1. Jänner bereits einen Neuentwurf der E-Privacy-Verordnung vorgelegt. Deren Verabschiedung war eigentlich bereits für Mai 2016 geplant, doch im Rat legten sich die Minister mehrerer Mitgliedsstaaten quer. Jahrelang wurde versucht, in dieser Begleitregelung zur Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) – von der Vorratsdatenspeicherung bis zu Upload-Filtern – Ausnahmen zu verankern.

Keiner dieser Vorstöße fand im Rat eine Mehrheit. Die Neufassung aus Portugal geht nun wieder in die ursprüngliche Richtung einer Daten- und Verbraucherschutzverordnung. „Die Präsidentschaft schlägt hier vor, den Text zu vereinfachen und ihn an die Datenschutzgrundverordung anzunähern“, heißt es denn auch einleitend. Anders als von den Hardlinern im Rat gefordert, wird Ende-zu-Ende-Verschlüsselung nicht unterminiert, sondern explizit geschützt.

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Wirtschaft

China legt morgen die Zahlen für das Wachstum seiner Wirtschaft im abgelaufenen Jahr vor. Da das bevölkerungsreichste Land der Erde das Coronavirus seit dem Sommer weitestgehend im Griff hat und nur vereinzelt Infektionen und kleinere Ausbrüche zählt, haben sich die wirtschaftlichen Aktivitäten wieder normalisiert.

Während der Rest der Welt eine Rezession erlebt, dürfte China daher aus Sicht von Analysten als einzige große Volkswirtschaft im abgelaufenen Jahr ein Wachstum verzeichnet haben. Der Internationale Währungsfonds (IWF) hatte in China zuletzt mit einem BIP-Wachstum von 1,9 Prozent für 2020 gerechnet. Besonders im Abschlussquartal dürfte die Wirtschaft laut Vorhersagen kräftig angezogen sein.

Als Zeichen für die anhaltende Erholung nach der Coronavirus-Krise hatte sich der Außenhandel der Volksrepublik zuletzt deutlich positiv entwickelt. Wie die Pekinger Zollbehörde vergangene Woche mitgeteilt hatte, waren allein im Dezember die Exporte im Vorjahresvergleich um 18,1 Prozent gestiegen. Die Importe hatten um 6,5 Prozent zugelegt.

Nach einer Razzia im Februar 2020 im Amazon-Verteilzentrum in Großebersdorf (Bezirk Mistelbach) sind nun die Ermittlungsergebnisse veröffentlicht worden. Die Finanzpolizei stellte bei Subunternehmen fast 1.000 Rechtsverstöße fest, die u. a. Schwarzarbeit betrafen.

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Bucht man eine Reise und es kommt zu einer Reisewarnung – wie zuletzt in der CoV-Pandemie – bekommt man normalerweise eine kostenlose Stornierung. Doch bucht man bei einem Veranstalter in einem anderen Land, der sich an den dortigen Reisewarnungen orientiert, ist die Rechtslage nicht ganz klar. Die Arbeiterkammer (AK) hat nun für zwei Österreicherinnen eine kostenlose Stornierung durchgesetzt.

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Sport

Daniel Huber hat heute im Einzel-Springen seinen dritten Podestplatz in dieser Saison um genau vier Punkte verpasst. Dem Salzburger blieb in Zakopane nach dem Team-Erfolg am Vortag nur Platz vier und damit „Blech“. Der Sieg ging erstmals in dieser Saison an den Norweger Marius Lindvik, der sich vor Anze Lanisek aus Polen und seinem Landsmann Robert Johansson durchsetzte.

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Robert Lewandowski und Thomas Müller haben heute den FC Bayern München nach dem Pokal-Schock gegen Zweitligist Holstein Kiel in der deutschen Bundesliga zum Sieg gegen die Mannschaft der Stunde aus Freiburg geführt. Die Freiburger, die die letzten fünf Ligaspiele gewonnen hatten, mussten sich in München mit 1:2 geschlagen geben, hatten aber das Remis auf dem Fuß.

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Sebastian Foss-Solevaag hat heute für den dritten Slalom-Premierensieger in Folge gesorgt. Der 29-jährige Norweger setzte sich im zweiten Rennen in Flachau nach einer beeindruckenden Leistung vor dem Österreicher Marco Schwarz (+0,76) durch. Auf Rang drei landete der Franzose Alexis Pinturault (0,95). Vortagessieger Manuel Feller fiel vom dritten auf den 17. Rang zurück.

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Chronik

In Aschach an der Steyr in Oberösterreich ist heute Vormittag eine 71-jährige Frau tot aufgefunden worden. „Die Frau lag blutüberströmt in ihrem Bett“, sagte Polizeisprecher Clemens Lehner-Redl. Ihr 73-jähriger Ehemann sei tatverdächtig.

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Ein 35-jähriger Mann hat gestern in der Früh in seiner Wohnung in Wien-Floridsdorf seine Lebensgefährtin derart brutal attackiert, dass er wegen versuchten Mordes festgenommen wurde. Dabei widersetzte er sich mit Bissen und Schlägen, sodass die Polizisten vom Taser Gebrauch machen mussten. Bei seiner Einvernahme gab der Verdächtige an, anstatt der Frau ein „Monster“ in der Wohnung gesehen zu haben.

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Zahlreiche Mitglieder der Tuning-Szene haben sich gestern auf dem Parkplatz am Wiener Kahlenberg getroffen. Mit 80 bis 100 Autos versammelten sie sich und hielten dabei die Coronavirus-Maßnahmen nicht ein.

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Bei der heutigen Ziehung bei Lotto „6 aus 45“ sind folgende Gewinnzahlen ermittelt worden:

4 5 14 17 32 33/Zusatzzahl 27

Die Gewinnzahlen bei Lotto Plus lauten:

13 18 27 28 33 34

Der aktuelle Joker:

1 7 5 0 4 7

Alle Angaben ohne Gewähr

Die Zahl der Todesopfer des Erdbebens auf der indonesischen Insel Sulawesi ist heute mit fortschreitenden Bergungsarbeiten auf 73 gestiegen. Mindestens 743 Personen wurden verletzt. Das teilte die nationale Katastrophenschutzbehörde mit.

Das Beben der Stärke 6,2 am Freitag habe allein in der Inselhauptstadt Mamuju 64 Menschenleben gefordert, sagte Behördensprecher Raditya Jati. Helfer befreiten unterdessen weitere Opfer aus den Trümmern eingestürzter Häuser.

Zerstörtes Auto und Gebäude
Reuters/Antara Foto/Abriawan Abhe

„Die Stromversorgung in (der Provinz, Anm.) Majene und in Mamuju wurde wiederhergestellt“, sagte Jati. Soldaten hätten zudem die wichtigsten Straßenverbindung in der betroffenen Region geräumt und wieder für den Verkehr geöffnet.

15.000 Menschen wurden obdachlos

Das Beben hatte die Insel am Freitag in den frühen Morgenstunden erschüttert. Das Unglücksgebiet befindet sich in der Region West-Sulawesi. Unter anderem stürzten zwei Krankenhäuser, ein Hotel und ein Teil des Gebäudes der Lokalverwaltung in Mamuju ein. Rund 15.000 Menschen wurden obdachlos.

Sulawesi liegt zwischen Borneo und Neuguinea. Indonesien liegt auf dem Pazifischen Feuerring. Im Südteil des Archipels schiebt sich die Indo-Australische Platte unter die Eurasische Platte, was zu häufigen Erdbeben und Vulkanausbrüchen in der Region führt.

IT

WhatsApp wertet seit jeher jede Menge Informationen über seine Nutzer aus. Nun ist für viele WhatsApp-User das Maß voll. Sie wollen zu einer Alternative wechseln. Vor allem der Messenger Signal erlebt derzeit großen Zulauf. Nach Ansicht von Sicherheitsexperten eine gute Wahl. Die Open-Source-Software ist kostenlos, bietet die gleichen Funktionen wie WhatsApp und gilt als sehr sicher.

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Gesundheit

Aktuell gibt es keinen einzigen Influenza-Fall in Österreich. Normalerweise gibt es zu dieser Zeit bereits einige hundert Fälle. Experten führen das auf die Beschränkungen zurück, die zur Eindämmung der Pandemie ergriffen wurden.

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Panorama

„Uhren ohne Zeiger“, das Abstreifen aller Zeitlogiken, gelten im modernen Roman als große Leistung. In der realen Gesellschaft sieht das anders aus. Mit Homeoffice oder Kinderbetreuung daheim gehen Zeitbezüge verloren, kommen Zeitgefühl und Orientierung abhanden.

Dass wir überhaupt so etwas wie eine kollektive Zeitwahrnehmung haben und die lineare Zeit mit offenem Ende zum Leitbild für unser Leben wurde, macht der Gesellschaft in Zeiten einer Pandemie zu schaffen. Wir haben verlernt, so scheint es, uns mit der Gegenwart abzufinden.

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Science

Archäologen haben bei Ausgrabungen in Ägypten rund 50 Sarkophage und einen mehr als 2.500 Jahre alten Totentempel entdeckt. Wie das ägyptische Ministerium für Tourismus und Altertümer gestern mitteilte, wurden die Särge in 52 jeweils zwölf Meter tiefen Schächten in der altägyptischen Grabstätte Sakkara südlich von Kairo gefunden.

Ausgrabungen in der altägyptischen Grabstätte Sakkara südlich von Kairo
Reuters/Hanaa Habib

Der Totentempel sei zu Ehren der Königin Naert, der Frau von Pharao König Teti, gebaut worden, teilte Ausgrabungsleiter Sahi Hawass mit. Er hoffe, dass die Entdeckung weitere Details über die Geschichte von Sakkara ans Licht bringe, sagte Hawass.

Ein Sarkophag aus einer Ausgrabung in der altägyptischen Grabstätte Sakkara südlich von Kairo
Reuters/Hanaa Habib

Die hölzernen Särge könnten auf die Zeit des Neuen Reichs (16. bis 11. Jahrhundert vor Christus) datiert werden. Die archäologischen Schätze seien in der Nähe der Pyramide von König Teti gefunden worden.

Riesenfund im November

Die Begräbnisstätte der altägyptischen Hauptstadt Memphis zählt zum UNESCO-Weltkulturerbe. Archäologen hatten dort erst im November den Fund von mehr als hundert gut erhaltenen Sarkophagen präsentiert – die größte Entdeckung im Jahr 2020.

Ägypten hofft, mit den Entdeckungen den Tourismus anzukurbeln, der sich nach jahrelangen politischen Konflikten und Anschlägen im vergangenen Jahr leicht erholt hatte. Die Pandemie hat die Branche in eine neue tiefe Krise gestürzt.

Die US-Raumfahrtbehörde NASA muss einen Misserfolg bei ihrem Mondprogramm Artemis verbuchen: Die Triebwerke der neuen Trägerrakete Space Launch System (SLS) funktionierten bei einem Test gestern im Stennis Space Center im Bundesstaat Mississippi nicht wie erwartet, wie die NASA mitteilte. Die Testzündung sollte gut acht Minuten dauern, brach aber nach etwa einer Minute ab. Fachleute versuchen nun, den Grund für die vorzeitige Abschaltung herauszufinden.

Raketentest
APA/AFP/NASA/Robert Markowitz

Trotz allem habe der Test der RS-25-Triebwerke aber wertvolle Informationen geliefert, betonte die NASA. NASA-Chef Jim Bridenstine sprach von einem „wichtigen Schritt nach vorne“ bei der Vorbereitung der Hauptstufe der Rakete für die Mission Artemis 1 und zukünftige bemannte Missionen.

Die NASA will mit den SLS-Raketen und einer Orion-Raumkapsel erstmals seit 1972 wieder Astronauten auf den Mond bringen. Die Mission Artemis 1 soll Ende dieses Jahres als Testflug zum Mond starten. Zunächst noch ohne Besatzung soll sie den Mond umrunden und dann zur Erde zurückkehren. Mit Artemis 2 sollen Astronauten 2023 den Mond umrunden. Erst Artemis 3 soll 2024 dann tatsächlich mit Astronauten auf dem Erdtrabanten landen.

Kultur

Ein wenig Hollywood in der Haidequerstraße: Geht es nach der Wiener Stadtregierung soll Simmering künftig ein Mekka für Filmschaffende werden. In riesigen Hallen des Hafen Wien könnten professionelle Studios entstehen.

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Das Salzburger Landestheater hat heute – kurz nach der Verlängerung der Lockdown-Maßnahmen – angekündigt, einige der geplanten Premieren via Onlinestream anzubieten. Eigentlich wäre die erste Premiere am 29. Jänner geplant gewesen.

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Der inhaftierte frühere US-Musikproduzent Phil Spector ist tot. Er starb gestern im Alter von 81 Jahren, wie die Gefängnisbehörde im Bundesstaat Kalifornien heute mitteilte. Spector sei auf „natürliche“ Weise gestorben. Die genaue Todesursache müsse jedoch noch untersucht werden. Spector, einer der einflussreichsten Produzenten im Bereich der Rock- und Popmusik, war 2009 wegen des Mordes an der früheren Schauspielerin Lana Clarkson zu 19 Jahren Haft verurteilt worden.

Phil Spector (2009)
AP/Jae C. Hong

Er wurde für schuldig befunden, die 40-Jährige im Februar 2003 in seiner Villa in Los Angeles erschossen zu haben, nachdem sie ihn zurückgewiesen hatte. Die beiden waren sich erst wenige Stunden vorher in einem Nachtclub begegnet.

Spector ist der Erfinder der legendären „Wall of Sound“-Aufnahmetechnik. Anfang der 70er Jahre produzierte er die letzte Beatles-LP „Let it be“ und die ersten Soloalben der Ex-Beatles John Lennon („Imagine“) und George Harrison („All Things Must Pass“). Auch mit anderen Musikgrößen wie Tina Turner und The Ramones arbeitete er zusammen.

Der Kärntner Künstler Hans Staudacher, einer der bekanntesten österreichischen Maler, ist heute im Alter von 98 Jahren gestorben. Der in St. Urban geborene Künstler lebte und arbeitete in Wien und in Finkenstein am Faaker See. In den 1950er Jahren war er Mitglied der Wiener Secession und vertrat Österreich auch bei der Biennale in Venedig.

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