Steuer-CD-Affäre: Toter U-Häftling in Bern Österreicher?

Ein 42-jähriger Untersuchungshäftling ist am Mittwoch in Bern im Gefängnis gestorben. Der Mann war im Zusammenhang mit der Steuerdatenaffäre inhaftiert. Die „Kronen Zeitung“ berichtete heute, der Verstorbene sei ein Tiroler, der seit einiger Zeit in der Schweiz gelebt habe. Die Kantonspolizei in Bern gab auf Anfrage der APA „auf Bitten der Bundesstaatsanwaltschaft“ keine näheren Auskünfte.

Von der Festnahme des Mannes im September habe nicht einmal die Familie gewusst, heißt es in dem Zeitungsbericht weiter.

Todesumstände „nicht restlos geklärt“

Die Berner Kantonspolizei hatte gestern gemeldet, der leblose Mann sei am Mittwoch gegen 6.30 Uhr in seiner Zelle gefunden worden. Die Umstände des Todesfalls seien „noch nicht restlos geklärt“. Die Einwirkung von Dritten könne aber ausgeschlossen werden.

In der Affäre geht es um den Diebstahl von Bankkundendaten und deren Verkauf an Deutschland. Die CD mit Daten von möglichen deutschen Steuersündern sorgte seit Ende Jänner für großes Aufsehen. Zum Schrecken der Schweizer Behörden und Banken hatte sich Deutschland entschieden, den Datenträger anzukaufen. Der Preis betrug angeblich 2,5 Millionen Euro. Wie von Bern befürchtet, blieb das kein Einzelfall. Weitere CDs wurden später den deutschen Behörden angeboten, zum Teil mit Erfolg.