COV Inland

Die nächtlichen Ausgangsbeschränkungen enden heute um 24.00 Uhr. Der Hauptausschuss hatte diese Coronavirus-Schutzmaßnahme zuletzt bis 15. Mai verlängert. Mit einer gestern kundgemachten Verordnung nimmt Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) auch die bei Entfall des Paragrafen 2 „Ausgangsregelung“ nötigen kleinen Änderungen in der vierten Covid-19-Schutzmaßnahmenverordnung vor.

So werden im Inhaltsverzeichnis die Einträge für Paragraf 2 und Verweise darauf in anderen Bestimmungen gestrichen. In Kraft tritt diese Verordnung mit 16. Mai. Der Paragraf 2 mit den Ausgangsregelungen selbst steht ohnehin nur bis 15. Mai in Geltung, weil sie der Hauptausschuss immer nur für zehn Tage verlängern konnte.

Morgen ist dann – ausgenommen nur Weihnachten – der erste Tag seit 3. November, an dem „das Verlassen des eigenen privaten Wohnbereichs und der Aufenthalt außerhalb des eigenen privaten Wohnbereichs“ auch von 20.00 Uhr bis 6.00 Uhr nicht mehr nur für die bekannten Ausnahmen zulässig ist. Am Mittwoch treten dann die großen Lockerungen für Gastronomie, Hotels, Kultur und Sport in Kraft.

Nach der Mahnung der Stadt Wien zu mehr Tests für die Beschäftigten in der Gastronomie kommen aus der Wirtschaftskammer zustimmende Signale. Mehrere „Alles gurgelt“-Tests pro Woche sind das Ziel.

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Für Aufsehen hat gestern eine Einschätzung des Arbeitsrechtlers Franz Marhold (WU Wien) gesorgt, der zufolge Beschäftigte ihrem Arbeitgeber künftig Auskunft über ihren Coronavirus-Impfstatus geben müssen. Laut Marhold hätten Arbeitgeber gerechtfertigtes Interesse daran, über die von Beschäftigten ausgehende Infektionsgefahr informiert zu sein. Die Arbeiterkammer (AK) warnt als Reaktion darauf vor einer „Angstmache“, insbesondere solange erst zehn Prozent der Bevölkerung vollen Impfschutz haben.

Marhold hatte heute im Ö1-Morgenjournal gesagt, der Arbeitgeber habe die Verantwortung, sein Personal und Kundschaft zu schützen. Vorgesetzte über eine – dann doch nicht durchgeführte – Impfung anzulügen, sei jedenfalls keine gute Idee. Das könnte nicht nur zur Kündigung, sondern bei einer besonderen Gefährdungslage auch zur Entlassung führen.

Arbeitgeber könnten auch eine Impfung einfordern, eine Weigerung könne im Extremfall die Kündigung zur Folge haben – allerdings erst dann, wenn alle anderen Möglichkeiten, wie Trennwände, Einzelbüro und Homeoffice ausgeschöpft seien, so Marhold.

AK: „Kontraproduktiv“

In der AK laufen seither die Telefone heiß. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer seien verunsichert durch diese Aussagen, aber „diese Angstmache ist völlig kontraproduktiv“, so Bianca Schrittwieser, Leiterin des AK Arbeitsrechts. „Solange es kein Impfangebot für alle ArbeitnehmerInnen gibt, sind solche Diskussionen nichts anderes als der Versuch, Druck in der Arbeitswelt aufzubauen.“ Außerdem würde in diesem frühen Stadium, wo insbesondere Risikogruppen geimpft werden, Menschen mit Vorerkrankungen gezwungen, ihren Gesundheitsstatus im Betrieb preiszugeben.

Ein ausdrückliches Fragerecht des Arbeitgebers sei gesetzlich nicht verankert. Ob Beschäftige Fragen zur Impfung beantworten müssen, hänge „von der konkreten Gefahrenquelle der jeweiligen Berufsgruppe und damit vom konkreten – nicht nur abstrakten – Interesse des Arbeitgebers an diesen Informationen ab“, so Schrittwieser.

„Empört“ reagierte FPÖ-Sozialsprecherin Dagmar Belakowitsch. Es sei eine höchstpersönliche Entscheidung, sich impfen zu lassen. Sie forderte „klare arbeitsrechtliche Regelungen bis hin zu einem Kündigungsschutz für Menschen, die sich – aus welchem Grund auch immer – nicht impfen lassen wollen“. Auch der Tiroler SPÖ-Chef Georg Dornauer sprach sich heute gegen eine „Impfpflicht durch die Hintertür“ aus.

Die 7-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in den abgelaufenen sieben Tagen je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner, liegt laut Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) bei 78,8 Stand: gestern, 14.00 Uhr).

Am höchsten ist die Zahl in Vorarlberg, das mit 138,7 das einzig verbliebene Bundesland mit einer Inzidenz über 100 ist. Am niedrigsten ist die Zahl im Burgenland (39,1).

Das Berichtsschema der AGES zeigt die Zahlen vom Vortag – wie die Meldung der Ministerien. Wesentlicher Unterschied zu den Ministeriumsmeldungen: Laborbestätigte Fälle, Tote etc. werden nicht zum Meldezeitpunkt dargestellt, sondern zum Diagnose- bzw. Sterbedatum. In der Darstellung in ORF.at wird auch täglich transparent gemacht, welchen Tagen die neu gemeldeten Fälle zugeordnet werden.

Ministerien melden 887 Neuinfektionen

Das Gesundheits- und das Innenministerium meldeten 887 neu registrierte Coronavirus-Fälle innerhalb der letzten 24 Stunden (Stand: gestern, 9.30 Uhr). Diese Zahlen nannten die Bundesländer dem nationalen Krisenstab. 10.455 Menschen verstarben bisher an den Folgen des Coronavirus. Derzeit befinden sich 992 Personen aufgrund des Coronavirus in Spitalsbehandlung, davon 322 auf Intensivstationen. Damit sind erstmals seit sechs Monaten weniger als 1.000 Menschen wegen Covid-19 in den Spitälern.

Karten, Grafiken und Informationen zu aktuellen Fällen und zum Epidemieverlauf in ORF.at/corona/daten

Erklärung zur Zählweise und weiteren Fragen in ORF.at/corona

Ausland

Im westafrikanischen Krisenstaat Mali ist gestern die Regierung aufgelöst worden. Der Generalsekretär des Präsidialamtes, Kalilou Doumbia, kündigte die Auflösung am Abend im nationalen TV ohne Angabe von Gründen an. Übergangspräsident Bah N’Daw habe per Dekret Regierungschef Moctar Ouane im Amt bestätigt und mit der Bildung einer neuen Regierung beauftragt.

Die Übergangsregierung in Mali hatte erst im Jänner die Militärjunta aufgelöst, die Präsident Ibrahim Boubacar Keïta im Vorjahr gestürzt hatte. Auf Druck vor allem des westafrikanischen Regionalbündnisses ECOWA wurde später eine Übergangsregierung mit Ex-Verteidigungsminister N’Daw an der Spitze gebildet.

Penpa Tsering ist zum neuen Präsidenten der Regierung im Exil lebender Tibeter gewählt worden. Auf den 53-jährigen früheren Parlamentssprecher der Exilregierung seien 34.324 Stimmen entfallen, wie die tibetische Wahlkommission gestern am Sitz der Exilregierung im nordindischen Dharamsala bekanntgab. Zehntausende hatten sich an der Wahl im April beteiligt.

Die Exilregierung der Tibeter und Tibeterinnen wird von keinem Land anerkannt, sie übt aber Einfluss auf die rund 130.000 im Exil lebenden Tibeter und Tibeterinnen aus, die vor allem in Indien, Nepal und Bhutan ansässig sind. Tsering löst Lobsang Sangay ab und übernimmt das Amt des Sikyong, des Kabinettspräsidenten. Es wird erwartet, dass er dem Ansatz des Dalai Lama folgt, innerhalb Chinas größere Autonomie für Tibet zu erlangen statt völlige Unabhängigkeit.

Tibet ist eine autonome chinesische Region im Hochland des Himalayas. Der völkerrechtliche Status des Gebiets ist umstritten. Chinas Führung unterdrückt Unabhängigkeitsbestrebungen der etwa fünf bis sieben Millionen Tibeter und Tibeterinnen.

Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) hat gestern auf Einladung von Neuseelands Premierministerin Jacinda Ardern und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron am virtuellen Gipfel „Christchurch Call“ teilgenommen.

Er verwies dabei laut seinem Büro auf Österreichs „entschiedenes Vorgehen gegen den politischen Islam“ und den umfassenden Ansatz der Bundesregierung im „Kampf gegen Radikalisierung und Terrorismus“ sowie „insbesondere islamistisch motivierten Terrorismus“.

Der Bundeskanzler kam auch auf den Terroranschlag von Wien am 2. November 2020 zu sprechen. Auch dieser sei das „Ergebnis von islamistischer Radikalisierung“ gewesen. „Österreich setzt daher auf umfassende Maßnahmen im Kampf gegen Terroristen sowie auf Prävention und die sofortige Löschung terroristischer Inhalte im Netz. Denn wir müssen verhindern, dass junge Menschen radikalisiert werden. Wir gehen daher gegen den politischen Islam und anderes gefährliches Gedankengut entschieden vor.“

Der „Christchurch Call“ beinhalte eine Selbstverpflichtung von Regierungen und Tech-Unternehmen, weltweit gegen terroristische und gewaltsame extremistische Inhalte im Internet vorzugehen, hieß es aus dem Bundeskanzleramt. Am 14. und 15. Mai finde daher auf Einladung von Ardern und Macron ein globaler virtueller Gipfel statt.

COV Ausland

Insgesamt sind die Infektionszahlen in Großbritannien mit einer landesweiten 7-Tage-Inzidenz von rund 23 sehr niedrig. Regional kam es aber in den vergangenen Wochen wieder zu einem Anstieg, der teilweise auf die Variante, die zuerst in Indien entdeckt wurde, zurückgeführt wird. Laut Behördendaten hat sich die Zahl der in Großbritannien nachgewiesenen Fälle der Variante B.1.617.2 innerhalb einer Woche auf gut 1.300 Fälle verdoppelt.

Die Variante ist nach Ansicht britischer Fachleute leichter übertragbar als die bisher vorherrschenden Virusvarianten, inklusive der britischen Variante B.1.1.7. Das sagte der Premierminister Boris Johnson in London. Noch sei nicht klar, um wie viel schneller sich die Variante verbreite, so der konservative Politiker weiter. Im schlimmsten Fall stünden dem Land schwere Entscheidungen bevor.

Bisher sei der Fahrplan mit weiteren Öffnungsschritten am Montag nicht in Gefahr, sagte Johnson. Der Abstand zwischen Erst- und Zweitimpfung soll nun aber für die Gruppe der über 50-Jährigen von zwölf auf acht Wochen verkürzt werden. „Es gibt keine Hinweise darauf, dass die Impfstoffe weniger wirksam sind“, so Johnson.

Tschechien will von heute an ausländische Coronavirus-Impfnachweise aus Österreich, Deutschland, Ungarn, Slowenien, Polen und der Slowakei anerkennen. Das sei eine Übergangslösung bis zur Einführung des geplanten digitalen EU-Coronavirus-Passes, sagte Außenminister Jakub Kulhanek gestern in Prag. Von der Regelung profitieren unter anderem Menschen mit Wohnsitz in Tschechien und Geschäftsreisende. Für sie entfallen die strengen Test- und Quarantänepflichten bei der Einreise.

Voraussetzung ist, dass die erste Impfung mindestens 22 Tage zurückliegt. Touristische Reisen ohne triftigen Grund sind nach derzeitigem Stand weiterhin nicht erlaubt.

Tschechien ermöglicht nur den kleinen Grenzverkehr zum Beispiel zum Einkaufen, wenn der Aufenthalt nicht länger als zwölf Stunden dauert. Dabei entfällt die Quarantäne- und Testpflicht ohnehin, auch für Ungeimpfte. Die Lage in dem früheren Coronavirus-Hotspot hat sich inzwischen sehr gebessert. Die 7-Tage-Inzidenz – also die Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche – liegt inzwischen bei 79.

Die Zahl der Coronavirus-Neuinfektionen in Moskau hat den höchsten Stand seit dreieinhalb Monaten erreicht. Wie die Behörden der russischen Hauptstadt gestern mitteilten, wurden innerhalb eines Tages 3.818 neue Ansteckungsfälle verzeichnet. Das ist die höchste Zahl seit Ende Jänner

In ganz Russland wurde zuletzt mit 9.462 Fällen die höchste Zahl von Neuinfektionen seit Ende März registriert. Außerdem zählten die Behörden landesweit 393 Todesopfer der Pandemie binnen eines Tages.

Die Behörden fürchten, dass ganz Russland in den kommenden Wochen von einer neuen Ausbreitungswelle des Virus heimgesucht werden könnte. Präsident Wladimir Putin hatte in den vergangenen Wochen verstärkt für Coronavirus-Impfungen geworben. Er möchte bis zum Herbst die Herdenimmunität der russischen Bevölkerung erreichen, die Impfkampagne kommt jedoch nur schleppend voran.

In einer russischen Erhebung vom April zeigten sich 62 Prozent der Befragten nicht bereit, sich mit dem russischen Coronavirus-Vakzin „Sputnik V“ impfen zu lassen. In dem 146 Millionen Einwohner zählenden Land haben bisher rund zehn Millionen Menschen beide Dosen des Impfstoffs erhalten, weitere 14 Millionen Menschen erhielten die erste Dosis.

Inland

Bundespräsident Alexander Van der Bellen hat gestern, zwei Tage vor der 76. Befreiungsfeier in der KZ-Gedenkstätte Mauthausen mit seiner Frau Doris Schmidauer sowie Oberösterreichs Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP) dort einen Kranz niedergelegt.

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Hitler-Rede bei Demo abgespielt

Eine angemeldete Demonstration von Gegnerinnen und Gegner der CoV-Maßnahmen in Mauthausen wurde unterdessen von der Polizei aufgelöst. Bei der Veranstaltung sollen laut Polizei Ausschnitte aus einer Hitler-Rede gespielt worden sein.

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Kommende Woche beginnt in Niederösterreich die schriftliche Matura für mehr als 7.150 Schülerinnen und Schüler – erneut im Zeichen der Krise. Antreten darf nur, wer einen negativen Test vorweisen kann. Die mündliche Prüfung ist freiwillig.

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Der Fraktionschef der ÖVP im „Ibiza“-U-Ausschuss soll unabsichtlich eine E-Mail an NEOS-Fraktionschefin Stephanie Krisper geschickt haben. Darin enthalten seien „Sudel-Dossiers“ über Krisper und über SPÖ-Fraktionsführer Kai Jan Krainer. Das berichtete gestern NEOS-Generalsekretär Nikola Donig heute.

NEOS ortet „Dirty Campaigning“ gegen Mitglieder des U-Ausschusses seitens der ÖVP. Der ÖVP-Klub lege „Sudel-Dossiers“ über Abgeordnete der Opposition an, um die Mandatare und den U-Ausschuss zu „diskreditieren“, so Donig. ÖVP-Fraktionschef Hanger sprach von einer „Faktensammlung“.

Mail zu angeblichen Dossiers erhalten

Heute habe Krisper eine E-Mail von ÖVP-Fraktionsführer Andreas Hanger bekommen, aus der hervorgehe, dass Referenten und Abgeordnete des ÖVP-Klubs mit einer niederösterreichischen PR-Agentur Dossiers über Mitglieder des „Ibiza“-U-Ausschusses anlegten, berichtete Donig.

Dass die Mail an Krisper ging, sei wohl offensichtlich ein Versehen gewesen, meint NEOS. In der Mail finden sich demnach (öffentlich bekannte) Zitate von Krisper sowie von anderen über Krainer und Krisper. Im Anhang war laut Donig aber auch ein rund 50-seitiges Dossier über Krainer.

Hanger bestritt die Zusammenstellung der Unterlagen nicht. Für ihn sind die Dossiers aber eine „reine Faktensammlung, welche die aufgeheizte Stimmung im U-Ausschuss dokumentiert“. Hier von „Dirty Campaigning“ zu sprechen sei ein weiteres Zeugnis der künstlich erzeugten Aufregung und Skandalisierung rund um den U-Ausschuss, so Hanger in einer Aussendung: „Wenn hier jemand ‚diskreditiert‘, so sind es einzelne Oppositionspolitiker – nämlich sich selbst durch ihr Verhalten im U-Ausschuss.“

„Gehört aufgeklärt“

Klubförderung als öffentliches Geld sei nicht dazu da, solche Dossiers zu erstellen, meinte hingegen NEOS-Vizeklubchef Nikolaus Scherak. Außerdem wirke es so, als seien geheime Informationen vom ÖVP-Klub an die PR-Agentur weitergeleitet wurden – man prüfe das nun. So sei es etwa nicht erlaubt, vorläufige Protokolle weiterzuschicken.

„Das gehört aufgeklärt“, betonte Donig jedenfalls. NEOS will nun wissen, gegen wen abgesehen von Krainer es noch Dossiers gebe im ÖVP-Klub und wer genau damit beschäftigt sei. Zudem interessiert Donig, was Klubchef August Wöginger und Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka davon wissen, und was ÖVP-Chef Kanzler Sebastian Kurz dazu sage, der sich ja stets gegen „Anpatzen“ ausgesprochen habe.

Scherak kritisierte, dass es immer wieder Angriffe der ÖVP auf den Untersuchungsausschuss, „das wichtigste Aufklärungsinstrument des Parlaments“, gebe. Es sei „gefährlich für die Demokratie“, wenn Dossiers über Abgeordnete erstellt werden, um sie zu diskreditieren. Er erwarte sich, dass sich Sobotka nun endlich „schützend“ vor das Parlament, die Opposition und den Untersuchungsausschuss stellt, forderte Scherak.

Die „nächste Entgleisung gegen das Parlament“ ortete unterdessen der stv. SPÖ-Klubvorsitzende Jörg Leichtfried. Es könne „auch nur der ÖVP einfallen, am selben Tag die politische Kultur in Österreich zu beweinen und dann solche Anpatzpapiere zu verschicken“. Die ÖVP sollte sich lieber mit den Ermittlungen gegen Kanzler Sabstian Kurz (ÖVP) auseinandersetzen, so Leichtfried.

Wirtschaft

Nach Wiederaufnahme des Betriebs der größten Benzinpipeline der USA hat die US-Regierung ein baldiges Ende der Engpässe an Tankstellen im Südosten des Landes in Aussicht gestellt. „Das Ende ist in Sicht“, sagte die Sprecherin des Weißen Hauses, Jennifer Psaki, gestern. Es werde allerdings noch „ein paar Tage“ dauern, bis wieder Normalität hergestellt sei.

Psaki rief Autofahrer und Autofahrerinnen in den betroffenen Regionen erneut dazu auf, kein Benzin zu horten. Die „Colonial“-Pipeline war Ziel eines Hackerangriffs geworden. Besonders schwer von der Benzinknappheit betroffen war auch am Freitag die US-Hauptstadt Washington: Dort hatten zu Mittag (Ortszeit) 88 Prozent der Tankstellen keinen Treibstoff, wie Patrick De Haan von der Marktanalysefirma Gasbuddy auf dem Kurznachrichtendienst Twitter mitteilte.

Im Bundesstaat North Carolina waren 65 Prozent der Tankstellen ohne Benzin, in South Carolina waren es 48 Prozent. Auch in zahlreichen anderen Bundesstaaten war das Benzin knapp. Nach De Haahns Daten nahm die Zahl der Tankstellen mit Treibstoff allerdings in mehreren betroffenen Bundesstaaten wieder zu.

Der deutsche Sportartikelhersteller adidas hat einem Medienbericht zufolge für seine US-Tochter Reebok ein Gebot für über eine Milliarde US-Dollar (etwa 830 Mio. Euro) erhalten. Das amerikanische Markenmanagement-Unternehmen Authentic Brands Group habe sich mit dem Schuhhersteller Wolverine World Wide zwecks eines Offerts für den US-Sportausrüster zusammengetan, berichtete die „New York Post“.

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Auf der spanischen Urlaubsinsel Mallorca öffnen nach dem harten Winter mit einer neuen, heftigen Pandemiewelle und zahlreichen Einschränkungen zunehmend die Hotels ihre Pforten. Besucher und Besucherinnen haben bereits die Wahl zwischen 188 Häusern, wie der mallorquinische Hotelierverband FEHM gestern mitteilte. Das seien 22,65 Prozent aller Hotels beziehungsweise knapp 19 Prozent aller Hotelbetten auf der Insel, hieß es.

Allein in den vergangenen sieben Tagen hätten 32 Beherbergungseinrichtungen in verschiedenen Teilen der Mittelmeer-Insel den Betrieb wieder aufgenommen.

Einige Regeln zu beachten

Wer angesichts der entspannten Lage das schöne Wetter und die Temperaturen von bereits deutlich über 20 Grad auf Mallorca genießen möchte, muss trotz der Lockerungen der vergangenen Wochen weiterhin einige Regeln beachten. Zwischen 23.00 und 6.00 Uhr gilt etwa auf allen Inseln eine nächtliche Ausgehsperre.

Die Innenbereiche von Bars, Cafes und Restaurants bleiben vorerst – voraussichtlich bis zum 23. Mai – geschlossen. Im Freien dürfen Gastronomen seit einigen Tagen aber durchgängig zwischen sechs und 22.30 Uhr im Freien bewirten.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Madrid haben sich zuletzt auf den Balearen knapp 21 Menschen je 100.000 Einwohner bzw. Einwohnerinnen binnen sieben Tagen mit dem Coronavirus infiziert. Diese 7-Tage-Inzidenz liegt in Spanien derzeit nur in Valencia niedriger (13,66). Dabei hatten Mallorca und die anderen Inseln der Region im Winter zeitweilig die höchsten Werte des Landes.

Sport

In der Formel 1 finden 2021 wie im Vorjahr zwei Rennen auf dem Red Bull Ring in Spielberg statt. Wie die Serie gestern mitteilte, wurde das Rennen in der Türkei aufgrund der Coronavirus-Situation dort abgesagt. Zuvor wurde schon die Doppelveranstaltung der MotoGP im Murtal bestätigt – damit gibt es heuer vier Rennen zum Spielberg-Jubiläum.

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Für Dietmar Kühbauer spielt Österreichs neuer und alter Meister weiter „in einer anderen Liga“. „Salzburg hat die beste Mannschaft mit der größten Qualität, die sie in den entscheidenden Momenten ausspielt“, sagte der Rapid-Trainer nach dem achten Salzburg-Meisterstück in Folge, das er diese Woche hautnah erlebte. „Gratulation, Salzburg ist der verdiente Meister, alles andere wäre ein Wunder“, betonte Kühbauer nach dem 0:2.

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Das Synchronduett Eirini und Anna-Maria Alexandri hat in Budapest die zweite Bronzemedaille bei den Schwimmeuropameisterschaften gewonnen. Nach jener in der Technik am Vortag steigerten sich die Österreicherinnen gestern im Kürfinale gegenüber dem Vorkampf nochmals und kamen auf 90,8667 Punkte.

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Medien

Das Interview aus dem Jahr 1995 ist in die Geschichte eingegangen: Prinzessin Diana sagte damals im Gespräch mit dem Journalisten Martin Bashir: „Wir waren in dieser Ehe zu dritt, es waren also ein bisschen viele.“ Auch machte sie selbst bekannt, eine Affäre gehabt zu haben. Das Interview war der Höhepunkt einer beispiellosen Schlammschlacht unter den britischen Royals vor laufenden Kameras. Bashir machte der Coup aber berühmt: Mehr als 200 Millionen Menschen verfolgten weltweit den Kollaps der Thronfolgerehe.

Martin Bashir
AP/Nick Ut

Später kamen Zweifel auf über Bashirs Methoden: Dianas Bruder, Charles Spencer, warf Bashir vor, sich das Interview damals mit unlauteren Methoden – etwa gefälschten Kontoauszügen – verschafft zu haben. Diese sollten den Eindruck erwecken, Menschen wären dafür bezahlt worden, Informationen über Diana preiszugeben. Damit habe er die Prinzessin dazu verleiten wollen, offen zu reden. Die BBC leitete in der Folge eine interne Untersuchung ein, es wurde aber schon angekündigt, dass der Journalist keine rechtlichen Konsequenzen fürchten müsse.

Nun verlässt Bashir die BBC, deren Religionsabteilung er seit 2016 leitete. Der Abgang erfolge aus gesundheitlichen Günden, schrieb das Medienhaus, nachdem Bashir wegen Herzproblemen bereits mehrere Monate ausgesetzt hatte. Doch auch die BBC brachte Bashirs Entschluss in Zusammenhang mit den Vorwürfen gegen ihn. Man wünsche ihm aber baldige Genesung.

Chronik

In Unterwaltersdorf (Niederösterreich) ist es gestern zu einem folgenschweren Verkehrsunfall gekommen. Ein 24-jähriger Autolenker erfasste im Ortsgebiet eine Fußgängerin mit Kinderwagen. Die Frau wurde schwer verletzt ins Spital geflogen.

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Die Pandemie hat auch einen Haustierboom gebracht. Mit der bevorstehenden Urlaubssaison und der Rückkehr eines „normaleren“ Lebens durch die Impfungen befürchtet das Wiener TierQuarTier nun einen Anstieg bei den Aussetzungen von Tieren.

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Kultur

Der deutsche Choreograf, Tänzer, Filmemacher und Autor Raimund Hoghe ist im Alter von 72 Jahren gestorben. Er sei einer der „wichtigsten Protagonisten des zeitgenössischen Tanzes“ gewesen, teilte das Tanzhaus NRW gestern in Düsseldorf mit. Hoghe sei in den 1980er Jahren als Dramaturg für die renommierte Wuppertaler Choreografin Pina Bausch tätig gewesen. 1994 habe er „Meinwärts“ choreografiert, sein erstes Solo für sich selbst als Tänzer.

Raimund Hoghe
APA/AFP/Michel Gangne

Hoghes Stücke befassten sich mit gesellschaftspolitischen Themen, wie dem Umgang mit Geflüchteten. Für seine Arbeiten erhielt er zahlreiche Auszeichnungen. Im vergangenen Jahr wurde er mit dem Deutschen Tanzpreis geehrt. Zuletzt war Hoghe mit „Postcards from Vietnam“ (2020) am Tanzhaus NRW zu Gast.

Barry Jenkins verfilmt den gleichnamigen preisgekrönten Sklavereiroman von Colson Whitehead als filmischen Fiebertraum. Sonnenverbrannte Bilder idyllischer Landschaften betören uns, intensive Farben leuchten. Das Grauen lauert aber in jeder Serienminute. „The Underground Railroad“ ist mit ziemlicher Sicherheit die ungewöhnlichste Serie in diesem Jahr und vielleicht auch die beste.

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Panorama

Unheimliche Begegnung auf dem Supermarktparkplatz: Eine Frau, die vollbepackt mit Einkäufen gerade zu ihrem Auto vor dem Supermarkt im Norden Roms gehen wollte, hat unfreiwillig Bekanntschaft mit einer Wildschweinfamilie geschlossen. Vier erwachsene Tiere und zwei Frischlinge umzingelten sie und raubten ihre Einkaufssackerln. Die Wildschweine holten sich die Einkäufe auf dem Parkplatz in Le Rughe und fingen gleich an, die Lebensmittel zu fressen. Ein Video davon wurde gestern auf der Seite „Welcome to Favelas“ gepostet und tausendfach geteilt.

Der Vorfall wurde als besonders anschauliches Beispiel für die „problematische“ Präsenz von Wildschweinen in Rom kommentiert. Sie kommen auf der Suche nach Nahrung zunehmend in städtische Regionen, insbesondere im Norden der italienischen Hauptstadt. Vergangenen Oktober machte eine Gruppe Wildschweine Schlagzeilen, die in einen Kinderspielplatz einfiel und in der Folge erschossen wurde. Die Population der Tiere wird in Italien auf rund eine Million geschätzt. Die Tiere können bis zu 140 Kilogramm auf die Waage bringen und sind gefährlich, wenn sie sich oder ihre Frischlinge in Gefahr wähnen.