COV Inland

Sowohl Bund als auch Länder geben sich zurückhaltend bei der Einführung einer Impfpflicht. Einzelne Bundesländer preschten mit einer Impfpflicht in bestimmten Gruppen vor. Bereits ab heute gibt es in der Steiermark eine Bevorzugung von Geimpften bei der Aufnahme in den Landesdienst.

Für Niederösterreich kündigte Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner im „Kurier“ an, dass es ab September für neue Landesbedienstete eine Impfpflicht geben solle. Davon betroffen sind sämtliche Bereiche – auch Pädagoginnen und Pädagogen. Mitte Juli wurde bereits die Impfverpflichtung in Niederösterreich für neue Gesundheitsmitarbeiter und -mitarbeiterinnen verkündet.

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In Wien etwa gilt eine Impfpflicht für neue Mitarbeiter im Gesundheits- und Sozialbereich, ab dem Herbst soll die Immunisierungspflicht auch für neue Mitarbeiter in Wiener Kindergärten gelten. Einige, ÖVP geführte Bundesländer wie die Salzburg, Oberösterreich, Tirol und die Steiermark fordern nun aber bundesweit einheitliche Regeln. Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) will es aber den Ländern überlassen.

Impfpflichtdebatte geht weiter

Privilegien für Geimpfte seien generell „Regierungslinie“, hat ÖVP-Bildungsminister Heinz Faßmann heute gegenüber dem Nachrichtenmagazin „Profil“ geäußert. Immer lauter werden jedoch die Rufe nach einer bundesweiten Regelung, was eine mögliche Impfpflicht betrifft.

Regierungslinie sei aber, dass Geimpfte Privilegien erhalten sollen, sagte ÖVP-Bildungsminister Heinz Faßmann gegenüber dem „Profil“. Klar sei bereits, dass für geimpfte Schüler und Schülerinnen die Testpflicht fallen soll.

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Tiroler AK-Präsident sieht Bund in der Pflicht

Der schwarze Tiroler AK-Präsident Erwin Zangerl sieht den Bund in der Impfdebatte in der Pflicht. Gegenüber der Tiroler Tageszeitung (Samstag-Ausgabe) kritisierte er ein „Hin-und Hergeschiebe“ der Zuständigkeiten und mahnte die Schaffung bundesweiter Rahmenbedingungen ein. Ansonsten würden Entscheidungen wieder bei den Gerichten landen, die dann in Einzelfällen entscheiden müssten. Er verstehe nicht, „warum hier so lange herumgedoktert wird“.

Eine Impfpflicht etwa für Neueinsteiger in gewissen Berufen sei seines Erachtens nach „durchaus möglich“. Schließlich hätte es auch schon vor der Pandemie im Gesundheitsbereich Impfvoraussetzungen im Zusammenhang mit anderen Krankheiten gegeben, betonte Zangerl, der einmal mehr an die Bevölkerung appellierte, sich im Zweifel impfen zu lassen.

Treichl für generelle Impfpflicht

Unumwunden für eine generelle Impfpflicht sprach sich Andreas Treichl, Präsident des Europäischen Forums Alpbach und ehemaliger langjähriger Vorstandsvorsitzender der Erste Group, gegenüber Ö1 aus. „Ja“, antwortete er ohne Wenn und Aber auf die diesbezügliche Frage. Er wisse nicht, ob man an der Impflicht vorbeikommen werde.

Aber offensichtlich sei es Politik, Medien und Wirtschaft gemeinsam nicht gelungen, die Menschen, die sich nicht impfen lassen wollen, davon zu überzeugen, dass sie damit „eine Gefahr für alle darstellen“, hatte er zuvor gemeint.

Die 7-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in den abgelaufenen sieben Tagen je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner, liegt laut Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) bei 35,7 (Stand: gestern, 14.00 Uhr).

Am höchsten ist die Zahl weiterhin in Salzburg (55,1) und Wien (49,9). Am niedrigsten ist der Wert im Burgenland (20,3) und in Niederösterreich (26,1).

Das Berichtsschema der AGES zeigt die Zahlen vom Vortag – wie die Meldung der Ministerien. Wesentlicher Unterschied zu den Ministeriumsmeldungen: Laborbestätigte Fälle, Tote etc. werden nicht zum Meldezeitpunkt dargestellt, sondern zum Diagnose- bzw. Sterbedatum. In der Darstellung in ORF.at wird auch täglich transparent gemacht, welchen Tagen die neu gemeldeten Fälle zugeordnet werden.

Ministerien melden 538 Neuinfektionen

Das Gesundheits- und das Innenministerium meldeten 538 neu registrierte Coronavirus-Fälle innerhalb der letzten 24 Stunden (Stand: gestern, 9.30 Uhr). Diese Zahlen nannten die Bundesländer dem nationalen Krisenstab.

Landesweit starben laut Ministerien bisher 10.737 Personen an oder mit Covid-19. Derzeit befinden sich 119 Personen aufgrund des Coronavirus in Spitalsbehandlung, davon 32 auf Intensivstationen.

Karten, Grafiken und Informationen zu aktuellen Fällen und zum Epidemieverlauf in ORF.at/corona/daten

Erklärung zur Zählweise und weiteren Fragen in ORF.at/corona

Die CoV-Testbusse sind gestern zum letzten Mal durch die Steiermark gefahren. Durch den Impffortschritt und die anderen Testmöglichkeiten habe sich das Angebot überholt, heißt es vom Land Steiermark. Beim Impfen setze man auf die bewährten Anlaufstellen.

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COV Ausland

In den USA sind ab heute Millionen Mieter und Mieterinnen von Zwangsräumungen bedroht. Zum 1. August läuft eine Regelung aus, dass Mieter in der Pandemie bei Zahlungsrückstand nicht aus ihren Wohnungen geworfen werden dürfen.

Ein Vorschlag, das Verbot bis zum 18. Oktober zu verlängern, war zuletzt im Kongress gescheitert. Das Weiße Haus hat deutlich gemacht, den Schutz nicht einseitig zu verlängern, weil es dazu keine rechtliche Befugnis habe.

Einer Studie des Aspen Institute zufolge sind derzeit mehr als 15 Millionen Menschen in 6,5 Millionen US-Haushalten mit ihren Mietzahlungen im Rückstand. Sie schulden den Vermietern der Studie zufolge zusammen mehr als 20 Milliarden Dollar (16,9 Mrd. Euro).

Die Senatorin Elizabeth Warren von der Demokratischen Partei sagte gestern, in jedem US-Bundesstaat würden derzeit Familien um ihren Küchentisch herum sitzen und einen Ausweg suchen, wie sie eine verheerende Räumung überstehen könnten. Vermieterverbände lehnen eine Verlängerung ab. Einige Vermieter hatten zuletzt Mühe, ohne Mieteinnahmen ihre Hypotheken-, Steuer-und Versicherungszahlungen zu begleichen.

In Frankreich ist es bei Protesten gegen Maßnahmen der Regierung zur Bekämpfung der Coronavirus-Pandemie gestern zu Ausschreitungen gekommen. Dabei wurden nach Angaben der Behörden in der Hauptstadt Paris drei Polizisten verletzt.

Nach Angaben des Innenministeriums wurden 19 Aktivisten festgenommen. Unter anderem in Paris, Marseille, Lyon, Montpellier, Nantes und Toulouse hatten sich zuvor nach Angaben der Behörden insgesamt rund 200.000 Menschen versammelt. Es war das dritte Wochenende in Folge mit Protesten gegen die Coronavirus-Maßnahmen von Präsident Emmanuel Macron.

Proteste gegen die Impfpflicht in Paris (Frankreich)
AP/Adrienne Surprenant

Die Menschen protestierten vor allem gegen den Gesundheitspass, den die Regierung im Kampf gegen eine vierte Infektionswelle eingeführt hat, und der Kritikern zufolge die Grundrechte einschränkt. So wird unter anderem Besuchern und Besucherinnen von Museen, Kinos oder Schwimmbädern in Frankreich der Zutritt verweigert, wenn sie keinen Gesundheitspass haben. Der Pass dient als Bestätigung für eine Impfung oder einen Negativtest.

Frankreich: Massenproteste gegen CoV-Einschränkungen

In Frankreich haben die Menschen in über 150 Städten erneut gegen die Ausweitung des Gesundheitspasses und die Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen demonstriert. Der Regierung wird ein „Angriff auf die Freiheit“ vorgeworfen.

Demonstrationen auch in Italien

In Italien ist es gestern in mehreren Städten ebenfalls zu Demonstrationen gegen den Grünen Pass gekommen. In Rom versammelten sich Demonstrierende auf der zentralen Piazza del Popolo, um gegen die verschärften Anti-Coronavirus-Regelungen zu demonstrieren, die ab dem 6. August in Kraft treten. Es handelt sich um die vierte Demonstration gegen den Gesundheitspass in einer Woche in Rom.

Die Demonstranten warfen der Regierung auf Plakaten einen „Angriff auf die Freiheit“ vor. Sie riefen zu einem Steuerstreik und zum Boykott von Lokalen, Kinos und Theater auf, die den Grünen Pass verlangen. Die Demonstranten und Demonstrantinnen skandierten Sprechchöre gegen Premierminister Mario Draghi.

In Israel können sich ab heute alle Menschen ab 60 zum dritten Mal gegen das Coronavirus impfen lassen, wenn ihre zweite Impfung mindestens fünf Monate zurückliegt. Ab heute erlaubt sind zudem Impfungen von Kindern im Alter zwischen fünf und elf Jahren mit besonders hohem Risiko, bei einer Infektion schwer zu erkranken oder zu sterben. Kindern ab zwölf Jahren stehen die Impfungen bereits seit Anfang Juni offen.

Trotz einer intensiven Impfkampagne steigt auch in Israel die Zahl der Neuinfektionen wieder an. Deshalb hatte sich die Regierung zu dem Alleingang bei den Auffrischungsimpfungen mit dem Vakzin von Biontech und Pfizer entschlossen. Trotz der steigenden Infektionszahlen dürfen aber geimpfte Touristen und Touristinnen nun wieder nach Israel einreisen.

Das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg hat die Verbote für weitere heute in Berlin geplante Demonstrationen aus dem Kreis der „Querdenken“-Bewegung bestätigt. Das Gericht erklärte gestern, die Beschwerden der Anmelder gegen entsprechende Beschlüsse des Verwaltungsgerichts Berlin seien zurückgewiesen worden.

Demnach handelt es sich um die Versammlung unter dem Motto „Für Frieden, Freiheit und Grundrechte“, die Versammlung „Unser Weg zum friedlichen Wohlstand für alle“ und die Versammlung „Das Jahr der Freiheit und des Friedens – Das Leben nach der Pandemie“.

Die Auffassung der Antragsteller, dass Demonstrieren ohne Mund-Nase-Schutz und Mindestabstand von der Versammlungsfreiheit gedeckt sei, teile das Gericht nicht, hieß es in Pressemitteilungen zu den Eilverfahren.

Auch die Polizei hatte ihre Verbote damit begründet, dass die Veranstalter den mit den Versammlungen einhergehenden Gesundheitsgefahren nicht ausreichend Rechnung trügen. Es sei zudem zu erwarten, dass Regelverstößen der Teilnehmer und Teilnehmerinnen nicht entgegengetreten werde.

Ausland

In Afghanistan sind heftige Kämpfe zwischen Regierungstruppen und militant-islamistischen Taliban in zwei der wichtigsten Provinzhauptstädte des Landes ausgebrochen. In Laschkarga, Hauptstadt der südlichen Provinz Helmand, wurde gestern in verschiedenen Stadtbezirken gekämpft, wie die Provinzbehörden mitteilten. Die Taliban hatten die Stadt vier Tage zuvor angegriffen.

In der Stadt Herat in der gleichnamigen Provinz im Westen des Landes tobten die Kämpfe nur wenige Kilometer vom Stadtzentrum entfernt. Kleinere Zusammenstöße gab es auch in der südlichen Provinz Kandahar.

Sicherheitspersonal bewachen den UNO-Stützpunkt in Guzara in der afghanischen Provinz Herat
APA/AFP/Hoshang Hashimi

UNO-Stützpunkt in Herat angegriffen

Helmand, Herat und Kandahar sind die drei flächenmäßig größten Provinzen Afghanistans. In Herat griffen die Taliban am Freitag auch einen UNO-Stützpunkt an, töteten einen Wachtposten und verletzten mehrere andere. Die UNO verurteilte den Angriff aufs Schärfste. Bei den Kämpfen in den verschiedenen Provinzen gerieten auch Zivilisten in Gefahr. Der Provinzrat Abdul Majid Akhundzada sagte der dpa, in Laschkarga habe es Tote und Verletzte unter der Zivilbevölkerung gegeben. Ein privates Krankenhaus, in dem sich Taliban-Kämpfer versteckten, sei von Luftangriffen getroffen worden.

In Afghanistan geht dieser Tage nach fast 20 Jahren ein internationaler Militäreinsatz zu Ende, der im Herbst 2001 zum Sturz der damaligen Taliban-Herrschaft geführt hatte. Die deutsche Bundeswehr hat ihre Truppen schon vollständig abgezogen. Die US-Militärmission in dem Land soll am 31. August enden. Zuletzt haben die USA aber angesichts des Vormarsches der Taliban wieder verstärkt Luftangriffe geflogen, bei denen die Flugzeuge von außerhalb des Landes starteten.

Das von der Hilfsorganisation SOS Mediterranee betriebene Rettungsschiff „Ocean Viking“ hat fast 200 Geflüchtete bei vier verschiedenen Einsätzen im Mittelmeer in Sicherheit gebracht. Dies teilte SOS Mediterranee gestern Abend auf Twitter mit.

Das Schiff rettete am Vormittag 57 Migranten und Migrantinnen, die auf einem Schlauchboot in internationalen Gewässern in Schwierigkeiten geraten waren. Darunter waren acht Frauen, elf Minderjährige und fünf Kinder unter zwölf Jahren, teilte die NGO mit. Bei zwei weiteren Rettungsaktionen in libyschen Gewässern wurden 118 Menschen aus Schlauchbooten gerettet.

Viele der Geretteten waren erschöpft, einige hatten schwere Treibstoffverbrennungen. Bei der vierten Rettungsaktion wurden 21 Personen, darunter sieben Frauen und drei Minderjährige, aus einem in Schwierigkeiten geratenen Holzboot gerettet.

Auf der süditalienischen Insel Lampedusa trafen indes mehr als 150 Geflüchtete an Bord von acht Booten ein, teilte die italienische Küstenwache mit. Vor ihrer Ankunft befanden sich 1.137 Personen im Hotspot der Insel, der eine Kapazität von maximal 250 Personen hat. 28.515 Migranten sind seit Anfang 2021 nach Seefahrten über das Mittelmeer in Süditalien eingetroffen. Im Vergleichszeitraum 2020 waren es 13.623 gewesen, so das italienische Innenministerium.

Der internationale Bosnien-Beauftragte Valentin Inzko (72) übergibt heute sein Amt nach zwölf Jahren an den deutschen CSU-Bundestagsabgeordneten Christian Schmidt.

Der internationale Bosnien-Beauftragte Valentin Inzko
AP

Damit bekommt der ehemalige deutsche Landwirtschaftsminister von seinem Kärntner Vorgänger in dem von ethnischen Konflikten zerrütteten Land weitreichende Vollmachten: Er kann Gesetze erlassen und Amtsträger entlassen – ungeachtet dessen, was Parlament und Regierung des Landes beschließen.

Das Amt des „Hohen Repräsentanten“ wurde durch den Friedensvertrag von Dayton (USA) 1995 geschaffen, mit dem der Bosnien-Krieg beendet wurde.

Ab heute dürfen große Kreuzfahrtschiffe nicht mehr durch Teile der venezianischen Lagune fahren. Nach einem Beschluss der italienischen Regierung sind der Giudecca- und der Markus-Kanal sowie das Markus-Becken im historischen Zentrum Venedigs künftig für Kreuzfahrtschiffe mit mehr als 25.000 Tonnen Gewicht, mehr als 180 Metern Länge und mehr als 35 Metern Höhe gesperrt. Betroffen sind auch Schiffe, die bestimmte Abgasnormen überschreiten.

Die riesigen Schiffe sollen nun nur noch den Industriehafen Marghera auf dem Festland anlaufen dürfen. Mit der Maßnahme zum Schutz seiner historischen Altstadt entging Venedig knapp einer Einstufung als bedrohtes Welterbe. Aufgrund des Durchfahrtsverbots verzichtete das UNESCO-Welterbekomitee in der vergangenen Woche vorerst darauf, die berühmte Lagunenstadt auf die Rote Liste des gefährdeten Welterbes zu setzen.

Inland

Digitaler und kostengünstiger will Justizministerin Alma Zadic (Grüne) Zivilverfahren machen. Die Novelle dafür hat sie für sechs Wochen in Begutachtung geschickt. Schwerpunkte des Gesetzesentwurfs sind rechtliche Grundlagen für die „Justiz 3.0“, die Übernahme der mündlichen Videoverhandlungen ins Dauerrecht sowie teilweise Reduktionen bestimmter Kopier- und Gerichtsgebühren.

„Die Justiz wird künftig noch digitaler, kostengünstiger und näher an den Bürgerinnen und Bürgern sein. Mit einem neuen Gesetz ermöglichen wir eine Reihe von Verbesserungen beim Ablauf von Zivilverfahren“, erklärte Zadic gestern.

Videoverhandlungen

Mit der Zivilverfahrensnovelle 2021 legt sie die rechtlichen Begleitregelungen für die schon seit einiger Zeit entwickelte digitale Akten- und Verfahrensführung bei Gerichten und Staatsanwaltschaften vor. Es gelte, „die etablierten Prinzipien des Zivilverfahrens in die digitale Welt zu übertragen und dabei den gewohnt hohen Rechtsschutz und Qualität der Verfahren beizubehalten“, betonte die Ministerin.

Beibehalten will die Ministerin die in der Pandemie geschaffene Möglichkeit, mündliche Verhandlungen per Video durchzuführen – wobei die Zustimmung der Parteien Voraussetzung bleiben soll.

Geringere Kopiergebühren

Ebenfalls kostengünstiger will Zadic den Zugang zum Zivilrecht machen: Die Kopiergebühren sollen nicht mehr generell nach Seiten bemessen werden. Bei elektronischen Kopien, die auf Datenträger übergeben werden, soll das Datenvolumen ausschlaggebend sein. Für elektronische Abfragen im Weg der digitalen Akteneinsicht will die Ministerin auf Kopiergebühren ganz verzichten.

Und die Gerichtsgebühren für bestimmte Vergleiche werden halbiert, „damit in Zukunft noch mehr Rechtsstreitigkeiten mit einem Vergleich gelöst werden können“, peilt Zadic auch eine Entlastung der Justiz an.

Umwelt & Klima

Angesichts außergewöhnlich hoher Temperaturen schmilzt der grönländische Eisschild nach Angaben dänischer Wissenschaftler derzeit „massiv“ ab. Seit Mittwoch schmölzen täglich rund acht Milliarden Tonnen Eis, berichtete die Website Polar Portal gestern.

Das sei das Doppelte des üblichen Wertes im Sommer. Im Norden Grönlands herrschen nach Angaben der dänischen Wetterbehörde DMI derzeit Temperaturen von mehr als 20 Grad Celsius, mehr als doppelt so viel wie durchschnittlich im Sommer.

Satelittenbild des Ingolf-Fjords in Grönland Ende Juli 2021
Reuters/EU/Copernicus Sentinel-2 Imager

Am kleinen Flughafen Nerlerit Inaat im Nordosten Grönlands waren am Donnerstag 23,4 Grad Celsius gemessen worden, die höchste Temperatur seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. An diesem Tag sei so viel Eis geschmolzen, dass damit der gesamte US-Bundesstaat Florida fünf Zentimeter hoch unter Wasser gestanden hätte, erklärten die Wissenschaftler.

Abschmelzen begann 1990

Im Sommer 2019 war in Grönland eine Rekordschmelze registriert worden. Dieser Wert sei in diesem Jahr noch nicht eingestellt worden, aber es sei nun ein deutlich größeres Gebiet betroffen, hieß es auf der Website.

Der zweitgrößte Eisschild nach der Antarktis mit einer Fläche von fast 1,8 Millionen Quadratkilometern, der Grönland bedeckt, bereitet den Wissenschaftlern Sorgen, da sich die Erwärmung in der Arktis dreimal schneller vollzieht als anderswo auf der Welt. Das Abschmelzen des Eisschildes begann 1990 und beschleunigt sich seit dem Jahr 2000. Der Massenverlust der vergangenen Jahre ist den Forschern zufolge etwa viermal so groß wie vor 2000.

Chronik

Eine 41-jährige Pkw-Lenkerin und ihre 50-jährige Schwester sind gestern bei einem Verkehrsunfall auf der Westautobahn (A1) im Bezirk Amstetten in Niederösterreich schwer verletzt worden.

Die Wienerin war in Richtung Linz unterwegs, als sie rechts von ihrer Fahrspur abkam und mit einem Lkw kollidierte. In weiterer Folge begann das Auto zu brennen, Ersthelfer konnten die Insassen laut Polizei aber rechtzeitig retten. Die achtjährige Tochter der Fahrerin, die auf dem Rücksitz saß, blieb unverletzt.

Das Auto der 41-Jährigen wurde durch den Zusammenstoß mit dem Lkw über alle drei Fahrstreifen geschleudert, prallte gegen die Mittelbetonwand, überschlug sich und blieb am Dach liegen, wo es zu brennen begann. Ersthelfer löschten das Feuer. Die beiden Frauen wurden mit dem Rettungshubschrauber bzw. mit dem Notarztwagen ins Krankenhaus gebracht.

Autobahn zeitweise gesperrt

Im aus dem Unfall resultierenden Stau kam es zu einem Auffahrunfall, an dem zwei Fahrzeuge beteiligt waren. Eine 19-Jährige aus dem Bezirk Korneuburg und ein 32-jähriger Deutscher wurden dabei verletzt. Während des Einsatzes war die Westautobahn für knapp eine Stunde gesperrt. Nachdem sie teilweise wieder für den Verkehr freigegeben wurde, bildete sich ein Stau von mehr als zehn Kilometern.

Nach heftigen Unwettern mussten gestern Abend im Pinzgau in Salzburg erneut Dutzende Feuerwehrleute ausrücken: In Maishofen stand die Bundesstraße teilweise unter Wasser. Aus Wald und Saalbach Hinterglemm im Pinzgau wurde Hagel gemeldet.

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Im Salzburg-Stadt ist gestern ein Sechsjähriger auf einem Schutzweg von einem Auto erfasst und verletzt worden. Ein 18-jähriger Autolenker übersah laut eigenen Angaben die rote Ampel beim Abbiegen.

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In dem Abfalltanklager, das in Leverkusen explodiert ist, haben sich nach Angaben der Kölner Bezirksregierung „flüssige Reststoffe aus der Produktion von Chemikalien für die Landwirtschaft“ befunden. Das teilte die Behörde gestern mit.

Der Hauptbestandteil dieser Abfälle seien „phosphor- und schwefelhaltige Chemikalien“. Noch sei aber die Frage offen, ob durch die Detonation möglicherweise gesundheitsgefährdende Stoffe freigesetzt worden seien. Es würden weitere Proben genommen.

Informationen über Inhalt der Tanks übergeben

Der genaue Inhalt der Tanks in der Sondermüllverbrennungsanlage war zuvor nicht öffentlich bekannt gewesen. Bei einer Pressekonferenz gestern hatte der Betreiber Currenta darauf verwiesen, es handle sich um den Gegenstand von Ermittlungen. Das Unternehmen selbst wisse natürlich, was sich in den Tanks befunden habe.

Einsatzkräfte nach der Explosion im Chemiepark in Leverkusen
Reuters/Leon Kuegeler

Den Behörden seien diese Informationen „vollumfänglich“ übergeben worden, hatte Currenta erklärt. Am Donnerstag und Freitag seien die Daten verschickt worden. Einsatzkräfte am unmittelbaren Explosionsort hätten allerdings schon direkt Informationen zu den Stoffen gehabt.

Anrainer weiter zu Vorsicht gemahnt

Nach der gewaltigen Detonation und einem anschließenden Brand war Dienstagfrüh in Leverkusen eine riesige Rauchwolke aufgestiegen, in der Region gingen Rußpartikel nieder. Bei einer ersten Analyse stellte das Landesumweltamt (LANUV) nach eigenen Angaben keine Rückstände von Dioxin und dioxinähnlichen Stoffen fest.

Zugleich kündigte das Amt an, man werde mit dem Wissen über den genauen Inhalt der Tanks weitere Analysen anstellen. Bis zu einer abschließenden Klärung sollten die Vorsichtsmaßnahmen für Anrainer und Anrainerinnen aufrechterhalten werden. Dazu zählt etwa, kein Obst und Gemüse aus dem Garten zu essen oder verunreinigte Flächen zu berühren.

Die Nashorn-Wilderei in Südafrika nimmt nach einem Rückgang während des Pandemiejahres 2020 wieder zu. In den ersten sechs Monaten 2021 seien mindestens 249 Rhinozerosse getötet worden, erklärte Umweltministerin Barbara Creecy gestern. Das seien mindestens 83 mehr als im Vorjahreszeitraum. Allein im bei Touristen und Touristinnen beliebten Krüger-Nationalpark seien in diesem Jahr bereits 132 Nashörner getötet worden.

Offenbar wegen des CoVLockdowns und der damit verbundenen Einschränkung der Bewegungsfreiheit auch für Wilderer war 2020 die Zahl der wegen ihres Horns getöteten Rhinozerosse um ein Drittel gesunken. In Südafrika leben fast 80 Prozent aller Nashörner weltweit.

Den Wilderern geht es bei den Tieren um die Hörner, die auf dem Schwarzmarkt bis zu 55.000 Euro pro Kilogramm ein. Zwar bestehen die Hörner wie etwa menschliche Fingernägel nur aus Keratin, dennoch gelten sie in der traditionellen Medizin Asiens als Heilmittel. Außerdem werden die Hörner auch als Trophäen gehandelt, die als Sinnbild für Reichtum und Erfolg gelten.

Sport

Lewis Hamilton geht als Favorit in den Grand Prix von Ungarn und könnte noch vor der Sommerpause der Formel 1 die WM-Führung übernehmen. Der Serienweltmeister sicherte sich gestern im Qualifying auf dem Hungaroring die 101. Poleposition seiner Karriere und greift morgen (15.00 Uhr) nach seinem 100. Sieg. Doch eine Aktion Hamiltons im Qualifying befeuerte weiter die aktuell aufgeheizte Stimmung im WM-Duell.

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Yusuf Demir hat gestern seinen ersten Treffer im Trikot des FC Barcelona erzielt. Beim 3:0 im Testspiel der Katalanen beim VfB Stuttgart traf der von Rapid ausgeliehene Offensivmann nach Vorlage von Antoine Griezmann zum 2:0 (36.). Demir stand über die volle Spielzeit am Feld. Barcelona trifft im Rahmen des Trainingslagers in Donaueschingen noch am kommenden Mittwoch in Wals-Siezenheim auf Salzburg. Die Partie ist ausverkauft.

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Lucas Miedler und Alexander Erler haben beim Generali Open in Kitzbühel gestern für einen Heimsieg gesorgt. Das Duo gewann das Finale im Doppel gegen die als Nummer drei gesetzte Paarung Roman Jebavy (CZE) und Matwe Middelkoop (NED) mit 7:5 7:6 (7/5) und schrieb sich damit erstmals in der Gewinnerliste von ATP-Turnieren ein.

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Wirtschaft

Ganz Europa soll grüner werden und Flugreisen seltener. Vor allem Kurzstreckenflüge müssen durch Bahnreisen ersetzt werden, um die Klimaziele zu erreichen. Die EU will den Umstieg schmackhaft machen. So leicht ist das aber gar nicht, Bahnstrecken werden oft bis zur nächsten Grenze gedacht. Schnell einmal von Wien nach Paris – das spielt es nicht.

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Medien

Große Anteilnahme, prägende Erinnerungen und vor allem viel Liebe von Menschen, die Martin Blumenau kannten, und von Menschen, die ihn nie getroffen haben: Hörerinnen und Hörer, Weggefährtinnen und Weggefährten, Bekannte und Freundinnen und Freunde erinnern sich an den am Freitag verstorbenen Radiomacher.

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Kultur

„Die Buhlschaft ist eine moderne Frau, die auch die Haare so hat, wie sie sie hat.“ Auch im Halbzeitbilanz-Interview mit ORF.at wehrt sich Verena Altenberger gegen Verzerrungen, die ihr im Netz begegnet sind. Sie habe kurze Haare, durch den Film, den sie davor gedreht habe.

Und beim Entwickeln der Rolle im Gegenüber mit Jedermann Lars Eidinger sei man draufgekommen: Beide Figuren sollen viel der Gegenwart haben. Und, so Altenberger: Der Jedermann und die Buhlschaft, „sie lieben sich“ in der Version 2021. Augenhöhe statt Abhängigkeit, das sei ihre Botschaft.

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In den vergangenen Wochen sind über 30 Kultur- und Naturstätten neu in die Liste des Welterbes aufgenommen worden. „Kulturelle Meisterwerke und einzigartige Naturlandschaften“ sollen dadurch geschützt werden. Gleichzeitig kann der Titel auch Touristen und Touristinnen aus aller Welt locken. Seitens der UNESCO betont man jedoch, dass es sich beim Welterbe eben nicht um ein „touristisches Gütesiegel“ handelt.

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Science

Nach einer anfänglichen Panne ist ein neues russisches Forschungsmodul nun mit der Internationalen Raumstation (ISS) verbunden. „Vor einer Stunde hat unsere Crew das Modul ‚Nauka‘ betreten“, schrieb der Chef der russischen Raumfahrtbehörde Roskosmos, Dmitri Rogosin, gestern Nachmittag auf Twitter. „Ich gratuliere!“ Mehrere Stunden zuvor war bereits die Luke zu dem am Donnerstag angedockten Labor „Nauka“ (Wissenschaft) geöffnet worden.

Bild zeigt das an die ISS angedockte Labor „Nauka“.
APA/AFP/Oleg Novitsky

Triebwerke ungeplant aktiviert

Kurz nach der Ankunft des Moduls war es in der Nacht auf Freitag zu einem Zwischenfall gekommen: Offenbar wegen einer kurzzeitigen Softwarestörung schalteten sich „Naukas“ Triebwerke ungeplant ein. Dadurch geriet die gesamte ISS in Bewegung. Die US-Raumfahrtbehörde (NASA) verlor für fast eine Stunde die Kontrolle über die Position der Station im All. Nach einem Notfalleinsatz gab es Entwarnung.

Als Mehrzweckmodul ist „Nauka“ vorrangig für die Forschung gedacht. Es soll aber auch als Mannschaftsquartier mit eigenem Lebenserhaltungssystem dienen. An Bord gibt es auch eine Toilette.

Roskosmos erklärte gestern zudem erneut, bis zum Jahr 2028 solle eine eigene russische Raumstation fertig sein. Der wissenschaftlich-technische Rat der russischen Raumfahrtbehörde habe dem bereits angekündigten Bau zugestimmt. Aus der in die Jahre gekommenen ISS wollen die Russen sich zurückziehen.

Leute

Der britische Premierminister Boris Johnson (57) und seine Ehefrau Carrie werden erneut Eltern. Wie britische Medien gestern berichteten, teilte Carrie Johnson (33) auf ihrem privaten Instagram-Account ihre Schwangerschaft mit. Das Kind werde um Weihnachten erwartet, hieß es demnach.

Der britische Premier Boris Johnson und seine Frau Carrie im Juni in Carbis Bay (Cornwall)
APA/AFP/Ludovic Marin

Das Paar, das Ende Mai geheiratet hatte, hat bereits einen gemeinsamen Sohn: Wilfred wurde am 29. April 2020 geboren. Johnson hat aus einer früheren Ehe mit der Anwältin Marina Wheeler zudem vier erwachsene Kinder.

Carrie Johnson schrieb bei Instagram den Medienberichten zufolge zudem, dass sie Anfang des Jahres eine Fehlgeburt erlitten habe. Das habe ihr das Herz gebrochen. „Ich fühle mich unglaublich gesegnet, wieder schwanger zu sein, aber ich habe mich auch wie ein Nervenwrack gefühlt. Fruchtbarkeitsprobleme können für viele Menschen sehr schwierig sein, insbesondere wenn es auf Plattformen wie Instagram so aussieht, als würde alles immer nur gut laufen“, schrieb sie in dem Beitrag.